Was so kommt - Anstehende Neuerscheinungen und Wiederveröffentlichungen

  • SACD:



    Bruckners 4. Sinfonie mit den Alternativsätzen:




    Tontechnisch aufgefrischt - Haitinks Londoner Brahms:




    4. Runde der Klavierwerke Langgaards:




    Nur noch wenige Wochen bis Weihnachten:




    Amadigi von Gaula



  • Eine Box mit den ersten Aufnahmen, die der Concentus musicus vorgelegt hat. Historisch sicher interessant, das Repertoire mögen andere beurteilen, ob es anderweitig und aktueller interpretiert vorhanden sein mag.



    Harnoncourt dirigiert das Concertgebouw Orchester. Spannend, weil es das erste große moderne Symphonieorchester war, das mit ihm intensiv zusammengearbeitet hat und wo er seine ersten HIP-Aufnahme eingespielt hat. Vom Repertoire her ist diese Box leider enttäuschend, weil es nur wenige Werke nicht schon woanders gibt, tlw. konkurrenzieren sich die Aufnahmen mit eigenen Einspielungen aus der gleichen Zeit (Mozart 39-41). Ein Highlight ist sicher die Missa Solemnis, die ich nur als Videomitschnitt kenne, die aber sehr sehr schön geworden ist. Ansonsten leider nicht viel neues. In Wahrheit sind nur der Mozart-Konzert, die Manfred-Ouvertüre, Mendelssohn Pslam 42 und Dvoraks biblische Lieder ganz neu. Harnoncourt hat viel neues Repertoire mit dem Concertgebouw gemacht, da wäre mehr drinnen gewesen.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Nach einer Reihe schön eingespielten Brahms- & Dvorak-Sinfonien der Bamberger Symphoniker unter Jakub Hrůša als SACDs auf Tudor erscheint nun am 14.10. 20222 bei der DG Musik des musikalischen Stichwortgebers für Mahler Hans Rott:





    Für die 4 Jahreszeiten von Vivaldi gehört eigentlich ein freiwilliges Aufführungsverbot von 10 Jahren (gilt besonders für die Verballhornungen von Max Richter). Das eigentlich Interessante dürfte bei dieser CD das Klitzekleingedruckte sein. Durch kulturelle Aneignung komponierte Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745 - 1799) rokokohafte Musik. Die schönen Violinkonzerte 1 und 9 vom Chevalier erscheinen am 30.09.2022 :





    Hoffnung auf Erleuchtung? Robert Levin spielt Mozarts Klaviersonaten auf dessen eigenem Fortepiano. 16.09.22:





    Berg, Ehnes, BBC-SO (die Nennung des Orchesters wurde auf dem Cover schlichtweg vergessen), Davis, Chandos und SACD:




    Kissin in Salzburg mit Berg, Chopin, Gershwin und Chrennikow erscheint am 02.09.2022:





    Hier noch Klotz für diejenigen, die am 09.09.2022 noch Platz in ihrem Haus haben:




  • Wie oben schon geschrieben, habe ich das Werk in der genannten Besetzung im September gehört. Sehr schön, man hat es hörbar ernst genommen. Live ist das natürlich erstmal überwältigend. Ob es Järvi toppen kann, muss ich mir wohl noch durch ein paar Hördurchgänge beantworten. Der hat bei mir immer einen speziellen Platz, weil das erste Mal hören dieser Scheibe für mich ein Ereignis war, an das ich mich ewig erinnern werde.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Vielen Dank Josquin, freue mich besonders auf Levins Mozart und Ehnes' Berg!

    BBC-SO (die Nennung des Orchesters wurde auf dem Cover schlichtweg vergessen),

    Nur anbei bemerkt: Vielleicht etwas ungewöhnliches Design, aber BBC SO steht unten links auf dem Cover.

  • Ich habe die Bamberger in Linz in dieser Besetzung gehört und war angetan. Das extrem spärliche Publikum (im Rahmen des Brucknerfestes), welches zu großen Teilen aus Kunden der Raiffeisen Oberösterreich bestand, war ebenfalls hin und weg (die wenigsten werden das Werk gekannt haben). Ob die Aufnahme die von Järvi ablösen wird, traue ich mich noch nicht prophezeien. Dass die DGG verhältnismäßig früh das Werk in den Katalog nimmt, ist schon fast überraschend.

    Stimmt, ich übersah es.


    Wie oben schon geschrieben, habe ich das Werk in der genannten Besetzung im September gehört. Sehr schön, man hat es hörbar ernst genommen. Live ist das natürlich erstmal überwältigend. Ob es Järvi toppen kann, muss ich mir wohl noch durch ein paar Hördurchgänge beantworten. Der hat bei mir immer einen speziellen Platz, weil das erste Mal hören dieser Scheibe für mich ein Ereignis war, an das ich mich ewig erinnern werde.

    Hat Dich die Musik oder Järvis Interpretation begeistert?



    Gruß

    Josquin

  • Vielen Dank Josquin, freue mich besonders auf Levins Mozart und Ehnes' Berg!

    BBC-SO (die Nennung des Orchesters wurde auf dem Cover schlichtweg vergessen),

    Nur anbei bemerkt: Vielleicht etwas ungewöhnliches Design, aber BBC SO steht unten links auf dem Cover.

    Danke, dass Du es gefunden hast. Das wäre wahrlich unüblich für Chandos.

    Seit seiner Korngold-Aufnahme ist Ehnes einer meiner favorisierten Violinisten.

  • Beides. Die Musik kam unerwartet, selten hat mich ein Werk so unmittelbar berührt. Nach doch schon 10 Jahren Klassik hören, wird es selten, dass einen ein Stück schon von der ersten Sekunde an umhaut.

    Järvis Interpretation ist ungemein packend, ich habe das Werk noch ein zweites Mal live in Wien hören können (mit mäßig gut vorbereiteten Wiener Symphonikern) und schließlich habe ich auch noch die Aufnahme mit Christopher Ward. Die kommt an Järvi nicht heran.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Ich höre mal in den Järvi - Rott rein. Es ist eine Sinfonie, die sich in meinen Hörgängen ob ihrer zu breiten Längen über die Jahre hin abnutzte. Ich denke, dass er in späteren Jahren ein hervorragender Komponist geworden wäre. Insbesondere hätte er sicher an der Komprimierung und am thematischen Zusammenhalt seine Musik gearbeitet. Leider gehörte Hans Rott zu jenen Menschen, die sich in ihren Sachen so sehr hineinsteigern, dass sich daran ihre Geister überhitzten. Schade ist dadurch dann wirklich das traurige Ende in diesem Fall.

  • Ich denke, dass er in späteren Jahren ein hervorragender Komponist geworden wäre.

    Klingt ja fast wie Grillparzers Nachruf auf Schubert. :D

    Dagegen Glenn Gould: "Hätte Mozart länger gelebt, wäre er bei Mendelssohn rausgekommen"

    Nun ja.

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Zu Hans Rott gibt es übrigens zwei Threads:

    1. Einen allgemeinen und

    2. einen speziellen Thread zur Sinfonie in E-Dur.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Das Zitat kenne ich, allerdings meinte Gould, dass Mozart eine Art Spohr geworden wäre, nicht Mendelssohn.

    Nee, ne. Lies bitte das Beiheft zu den Mozart Klaviersonaten und das enthaltende Interview mit Bruno Monsaingeon.

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Hier z.B. aus folgendem Artikel


    Der Mozart-Verächter - Feuilleton - FAZ


    dieser Satz:

    Zitat von Gould über Mozart

    Wien habe Mozart korrumpiert; er sei eher zu spät als zu früh gestorben. Hätte er dopelt so lange gelebt, also bis 1826, er wäre irgendwo zwischen Weber und Spohr geendet. Etwa die zweite Hälfte des OEuvre sei glatt zu vergessen.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Du hast recht. ich habe noch einmal nachgesehen.

    Original.

    "Hätte Mozart 70 Jahre gelebt , so wäre er ein Jahr vor Beethoven und 2 Jahre vor Schubert gestorben, und für einen solchen Fall hätte ich den Verdacht, daß Mozart, nähme man die graphische Darstellung einer Kurve, die auf den den letzten ca. 300 Köchel Nummern basieren würde- auf einer Art Kreuzungspunkt zwischen Weber und Spohr gelandet wäre"

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)


  • Eine Box mit den ersten Aufnahmen, die der Concentus musicus vorgelegt hat. Historisch sicher interessant, das Repertoire mögen andere beurteilen, ob es anderweitig und aktueller interpretiert vorhanden sein mag.

    Zumindest sind es Aufnahmen, die schon eine Weile nicht mehr lieferbar sind: Bachs Cellosuiten bekommt man als Apex-CD nicht mehr zu bezahlbaren Preisen, und die Amadeo-Aufnahmen sind eh selten gewesen. Die Vanguards waren zum Teil über Drittanbieter erhältlich. In seiner Masse ist der Kurs mit 55,- € für 11 CDs absolut machbar, wenn man den frühen Harnoncourt kennenlernen will.


    Das Repertoire war damals schon was Besonderes und ist alles andere als amateurhaft interpretiert; heutzutage ist Vieles davon ohne Frage moderner, sicherer und flotter interpretiert, denn gut sechzig Jahre sind im HIP-Bereich nunmal sehr viel Zeit. Dennoch ist der historische Wert gegeben, denn außer Archiv Produktion und Harmonia Mundi (D & Fr) gabe es nicht sehr viele Labels, die Alte Musik systematisch beackerten.


    Für mich allemal interessant... :jaja1:

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Der Aufnahmeklang ist durchaus ok für mich, obwohl hier einiges daran bemängelt wird: https://bachcellosuites.co.uk/…ews/nikolaus-harnoncourt/

    Mir ist zwar klar, daß damals nicht die bestklingendste Aufnahme entstanden ist, aber so boxy ist das nun auch wieder nicht, wie er meint. Mir erscheint ohnehin, daß er mit manchen Ansichten einfach am Thema Klang vorbeiformuliert.

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

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