Was so kommt - Anstehende Neuerscheinungen und Wiederveröffentlichungen

  • Aufnahmen als die Richtschnur für abgelieferte Qualität zu nehmen, ist ein Relikt aus den 90ern und obsolet.

    Okay - wenn Du das so sagst, dann ist das wohl so.

    Sind 2 Alben (eines davon mit 1000x aufgenommenen Repertoire)

    MB fragte ausdrücklich nur nach den Aufnahmen als Dirigent. Als Pianist gibt es noch dieses Album von ihm:


    Und ja: Drei Alben auf dem Markt sind mehr als eine noch nicht erschienene Box. Zur Originalität des Inhalts dieser angekündigten Box: Ein Finne muss natürlich Sibelius dirigieren. Welch eine geniale Idee!

  • Wer so redet, müsste auch den Stab über Günter Wand brechen, der vor 1974 (also im zarten Alter von 62 Jahren) auch kaum medial vertreten war.

    Kann es sein, dass Du keine Ahnung von der Diskografie eines Günter Wand hast? Dann empfehle ich Dir die Lektüre dieses Buchs:

    Dort findest Du ab der Seite 507 eine umfassende Auflistung seiner auf LP erschienenen Aufnahmen ab dem Jahr 1951. Er hat in den 50er und 60er Jahren enorm viele Aufnahmen gemacht, die zunächst für den "Club Francais du Disque" produziert wurden und dann von Musidisc erworben wurden. Musidisc hat diese Aufnahmen unter eigenem Label veröffentlicht und auch an andere Firmen weiterveräußert.

    Da treten die Argumente der Schnellschwätzer in deren eigenen Hintern.

    Edit: Meine Antwort auf diese "Nettigkeit" habe ich wieder gelöscht, um den Mods die Arbeit zu erleichtern.

    4 Mal editiert, zuletzt von music lover ()

  • Naja, Mäkelä wurde mit nur 22 Jahren Chefdirigent bei den Osloern. Das ist schon außergewöhnlich. Und mit Sibelius zu beginnen, ist eher mutig, wenn man bedenkt welchen Status dieser Komponist bei ihm zuhause hat und wie hoch die Latte liegt.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Kann es sein, dass Du keine Ahnung von der Diskografie eines Günter Wand hast?

    Werter Musik Lover, lies doch meinen Beitrag einfach mal zu Ende. Und dann reden wir gerne nochmal über Dieter Nuhr.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Kann es sein, dass Du keine Ahnung von der Diskografie eines Günter Wand hast? Dann empfehle ich Dir die Lektüre dieses Buchs:

    :top: :grins3:

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Die Latte bei seiner Bewerbung lag extrem hoch, und das Orchester hat ihn gewählt.

    Das ist übrigens ein wichtiger Unterschied zu Instrumentalsolisten: Dirigenten müssen immer eine große Gruppe von Profimusikern überzeugen, entweder bei ihrer Wahl oder spätestens in der anschließenden gemeinsamen Arbeit. Ihre Karrieren können deshalb nicht im selben Maße von Marketing-Spezialisten "gemacht" werden wie bei Instrumentalisten.


    Da freue ich mich auf die erste Doppelbegabung seit langem (Bernstein als Pianist und Dirigent? Wer noch? Sawallisch. Previn, Levine?).

    Eschenbach, Barenboim, Michael Sanderling, Jaap van Sweden...

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Ich verstehe ja, dass man der Versuchung, auf Grundsatzdiskussionen auszuweichen, erliegen mag, wenn die Argumente zur eigentlichen Sache ausgegangen sind bzw. ad absurdum geführt wurden. Viel Spaß bei Eurem Klein-Klein.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

    Einmal editiert, zuletzt von Mauerblümchen ()

  • Bei den zweigleisigen kann man dann schon nochmal unterscheiden wie sie primär in Erscheinung treten bzw. zu welchem Zeitpunkt in Ihrer Karriere sie was gemacht haben. Mäkelä und Shani sind früh als beides tätig. Bei Barenboim war das ebenfalls der Fall, Ashkenazy würde mir noch einfallen.


    Zu Wand: Mäkelä ist in seinem Alter jetzt schon überregional bekannter als es Wand zu diesem Zeitpunkt war. So jetzt hat man Äpfel mit Gehwegplatten verglichen.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Eschenbach, Barenboim, Michael Sanderling, Jaap van Sweden...

    ...Justus Frantz...

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • ...Justus Frantz...

    Stimmt, der dirigiert auf demselben Niveau, wie er Klavier spielt. Unglaublich, einfach unglaublich. So könnte ich das nie. Wer ihn einmal gehört hat, wird das nie vergessen (selbst wenn er es versucht).

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Ich schlage ja vor, einfach mal zu warten, bis die Aufnahme da ist und gehört werden kann. Dann gibt es vielleicht auch Meinungen, deren Gewicht über die Belastbarkeit vcn Ergebnis-Vorhersagen im Fußball hinausgeht, weil sie aus der Sache heraus substanziiert sind. ;)

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Solti.

    Naja. Den habe ich mal als Pianisten in einem Mozart-Konzert (d-moll) gehört, bei dem Perahia dirigiert hat, danach haben sie getauscht und Perahia hat KV 595 gespielt. Vorsichtig gesagt: Solti hätte es besser lassen sollen. Vor allem sein hölzerner, undifferenzierter Laut-Leise-Klang war extrem unangenehm.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
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    (Theodor W. Adorno)

  • Gibt es da eigentlich viel mit Solti auf CD als Pianist? Mir fällt da nur das Konzert für 3 Klaviere von Mozart und zumindest eine Lieder-CD ein.

    Da gibt's ja von Bernstein noch mehr und der hat sich ja glaub ich auch eher als Klavierspielender Dirigent gesehen und nicht umgekehrt.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Das d-Moll-Konzert von Mozart hat er noch aufgenommen. Es gibt eine CD mit Perahia, Brahms op. 56b und von Bartók die Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug.

    Da gibt's ja von Bernstein noch mehr und der hat sich ja glaub ich auch eher als Klavierspielender Dirigent gesehen und nicht umgekehrt.

    War der eigentlich nicht Komponist? :versteck1: Wie der Furtwängler? :versteck1: :versteck1:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Georg Solti gewann 1942 den 1. Preis im Fach Klavier beim Genfer Musikwettbewerb - als Nachfolger von Arturo Benedetti Michelangeli, der den 1. Preis im Fach Klavier 1939 errang:

    Geneva International Music Competition - Wikipedia


    Seine ersten Schallplattenaufnahmen waren verschiedene Sonaten für Klavier und Violine (bzw. Violine und Klavier) von Mozart (KV 594), Beethoven (Kreutzer op. 47) und Brahms (alle drei) mit Georg Kulenkampff sowie Schuberts Schwanengesang mit Max Lichtegg, entstanden in den Jahren 1947 und 1948:


    Als Doppelbegabung darf man ihn daher durchaus bezeichnen.

  • Georg Solti gewann 1942 den 1. Preis im Fach Klavier beim Genfer Musikwettbewerb - als Nachfolger von Arturo Benedetti Michelangeli, der den 1. Preis im Fach Klavier 1939 errang:

    Geneva International Music Competition - Wikipedia


    Seine ersten Schallplattenaufnahmen waren verschiedene Sonaten für Klavier und Violine (bzw. Violine und Klavier) von Mozart (KV 594), Beethoven (Kreutzer op. 47) und Brahms (alle drei) mit Georg Kulenkampff sowie Schuberts Schwanengesang mit Max Lichtegg, entstanden in den Jahren 1947 und 1948:

    Ich habe ihn ungefähr 40 Jahre später gehört, und das war wir nix mehr. Wahrscheinlich hat er einfach nicht mehr geübt.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Bei den Ungarn scheint diese Kombination recht häufig zu sein. Weitere Beispiele: Sándor Végh und Zoltán Kocsis. Während die Qualitäten des ersten unstrittig sein dürften, gab es hier von M. Schlechtriem Kritik an Kocsis' Dirigierkünsten. Das mag durchaus sein, aber seine Bartókaufnahmen bei Hungaroton sind trotzdem toll.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Georg Solti gewann 1942 den 1. Preis im Fach Klavier beim Genfer Musikwettbewerb

    Der 1. Preis bei diesem Wettbewerb ist umso höher zu bewerten, als Solti ihn mit einer Handverletzung bestreiten musste. Beim Üben des Pflichtprogramms für diesen Wettbewerb (Bachs Partita c-moll, eine der letzten drei Beethoven-Sonaten, eine Toccata von Othmar Schoeck, ein größeres Werk von Schumann, ein Stück von Debussy) wurde er hungrig und schnitt sich in der Küche mit einem Messer eine Scheibe Brot ab. Dabei schnitt er sich in seinen Finger und musste in der Folgezeit mit einem Verband weiter üben.


    Ich lese gerade Soltis Erinnerungen an diesen Wettbewerb in dem Buch "Solti über Solti", Kindler-Verlag, 1997, S. 59-61. Sehr amüsant. Er beschreibt dabei, dass er damals, selbstbewusst wie er war, darauf verzichtet hatte, die Noten zu dem Wettbewerb mitzubringen. Er konnte alle Stücke auswendig. Im Künstlerzimmer, vor seinem Auftritt im Finale, wusste er aber plötzlich in der Fuge im letzten Satz der Beethoven-Sonate op. 110 nicht mehr weiter. Er geriet in Panik und ging zum Wettbewerbsbüro, um mitzuteilen, dass er nicht auftreten könne. Dort war aber niemand, denn alle saßen im Saal und hörten sich das Konzert an. Als er wieder zum Künstlerzimmer zurückgehen wollte, kam ein Funktionär auf ihn zu, der ihn schon gesucht hatte, denn er war jetzt dran. Ohne ein Wort sagen zu können, wurde er von diesem Funktionär auf die Bühne geschoben. Dort kam er zum Glück über diese Stelle in der Beethoven-Fuge hinweg. Seine Lehre aus dieser Erfahrung: Nur dann, wenn man ein Stück aus dem Gedächtnis aufschreiben kann, kennt man es wirklich. Es nur aus dem Gedächtnis spielen zu können, reicht nicht. Das hat angeblich Franz Liszt einem seiner Schüler so gesagt.

    2 Mal editiert, zuletzt von music lover ()

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