Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

  • Jazzbassisten, die den upright bass spielen, streichen ihn durchaus gelegentlich mal. Ron Carter und Eddie Gomez sind nur zwei Beispiele. Ich erinnere mich an ein Konzert von Eddie Gomez und seinem eigenen Quartett in Washington, in dem er dies sogar exzessiv tat. Auch Dan Berglund liebte es bei e.s.t., den Bogen herauszuholen. Dann ging das elektrisch verfremdete Klanggewitter so richtig los...

  • Na, denkt mal an Paul Chambers!

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Paul Chambers! Nach dem Namen habe ich vorhin innerlich gesucht, aber er fiel mir nicht spontan ein. Diese Videos von ihm, wie er pfeiferauchend Bass spielt und dann sehr oft streicht statt zupft. Danke, Doc! :cincinbier:

  • Mit Stephane Grappelli, Jean Luc Ponty, Regina Carter und so weiter kann man mich jagen


    Jagen kann man mich mit Grappelli nicht, aber ich glaube, bis ich nochmal etwas von ihm hören möchte, werden wohl auch wieder einige Jahre ins Land ziehen.

    Man muss Crappelli einfach im Unfeld mit Django Rheinhardt und dessen Musik mögen und schätzen. In einem anderen Umfeld dürfte man mit ihm vermutlich Probleme bekommen. Er konnte swingen, und genau DAS wurde um 1945 herum von ihm erwartet. Er war ein Erz-Melodiker, der aber auch (er war auch ein hervorragender Pianist gewesen) für damalige Zeiten ein exzellentes Gefühl für Rhythmik hatte. Damit ergänzte er sich perfekt mit Django Rheinhardt.


    Er war mMn weit mehr Swing-Geiger als es Ray Nance war. Nance spielte sentimentale Melodien, selbst beim C-Jam Blues war das nicht das, was er als Bläser drauf hatte. Man sollte sich mal Nance im Vergleich mit Stuff Smith anhören. Smith war, da er die Geige elektrisch verstärkte, im Grunde das Gegenstück zu Charlie Christian oder dann Irving Ashby, Oscar Moore und Barney Kessel. Ein wirklich brillanter Geiger. Doch man muss das mögen.


    Noch schwieriger wird es beim Cello. Harry Babasin war einer der Ur-Väter der Cello spielenden Kontrabassisten, später sollte es Oscar Pettiford schaffen, das Cello im Jazz wirklich eingeführt zu haben und auch gehört zu werden dabei. Allerdings von mir nicht. Das Cello im Jazz (Swing, Bop, Hardbop) einzusetzen, finde ich irgendwie nicht wirklich erfolgreich gelungen. Zumindest war und ist es nicht mein Ding.


    Mit McCoy Tyner konnte es kaum passen, hier trafen Welten aufeinander, die sicher ihren Reiz hatten, aber da wurden auch zwei Generationen übersprungen.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Bei mir geht es weiter mit dem (für mich) Dave Brubeck-Album schlechthin: „All the Things we are“, mit Anthony Braxton, Lee Konitz, Alan Dawson, Roy Haynes...


    Leider kann ich dieses Meisterwerk derzeit nicht verlinken. Die Technik, die Technik hier an meinem Urlaubsort. Wäre vielleicht jemand so freundlich? :cincinbier:

  • Büddeschön...



    Hier läuft mal wieder Bobby Timmons mit Sam Jones und Billy Cobb. Sehr erfreulich.





    Cheers,


    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Exakt! Merci beaucoup, mon General :verbeugung2:


    Auf YouTube habe ich inzwischen Versionen von Paul Desmonds „Take Five“ sowie dem Standard „All the Things you are“ mit Anthony Braxtons eigenen Formationen entdeckt. Geil! Ich glaube, ich muss in Richtung Anthony Braxton mal mehr forschen...

    Einmal editiert, zuletzt von music lover ()

  • Thelonious Monk einmal etwas anders . Bill Holman "klebt" nicht an den Originalen - die trefflich sind - , sondern nimmt die Kompositionen und "macht was damit" . Und den Qualitäten des Komponisten Monk und des Arrangeurs Holman gereicht es zu höchster Ehre . Ein Ohrenschmaus . Brilliant eben .


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Hier:

    Hier die Besetzung: Paul Smith (Klavier) - Wilfred Middlebrooks (Bass) - Stan Levey (Drums)


    Mit dem exzellenten Pianisten Paul Smith, der in den Studios unzählige Einspielungen gemacht hat, hat Ella einige Male gearbeitete, auch der Bassist spielte einige Jahre mit ihr. Der Drummer Stan Levey gehörte zu den besten weißen Drummern, die bereits um 1942/43 herum modernen Jazz mit Dizzy Gillespie und Charlie Parker spielten. Später wurde er ein gefragter Fotograf. Seine Tochter ist in der Facebook-Gruppe von Stan Kenton aktiv, bei dem er 1952-1954 spielte. Er war einer der wenigen linkshändigen Drummer gewesen.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Hier die Besetzung: Paul Smith (Klavier) - Wilfred Middlebrooks (Bass) - Stan Levey (Drums)

    Vielen Dank, lieber Maurice, für deinen Nachtrag ! Da muss ich zugeben, das ich das alles nicht weiss. Ich weiss nur, dass mir Ella Fitzgerald schon seit Jugendjahren ein Begriff ist. Zu Hause beim Skat aufgelegt, und eben habe ich mich an einen Frankreich Urlaub mit Freunden erinnert, bei dem dazu Abende lang Doppelkopf gespielt wurde. An die Spielregeln erinnere ich mich nicht so ganz.....10 über dem König und die Herz Damen höchster Trumpf ? - und Pech, wenn man mich als Partner hatte....alles sehr vernebelt.....aber an die Ella erinnere ich mich. Es war aber eine Vinyl, ich glaube sie hiess Mr Paganini. Kann das sein? Super stuff.

  • Vielen Dank, lieber Maurice, für deinen Nachtrag ! Da muss ich zugeben, das ich das alles nicht weiss.

    Kein Thema. Jazz ist nun mal mein eigentliches Spielfeld. Ella gehört da natürlich mit dazu. Ich gab mal ein Konzert mit einer jungen und äußerst begabten Sängerin in meiner Nähe (sie studiert inzwischen Jazzgesang in Mannheim), bei dem wir Ellas Fassung von "How High the Moon" aufführten. Und die junge Sängerin war (und ist) nicht nur eine echte "Rampensau", sondern sie konnte das nahezu genau so gut wie die Ella. Es gibt davon einen Ausschnitt, den ihr Onkel (ein Profi-Jazzdrummer) damals mitgeschnitten hat. Unglaublich, wie das Konzert damals gelaufen war.


    aber an die Ella erinnere ich mich. Es war aber eine Vinyl, ich glaube sie hiess Mr Paganini. Kann das sein? Super stuff.

    Japp. So hieß eines ihrer Paradestücke. So hieß auch mal eine LP, später CD, ein Sampler. Die Ersteinspielung stammt aber aus dem Jahre 1936, als Ella ca. 18 Jahre jung war.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • An Mahlers Geburtstag darf man auch mal die Hüften schwingen 8) - und zwar zum Resurrection Rumba! :top:



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    Oscar Wilde

  • :top: Schöne Erinnerung an dein Konzert !

    Mr Paganini ist ja auch auf der "Lost Tapes" CD.


    Die hier war es, ich erkenne es an den Song Titeln


    1. You'll Have To Swing It Mr. Paganini
    2. That Old Black Magic
    3. Basin Street Blues
    4. I Can't Give You Anything But Love
    5. It's Only A Paper Moon
    6. I've Got A Crush On You
    7. Lover Come Back To Me
    8. April In Paris
    9. Blue You
    10. Sentimental Journey
    11. Airmail Special
    12. For Sentimental Reasons I Love You


  • Mr Paganini ist ja auch auf der "Lost Tapes" CD.


    Die hier war es, ich erkenne es an den Song Titeln

    Ja, sie hat das Stück oft gesungen. Die Auswahl auf der LP bringt einige der Stücke, die Ella häufig gesungen hat. Ein typischer Sampler, bestimmt nicht aus einem Konzert heraus genommen, sondern aus verschiedenen Konzerten ausgesucht.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Hier eine schöne Dokumentation über Stan Leveys Zeit mit Stan Kenton 1952-1954. Er selbst hat es produziert und spricht auch dabei.


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    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Diese:


    Sun Ra, "The Nubians Of Plutonia / Bad And Beautiful"


    Hochgradig tolle Sachen aus den späten 50ern, d.h. hier finden sich hypnotische orientalisch angehauchte Rhythmen unter wundervollen Bläserarrangements, aber noch keine Freeausbrüche und keine Synthesizereskapaden und nix Außerirdisches vom Saturn --- dies ist "richtiger", traditioneller aber hoch individuell ausgerichteter Jazz.


    Ich hab damals bei jpc bestellt und 8(!) Wochen auf die Lieferung warten müssen, immer wieder Stornierungsangebote ausgeschlagen, gehofft und gebangt weil extrem von den Klangschnipseln angefixt, und irgendwann haben sie die Platte dann doch noch aufgetrieben, meine Helden von jpc :). Heute ist sie wohl nicht gar mehr existent, was sehr sehr schade ist. Wem sie mal gebraucht über den Weg läuft: zuschlagen!



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Diese...


    Eberhard Weber / Jan Garbarek / Ralf Hübner, "Chorus"


    ...diese funktioniert bei mir nicht mehr. Kann man sicherlich prima meditative Drachenflieger-Zwischenfilme auf Arte mit unterlegen oder die schönsten Bahnstrecken Deutschlands im Nachtprogramm, aber so nur zum Hören, och...


    Das mäandert dermaßen höhepunkt- und spannungslos vor sich hin, und Weber und Garbarek klingen hier wie ihre eigenen Karikaturen, und die melodischen Ideen sind so banal, daß es wie lauwarmer Kamillentee rüberkommt. Die "Silent Feet" mit Mariano damals mag ich immer noch. Ansonsten scheint mir die Zeit doch über Weber hinweggegangen zu sein... Doc Stänker konstatierte jüngst ja Ähnliches...



    :(

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    (Shunryu Suzuki)

  • Nur Rattle geht ja auch nicht, deshalb landete ich kurz hier und blieb hängen. Denn Eberhard Weber hatte ich mit Eberhard Schöner verwechselt und war gespannt, was das wohl wird. Aber gut, Eberhard Weber also. Den kannte ich natürlich nicht und finde „Chorus“ auch mehr so mittel.


    Aber diese hier



    fand ich trotz allem leicht Entrücktem (Esoterischen? Ambient-mäßigem?) gut. Ich mag das ja auch durchaus mal, wenn nicht so viel passiert.


    Und dann bin ich noch auf diese gestoßen, die mir nach den ersten Takten sehr spannend zu sein scheint:



    Da passiert dann bei aller Zurückgenommenheit viel. Sehr schön!

  • So, heute mehr Musik gehört als in den ganzen vergangenen Monaten zusammen.


    Zum Schluß



    Aus dem dicken Paket vom Jarrett-Run im Blue Note nur das eröffnende Autumn Leaves.


    Für mich ist diese Box der Himalaya dessen was mit einem Klavier, einem Baß und einem Schlagzeug machbar ist - trotz der ebenfalls extrem großen Village Vanguard Aufnahmen von Bill Evans.



    Aber nun wieder lesen, ich bin überfüttert - Musik geht nur in kleinen Dosierungen zur Zeit...



    :)

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