Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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  • Hier auch mal Sun Ra - CD 1 daraus:



    Sun Ra: Monorails & Satellites (1966)
    Sun Ra (p)


    Schon große Musik. Eigentlich mag ich ihn so am liebsten …


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Nu mal wieder diese:



    Archie Shepp: The Magic of JU-JU (1967)
    Archie Shepp (ts), Martin Banks (tp, flh), Mike Zwerin (btrb, trb), Reggie Workman (b), Norman Connors (dr), Beaver Harris (dr), Frank Charles (talking dr), Dennis Charles (dr), Ed Blackwell (dr, perc)


    Immer noch: Ekstatischer Stoff! :) :) :)


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Zum guten Schluss was ganz anderes, nämlich diese:



    Tethered Moon: First Meeting (1997)
    Masabumi Kikuchi (p), Gary Peacock (b), Paul Motian (dr)


    Da ist Algabal ganz zuhause … :jaja1: :)


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Patrick Bruce Metheny (*1954)
    Secret Story



    The Choir Of The Cambodian Royal Palace
    The Pinpeat Orchestra Of The Cambodian Royal Ballet
    Akkiko Yano, Nana Vasconcelos, Mark Ledford
    The London Orchestra, Jeremy Lubbock
    Gil Goldstein, Steve Rodby, Will Lee, Steve Ferrone, Paul Wertico, Sammy Merendino, Andy Findon, Anthony Jackson, Dave Taylor, John Clark, Tom Molone, Dave Bargeron, Michael Mossman, Mike Metheny, Ryan Kisor, Skaila Kanga, Charlie Haden, David Oakes, Danny Gottlieb, Toots Thielemans, Armando Marçal, Lyle Mays, Pat Mehteny




    Eine Träne fällt und schon jodeln kambodschanische Tempelsängerinnen über eine Streicherteig. Später schwebt dann das für PM typische sonnige Gitarrengeplimper darüber. So beginnt Secret Story von Pat Metheny aus 1992.


    Ist das noch Jazz? Nein! Aber es ist total gut gemacht, völlig unlangweilig und das Album zeugt von überbordendem Einfallsreichtum und großer Vielfalt. Das reicht von einer extravaganten Pocket-Symphony (Finding an Believing), in dem es einen abenteuerlichen Schlenker von wörtlich zu nehmenden Muezzingeschrei zu einem Bossa Nova gibt, bis hin zum süßen (andere würden süßlichen sagen) Sunlight, das beim ersten Hören so vertraut klingt, aufgrund einer einfachen und zündenden Melodie und weil PM folgerichtig die Harmonik daraus zu entwickeln weiß. Jede Note ist da, wo sie hingehört. Wer hier improvisierten Jazz sucht, ist fehl am Platz.




    Gruß
    Josquin

  • Diese (hier allerdings die 4 LP-Box):



    Return to Forever Live (1977)


    Trotz zahlreicher sehr geiler Stellen ist das so recht meine musikalische Welt nie geworden. Wirds auch heute wohl nicht werden.


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Diese:



    Carla Bley: Social Studies (1980)


    Carla Bley - organ, piano
    Michael Mantler - trumpet
    Carlos Ward - alto saxophone, tenor saxophone
    Tony Dagradi - tenor saxophone, clarinet
    Joe Daley - euphonium
    Gary Valente - trombone
    Earl McIntyre - tuba
    Steve Swallow - bass guitar
    D. Sharpe - drums


    :) Skurril. Witzig. Anklagend. Toll!


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Was Zufall, über dieser Carla Bley grübele ich anschaffungsmäßig schon länger nach. Ich meine sie vor Jahrzehnten mal gekannt zu haben, und wenn mich das nicht täuscht ist sie klasse..
    .
    Aber egal, da mein TV den Geist aufgab vergangenen Freitag gibt es im November kein Budget.


    Aber ich hatte ja satt bestellt. Heute kam abgehobenes Zeug aus 1973 von (mal wieder) Sun Ra:



    Ist sehr speziell, aber ich mag eben dieses Spezielle gern.



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Diese:



    Jarrett/Peacock/DeJohnette: Still Live (1986)
    KJ (p), GP (b), JDJ (dr)


    Groß! Mehr braucht man von diesem Trio eigentlich nicht unbedingt. Aber diese eine braucht man schon. Unbedingt. Finde ich.


    :jaja1:


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Die ist toll!!! Trotzdem :


    Ich finde ja man braucht - wenn man diese Band denn liebt - (wenn nur eine, unverständlicherweise) die Blue Note Complete Recordings, teuer wie sie ist, aber essentiell... aber wenn man dieses Trio mag, dann braucht man selbstverständlich alles, uferlos wie es eben ist bei Jarrett und wie ECM die Kuh halt melkt, das hat ja kein Ende. Aber Schlechtes ist kaum dabei.



    Ich finds die definitive Klaviertrioeinspielung überhaupt - vor, zumindest neben den Bill Evans Village Vanguards Platten.


    Aber kann man auch wieder anders sehen :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Aus gegebenem Anlass


    Pat Martinos Debutalbum von 1967



    Pat Martino, Gitarre
    Trudy Pitts, Hammondorgel
    Danny Turner, Flöte
    Mitch Fine, Drums
    Vance Anderson, Bongos
    Abdu Johnson, Congas

  • Ich habe ihn in den 90er Jahren im "Iridium" in New York live erlebt (damals noch mit Eric Alexander und Delmer Brown in seiner Band)

    In den Jahren 1998 und 1999 haben Eric Alexander und Pat Martino zwei Alben aufgenommen, auf denen der jeweils eine als sideman bei dem jeweils anderen als Bandleader mitgespielt hat. In dieser Zeit habe ich die beiden auch - als "Pat Martino & Joyous Lake" firmierend - im "Iridium" gesehen.


    Zum Gedenken an Pat Martino laufen bei mir jetzt diese beiden Alben:



    Pat Martino - g
    Eric Alexander - ts
    Delmar Brown - keyb
    James Genus - b
    Kenwood Dennard - dr, perc


    rec. 14.+15.2.1998 in N.Y.C.



    Eric Alexander - ts
    Pat Martino - g
    Harold Mabern - p
    Peter Washington - b
    Joe Farnsworth - dr


    rec. 3.+4.11.1999 in N.Y.C.


  • Rick Fay : RF's Big Eight : "Memories of You" AD: 21./22.01.1991, Orlando, Florida


    Ernie Carson (Kornett) - Dan Barrett (Posaune)- Johnny Mince (Klarinette) - Rick Fay (Sorpansax, Tenorsax, Voc.) - Tom Baldwin (Klavier) - Bob Leary (Banjo, Gitarre, Voc.) - Lee Richardson (Bass, Sousaphone)- Pat Doyle (Drums)


    Erstklassiger Dixieland, ohne auch nur ansatzweise ins Triviale abzurutschen. Dass das möglich ist, auch wenn man so alte Schlachtrösser wie "Ice Cream" oder "Petite Fleur" spielt, will was heißen.



    Ralph Sutton : Sweet Sue AD: 09.10.1999, Hamburg Live


    Jon-Erik Kellso (Trompete) - Brian Ogilvie (Klarinette, Tenorsax) - Ralph Sutton (Klavier) - Marty Grosz (Gitarre, Voc.) - Dave Green (Bass) - Frank Capp (Drums)


    Wunderbarer erster Teil eines Abends, der der Musik von Fats Waller gewidmet worden ist.


    Einen Teil der Musiker beider CDs habe ich zum Glück live erleben dürfen.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Hier wieder was vom Planeten Saturn (ein unterschätzer Planet, will mir scheinen) :D



    Sun Ra, The Cymbals / Symbols Sessions, NY 1973


    Eloe Omoe, bcl
    Akh Tal Ebah, tp
    Sun Ra, diverse frühmoderne Synthis
    Ronnie Boykins, b
    Harry Ar,
    Derek Morris, congas
    und John Gilmore, ts auf track 2
    und Danny Davis, as auf track 5.


    Entspannt und abgedreht zugleich. Wie ich dem Booklet entnehmen kann wurde das wohl mal auf Impulse! rausgebracht, aber alle (spärlichen) Infos kommen mir recht kryptisch vor... Jedenfalls ist es cool, und immer dann, wenn Bläser das Kommando übernehmen, dann isses genial. Ein in all seiner tendentiellen Verrücktheit tiefenentspanntes Album. Haben sie meditiert?


    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Mehr Sun Ra, mehr!! :clap:


    Ganz andrre Musik wieder auf "On Jupiter" von 1969.....



    Kein Meisterwerk aber saucool:
    Ne veritable Big Band, Gesangseinlagen, ein treibender Stanley Clarce am Baß, tolle Bläser- und Gitarrensoli, lange 20minütige Stücke, Soul- und Funkorientiert, ein Kind seiner Zeit, eim bißchen halbseiden und glitzervorhangsmäßig wie ein Weihnachtsbaum mit einer Idee zuviel Lametta, und auf Sun Ra wäre ich bei einem Blindtest nie gekommen.
    Eine Wundertüte, der Mann. Irre irgendwie.
    Und wie meist bei ihm: wenn die Bläser loslegen :thumbup:


    Ich finde, er hat viel von einem Zappa wäre der Drogen nicht so abgeneigt gewesen wie er es eben war. Er hatte diese Superarrangememts. Hier fließt alles freier, auch beliebiger manchmal. Aber der freie Geist ist vergleichbar. Schon toll...



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Kein Space-Kindergarten:


    Albert Ayler Quintet: Live at Slug’s Saloon, 1. Mai 1966
    AA (ts), Donald Ayler (tp), Michael Sampson (vl), Lewis Worrell (b), Ronald Shannon Jackson (dr)


    Na, was sollte danach im (freien) Jazz noch kommen, was so auf Messers Schneide steht, so sehr Musik auf Leben und Tod ist und dabei sooooooooooooooooooo geil? Na was? Eben nichts. Gar nichts. Das hier dokumentiert das Ende der Möglichkeiten von Musik als solcher. Finde ich.


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Winter (Weihnachten) is coming

    Etwas aus der Richtung: ist das Jazz oder kann das wech?


    Beim Holzstapeln gehört um in die richtige Stimmung zu kommen:

    Music was my first love
    And it'll be my last

    + + +
    IM ÜBRIGEN BIN ICH DER MEINUNG, DASS KARTHAGO ZERSTÖRT WERDEN MUSS

  • Etwas aus der Richtung: ist das Jazz oder kann das wech?

    Na,ja. Es ist sicher grenzwertig, aber wir wollen hier nicht in den Krümeln suchen. Man kann Bert Kaempfert auch nicht gerade zu den Jazzern zählen, aber so hin und wieder geht es zumindest in die Richtung. Harry Connick,jr. ist z.B. mehr im Jazzbereich als Jamie Cullum. Frank Snatra ist auch kein Jazz im engen Sinne, aber seine Phrasierung und auch die Arrangements sind eindeutig "jazzig". Passt schon, wenn auch mit gewissen "Zwicken in der Leiste". :D ;)

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


  • Wendell Eugene : If I had my life to live Over AD: 24./25.07.2013, New Orleans


    Jamie Wright (Kornet, Vocal-7 und 11) - Wendell Eugene (Posaune, Voc-,2,4,59,12,14) - Tom Fischer (Klarinette, Sax) - Lars Edegran (Klavier) - Richard Moten (Bass) - Jason Marsalis (Drums)


    Wendell Eugene (12.10.1923-07.11.2917) gehörte zu den weniger bekannten Posaunisten aus dem Schmelztiegel New Orleans. Dabei ist sein Werdegang nicht mal schlecht. Während des Krieges in einer Navy-Band tätig, Dabei trat er 1943 auch mit Louis Armstrong auf. Ab 1946 spielte mit den Bigbands von Lucky Millinder und Buddy Johnson. Doch seine vier Kinder zwangen ihn quasi zu einem Leben mit geregeltem Einkommen. So arbeitete er ab 1949 bis zur Rente für die Post.


    Doch seinen Job bei der Post tauschte er dann am Abend gegen den Job als Lehrer in New Orleans an der Grunewald School of Music und in diversen Bands ein. Dabei tourte er mit der Onward Brass Band, Olympia Brass Band,der Tuxedo Brass Band und der Andre Hall Society Jazz Band durch de Gegend.


    Es gab erste Einspielungen 1953 mit dem Drummer Freddie Kohlman, später Dave Bartholomew (den Trompeter, der viele Hits für Fats Domino schrieb), Punch Miller, Paul Barbarin, Franz Jackson, Alvin Alcorn, u.a. 1979 ging er in Ruhestand, um wieder als Vollzeitmusiker aktiv zu werden.


    So etwa in den 1980/90-er Jahren mit Harld Dejan's Olympia Brass Band, Doc Houlind's New Orleans All Stars, Lione Ferbos, Kermit Ruffins, Harry Connick,jr., Allen Toussaint, Brian Carrick, Paul Simon


    Er nahm drei Alben unter eigenen Namen auf. 1978, 2006 und jenes hier im Alter von 90 Jahren (!!!) 2013. Er spielte auch mit 91 Jahren noch mit dem noch etwas älteren Lionel Ferbos, Andrew Hall und George Stafford auf. Er hatte also ein voll erfülltes Leben, als er vor fast auf den Tag genau 4 Jahren verstarb. RIP, Mr. Eugene.


    Sein älterer Bruder Homer Eugene (1914-1998) spielte ebenfalls Posaune, Banjo und Gitarre. Er spielte u.a. mit Peter Bocage, John Handy und Albert Frenchs Original Tuxedo Jazz Band.


    Hier bei den Aufnahmen spielt Jason Marsalis mit, der jüngste Bruder von Wynton Marsalis. Ebenso der Schwede Lars Edegran (*1944), der bereits seit den frühen 1960-er Jahren in New Orleans lebt und arbeitet. Als Pianist, Banjospieler, Gitarrist, Arrangeur, Bandleader und im dortigen Jazz-Archiv der Tulane Universität ist er viel beschäftigt. Es gibt kaum einen traditionellen Jazzmusiker der Stadt, mit dem er nicht mal zusammen spielte.


    Tom Fischer ist ähnlich viel unterwegs. Fischer stammt aus Chicago, gehört also zu den zugewanderten Musikern von New Orleans. Ab 1989 tourte er mit Banu Gibson auf, spielt regelmäßig in der Preservation Hall und allen wichtigen Festivals in und um New Orleans. Dort spielt er auch mit Duke Heitger, Lucien Barbarin, Jack Maheu, Ernie Carson, Kermit Ruffins, Lars Edegran, Don Vapie, Tim Laughlin, u.a. Regelmäßig tourt er auch weltweit umher, etwa Japan, Europa, Australien, Asien, Pakistan, etc. Ferner ist er Dozent für Jazz-Klarinette an der NewOrleans University.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


  • Red Nichols / Red Nichols & His Five Pennies AD: 1927-1931 & 1949 (Live) 4-CD-Box


    Red Nichols beschäftige bis 1931 eine Vielzahl an später hervorragenden Bandleadern. So Jimmie und Tommy Dorsey, Glenn Miller, Benny Goodman, Gene Krupa, Jack Teagarden. Ferner Miff Mole (Posaune), Mannie Klein (Trompete, dem legendären Studio-Trompeter der USA), Pee Wee Russell (Klarinette), Eddie Miller (Tenorsax), Fud Livingston (Tenorsax), Babe Russin (Tenorsax), Joe Venuti (Geige), Eddie Lang (Gitarre), Carl Cress (Gitarre), Arthur Schutt (Klavier), Lenny Hayton (Klavier), Joe Sullivan (Klavier), Joe Tarto (Tuba, Bass), Vic Berton und Chauncey Moorehouse (Drums), Adrian Rollini (Bass-Sax).


    Der Kornettist Ernest Loring "Red" Nichols (1905-1960) gehörte zu den Musikern, die nach 1931 an Bekanntheit verloren haben.. Bis dahin war er aber einer besten Kornettisten des so genannten "Chicago Jazz" gewesen. Er war einer der wenigen Kornettisten, die von Bix Beiderbecke her kamen und durchaus auch mit ihm an Format vergleichbar waren. Allerdings hatte er nicht die improvisatorische Kreativität eines Beiderbecke. Dafür spielte er vielleicht noch "reiner" als dieser.


    Nichols spielte in den 1920-er Jahren an rund 4000 Plattenaufnahmen mit, Eine unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, dass das Medium Platte und Radio noch in den Anfängen stand. Seine bekanntesten Bands waren die "California Rambler's" und dann bis zum Ende seiner Karriere seine "Five Pennies", die aber auch mal gerne 10 Musiker umfassen konnten.


    Nichols wirkte bei George Gershwins Musical "Strike up the Band" am 14.01.1930 mit. Er war auch danach noch aktiv, aber bis 1942 hatten ihn andere Kollegen übertroffen. Von 1942-1944 musste er sogar als Sideman in der Casa Loma Band mitwirken. Seine "Five Pennies" wurden zunächst aufgelöst. Nach dem Krieg, als der alte Jazz ein großartiges Revival bekam, was bis in die frühen 1960-er Jahre anhielt, kam es zur Neugründung der "Five Pennies".


    1959 kam der Film "Red Nichols & His Five Pennies in den Kinos heraus, der ihm ein erneutes Comeback beschieden hat. Der Film war allerdings derart idealisiert, dass man sich schon fragen musste, ob das nicht schon fast eine Art von Komödie sein sollte. Danny Kaye spielte die Hauptrolle, Louis Amrstrong, Bob Corsby, Bobby Troup und Barbara Bel Geddes traten in dem Film auf. Nichols spielte die Musik selbst ein, der Gesang stammte aber von Denny Kaye, der auch extra Kornett spielen lernte, so dass sein Spiel im Film tatsächlich recht echt aussah. Ich kenne den Film, daher kann ich das bestätigen.


    Nichols spielte sowohl mit einer exzellent besetzten Studioband , aber mit seiner eigenen Band die Musik ein. Zur eigenen Band wurden noch Benny Carter am Altsax und Drummer Shelly Manne dazu geholt, die mit Nichols nichts zu tun hatten.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

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