Eben krass gehört, ey

  • Frühlingszeit ist immer Robert Wyatt Zeit. Ich weiß nicht, seit wie vielen Jahren ich um diese Zeit mir Songs von ihm anhöre.
    Doch noch ist es kalt, aber der Frühling hat eigentlich schon angefangen.
    Was also tun?
    Die Lösung: "Matching Mole" Da ist ziemlich viel Wyatt drin, aber noch nicht Wyatt pur!

    Feinste Canterbury Musik von 1972.
    Gruß aus Kiel

    "Mann, Mann, Mann, hier ist was los!"

    (Schäffer)

  • Gestern gehört: Das letzte und musikalisch forderndste Album der britischen RIO- (und Canterbury) Band Henry Cow:

    Definitiv Musik zum konzentrierten Zuhören!

    zwischen nichtton und weißem rauschen

  • Feinste Canterbury Musik von 1972.
    Gruß aus Kiel

    Ist ja witzig, dass wir beide hier unabhängig voneinander fast gleichzeitig ein Canterbury-Album posten (bzw. zumindest eines, dass manchmal dieser Stilrichtung zugerechnet wird, wie bei HC.)

    Robert Wyatt hat später auch gelegentlich mit Henry-Cow-Musikern zusammengearbeitet, zB auf dem Benefizalbum "The last Nightingale", (zugunsten eines britischen Minenarbeiterstreiks):

    https://www.youtube.com/watch?v=R0B2nV…RLkW-wmBUnYqfZR

    zwischen nichtton und weißem rauschen

  • Oh, Henry Cow ohne Dagmar Krause! Das war mir nicht bekannt.

    Die war nur auf dem 3. Album "In Praise of Learning" mit dabei (und da auch nur auf drei Songs), alle anderen Alben sind (fast) rein instrumental.

    Stärker involviert war Dagmar Krause dann in den HC-Ableger "Art Bears".

    zwischen nichtton und weißem rauschen

  • Von Henry Cow habe ich nur "Leg End"
    Gruß aus Kiel

    Dann sollte Dir der Nachfolger "Unrest" auch zusagen, jedenfalls die erste Albumhälfte.

    Diese bewegt sich stilistisch in ähnlichen Bahnen wie "Leg End", allerdings mit prominenter Oboe und Fagott.

    zwischen nichtton und weißem rauschen

  • Wirklich, ich muss gestehen, dass ich diese hier vollkommen zufällig entdeckt habe. Weil ich über Umwege eine „Rolling Stone“-Liste mit den 30 ider 40 besten Punk-Alben durchscrollte. Vom Namen her sagten mir Minutemen etwas, aber ich kannte nichts von ihnen.
    Das jetzt gehörte Album kam im Jahr 1984 raus. Zu der Zeit dachte ich gewiss, alles Wesentliche mitzubekommen. Jetzt kann ich sagen: Das gelang mir offenkundig nicht. Was für ein beeindruckendes Album!

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • Staind: Dysfunction

    Ich reinige mir gerade mal wieder ein wenig den Geist mit dem Staind-Debüt aus dem Jahr 1999. Koproduzent ist übrigens kein geringerer als Fred Durst von Limp Bizkit.

  • Nach einiger Zeit gibt es hier mal wieder Violator (1990) von Depeche Mode.

    Was soll man dazu noch sagen? Es ist vermutlich das Über-Album der britischen Elektro-Popper. Fünf Jahre später hatten sie dann mit Alan Wilder einen ihrer kreativen Köpfe aus der Band vergrault - Wilder war unter anderem für das Arrangement von "Enjoy the Silence" verantwortlich, das Songschreiber Martin Gore zunächst als Ballade vorgesehen hatte. Depeche Mode gibt es erfreulicherweise noch, aber die Höhen von "Violator" haben sie nicht mehr erklommen.

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Zitat von Symbol

    Depeche Mode gibt es erfreulicherweise noch, aber die Höhen von "Violator" haben sie nicht mehr erklommen.


    Findest Du? Ich mochte "Ultra" eigentlich damals noch lieber. Habe ich aber beide vermutlich ewig nicht mehr gehört.

    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Findest Du? Ich mochte "Ultra" eigentlich damals noch lieber. Habe ich aber beide vermutlich ewig nicht mehr gehört.


    "Ultra" habe ich nur noch sehr begrenzt präsent (das wäre auch mal was für die Playlist...). Es war auf jeden Fall ein tolles Comeback-Album, nachdem Dave Gahan sich Mitte der 1990er Jahre mit Drogen fast umgebracht hatte. Ich gebe zu, dass nach dem reichlich lauwarmen "Exciter" mein Interesse deutlich nachgelassen hat. "Violator" bietet klassische DM-Elektronik, ist aber zugleich Neuland für die Band bezüglich der (sehr moderaten) Verwendung von Gitarren gewesen. Hinzu kommt, dass Gore einige seiner besten Songs für dieses Album geschrieben hat. Die Intensität der Platte ist faszinierend. Ich gebe aber gerne zu, dass ich bezüglich "Violator" befangen bin.

    Der Ausstieg von Alan Wilder 1995 ist der Band insgesamt m. E. nicht gut bekommen. Wilder war ja sozusagen der "Musiker" in der Band, während Gore als Songschreiber und Gahan als Frontmann fungierten. Was Andy Fletcher genau beitrug und beiträgt, hat bis heute niemand rausgefunden. Andy McCluskey von OMD (die mit Depeche Mode in den 1980er Jahren tourten) spottete mal, dass Fletcher während der Konzerte die Einnahmen gezählt habe. :D

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Robespierre's Velvet Basement von den Jacobites kommt hier ja immer mal wieder zu Ohr . Ich habe die 1993 Regency Doppel - CD (identisch mit der US Mammoth Ausgabe ) , die alle Stücke der intendierten Doppel LP / CD in der von Nikki Sudden festgelegten Trackorder hat . Allerdings war weder der LP noch der CD Sound so ganz zufriedenstellend ( Hi Fi war es nie , es ist R'R) . Als nun 2019/20 eine Remastered - Version erschien , war ich neugierig . Jetzt hatte ich sie ausgeliehen . Klingt schon klarer , aber - geht auf Kosten des Charmes der alten Aufnahmen . Als ich daher meine alten Regency CDs nochmals hörte , dachte ich erst , mir sind 2 Schmalzpropfen aus den Ohren gefallen . Und dann die Erkenntnis : mein Player ist ja seit einiger Zeit auf NOS umgerüstet ( also ohne Oversampling) . Und dies hier ist einer der Fälle , in denen das Ergebnis frappierend klingt . Besser geht Robespierre's Velvet Basement nicht . Nur leider - klingt wohl nur bei mir so . Bin hin und weg . ( Die Schattenseite soll nicht verschwiegen werden : nicht wenige meiner CDs klingen nach der NOS Umstellung verheerend . Daher komme ich wohl um einen zweiten Mission CD-Player nicht umhin ) . Vom Kern -Quartett , das die Einspielung machte , ist nur noch der Bassist Mark Lemon am Leben . Nikki Sudden , Epic Soundtracks & Dave Kusworth intonieren jetzt 'It'll All End Up In Tears' anderenorts . Real Rock'n'Roll Romantics .

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Seit viel zu langer Zeit mal wieder diese:

    Jethro Tull: Aqualung (1971)
    Ian Anderson (voc, fl, acc g), Martin Barre (el g, rec), John Evan (p, org), Jeffrey Hammond (b, rec, voc), Clive Bunker (dr)

    Ganz klar eine Sternstunde! Martin Barres eingestreute kleine Workshops zum Thema “Wie spiele ich eigentlich überflüssige Soli auf einer durch einen Verzerrer gejagten aber runtergeregelten und so staubtrocken klingenden Les Paul” sind hier zwar, was sie hier eben sind: eigentlich überflüssig. Aber sonst ist das echt richtig groß! Auch nach 50 Jahren noch.

    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Gestern konnten wir wieder zum Sport ins Fitness Studio
    1 Stunden Slots mit max. 10 Personen im Studio. Netto ca. 45 Minuten Zeit.
    Da habe ich mir mal wieder Kopfhörer ins Doc-Phone gesteckt und ne CD gehört
    "Jet Set Jewel" von der Jack Bruce Band

    Ein Album, entstanden am Tiefpunkt seiner Karriere, so tief, das die Robert Stigwood Organisation sich weigerte, das Album zu veröffentlichen.
    Erst 2003 kam es dann als CD an die Öffentlichkeit.
    Mir hats gefallen.
    Gruß aus Kiel

    "Mann, Mann, Mann, hier ist was los!"

    (Schäffer)

  • Martin Barres eingestreute kleine Workshops

    Och, da tust Du dem guten Martin Lancelot Barre aber unrecht.
    Als getreuer Diener seines Herrn Ian Anderson durfte er garantiert nur die Noten spielen, die der Meister wollte.
    Als nach dem Weggang von Mick Abrahams Anderson freie Bahn hatte, setzte er seinen Stil "gnadenlos?" durch.
    "Stand Up" war ein gutes Album, Barre konnte noch recht frei spielen und entdeckte dabei das WahWah Pedal.
    "Benefit", zu wenig beachtet, war dann die Transition zum fertigen Anderson Stil, der mit "Aqualung" zum ersten Mal und in der Tat in einem grandiosen Album :clap: umgesetzt wurde. Clive Bunker ging und damit der wesentliche Rhythmus Teil, Glen Cornick war schon vorher gegangen (worden?)
    Blieben noch "Thick as a Brick" und als Nachklapp "A pasion play" dann hatte sich der Stil tot gelaufen und endete in Selbstplagiaten. Schade eigentlich.
    Aber Andersons Ego war wohl zu groß für Innovationen.
    Gruß aus Kiel

    PS. Ich sah sie vor wenigen Jahren als "alte Herren Truppe" auf der Kieler Woche" Ich habe mich geschämt.

    "Mann, Mann, Mann, hier ist was los!"

    (Schäffer)

  • ... dann hatte sich der Stil tot gelaufen und endete in Selbstplagiaten. Schade eigentlich.
    Aber Andersons Ego war wohl zu groß für Innovationen.


    Ach, ich weiß gar nicht. Finde so bis Ende der '70er haben JT noch ein paar ziemlich gute Sachen gemacht. Auf "Minstrel..." etwa (nur den Titelsong kann ich nicht leiden). Und den drei "Folk"-Platten ("Songs from the Wood" , "Heavy Horses" und "Stormwatch") kann ich durchaus einiges abgewinnen. Was danach kam, darüber sag ich nix. Und über "War Child" und "Too old to ..." auch nicht.

    "Thick as a Brick" ist naklar ein Hammeralbum (da ist Barres Paula auch passend und klug eingebunden). Und was du gegen Barriemore Barlow an den Drums hast, musst du noch erklären.

    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

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