Wo wir so hingehen - Anstehende Besuche von Oper / Theater / Konzert

  • Das erste Konzert im neuen Jahr ist gleich ein Hochlicht

    Hannover | NDR, Großer Sendesaal
    Do, 18.01.2024
    Fr, 19.01.2024

    Andrew Manze Dirigent
    Isabelle Faust Violine
    NDR Radiophilharmonie

    Antonín Dvořák
    Violinkonzert a-Moll op. 53           
    Edward Elgar
    Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 63

    :wink: Agravain

  • Fr., 26.01.24, Stadthalle Gütersloh

    Nordwestdeutsche Philharmonie

    Musikal. Leitung: Jonathon Heyward

    Sopran: Claire Booth

    Programm:

    Richard Strauss: Vier letzte Lieder op. 150

    Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 8 in c-moll op. 65. :)

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)



  • Ich sehe genau das zwei Tage vorher in Paderborn! :)

  • Der Ausnahmepianist Peter Rösel ist am 28. Januar 2024, um 11 Uhr im Kulturpalast Dresden zu Gast. Sein Programm hat Peter Rösel klug und geschmacksvoll ausgewählt.

    Joseph Haydn

    Sonate D-Dur Hob. XVI.37

    Wolfgang Amadeus Mozart

    Fantasie Nr. 4 c-Moll KV 475

    Sonate c-Moll KV 457

    Ludwig van Beethoven

    Sonate Nr. 31 As-Dur op. 110

  • Ich mag noch nachtragen:

    So. 28.01.2024 18 Uhr Freising

    Georg Friedrich Händel, Saul HWV 53 (1739)

    Isabella Gantner, Sopran: Michal
    Claudia Reinhard, Sopran: Merab
    Regine Jurda, Alt: David
    Christian Rathgeber, Tenor: Jonathan
    Johannes Ganser, Tenor: Hexe von Endor
    Micha Matthäus, Bass: Saul

    L‘arpa festante

    Asamchor Freising

    Thomas Gropper

    Und:

    Do. 07.03.2024 20 Uhr Herkulessaal der Münchner Residenz

    Duke Ellington ,»Harlem«
    Igor Strawinsky, Violinkonzert D-Dur
    Sergej Rachmaninow, Symphonie Nr. 3 a-Moll, op. 44

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Vilde Frang, Violine

    Robin Ticciati

    Ich begegne sowohl Solistin als auch Dirigent zum ersten Mal live.

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • Sonderkonzert des Capell-Compositeurs der Dresdner Staatskapelle Georg Friedrich Haas:

    2. Februar 2024 20 Uhr im Europäischen Kulturzentrum Dresden-Hellerau

    Musiker der Sächsischen Staatskapelle Dresden spielen unter der Leitung von Jonathan Stockhammer „in vaine“ für 24 Instrumente.

    Das außergewöhnliche Werk ist eine Studie musikalischer Gegensätze:

    Chromatischen Läufen, die sich aufwärts zu schrauben scheinen, stehen Abschnitte gegenüber, in denen bei völliger Dunkelheit die Hörenden von schwebenden mikrotonalen Klangspektren umhüllt werden.

    Wer Interesse und Freude an außergewöhnlichen Musikerlebnissen hat, sollte diese einmalige Aufführung nicht verpassen.

  • So., 25.02.24, 19:30 Uhr

    Elbphilharmonie, Kleiner Saal

    NDR Barock & Nuria Rial

    Sopran: Nuria Rial

    Violine u. Leitung: Veronika Skuplik

    Laute: Andreas Arend

    Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters


    Programm:

    Georg Friedrich Händel:

    Ouvertüre und Arie "With Darkness deep" aus "Theodora"

    Concerto Grosso a-Moll op. 6 Nr .4

    Arie "Tu del ciel ministro eletto" aus "Il trionfo del Tempo e del Disinganno"


    Antonio Maria Bononcini:

    Sinfonia aus "La Maddalena a' piedi di Cristo"


    Antonio Caldara:

    Arie "In lagrime stemprato" aus "Maddalena ai piedi di Cristo"


    Frantisek Xaver Richter:

    Adagio und Fuge g-Moll


    Antonio Vivaldi:

    Motette "In furore iustissimae irae"

    Arie "Lo seguitai felice" aus L' Olimpiade"


    Johann Christoph Bach:

    Ciacona "Mein Freund ist mein" aus "Meine Freundin, du bist schön"


    Ein Museumsbesuch (Kunsthalle), sowie eine Stadtführung sind ebenfalls eingeplant. Volles Programm. Das wird ein wenig stressig, aber sicherlich auch toll. Freue mich sehr auf dieses Konzert, dass ich mit einem guten Freund besuchen werde, der mich darauf aufmerksam gemacht hat.

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)



  • Heute zieht es mich wieder einmal in die Wiener Volksoper zu einem Auftragswerk, das vor ein paar Wochen zur Uraufführung gelangt ist.

    Lass uns die Welt vergessen - Volksoper 1938

    Ein Stück mit Musik von Theu Boermans und Keren Kagarlitsky

  • Heute Abend bin ich bei dem mit viel Vorschusslorbeeren vermarkteten kanadischen Pianisten Kevin Chen im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. 2002 nahm er, kurz zuvor 17 Jahre alt geworden, als jüngster Teilnehmer aller Zeiten am Concours de Genève teil und gewann den ersten Preis sowie sechs Sonderpreise. Anschließend gewann er 2023 beim Internationalen Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv die Goldmedaille.

    Als ich mir die Karte kaufte, waren u.a. die Douzes Etudes d'exécution transcendante von Franz Liszt als erster Programmteil angekündigt. Entsprechend ist mein Grummeln groß, dass das angekündigte Programm mal wieder komplett umgeworfen worden ist. Kein einziges (!) der ursprünglich angekündigten Werke erklingt. Stattdessen spielt er:

    Felix Mendelssohn
    Fantasia fis-moll op. 28 »Sonate écossaise«
    Präludium und Fuge B-Dur aus: Sechs Präludien und Fugen op. 35

    Frédéric Chopin
    Études op. 10

    Peter Tschaikowsky
    »Dumka«, Russische Landszene c-moll op. 59

    Robert Schumann
    Sonate Nr. 3 f-moll op. 14 »Concert sans orchestre«

    Gut, es hätte schlimmer kommen können (z.B. ein reiner Chopin-Abend). Hier eine Rezension des Düsseldorfer Recitals:
    https://rp-online.de/nrw/staedte/du…e_aid-105415327

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Meine nächsten Konzerte:

    Do 25.1., 20 Uhr // Philharmonie Berlin
    Berliner Philharmoniker, Rundfunkchor Berlin, ML: Kirill Petrenko
    Wolfgang Koch, Daniel Behle, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Johannes Martin Kränzle u.a.
    Schönberg Kammersymphonie Nr. 1 op. 9, Die Jakobsleiter

    So 4.2., 16 Uhr // Konzerthaus Berlin
    Konzerthausorchester Berlin, ML: Joana Mallwitz
    Katharine Mehrling, Michael Porter, Simon Bode, Michael Nagl, Oliver Zwarg (Gesang), Yui Kawaguchi (Tanz)
    Strauss »Tanz der sieben Schleier« aus »Salome«
    Weill Sinfonie Nr. 2, Die sieben Todsünden


  • Montag, 29.01.24, 20.00 Uhr, Konzerthaus Berlin:

    Augustin Hadelich, Violine

    Marie-Elisabeth Hecker, Cello

    Martin Helmchen, Klavier

    Joseph Haydn Klaviertrio G-Dur Hob XV:25

    Zoltàn Kodály Duo für Violine und Violoncello op. 7

    György Kurtág „Varga Bálint Ligaturája“ für Violine, Violoncello und Pianino (Deutsche EA)

    Robert Schumann Klaviertrio d-Moll op. 63

    :wink:

  • Hallo zusammen,

    was ich noch nicht erwähnt habe, ich gehe auch noch hierhin:

    Mi 13.3. 19 Uhr Nationaltheater München

    DIE PASSAGIERIN

    Komponist Mieczysław Weinberg. Libretto von Alexander W. Medwedew nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman Pasażerka von Zofia Posmysz (1923-2022)

    Musikalische Leitung Vladimir Jurowski
    Inszenierung Tobias Kratzer
    Bühne und Kostüme Rainer Sellmaier
    Licht Michael Bauer
    Video Manuel Braun Jonas Dahl
    Chöre Christoph Heil
    Dramaturgie Christopher Warmuth


    Lisa Sophie Koch
    alte Lisa Sibylle Maria Dordel
    Walter Charles Workman
    Marta Elena Tsallagova
    Tadeusz Jacques Imbrailo
    Katja Louise Foor
    Krystina Xenia Puskarz Thomas
    Vlasta Lotte Betts-Dean
    Hannah Noa Beinart
    Bronka Larissa Diadkova
    Yvette Evgeniya Sotnikova
    1. SS-Mann Bálint Szabó
    2. SS-Mann Roman Chabaranok
    3. SS-Mann Gideon Poppe
    Älterer Passagier Martin Snell
    Oberaufseherin / Kapo Sophie Wendt
    Steward Lukhanyo Bele


    Bayerisches Staatsorchester
    Bayerischer Staatsopernchor

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • 17.01.(MI)19.30h Kurtheater Bad Kissingen (Gastspiel der Hamburger Kammerspiele) ''Der Theatermacher'' (v. Thomas Bernhard)

    25.01.(DO)20h Alte Oper Frankfurt (Mozartsaal) Quatuor Elmire

    (i)nixx war's am 17. wg. des plötzlichen Eisregens; gegen 18h wäre es bloß mal v. der Haus- zur Autotüre schon schier lebensgefährlich geworden! (ii)nixx war's am 25. wg. des Bahnstreiks (u. weil ich schon lange nicht mehr den Nerv habe, mittig in Großstädten mit dem Töff-Töff herumzukurven!)

    d a f ü r h e u t e :grins3::grins3::grins3: Konzerthalle Bamberg, Joseph Keilberth Saal, 17h

    Christian Schmitt Orgel Markus Mester Trompete Angelos Kritikos Posaune N. N. Pauke u. Schlagzeug

    JSB Präludium WV.552 Petr Eben Fenster f. Trompete u. Orgel JSB Fuge WV.552 Allexandre Guilmant Morceau symphonique (op.88) f. Posaune u. Orgel Sofia Gubaidulina Detto Eins f. Orgel u. Schlagzeug Andrea Tarrodi Poseidon f. Orgel u. Schlagzeug

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott' Werner Schneyder Es ging aus heiterem Himmel um Irgendwas. Ich passte da nicht rein. Die anderen aber auch nicht. FiDi über die Teilnahme an seiner ersten (und letzten) Talkshow

  • Dienstag, 06.02.24, 20.00 Uhr im Konzerthaus Berlin:

    Simply Quartet


    Anton Webern Langsamer Satz für Streichquartett

    Béla Bartók Streichquartett Nr. 4 Sz 91

    Antonin Dvořák Streichquartett Nr. 12 F-Dur op. 96 („Amerikanisches“)

    :wink:

  • Wo wir so hingegangen sind:

    Ich komme geradeaus einem sehr schönen Streichquartettkonzert mit dem jungen Frankfirter Malion-Quartett. Auf dem Programm stand:

    Anton Webern: Langsamer Satz für Streichquartett

    Mykola Lysenko: Streichquartett d-moll

    Ludwig van Beethoven: Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1 (das erste der sogenannten "Rasumowsky-Quartette")

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Wo wir so hingegangen sind:

    Ich komme geradeaus einem sehr schönen Streichquartettkonzert mit dem jungen Frankfirter Malion-Quartett. Auf dem Programm stand:

    Anton Webern: Langsamer Satz für Streichquartett

    Mykola Lysenko: Streichquartett d-moll

    Ludwig van Beethoven: Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1 (das erste der sogenannten "Rasumowsky-Quartette")

    Pfiffig - denn vor einigen Wochen habe ich die Malion-Truppe auch live gehört und Cherubino ist jetzt zumindest der dritte (oder zweite), der diese Erfahrung gemacht hat. Pfiffig, weil der Konzertveranstalter sagte, sie hätten ihm drei Programme angeboten. Jetzt kenne ich diese vermutlich. Ich durfte über ihre Deutung von Haydn (op. 20/3), Mendelssohn (op. 14) und Debussy für die Zeitung schreiben. Beim Kollegen gab es Widmann. RE: Jeden Tag ein Streichquartett Okay - da Wieland wohl die CD gehört hat, kann ich nur vermuten, dass es sich dort um eines der drei Programme gehandelt hat. Aber Widmann wird kaum in den beiden anderen vorgekommen sein, sagt mir mein Riecher für Programmgestaltung ... ;)

    Lysenko habe ich nun in der Tat noch nie gehört, den Namen. Neuromantisch? Neuklassisch?

    :) Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Dienstag 6.2.2024 Elbphilharmonie Kleiner Saal 19:30

    Jerusalem String Quartet

    Bela Bartok

    Streichquartette 2, 4 und 6

    Der Saal ist erst zu 1/3 belegt Schlecht2, es gibt also noch reichlich Karten.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Das Malion-Quartett ist in dieser Saison in der Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb des Deutschen Musikrates (bis vor kurzem "Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler"). Da ist das Prinzip tatsächlich genau so, dass die Ensembles, die in diese Auswahl kommen, zwei oder drei Programme haben, die im Portfolio stehen und aus denen die Veranstalter dann eines aussuchen können, wenn sie das jeweilige Ensemble buchen. Das ist für die Veranstalter sehr attraktiv, denn die Förderung durch den Deutschen Musikrat besteht unter anderem auch darin, dass er die Hälfte der Gagen übernimmt, der Veranstalter das Ensemble also zum halben Preis bekommt.

    Für viele Ensembles war diese BKJK schon ein entscheidender Schritt, um den Fuß in die Tür des Konzertbetriebes zu bekommen. In der Kammerkonzertreihe, die das Stödtische Kulturamt hier in Paderborn veranstaltet, ist in jeder Saison ein Ensemble aus dieser Konzertförderung zu Gast. Und das Malion-Quartett hat sich heute richtig gut präsentiert, vor allem der Beethoven war super. Das Publikum - und das ist bei einem Streichquartettkonzert ja schon eines, das sich auskennt - war am Ende ganz aus dem Häuschen.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Lysenko habe ich nun in der Tat noch nie gehört, den Namen. Neuromantisch? Neuklassisch?

    Lysenko hatte ich vor 2022 auch noch nicht gehört. Die Lösung ist: Nicht neuromantisch, nicht neuklassisch, ukrainische Nationalromantik.

    Ich muss zugeben, ich war vorher ein bisschen skeptisch: Ist es nicht arg zeitgeistig, jetzt ukrainische Komponisten aufs Programm zu setzen, nur weil sie Ukrainer waren? Es wird doch schons einen Grund haben, dass man Smetana oder Dvorak kennt, wenn es um Nationalromantik aus dem Osten geht, und nicht Mykola Lysenko.

    Allerdings: Klar, seit der Krieg in der Ukraine eskaliert ist und unter anderem mit historisch-nationalistischen Argumenten aus dem 19. Jahrhundert legitimiert wird, interessieren viele Leute sich dafür, was es eigentlich auf sich hat mit der Ukraine, mit ihrer Geschichte, Tradition und Kultur. Wenn Ukrainerinnen und Ukrainer so deutlich betonen, dass sie eine eigene Kultur haben, die sich von der russischen unterscheidet, dann ist man neugierig, worin die besteht, wie sie klingt und aussieht.

    Vergiss all diese Skepsis: Dieses Streichquartett ist richtig gute Musik! Nur hat sie nicht viel mit der Ukraine zu tun. Mykola Lyssenko ist zwar bekannt für ukrainische Nationalromantik: Er ist in seinem Land der führende Vertreter jener in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in allen europäischen Ländern verbreiteten Strömung, die Volksmusik und Typisches der jeweiligen Länder mit der internationalen Sprache westlicher Kunstmusik zu einem eigenen nationalen Idiom verbinden wollte. 2022 ging sein „Gebet für die Ukraine“ um die Welt. Das Streichquartett in d-moll, das heute auf dem Programm stand, stammt aber aus den Leipziger Studienjahren Lyssenkos, es ist eine Studienarbeit im typischen akademischen Stil der deutschen Spätromantik. Die Leipziger Schule am von Felix Mendelssohn gegründeten Konservatorium galt seinerzeit – Lyssenko war von 1867 bis 1869 in Deutschland – als konservativ, aber unschlagbar in der Vermittlung eines soliden kompositorischen und theoretischen Handwerkszeugs. Komponisten aus ganz Europa kamen dafür nach Leipzig. Mykola Lyssenko war 1842 in einem kleinen Dorf am Dnepr geboren worden. Er stammte aus einer wohlhabenden Offiziersfamilie, die ihm eine gute Erziehung ermöglicht hatte, Musikunterricht, den Besuch des Gymnasiums in Kiew, ein naturwissenschaftliches Studium. Erst danach, mit 25 Jahren, ging Lyssenko nach Leipzig, um sich zum professionellen Musiker ausbilden zu lassen. Das dort entstandene Streichquartett ist unvollständig, ein Schlusssatz ist nicht überliefert. Veröffentlicht wurde es erst mehrere Jahrzehnte nach dem Tod des Komponisten im Rahmen einer Gesamtausgabe. Mit Kammermusik hatte Lyssenko nach seiner Rückkehr in die Ukraine nicht mehr viel zu tun. Er sammelte Volkslieder, forschte zur ukrainischen Musiktradition, unterrichtete, schrieb Lieder und Opern über patriotische Themen aus der ukrainischen Geschichte und engagierte sich in der nationalistischen Bewegung gegen die russische Zentralregierung. Von all dem ist das frühe Streichquartett noch weit entfernt. Es klingt genau so, wie man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an einem deutschen Konservatorium lernt, wie ein Streichquartett zu klingen hat.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

    Einmal editiert, zuletzt von Cherubino (5. Februar 2024 um 13:01)

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