Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

Vom 7. Juni bis 14. Juni 2024, 17:00 Uhr, findet die 14. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme hier zu registrieren.
  • Scott Robinson: Scott Robinson plays the C-Melody from the Sky AD: vermutlich 2000

    Scott Robinson (C-Melody Sax) - Jon-Erik Kellso (Trompete, 11) - Larry Ham (Klavier, Orgel, 1,2,4,6,7,10,14,15) - Mark Shane (Klavier, Orgel (,8,9,11,13,16) - James Chirillo (Gitarre, 1,5-7) - Marty Grosz (Gitarre, ,3,8,9,13) - Greg Cohen (Bass, Bass Marimba - 3,8,9,13) - Klaus Suonsaaro (Drums) plus Streich-Quartett (2,7,12)

    Scott Robinson ist ein absoluter Spitzenmusiker, der fast kein Instrument spielen kann. In der Regel alle Instrumente der Sax-Familie bis zum Kontrabass-Saxophon runter. Dazu diverse Klarinetten, Flöte, Kornett, Trompete, Althorn und Tuba. Mit welchen Instrumenten er auftaucht, weiß niemand so genau.

    Hier spielt er ausschließlich das seltene C-Melody-Sax, welches vor allem von 1914-1930 gebaut wurde, etwa von Conn, Büscher, Martin, King und Selmer. In den 1960-er Jahren versuchte die französische Firma Vito einen erneuten Versuch, aber nach 21 Instrumenten gab man wieder auf. Heute werden sie von Billig-Firmen wieder gebaut, vor allem in China, aber auch Neuseeland hat eine Firma, die es wohl recht vernünftig baut.

    Es wurde vor allem im Jazz der 1920-er Jahre eingesetzt. Hier war der früh verstorbene Frankie Trumbauer der beste Musiker gewesen. Er beeinflusste damit Benny Carter und Coleman Hawkins, die ebenfalls auf einem C-Melody-Sax begonnen haben zu spielen, aber auch Lester Young. Trumbauer ist durch seine Aufnahmen mit Bix Beiderbecke bekannt geworden.

    Das Instrument liegt größenmäßig zwischen dem Altsax und Tenorsax, klingt aber mehr nach Altsax. Es ist, wie man sich denken kann, in "C" gestimmt. Das Altsax in Eb, das Tenorsax in B.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Das Verve-Album "Outside by the Swing" der japanischen Pianistin Chihiro Yamanaka

    (wenn man auf den Button klickt, der hier anstelle eines Coverbilds erscheint, gelangt man zur Amazon-Seite mit diesem Album)

    schenkte mir kürzlich mein Bruder. Er weiß um meine große Begeisterung für die vier japanischen Jazzmusikerinnen Toshiko Akiyoshi, Hiromi Uehera (die nur Hiromi genannt werden möchte), Miho Hazama und Senri Kawaguchi. Chihiro Yamanaka, die seit 2012 in New York City lebt, kannte ich bisher noch nicht. Was erstaunlich ist, denn der sie betreffende Wikipedia-Eintrag
    https://en.wikipedia.org/wiki/Chihiro_Yamanaka
    listet 30 (!) Alben auf, die unter ihrem Namen auf CD oder DVD erschienen sind.

    Die CD "Outside by the Swing" läuft bei mir heute erstmals - und ist verdammt gut!

    Die Besetzung:

    Chihiro Yamanaka - p
    Robert Hurst - b
    Jeff 'Tain' Watts - dr

    (rec. 13.-15. Mai 2005)

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Die CD "Outside by the Swing" läuft bei mir heute erstmals - und ist verdammt gut!

    Die Besetzung:

    Chihiro Yamanaka - p
    Robert Hurst - b
    Jeff 'Tain' Watts - dr

    Da hat sie sich aber auch mit einer großartigen Rhythmusgruppe zusammengetan. Die hatte schon bei Wynton Marsalis perfekt zusammengepasst.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Da hat sie sich aber auch mit einer großartigen Rhythmusgruppe zusammengetan. Die hatte schon bei Wynton Marsalis perfekt zusammengepasst.

    Aber absolut!

    Laut Wikipedia besteht ihr Trio einerseits aus Robert Hurst oder Larry Grenadier am Bass und andererseits aus Jeff 'Tain' Watts oder Jeff Ballard an den drums. Damit bedient sie sich sowohl bei Musikern aus der Marsalis-Ecke als auch bei Musikern, die früher mit Brad Mehldau zusammengearbeitet haben (bzw. im Falle von Ballard immer noch zusammenarbeiten). Das Ergebnis ist großartig.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Das Album von Chihiro Yamanaka habe ich in meinen alphabetisch sortierten Jazzregalen direkt neben meinen drei CDs des japanischen Pianisten Yosuke Yamashita aus den Jahren 1993, 1996 und 1997 einsortiert. Es passierte natürlich, was passieren musste: Diese wandern jetzt auch seit langem mal wieder in meinen CD-Schacht. Alle drei Alben sind in der Besetzung
    Yosuke Yamashita - p
    Cecil McBee - b
    Pheeroan akLafff - dr
    hinzu kommt jeweils ein Tenorsaxofonist: Joe Lovano bzw. Ravi Coltrane.

    Wie üblich sind CD-Veröffentlichungen aus dem 90er Jahren, die über das "Gängige" hinausgehen, mal wieder bei jpc nicht (mehr) gelistet, sodass ich auf Amazon verlinken muss. Auf den erscheinenden Button einfach nur klicken, dann gelangt man zur Amazon-Seite mit der jeweiligen Yosuke Yamashita-CD.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Laut Wikipedia besteht ihr Trio einerseits aus Robert Hurst oder Larry Grenadier am Bass und andererseits aus Jeff 'Tain' Watts oder Jeff Ballard an den drums. Damit bedient sie sich sowohl bei Musikern aus der Marsalis-Ecke als auch bei Musikern, die früher mit Brad Mehldau zusammengearbeitet haben (bzw. im Falle von Ballard immer noch zusammenarbeiten). Das Ergebnis ist großartig.

    Mit Sicherheit. Das ist aber normal inzwischen, dass noch eine Zweitbesetzung vorhanden ist. Ich spiele z.B. in der Regel mit vier Klarinettisten/Saxophonisten zusammen, je nachdem, was es für eine Veranstaltung ist, bzw. wer Zeit hat. Allerdings habe ich für jeden Part mindestens eine Vertretung parat, sogar für mich selbst. Dazu kommen noch weitere Kollegen, es kommt halt auch auf den Stil an.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Das ist aber normal inzwischen, dass noch eine Zweitbesetzung vorhanden ist.

    Das kann ich mir (als Nichtmusiker) denken. Nicht jeder Mitstreiter einer bestimmten Formation hat immer Zeit für diese Formation.

    sogar für mich selbst

    Echt? Aber ist ja eigentlich auch logisch. Auch Du kannst mal plötzlich krank werden, und wenn dann Deine Gruppe trotzdem auftreten soll, bedarf es einer Person, die Deinen Part übernimmt.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Echt? Aber ist ja eigentlich auch logisch. Auch Du kannst mal plötzlich krank werden, und wenn dann Deine Gruppe trotzdem auftreten soll, bedarf es einer Person, die Deinen Part übernimmt.

    So ist es. Gerade im Dezember musste sogar die Reserve der Reserve antreten, weil der Vertreter selbst einen Auftritt hatte. :D

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Zu dem Album "Canvas in Vigor" von Yosuke Yamashita, das gerade bei mir läuft, möchte ich noch anmerken, dass ich kein anderes Album kenne, auf dem Ravi Coltrane so sehr wie sein Vater klingt.

    Die Besetzung:

    Yosuke Yamashita - p
    Ravi Coltrane - ts, ss on tracks 4, 5, 6, 8 + 9
    Cecil McBee - b
    Pheeroan akLafff - dr

    (rec. 12. und 13.5.1996 in New York City)

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Yosuke Yamashita - p

    hast Du (oder sonst wer) mehreres mit ihm :?: ich bisher bloß sein Duo-Album aus den 70ern** mit dem (inzw. verstorbenen) österr. Bassisten Adelhard Roidinger - wird eigentl. Zeit, dass sich das ändert . . .

    **seinerzeit in einem Studio in Offenbach entstanden; was sich dort heute wohl befinden mag - Möbellager oder Discounter, schätz ich mal, oder längst abgerissen . . .

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott' Werner Schneyder Es ging aus heiterem Himmel um Irgendwas. Ich passte da nicht rein. Die anderen aber auch nicht. FiDi über die Teilnahme an seiner ersten (und letzten) Talkshow

  • Das Ehepaar Omar Hakim (dr) und Rachel Z (p) bildet ein gemeinsames Trio: The Trio of OZ. Als Dritte im Bunde ist Bassistin Maeve Royce mit an Bord. Es gibt bisher nur ein Album. Dieses läuft jetzt bei mir:

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Weiter geht es mit einer anderen Trio-Scheibe der Ehefrau von Omar Hakim: "First Time I saw your Face":

    Rachel Z - p
    Nicki Parrott - b
    Bobbie Rae - dr

    (rec. 4. und 5.4.2003)

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • **seinerzeit in einem Studio in Offenbach entstanden; was sich dort heute wohl befinden mag - Möbellager oder Discounter, schätz ich mal, oder längst abgerissen . . .

    Ich glaube, ich kenne das Studio. Es existiert schon lange nicht mehr, aber es passt dort kein Lager oder Discounter rein. Dort haben auch Boney M. ihre Platten aufgenommen. Ich tippe zumindest auf das Studio. Sicher bin ich mir nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • **seinerzeit in einem Studio in Offenbach entstanden; was sich dort heute wohl befinden mag - Möbellager oder Discounter, schätz ich mal, oder längst abgerissen . . .

    Ich glaube, ich kenne das Studio. Es existiert schon lange nicht mehr, aber es passt dort kein Lager oder Discounter rein. Dort haben auch Boney M. ihre Platten aufgenommen. Ich tippe zumindest auf das Studio. Sicher bin ich mir nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch.

    Boney M. ist richtig

    https://www.discogs.com/de/label/285852-Europasound-Studios

    Das Studio befand sich wohl entweder in der Rathausgasse oder in der Rathenaustraße 27 (Quelle). Laut letzterer Quelle ist es bereits Anfang der 1980er verzogen.

  • Boney M. ist richtig

    Das weiß ich, danke. Rathausgasse stimmt. Ich kann dort hin laufen. Die Pizzeria, in der Boney M. immer gegessen hatte, liegt bei mir um die Ecke. Dort esse ich selbst oft. ;)

    Laut letzterer Quelle ist es bereits Anfang der 1980er verzogen.

    Danke. Ja, es war irgendwann mal weg. Ein Kumpel wohnte dort schräg gegenüber. Das Haus stand aber länger noch.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

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    Gunhild Carling und ihre Familie/Freunde sind schon eine einmalige Geschichte. Sie spielt vom Kornett bis zum Dudelsack so ziemlich alle Instrumente und das auch noch verdammt gut. Alles oft überdreht, aber sie braucht das irgendwie. Als Live-Auftritt ist das schon extrem klasse, auch wenn es hier kein Publikum gibt, da während der Corona-Zeit als "Carling Darlings" oftmals nur "Hausmusik via Live-Stream" möglich war.

    Alles sind Freund evon Gunhild oder ihrer Tochter Idun, alle wohnen zusammen in den Staaten, daher war das machbar. Wenn man überlegt, wie jung hier einige der Kollegen sind, kann man nur den Hut ziehen vor allen Musikern.

    Rassenhass gibt es auch überhaupt nicht, wie man sehen kann. Da spielen Menschen indischer, jüdischer, schwedischer, italienischer Herkunft miteinander. Sie feiern übrigens auch öfter mal zusammen. Ich finde das entspannend und einfach nur klasse.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Roy Eldridge : Swing goes to Dixie AD: 03.Juni 1956, New York

    Roy Eldridge (Trompete) - Benny Morton (Posaune) - Eddie Barefield (Klarinette) - Dick Wellstood (Klavier) - Walter Page (Bass) - Jo Jones (Drums)

    Benny Morton wurde vor allem in der Band von Count Basie bekannt. Eddie Barefield sollte auch noch im hohen Alter in der Bigband von Illinois Jacquet auf dem Berliner Jazzfest 1987 zu hören sein. Da bereits hoch in den 70-er Jahren als Tenorist, Klarinettist und Musikalischer Leiter der Band. Dick Wellstood war aus den jungen Musikern hervorgegangen, die in den späten 1940-ern und frühen 1950-ern dem alten jazz zu einer zweiten Blüte verholfen haben. Leider ist er bereits früh verstorben. Walter Page und Jo Jones kenne alle Jazzfreunde als "magisches Trio" mit Gitarrist zusammen, die bei Count Basie für den berühmten "Basie-Sound" gesorgt haben.

    Das ist kein Abklatsch der leider oft zu sehr verunglimpften Dixieland-Musik, die man gerade in Deutschland zu oft in Bierzelten geboten bekommen hat. Hier wird vital gespielt, Jo Jones spielt weitaus kraftvoller als zu seiner Zeit bei Count Basie, Wellstood spielt ein exzellentes Stride Piano a la Fats Waller. Damals wäre auch kein Dixieland-Trompeter auf die idee gekommen, so stürmisch Trompete zu spielen wie es nur Roy konnte.

    Wer sich die Einzel-CD anschaut, wird noch sechs Bonus-Tracks bekommen, die aber absolut nichts mit der Original-LP zu tun haben. Diese Aufnahmen stammen vom 04.02.1955. Außer Eldridge spielen völlig andere Musiker mit.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Roy Eldridge: Little Jazz AD: 15.Sept. 1954, New York

    Roy Eldridge (Trompete) - Oscar Peterson (Klavier) - Herb Ellis (Gitarre) - Ray Brown (Bass) - Buddy Rich (Drums)

    Roy Eldridge (1911-1989) war das Bindeglied zwischen Swing und Bop, aber er war auch viel mehr als nur das. Er war ein immer "battle-bereiter" Trompeter, der jeden Trompeter bei jeder Session an die Wand spielen wollte. Der recht kleine "Little Jazz" hat seinen Spitznamen nicht ohne Grund bekommen. Auf der einen Seite ein Musiker, der genau wusste was er wollte, aber auf der anderen Seite ein Musiker, der auch aus dem Rahen gefallen ist.

    Er war gerade in den jüngeren Jahren kein so angenehmer Mensch, aber er war zuverlässig und pünktlich, wenn nicht gerade eine Battle irgendwo stattfand. Hörte er auch nur einen Trompeter spielen, war er mit seiner Trompete zur Stelle um sich mit ihm zu messen - und er verlor nur sehr selten. Er spielte sie alle an die Wand, und er konnte lange, laut und hoch spielen.

    Dass er auch anders konnte, hat einige Jahre gedauert. Doch er wurde zum großen Vorbild vieler seiner jüngeren Kollegen. Dazu gehörten Charlie Shavers, der dann später ein guter Freund wurde und seinen eigenen Stil entwickelte, der aber auch die Vielseitigkeit eines Eldridge besaß, da waren noch solche Trompeter wie Dizzy Gillespie, Johnny Letman, Shad Collins, Joe Newman, Fats Navarro und selbst Miles Davis, die ihn bewunderten.

    Er wurde von Louis Armstrong, aber auch Jabbo Smith, dem um 1929 absolut ebenbürtigen Trompeter, der sich dann durch Alkohol und unkluge Entscheidungen selbst ins Abseits gestellt hatte. Doch er hörte vor allem den Saxophonisten zu. Auch verlegte er die Phrasierung nicht mehr auf den Beat, sondern spielte mehr hinter dem Beat. Er ging da einen Schritt weiter als sein Kollege Henry "Red" Allen, der dies bereits in Ansätzen praktizierte. Eldridge selbst sagte aber aus, dass er nicht von Allen her kam, viele Kritiker und Kollegen sahen das anders, auch ich gehöre dazu.

    Er wurde vor allem bei Teddy Hill bekannt, als er zusammen mit Musikern wie Kenny Clarke (ja, DER Kenny Clarke), Dickie Wells und Chu Berry zu den wichtigsten Solisten gehörte. 1935, kurz vor der anstehenden Europatournee der Band, verließ er Hill. Sein Nachfolger wurde ein anderer, blutjunger Trompeter. Sein Name: John Birks "Dizzy" Gillespie.......1941-1943 + 1949 spielte er bei Gene Krupa, 1944-1945 bei Artie Shaw.

    Ab 1945 tourte er vor allem mit JATP um Norman Granz durch die USA, bzw. die ganze Welt. 1950 ging er mit Benny Goodman auf Europatournee, blieb in Paris hängen, kehrte aber 1951 zurück. Zwischen den Tourneen mit JATP tourte er mit Coleman Hawkins, Sonny Stitt oder Ben Webster, leitete aber auch immer mal wieder kurz eigene Bands. 1963-1965 tourte er mit Ella Fitzgerald, aber beide waren sehr eifersüchtig aufeinander. Das gleiche Problem gab es bereits mit der Sängerin Anita O'Day, als er mit ihr zusammen bei Krupa spielte und sang.

    Ab etwa 1971 wirkte er bis zu seinem Rückzug vor allem im "Jimmy Ryan's", indem er mehr Dixieland, aber auch Swing spielte. Als Norman Granz wieder aktiv wurde (nun mit seinem Label Pablo), wirkte er erneut auch bei zahlreichen Tourneen und Aufnahmen mit. 1980 zog er sich als Trompeter zurück, nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte,sang aber gelegentlich als Gast noch im Jimmy Ryan's, dessen Band er zuvor an den Trompeter Spanky Davis abgab. Davis ist ein weiterer großer Verehrer von Roy Eldridge gewesen.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • https://www.amazon.de/Complete-Trumpet-Kings-Battle-Gillespie/dp/B0006B0YQ8/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=1L6WCGKB5KXCM&dib=eyJ2IjoiMSJ9.mqQR9rZBfP-oqZ8Wigvqknjsav27tH_cZKKE7ObdH48_AClUA_T35nTrrG9yTlgjvFw5o6SQtLg9civAXURg_79ryHbBdDN4KXFo7GQ4w9Lg77xFJNPDWzQ3kHZHrBorU79sk8xki8LodNM5r_KIircBSJVcsbUSscg0q9GbDRJilL9Nh8c_HkiBPR0q0XZQti8wYYT6xA8k1b6KQZahxMarr7XYEZrCr6vl82ojYvQ.SggLJg1f_otWHKgXXhupSFqmKxCAFeDYYbqpQosR-HQ&dib_tag=se&keywords=complete+trumpet+kings+battle&qid=1705654230&sprefix=complete+trumpet+kings+battle%2Caps%2C89&sr=8-1

    Dizzy Gillespie/Roy Eldrdige : Complete Trumpet Kings Battle AD: 29.10.1954, Los Angeles

    Die CD besteht aus den beiden Einzel-LPs "Trumpet Battle" (auch "Roy and Diz") und "the Trumpet Kings" und damit alle Studioaufnahmen der beiden fünf Giganten. Beide CDs wurden auch unter anderen Namen verkauft, etwa "Roy and Diz", etwa auf meinem Posting von gestern auf der Doppel-CD.

    Roy Eldridge & Dizzy Gillespie (Trompeten, Gesang) - Oscar Peterson (Klavier) - Ray Brown (Bass) - Herb Ellis (Gitarre) - Louie Bellson (Drums)

    Beide singen nur auf einer einzigen Nummer, es wird tatsächlich verdammt gut und auch miteinander musiziert. Norman Granz gab ihnen die bestmögliche Rhythmusgruppe dazu, mit der klaren Anweisung, die beiden Musiker tatkräftig zu unterstützen. Deshalb spielte auch z.B. Louie Bellson Schlagzeug und nicht der oftmals egozentrische Buddy Rich. Rich und Eldridge konnten nicht gut miteinander, was Granz natürlich wusste.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

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