Wo wir so hingehen - Anstehende Besuche von Oper / Theater / Konzert

  • Ach, Agravain, mit dem „Siegfried“-Hinweis hast du ja was angerichtet, ich überlege hin und her, ob ich mir das auch gönnen sollte. Ich war immer noch nicht in der Elbphilharmonie und dann auch noch Volle oder auch Barbara Hannigan (als Waldvogel!) - aber es ist auch recht teuer, wenn man gute Plätze möchte. Aber danke für den Hinweis!

    Das ist wirklich eine tolle Veranstaltung. Leider für mich out of reach in Hamburg unter der Woche. Aber die Rattlesnake zeiht weiter und ist am 11.02. in Luxembourg. VVK ab 8.12. - übrigens auch deutlich preiswerter als in Hamburg. Und da habe ich tatsächlich noch keine Termine! :love:


    Danke für den Hinweis, Agravain!


    Wird dann der dritte Siegfried für mich in der kommenden Saison. Einen höre ich eine Woche zuvor (5.2.) in Düsseldorf mit dem anderen Simon Neal (Wanderer) und Daniela Köhler als Brünnhilde mit Axel Kober am Pult - das ist eine Wiederaufnahme aus dem Hilsdorf-Ring 2018/19. Und der zweite bisher gekaufte ist der neue Dortmunder Konwitschny-Siegfried am 29.5. mit dem dortigen GMD Gabriel Feltz am Pult. Das ist mit Daniel Frank (Siegfried), Stéphanie Müther (Brünnhilde) und Noel Bouley (Wanderer) nicht ganz so aufregend besetzt. Aber zumindest Daniel Frank hat mich schon mehrfach sehr überzeugt, zuletzt in der Dortmunder Walküre als Siegmund. Ob er sich überzeugend selbst zeugen kann, werde ich dann gerne berichten.

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Das höre ich am 9. Oktober in Wien! :clap:


    Yuja Wang, die sich echt immer beunruhigend viel vornimmt, ist nur wenige Tage danach mit einem anderen Programm und anderen Künstlerkolleg:innen in Dortmund:


    Donnerstag, 8. September, Konzerthaus Dortmund:

    Gewandhausorchester Leipzig

    mit Andris Nelsons (ML), Gábor Richter (Trompete) und Yuja Wang (Klavier):

    Schostakowitsch – Kammersinfonie op. 110a, Konzert für Trompete, Klavier und Streichorchester # 1 op. 35; Beethoven – Sinfonie # 7


    Da bin ich selbstverständlich auch dabei.

    Dieses Konzert höre ich fünf Tage vor dir in der Philharmonie Essen.

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Bin am Weg nach Schwarzenberg (Bregenzerwald; Vorarlberg) zur Schubertiade. Eine Woche lang jede Menge Kammermusik und ein paar Liederabende).

  • Meine nächsten Konzerte:


    Fr 26. August, 19 Uhr // Berliner Philharmonie

    Berliner Philharmoniker, ML: Krill Petrenko (Saisoneröffnung)

    Mahler: Symphonie Nr. 7


    Fr 16. September, 20 Uhr // Berliner Philharmonie

    Berliner Philharmoniker, ML: Krill Petrenko

    Xenakis: Empreintes

    B.A. Zimmermann: Sinfonie in einem Satz

    Dallapiccola: Il prigioniero / Der Gefangene (konzertant)


    Das letztgenannte Konzert zeigt die Richtung von Petrenkos Programmen dieser Saison an: (noch) weiter weg vom symphonischen Standardrepertoire als seine vorherigen "Chef-Saisons" - mit hohem Anteil von Musik nach 1945 (4 Uraufführungen, wenn ich richtig gezählt habe) und selten Gespieltem wie der Korngold-Symphonie (ich bin versucht, Mendelssohns Elias ebenfalls hierzu zu rechnen). Eine mutige Programmplanung, wenn man die auch bei den Philharmonikern immer noch bestehende große Zurückhaltung beim Publikum bedenkt. Jedenfalls ist - wenn ich richtig gesehen habe - bis auf die Saisoneröffnung noch nichts annähernd ausverkauft. Vor Corona wäre das undenkbar gewesen...

  • Jedenfalls ist - wenn ich richtig gesehen habe - bis auf die Saisoneröffnung noch nichts annähernd ausverkauft. Vor Corona wäre das undenkbar gewesen...

    Das ist ja eine Erfahrung, die vielerorts Institutionen, die Konzerte veranstalten, gerade machen. Interessant ist zu sehen, dass dieses Phänomen offenbar auch auf allen Ebenen des Musiklebens zu beobachten ist, vom Amateurorchester in der Kleinstadt bis zu den Philharmonikern in Berlin. Ich denke, es gibt eine ganze Reihe von Gründen dafür, von denen eine Programmwahl wie hier von Petrenko nur einer ist.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Ich denke, es gibt eine ganze Reihe von Gründen dafür, von denen eine Programmwahl wie hier von Petrenko nur einer ist.

    So meinte ich es auch: Es ist erstaunlich, dass angesichts der aktuell ohnehin großen Schwierigkeit, ein ausverkauftes Haus zu bekommen, die Programmauswahl der Petrenko-Konzert so vieles abseits der großen Publikumsrenner enthält. Ich könnte mir vorstellen, dass Petrenko hier ziemlich viel Durchsetzungskraft aufbringen musste und ebenso, dass - wenn die Situation sich auf Dauer nicht wesentlich ändert - man dazu übergehen wird, die Programme jeweils nur noch zwei - statt (wie bisher) dreimal anzubieten (zumindest in Fällen ohne ein populäres Hauptwerk bzw. eine/n zugkräftige/n Solisten/in).

  • Ich denke, es gibt eine ganze Reihe von Gründen dafür, von denen eine Programmwahl wie hier von Petrenko nur einer ist.

    So meinte ich es auch: Es ist erstaunlich, dass angesichts der aktuell ohnehin großen Schwierigkeit, ein ausverkauftes Haus zu bekommen, die Programmauswahl der Petrenko-Konzert so vieles abseits der großen Publikumsrenner enthält. Ich könnte mir vorstellen, dass Petrenko hier ziemlich viel Durchsetzungskraft aufbringen musste und ebenso, dass - wenn die Situation sich auf Dauer nicht wesentlich ändert - man dazu übergehen wird, die Programme jeweils nur noch zwei - statt (wie bisher) dreimal anzubieten (zumindest in Fällen ohne ein populäres Hauptwerk bzw. eine/n zugkräftige/n Solisten/in).

    Letzteres fände ich sogar vernünftig: Wenn ohnehin nicht viele Leute kommen, muss man die nicht noch auf mehr Abende aufteilen.


    Bei der Durchsetzungskraft bin ich mir gar nicht so sicher. Zum einen wusste man, was man mit Petrenko bekommt und hat ihn mit genau diesem Schwerpunkt im 20. Jahrhundert und bei wenig gespieltem Repertoire engagiert. Zum anderen gibt es kaum eine Stelle, an der man so gut solches Repertoire aufs Programm setzen kann wie bei einem Orchester wie den Berliner Philharmonikern, deren Finanzierung nicht am Publikumszuspruch hängt und die aufgrund ihres Renommees ohnehin Aufmerksamkeit bekommen.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Stimmt natürlich alles! Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass hier die Wünsche und Erwartungen des Orchesters (das Petrenko ja alleinig gewählt hat) und die Hoffnungen der Intendanz (die gegenüber den öffentlichen Geldgebern rechenschaftspflichtig ist) zwei verschiedene Dinge sind. An deren Stelle hätte ich vermutlich beim Blick auf die einbrechenden Ticketverkäufe auf den Petrenko-Programmen gerne noch mehr Beethoven, Brahms, Mahler usw. gesehen. (Wohlgemerkt: an deren Stelle - ich persönlich sehe diese Repertoire-Erweiterungen sehr positiv.)

  • Bei der Durchsetzungskraft bin ich mir gar nicht so sicher. Zum einen wusste man, was man mit Petrenko bekommt und hat ihn mit genau diesem Schwerpunkt im 20. Jahrhundert und bei wenig gespieltem Repertoire engagiert. Zum anderen gibt es kaum eine Stelle, an der man so gut solches Repertoire aufs Programm setzen kann wie bei einem Orchester wie den Berliner Philharmonikern, deren Finanzierung nicht am Publikumszuspruch hängt und die aufgrund ihres Renommees ohnehin Aufmerksamkeit bekommen.

    Grundsätzlich bin ich d'accord, aber so ganz am Publikum vorbei, können auch die BPhils nicht musizieren. Denn wenn die Auslastung in schauderhafte Tiefen fiele und man der Meinung wäre, das liege am Programm, dann wird auch nicht zu unrecht eine Diskussion darüber ausbrechen, wie man die Gelder der öffentlichen Hand einzusetzen habe, schließlich sind die ja kein Privatverein, der sich zur Gänze selbst finanziert. Da könnten sich die Wiener Philharmoniker viel weniger dreinreden lassen.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Der nä. Liederabend in der Frankfurter Oper (mit Asmik Grigorian eine derzeit sehr 'präsente' Sängerin, die mit Tschaikowsky u. Rachmaninoff ein allerdings m. E. schon sehr mutiges Programm mitbringt!) ist bereits drei Wochen davor überdurchschnittlich verkauft -u. ein ''Stummfilm mit Live-Musik - Abend'' ein paar Tage später in der 'Alten Oper' dürfte auch annähernd so voll werden wie zu besseren Zeiten :P :P


    < < - - noch gibt's (wenigstens in der mir nächstliegenden Metropole) positive Überraschungen - die Frage ist, wie lange noch . . . 'vorbeugend' werde ich das Full House an beiden Abenden genießen wie nie!!

    Alexa, was ist ein gerechter Lohn? 'Das weiß ich leider nicht!' Peter Kessen 'Disruptor Amazon'

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott'

    Werner Schneyder

    Fleiß ist gefährlich Henning Venske 'Inventur'

    Einmal editiert, zuletzt von wes.walldorff ()

  • Bereits gestern zog es mich spontan in die Kölner Philharmonie, um den Monteverdi-Orfeo halbszenisch mit der Cappella Mediterranea, dem Choeur de Chambre de Namur, Leonardo García Alarcón (ML) und einem Solistenensemble um Valerio Contaldo und Mariana Flores zu hören.


    Heute fahre ich ebenso spontan wieder hin und höre

    Les Siècles unter Leitung von François-Xavier Roth, die die drei ballets russes von Igor Strawinsky darbieten.

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Zitat von diskursprodukt

    Bereits gestern zog es mich spontan in die Kölner Philharmonie, um den Monteverdi-Orfeo halbszenisch mit der Cappella Mediterranea, dem Choeur de Chambre de Namur, Leonardo García Alarcón (ML) und einem Solistenensemble um Valerio Contaldo und Mariana Flores zu hören.

    Valerio Contaldo Tenor

    Mariana Flores Sopran

    Coline Dutilleul Mezzosopran

    Anna Reinhold Mezzosopran

    Alejandro Meerapfel Bariton

    Salvo Vitale Bass

    Alessandro Giangrande Tenor

    Leandro Marziotte Countertenor

    Nicholas Scott Tenor

    Matteo Belloto Bass

    Cappella Mediterranea

    Choeur de chambre de Namur

    Leonardo García Alarcón Dirigent


    Das war die Besetzung Gestern!


    Sie ist bis auf Coline Dutilleul als Messaggiera und Anna Reinhold als Proserpina bzw. Speranza gleich.


    Die Aufnahme ist richtig gut!


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Die Aufnahme ist richtig gut!

    Ich wusste gar nicht, dass es da einen Tonträger zu gibt. Danke für den Hinweis! Muss ich mir einmal anhören...


    Die Mucke fand ich übrigens ziemlich gut. War ohne große Erwartungen hingefahren und wurde positiv überrascht.

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Ich versuche es noch einmal in charmanter Begleitung:

    Sonntag, 18. September 2022, 19.00 Uhr, Cuvilliés-Theater


    Joseph Haydn, L'INFEDELTÀ DELUSA

    Burletta per Musica in zwei Akten von Joseph Haydn (1773)

    Libretto von Marco Coltellini


    Vespina - Jasmin Delfs, Sopran

    Nanni - Emily Sierra, Mezzo

    Sandrina - Jessica Niles, Sopran

    Filippo - Armando Elizondo, Tenor

    Nencio - Joel Williams, Tenor

    Il padre di Nencio, Andrew Gilstrap, Bariton


    Bayerisches Staatsorchester

    Musikalische Leitung Christopher Moulds

    Inszenierung und Videokonzept Marie-Eve Signeyrole


    Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • mein nä. Kulturtrip ins Ruhrgebiet ist seit gestern auch festgekloppt 8)


    28.09. (Mi) 20h Dortmund Domizil Heidi Bayer & Korsh

    Heidi Bayer tp Sven Decker bcl ts Kalle Moberg acc Robert Landfermann b Oli Steidle dr

    - höre grade die Aufzeichnung ihres Auftritts bei der letzten Cologne Jazzweek - > ''friedliche Chaosmusik'' :)


    29.09. (Do) 19h Dortmund Konzerthaus Gluck 'Orfeo ed Euridice' - ein Interpretationsvergleich

    Podiumsgespräch zwischen Holger Noltze und Michael Stegemann


    30.09. (FR) 20h Bochum Anneliese Brost Musikforum

    Bochumer Symphoniker; Aziz Shokhakimov (Dirigat) Anastasia Kobekina (Solistin)

    **Brahms Akademische Festouvertüre op.80 Lutoslawski Cellokonzert Sibelius 1.Symphonie op.39**

    - am selben Abend auch (nebenan im Aalto) WA-Premiere einer seinerzeit von mir verpassten Hilsdorf-

    Inszenierung ('Ballo in Maschera'); hab' mich dann aber umentschieden: ein derart mutiges Programm**

    dürfte es außerhalb der Metropolen nicht mehr lange geben!! :| :|


    02.10. (SO) 15h Düsseldorf Opernhaus Vier neue Temperamente

    (George Balanchine / Michel Anne de Mey / Demis Volpi / Helene Blackburn / John Neumaier)

    Balanchines 'Die vier Temperamente' (nach Paul Hindemith; UA 20.11.1946) + vier ganz neue

    Choreographien, die darauf wie auch immer Bezug nehmen . . .

    Alexa, was ist ein gerechter Lohn? 'Das weiß ich leider nicht!' Peter Kessen 'Disruptor Amazon'

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott'

    Werner Schneyder

    Fleiß ist gefährlich Henning Venske 'Inventur'

    2 Mal editiert, zuletzt von wes.walldorff ()

  • Wo ich hingehe, um zu hören, ob JK wirklich so ein übler PG ist, wie hier im Forum behauptet:


    Dienstag, 27. September 2022, 19.00 Uhr, Nationaltheater.


    PETER GRIMES

    Oper in drei Akten und einem Prolog von Benjamin Britten (1945)

    Komponist Benjamin Britten. Text von Montagu Slater


    Peter Grimes - Jonas Kaufmann

    Ellen Orford - Rachel Willis-Sørensen

    Balstrode - Christopher Purves

    Auntie - Susan Bickley

    1. Nichte - Lindsay Ohse

    2. Nichte - Sarah Gilford

    Bob Boles - Kevin Conners

    Swallow - Brindley Sherratt

    Mrs. Sedley - Jennifer Johnston

    Rev. Horace Adams - Simeon Esper

    Ned Keene - Sean Michael Plumb

    Hobson - Daniel Noyola


    Bayerisches Staatsorchester

    Bayerischer Staatsopernchor

    Musikalische Leitung - James Conlon

    Inszenierung - Stefan Herheim


    Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • Wo ich hingehe, um zu hören, ob JK wirklich so ein übler PG ist, wie hier im Forum behauptet

    Kannst Du mir mal einen Hinweis geben, wo das behauptet wird?


    Vorab vielen Dank und LG!

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Wo ich hingehe, um zu hören, ob JK wirklich so ein übler PG ist, wie hier im Forum behauptet:

    Kannst Du mir mal einen Hinweis geben, wo das behauptet wird?

    Die Rede war von einem Aufführungsbericht, den ich zu einer Aufführung der Wiener Staatsoper am 29. Jänner 2022 geschrieben hatte:

    Jonas Kaufmann gab sein von seiner Fangemeinde sicherlich erwartetes Rollendebüt als Peter Grimes (ich war in der zweiten Aufführung der Serie), das auf ganzer Linie misslungen ist: Nicht nur, dass seine Stimme unschön ist (ich halte seine Art zu singen nicht aus und bin daher seinen Auftritten seit 2012 konsequent ausgewichen), er singt die Rolle „schön“ (von den massiven inneren Konflikten dieser Figur war kaum etwas zu spüren – schlecht, denn Grimes ist psychisch absolut am Ende, das ist sicher kein Belcanto) und kommt mit ihr technisch nicht zurande: Das hohe a bei „Will you move or must I make you dance“ am Ende des langen Monologs wurde kurzerhand ausgelassen! (Immerhin ist ihm heute bei „Calling, there is no stone in earth’s thickness to make a home, that you can build with and remain alone“ nicht der Ton im Halse stecken geblieben, so wie es in der vorigen Aufführung laut zuverlässigen Erzählungen passiert ist.) Insgesamt hat er sich mit seiner abgedunkelten Stimme und schlechter Artikulation mehr schlecht als recht durchgeschummelt, sodass die Kaufmann-Fans am Ende zwar kräftig herumgebrüllt haben, aber all jenen, die das Stück gut kennen, klar wurde, dass Kaufmann in der Reihe der Wiener-Staatsopern Peter Grimes lediglich von Herbert Lippert (2013) unterboten wurde, und besser als gerade einmal Lippert zu sein, ist keine Kunst. Hoffentlich ist Kaufmann mit diesem Peter Grimes schon im Altersfach angekommen und bleibt dort.

    Wenn mein Bericht offenbar zu einem Opernbesuch mit dazu beiträgt, dann hat er seinen Zweck erfüllt :thumbup: Ich wünsche gute Unterhaltung und wäre gespannt, die Eindrücke zu lesen (und zwar insbesondere dazu, wie sich Kaufmann an den relevanten Stellen, wie zB bei dem erwähnten langen Monolog, geschlagen hat).

  • Hi Ira,


    Sadko hatte das in seiner Besprechung des Wiener Peter Grimes behauptet. Wie gesagt, ich bilde mir gerne meine eigene Meinung.

    Bei meiner einzigen bisherigen Live-Begegnung mit JK habe ich ihn sängerisch und darstellerisch sehr überzeugend gefunden, allerdings war das die Tote Stadt.


    Das erstaunliche ist, dass es keine vier Wochen vor den PG-Aufführungen mit JK in der Titelrolle noch Unmengen an Karten gibt.


    Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

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