Eben gekauft - Noch nicht gelesen

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  • Ich habe heute eine interessante Rezension in Ö1 gehört und gleich bestellt - eine umfangreiche Essaysammlung zu Musik, Musiktheater und Musikleben.



    Musik und Gesellschaft


    Marktplätze · Kampfzonen · Elysium. 2 Bände: Band 1: Von den Kreuzzügen bis zur Romantik, 704 Seiten; Band 2: Vom Vormärz bis zur Gegenwart, 720 Seiten




    :wink:

    Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)

  • Diese Nobelpreisträgerin interessiert mich. Louise Glück: Poems 1962-2012.


    "The faithful and virtuous night" habe ich schon durch, das war (und ist) klasse.

    Schöne Grüße, Helli



    Immer cool bleiben.

  • Nicht nur noch nicht gelesen, es ist noch nicht mal da, aber eben verarmt /bestellt :




    Teuer aber an sich eben das was ich ewig schon gesucht hab.



    Bin hoch gespannt...




    • :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Und ich warte auf dieses hier.



    Solange 'tröste' ich mich noch mit dem 'Fangschuss' von Margerite Yourcenar. Tolles Buch und doch irgendwie besser als der Film.


    :wink: Wolfram

  • Heute eingetroffen



    Oh, vielen Dank für den Hinweis! Gleich bestellt ... und so günstig! Wenn ich an die sehr lesenswerten, aber ziemlich teuren Bücher von Krummacher denke ...


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Nach längerer Beschäftigung mit Beethovens Streichquartetten hoffe ich hiermit auf noch mehr Einblicke...


    -----------------------------------------------------------------------------------------------
    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Noch preiswerter - nämlich umsonst - gibt es die Dissertation eines der Autoren, Antonio Baldassarre:

    Vielen Dank für den Tipp! :verbeugung2:


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Nun denn ... dehnen wir den Blick auf das 19. Jhd. ein wenig aus. Sozusagen von Beethovens Spätwerk bis Chopins Frühableben.


     


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich hab ja geahnt, daß die Lektüre von "Der Ursprung der Religionen" Lesefolgen nach sich ziehen wird. Na selbst schuld...


    Hiermit fahre ich fort



    Und, weil ich, auch wenn ich einer anderen Religion mich zugehörig fühle, mich doch die mystische Seite der christlichen Religion mehr und mehr anzieht, steig ich in diese Gesamtdarstellung ein.



    Aber ich hab mir eh schon eine Űberforderung auferlegt... Für Romane bleibt jedenfalls erstmal kein Platz mehr in meinem armen begrenzten Kopf. Egal. Das Leben ist kurz.


    ... es müssen ja nicht gleich alle 7 Bände werden. Oder doch? :D




    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Aber ich hab mir eh schon eine Űberforderung auferlegt... Für Romane bleibt jedenfalls erstmal kein Platz mehr in meinem armen begrenzten Kopf. Egal. Das Leben ist kurz.

    Berichte mal über Deine Eindrücke - das Thema hat mich früher sehr interessiert, ist jetzt aber schon eine Weile her :)

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere


  • Schon einiges vorher online gelesen. Heute habe ich von der EMS das Buch erhalten. Sehr hochwertig gebunden.


    Évariste Galois (1811-1832) ist im Alter von 20 (!) im Duell gestorben. Vorher hat er quasi ohne Anleitung eines "Supervisors" eine völlig neuartige Theorie entwickelt, die allerdings von den Peer-Reviewern damals nicht verstanden wurde (allerdings ist sie anhand der knappen Texte nicht leicht nachzuvollziehen). Erst Liouville erkannte den Wert der Arbeit, und ihm ist es zu verdanken, dass das Hauptwerk von Galois doch noch ca. anderthalb Jahrzehnte nach dessen Tod publiziert wurde. Sodann wurde es von Mathematikern wie u. a. Dedekind, Weber, und später Artin aufgegriffen, ausgearbeitet und gelehrt. Heute ist die Galoistheorie nach ihm benannt, und sein gefeierter Satz ist ein genaues Kriterium für die Auflösbarkeit von algebraischen (Polynom-) Gleichungen. Dazu schuf er damals viele Grundbegriffe der modernen Algebra, die heute selbstverständlich sind.


    In diesem Buch sind all seine Originalschriften veröffentlicht, bilingual, original französisch und englisch (gegenüberliegende Seiten), samt Streichungen etc. Auch viele Faksimiles. Dazu ausführlich kommentiert. Auszüge aus den damaligen Peer-Reviews, u. s. w. Für einen heutigen Mathematiker, der Post-Bourbaki mit "abstrakter" Algebra und Kategorientheorie groß geworden ist, fällt es erst einmal schwer, die mathematischen Texte von damals zu verstehen, da sie oft mehr aus Text denn aus Formeln bestehen und weit von der heutigen konzeptionellen Präzision entfernt sind. Umso mehr muss man das Genie dieses jungen, revolutionären Mathematikers bewundern, weil fast alle Ideen (und die sind sehr komplex und tiefsinnig), die heute so wunderbar formal ausgearbeitet sind, bei ihm schon damals mindestens im Ansatz vorhanden waren. --- Da ich mich schon lange mit Galoistheorie beschäftige, interessierte mich nun sehr, wie genau Galois vor 180 Jahren an das von ihm begründete Thema herangegangen ist. Dafür ist dieses Buch Gold.


    Am Abend vor dem tödlichen Duell schloss Galois einen (mathematischen) Brief (auch vollständig im Buch) an Chevalier mit den Worten: "After that there will, I hope, be people who will find profit in deciphering all this mess."


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Danke für den Hinweis! Ja, wirklich seinerzeit bahnbrechende Erkenntnisse.

    Vorher hat er quasi ohne Anleitung eines "Supervisors" eine völlig neuartige Theorie entwickelt,


    Sie fiel "quasi vom Himmel", wurde uns in der Algebra I erzählt. - Stimmt das so aus Deiner Sicht?

    Da ich mich schon lange mit Galoistheorie beschäftige,


    NIcht mit Galoistheorie, aber mit der Theorie der endlichen Gruppen in meinem Fall, genauer: endliche einfache Gruppen, noch genauer: sporadische Gruppen, unter welchen ich das Vergnügen hatte, M11, M12, M24, J1, HS und He genauer studieren zu dürfen. Ohne Évariste Galois hätte ich mich wohl mit anderen Objekten beschäftigt.


    Ohne die Arbeiten von Galois, Zeitgenosse von Chopin, Schumann und Mendelssohn, hätte man sich wohl nicht so intensiv bemüht, einfache Gruppen zu klassifizieren. Oder zumindest nicht so früh. Zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Umkehrproblem der Galoistheorie.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Sie fiel "quasi vom Himmel", wurde uns in der Algebra I erzählt. - Stimmt das so aus Deiner Sicht?

    Es gab natürlich schon Vorarbeiten. Besonders Lagrange, Gauß, Ruffini und Abel sind zu nennen. Ruffini und Abel bewiesen schon vorher, dass die sog. "allgemeine Gleichung" vom Grad mindestens fünf nicht mehr durch Radikale (Wurzelziehen) aufgelöst werden kann. Gauß hatte wichtige Ergebnisse zu Einheitswurzeln (im Zusammenhang mit der Konstruktion der n-Ecke), u.s.w.


    Aber Galois hatte einen ganz neuen Ansatz mit seiner Gruppe (heute: Galoisgruppe) einer Gleichung, und hat auch ein viel besseres und genaueres Ergebnis erzielt. Z. B. sind ja gewisse Gleichungen fünften und höheren Grades lösbar, und er gibt ein genaues Kriterium (in Termen seiner Gruppe) an, wann dies geht und wann nicht. Man sagt ja auch, dass er ein Begründer der Gruppentheorie ist. Er verwendete auch das Wort "Gruppe". Allerdings wurde der axiomatische "Gruppe" erst später von (soweit ich weiss) Cayley eingeführt. Für Galois waren das "Wörter" mit den Nullstellen als "Buchstaben", die durch gewisse Substitutionen ineinander übergehen. Und das scheint er in seiner ganzen Tiefe verstanden zu haben.


    Ein sehr schönes Buch dazu, welches die (mathematischen) Themen chronologisch und aus historischer Sicht beschreibt, ist das folgende Buch. Insbesondere sind die Ergebnisse von Galois dort formal (aber sehr nah an Galois' Text) ausgearbeitet und detailliert bewiesen.



    Lange Rede, kurzer Sinn. Die Antwort ist wohl "jain". Aber genial mit viel neuartigem Input ist sie allemal (zudem für einen 19-20 jährigen Studenten).

    NIcht mit Galoistheorie, aber mit der Theorie der endlichen Gruppen in meinem Fall, genauer: endliche einfache Gruppen, noch genauer: sporadische Gruppen, unter welchen ich das Vergnügen hatte, M11, M12, M24, J1, HS und He genauer studieren zu dürfen. Ohne Évariste Galois hätte ich mich wohl mit anderen Objekten beschäftigt.

    Es wird immer gesagt, Galois habe gewusst (oder sogar bewiesen), dass die alternierende Gruppe A_n für n>4 einfach ist (ein Satz, der Jordan zugesprochen wird). Neumann schreibt dazu in der Einleitung seines Buches:

    Zitat von Peter M. Neumann

    At the very least it may serve to dispel some of the common myths that surround Galois and his understanding of mathematics. It is simply not true, for example, that he proved and used the simplicity of alternating groups. He did not need to: he was much cleverer than that; his treatment of solubility of equations is at once simpler and more elegant than what has now become textbook tradition. The details of what he did, the proper evidence of his genius, deserve to be as well understood and appreciated amongst mathematicians as amongst historians of mathematics.

    Ohne die Arbeiten von Galois, Zeitgenosse von Chopin, Schumann und Mendelssohn, hätte man sich wohl nicht so intensiv bemüht, einfache Gruppen zu klassifizieren. Oder zumindest nicht so früh. Zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Umkehrproblem der Galoistheorie.

    Über Hilberts Umkehrproblem habe ich mal vor zig Jahren einen Vortrag gehalten...


    Ein weiterer Zeitgenosse von Galois war auch der bekannte Schriftsteller Alexandre Dumas, der Galois auch in seinen Memoiren erwähnt. Er ist ihm offenbar auch begegnet. Aus einem anderen (Mathe-) Buch:

    Zitat von Jean-Pierre Escofier

    On May 9, 1831, after the acquittal of some young Republicans on trial, Galois attended a banquet in the salon of the restaurant Aux Vendanges de Bourgogne; Alexandre Dumas and Francois-Vincent Raspail were also present. During the banquet, Galois proposed an unplanned toast. "To Louis-Philippe!" he said, raising his glass in one hand - "the fumes of the wine had removed my reason," he later explained - and a knife in the other. Those who did not see the knife protested, and during the following moments of effervescence, Alexandre Dumas became frightened and fled. The next day, Galois was arrested at his mother's home, and sent to the Sainte-Pelagie prison (near the Jardin des Plantes), to be judged on June 15.

    Ein aufregendes, filmreifes (kurzes) Leben... Hätte sich Alexandre Dumas kaum besser ausdenken können.


    maticus

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