Was so kommt - Anstehende Neuerscheinungen und Wiederveröffentlichungen

  • Erscheint demnächst:


    Weitere Infos, z. B. Booklet etc. gibt es auch hier.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Spoliansky, Mischa (1898 – 1985) Pianist und Komponist


    Am 28.12.1898 wurde Mischa Spoliansky in Bialystock geboren. Über Polen und Österreich kam die Familie nach dem frühen Tod der Mutter nach Dresden. Der musikalisch begabte Spoliansky erhielt Unterricht am Klavier, er lernte, wie sein Bruder, Cello und Geige und trat schon als Kind öffentlich auf. Auch der Vater von Mischa Spoliansky starb früh und Spoliansky lebte bis Kriegsbeginn 1914 bei Verwandten in Königsberg, floh dann aber zu seinem Bruder nach Berlin. Dort schlug sich Spoliansky als Kaffeehauspianist durch und setzte seine musikalischen Studien am „Stern´schen Konservatorium“ (später eingegliedert in die „Hochschule der Künste“) fort. Schon bald entdeckte Spoliansky das literarische Kabarett für sich und komponierte u. a. Musik auf Texte von Ringelnatz, Tucholsky oder Klabund. Bekannt wurde Spoliansky vor allem als Komponist von Filmmusiken oder Revuen, die zu ihrer Zeit sehr populär waren. Aber er begleitete auch Richard Tauber am Flügel, der 1927 zwölf Lieder aus der „Winterreise“ von Schubert für den Rundfunk aufnahm. 1933 emigrierte Spoliansky nach London und auch in seiner neuen Heimat wurde er schnell mit seinen Schlagern und Filmmusiken berühmt. Dort, in London, starb Spoliansky am 28.06.1985.


    Mischa Spoliansky, ein sehr erfolgreicher jüdischer Musiker der Weimarer Republik, hat nach seiner Auswanderung nach Großbritannien 1933 vor allem mit Filmmusiken reüssiert. Daneben hat er aber auch absolute Musik geschrieben, u.a. eine fast einstündige Symphonie die über einen Zeitraum von fast 30 Jahren (1941-1969) entstand. Toccata bring sie demnächst als Ersteinspielung heraus. Ihr vierter Satz "Of weeping" ist eine Reaktion des Komponisten auf die Shoa.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Ein neues zeitgenössisches Violinkonzert...

    ...das hier bereits (mehr oder weniger) ausführlich Thema gewesen ist:

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Josef Tal (1910-2208) gilt als einer der bedeutendsten israelischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

    cpo legt die lange vergriffene GA der 6 Symphonien dankenswerterweise wieder auf. Ich habe glaube ich auch bisher nur die Symphonien 1-3. Wenn meine Erinnerung nicht trügt, sind das recht herbe, der 2. Wiener Schule nahestehenden Werke.



    "Hier schreibt jemand kompositorisches Urgestein wie ein Sibelius, Honegger oder Martinu, mit dessen sechs Sinfonien sich in diesem Fall besondere Berührungspunkte finden lassen. Höchst spannende, immer neue Dramaturgien des Sinfonischen, die verschiedene Stilelemente und Kompositionstechniken des 20.Jahrhunderts integrieren und immer aufs Neue beleuchten können, ohne je den Eindruck eines Eklektizismus zu erzeugen. Die NDR Radiophilharmonie Hannover unter Israel Yinon stürzt sich mit größt-hörbarer Entdeckerfreude in die so komplexen wie originellen Partituren, offenbar beflügelt durch den bei den Aufnahmesitzungen persönlich anwesenden, 92jährigen Komponisten." (klassik-heute.de zu den Symphonien Nr. 1-3)

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Hans Winterberg ( geb. 23.03.1901 in Prag, gest. 10.03.1991 in Steppberg/Bayern) war ein tschechisch-deutscher Komponist. Er stammte aus einer jüdischen Familie, sein Großvater war erster Rabbiner in Prag.

    Winterberg war Schüler der Konzertpianistin Therèse Wallerstein. Er studierte an der Deutschen Akademie für Musik und darstellende Kunst zu Prag Komposition bei Fidelio F. Fink und Dirigieren bei Alexander von Zemlinsky und am Prager Staatskonservatorium Komposition bei Alois Hába. Er war u.a. Mitstudent von Gideon Klein. Nach dem Studium arbeitete Winterberg als Korrepetitor in Brünn/Brno und Gablonz/Jablonec.

    Winterberg heiratete am 3. Mai 1930 Maria Maschat, die römisch- katholischen Glaubens war und bekam 1935 mit ihr eine Tochter. Mutter und Tochter erhielten 1941die deutsche Staatsangehörigkeit und die Ehe wurde am 1944 „im Sinne des Reichsehegesetzes“ geschieden. Kurz vor Kriegsende im Januar 1945 kam Winterberg als Jude noch nach Theresienstadt, erlebte die Befreiung im Mai 1945 aber mit und ging erst wieder zurück nach Prag. 1947 emigrierte er nach Bayern, wo er bis zum Lebensende an verschiedenen Orten blieb.

    Winterberg wurde 1948 freier Mitarbeiterbeim Bayerischen Rundfunk und Musikpädagoge am Richard-Strauss-Konservatorium. Ab 1969 widmete er sich in Bad Tölz ausschließlich der Komposition. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Stepperg/Oberbayern.

    Hans Winterbergs Oeuvre war aus mir nicht ganz klaren Gründen nach seinem Tod für 25 Jahre der Öffentlickeit nicht zugänglich. Deshalb sind erst in den letzten Jahren erste CDs mit Klavierwerken von ihm erschienen, u.a. bei Toccata. Das Label mit dem Forumsnamen bringt in Kürze eine erste CD mit Orchesterwerken heraus. Winterberg schrieb fast ausschliesslich Instrumentalwerke, u.a. zwei Symphonien, vier Klavierkonzerte und vier Streichquartette, daneben zahlreiche Klavierwerke.


     

       

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

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