Stanley Kubrick - "Ein Rätsel will ich bleiben ....."

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  • Stanley Kubrick - "Ein Rätsel will ich bleiben ....."


    Stanley Kubrick hat noch keinen eigenen Thread - und den hat er durchaus verdient, deswegen habe ich diesen Beitrag aus einem anderen Thread hierher kopiert. Wie haltet Ihr es mit Kubricks Filmen?


    Spartacus ist für mich beispielsweise immer noch ein absoluter Klassiker




    Ich habe Eyes Wide Shut noch als einen großartigen, eindrucksvollen und teilweise beklemmenden Film, nicht nur handwerklich gelungen, in Erinnerung.


    Den Film fand ich nicht berauschend - insbesondere den Schluss nicht: Der geht völlig an der Vorlage vorbei und bietet ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende für den Teil des Publikums der eine eingänge, einfache Lösung bervorzugt. Außerdem lässt er so einiges andere aus: Teile der Traumbeschreibungen, die für das Verständnis der Novelle wesentlich sind.


    Abgesehen davon ist Tom Cruise in der Rolle einfach eine Fehlbesetzung.


    Ansonsten schätze ich Kubrick sehr - aber "Eyes wide shut" gehört meiner Meinung nach nicht zu seinen stärksten Werken!





    :wink: :wink: :wink:


    Christian

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • Außerdem lässt er so einiges andere aus: Teile der Traumbeschreibungen, die für das Verständnis der Novelle wesentlich sind.

    Vielleicht würde ich ich Eyes Wide Shut kritischer bewerten, wenn mir die Novelle bekannt wäre (das alte Thema "Literaturverfilmungen"...). Was ich bei Kubrick besonders spannend finde, ist der Einsatz von Musik, oft aus dem Bereich der Klassik: So Werke von R. Strauss, J. Strauß und György Ligeti in 2001 - Odyssee im Weltraum und erneut Ligeti (aus der Musica Ricercata) in Eyes Wide Shut: ähnlich wie bereits die Händel-Passacaglia in Barry Lyndon eine ostinate Figur leitmotivisch eingesetzt.


    Als ich Uhrwerk Orange seinerzeit kennenlernte, hatte ich den Eindruck, daß die Bilder in ihrer Brutalität sich geradezu auf in der Musik selbst Enthaltenes (hier: Beethoven, 9. Symphonie) berufen konnten, die Musik also nicht nur ornamental eingesetzt wurde. Ich erinnere mich noch an die Assoziation von Marschmusik aus der Neunten mit einem Wehrmachtsauftritt o. ä., das fand ich schwer beeindruckend (Es könnte sein, daß mir das heute abgeschmackt erschiene.)


    Auch den Bartók-Bezug (Musik für Saiteninstrumente...) in Shining fand ich faszinierend.


    Damit habe ich vermutlich alle Kubrick-Filme erwähnt, die ich mal gesehen habe (halt: Dr. Seltsam fehlt noch). Das liegt allerdings alles Jahre zurück und ich weiß nicht, ob ich bei erneutem Sehen zu den gleichen Ergebnissen käme.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann


  • Als ich Uhrwerk Orange seinerzeit kennenlernte, hatte ich den Eindruck, daß die Bilder in ihrer Brutalität sich geradezu auf in der Musik selbst Enthaltenes (hier: Beethoven, 9. Symphonie) berufen konnten, die Musik also nicht nur ornamental eingesetzt wurde. Ich erinnere mich noch an die Assoziation von Marschmusik aus der Neunten mit einem Wehrmachtsauftritt o. ä., das fand ich schwer beeindruckend (Es könnte sein, daß mir das heute abgeschmackt erschiene.)


    Ich habe den Film nur einmal vor langer Zeit gesehen. Die Intention im Roman von Burgess ist aber m.E. ganz sicher umgekehrt: Das "positiv humane" an Alex war seine Liebe zur Musik Beethovens und genau dies wird ihm in der "Therapie" genommen, weil sie mit den brutalen Abschreckungsbildern und der Droge zusammen eingesetzt wird. Die Musik wird demnach keineswegs ornamental eingesetzt, aber die von Dir geschilderte Assoziation ist, jedenfalls vom Roman aus gesehen, verkehrt.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Vielleicht würde ich ich Eyes Wide Shut kritischer bewerten, wenn mir die Novelle bekannt wäre (das alte Thema "Literaturverfilmungen"...). [...]

    Bitte nicht!


    Diese völlig verschiedenen Welten lassen sich einfach nicht vergleichen. Ich habe es inzwischen aufgegeben, die literarische Vorlage unmittelbar vor oder nach der Betrachtung des einschlägigen Films zu lesen.


    Warum?


    Weil dies i.d.R. nur mit einer herben Enttäuschung verbunden war. Der letzte Anlauf, den ich diesbezüglich unternommen hatte, war Philip Roth und seinem "Der menschliche Makel" gewidmet. Grandios gescheitert.



    :fee:


    Jean, der Eulen nach Athen trägt...

    "You speak treason" - "Fluently"
    "You've come to Nottingham once too often!" - "When this is over my friend, there'll be no need for me to come again!"

  • Zitat

    Die Musik wird demnach keineswegs ornamental eingesetzt, aber die von Dir geschilderte Assoziation ist, jedenfalls vom Roman aus gesehen, verkehrt.

    Ich kenne den Roman nicht. Es mag aus der Sicht des Romans zutreffen. Der Perspektive des Films nach, neige ich aber eher zu Gurnemanz Eindruck, was die z.Tl .die Musik Beethovens betrifft.... Die Frage nach Gewaltätigem in Beethovens Musik wäre u.U. einen eigenen Thread wert (nicht bloß das Finale der 9. sondern auch z.B. 1. Satz der 3., Finale der 5., Finale vom Fidelio.. .)
    :wink:

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Kubrick gehört m. E. zu den großen Filmemachern, da er zwar wenige, aber sehr unterschiedliche Filme mit völlig eigenem Charakter geschaffen hat.


    Ich selbst kann mich relativ wenig mit 2001 oder Shining anfreunden. Meine Favoriten sind A Clockwork Orange (bei aller Umstriitenheit) und an erster Stelle Eyes Wide Shut. Letzterer ist auf eine gewisse Art konventionell, aber doch nicht ganz... die langsame Entwicklung finde ich sehr spannend. Ich kann verstehen, wenn manche ihn langweilig finden. Aber mich spricht der Film an. Die literarische Vorlage... ich denke, die diente nur der Inspiration. Unterschiede würde ich daher nicht als "Fehler" deuten, es sind einfach zwei unabhängige Werke.


    :wink: maticus


    P.S. Uppps... der Thread ist ja nicht mehr ganz aktuell...

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    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten



  • Vor allem "Eyes wide SHUT" ist (trotz Tom Cruise) ist ein zu Unrecht kritisiertes Meisterwerk. Trotz Zeit- und Ortverlegung kenne ich keine Schnitzlerverfilmung welches dieses "Lebensgefühl oder was auch immer (Schnitzlerfeeling)" so überzeugend darstellt. Kritiker und Zuschauer hatten sich einen Erotikfilm oder zumindest Sexfilm erwartet, seither hat er diesen schlechten Ruf. Das einzig Traurige ist, das Kubrick nicht mehr den definitiven Soundmix überwachen konnte und eventuelle Schnittänderungen in letzter Sekunde waren bei ihm auch keine Seltenheit. Somit für mich irgendwie ein Fragment. Über die anderen Kubrick Filme braucht man gar nicht diskutieren. Wenn man 2001 langweilig findet, da man sich heutzutage nicht mehr in die Sehgewohnheiten der damaligen Zeit zurückverstzen kann.-GUT, aber jeder der diese Tricks, Einstellungen, Musikverwendung etc... sieht muss zugegeben dass er eines der allerbesten Werke der Filmgeshcichte vor sich hat. Außerdem einer der wenigen Weltraumfilme mir Stille im Weltall. So wie es realistisch ist - im Gegensatz zu Star Wars und anderen Machwerken welche es ohne Kubrick gar nicht geben würde. ICh bin auch erst 35 konnte aber bei 2001 nicht eine Minute meine Augen vom Bildschirm abwenden.

  • Wenn man 2001 langweilig findet, da man sich heutzutage nicht mehr in die Sehgewohnheiten der damaligen Zeit zurückverstzen kann.-GUT

    Naja, ich finde, so einfach kann man das auch nicht sagen. Ich mag viele Stummfilme, oder Filme aus den 40er oder 50er Jahren, kann aber mit 2001 herzlich wenig anfangen, egal wie toll die Effekte waren. Ausserdem, in den 60er Jahren (in der 2001 gedreht wurde) gab es durchaus auch schrille und laute Komödien etc., und Weltraumfilme, die lauter waren. Nicht zu vergessen Raumschiff Enterprise, wo auch gerne mal herumgeschossen wurde.
    Die Grundhandlung von 2001 ist für mich persönlich z.B. recht langweilig: böser Computer macht sich selbstständig und tötet Menschen. Es gibt tolle Bilder, gar keine Frage, aber auf die Dauer finde ich das auch ermüdend, weil man sich irgendwann daran satt gesehen hat und auch einmal etwas von der Geschichte sehen möchte.
    Die anderen Kubrick-Filme (bis auf Barry Lyndon) finde ich großteils sehr gut.

  • Vor allem "Eyes wide SHUT" ist (trotz Tom Cruise) ist ein zu Unrecht kritisiertes Meisterwerk.


    Was mich bei dieser Verfilmung am meisten stört, ist der Schluss, der eine einfach "Friede-Freude-Eierkuchen-Lösung" für das Geschehen liefert, die es in dieser Form nicht gibt. Natürlich hat ein Regisseur die Lizenz von der Vorlage abzuweichen, aber überzeugend ist der Schluss nicht, auch wenn der Regisseur Kubrick heißt.


    :wink: :wink:


    Christian

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • Natürlich hat ein Regisseur die Lizenz von der Vorlage abzuweichen, aber überzeugend ist der Schluss [von Eyes Wide Shut] nicht, auch wenn der Regisseur Kubrick heißt.

    Ob der Schluß tatsächlich von Kubrick ist?
    Ich bin zwar sowohl Kubrick- als auch Schnitzler-Fan, habe es aber nie geschafft, Eyes Wide Shut bis zum Ende mir anzuschaun. Deshalb kann ich über den Schluß an sich nichts sagen, aber ich tue es mir schwer, den Film in den Kubrick-Kanon zu integrieren.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Ob der Schluß tatsächlich von Kubrick ist?


    Gute Frage. Der ist aber definitiv zu platt, von wem auch immer er ist ;+)


    Ehrlich gesagt: gewundert habe ich mich immer, dass Kubrick hier einen so konventionellen Schluss fabriziert haben sollte.

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    Cato der Ältere

  • Gute Frage. Der ist aber definitiv zu platt, von wem auch immer er ist ;+)


    Ehrlich gesagt: gewundert habe ich mich immer, dass Kubrick hier einen so konventionellen Schluss fabriziert haben sollte.


    Ich finde den Schluß nur mäßig konventionell - immerhin läßt er doch eine Frage offen, nämlich wie die Maske in die Wohnung des Ehepaares kommt und ob das bedeutet, daß sie ebenfalls auf der Orgie war. Ob das am Ende eine Versöhnung ist oder einfach nur die Erkenntnis, daß die Ehe tatsächlich kaputt ist, bleibt m. E. ebenfalls offen (es ist schon etwas her, daß ich den Film gesehen habe, insofern kann ich mich bei Details durchaus irren). Und wenn man gerade über diese Fragen grübelt, setzt der Nachspann mit dem Schosti-Walzer ein, und der Kreis schließt sich. Ich finde das Ende sehr gelungen!


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Ich finde den Schluß nur mäßig konventionell - immerhin läßt er doch eine Frage offen, nämlich wie die Maske in die Wohnung des Ehepaares kommt und ob das bedeutet, daß sie ebenfalls auf der Orgie war. Ob das am Ende eine Versöhnung ist oder einfach nur die Erkenntnis, daß die Ehe tatsächlich kaputt ist, bleibt m. E. ebenfalls offen (es ist schon etwas her, daß ich den Film gesehen habe, insofern kann ich mich bei Details durchaus irren). Und wenn man gerade über diese Fragen grübelt, setzt der Nachspann mit dem Schosti-Walzer ein, und der Kreis schließt sich. Ich finde das Ende sehr gelungen!


    Ich müsste den Film wieder einmal sehen, dann kann ich dazu etwas schreiben ;+)


    :wink: :wink:


    Christian

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    Cato der Ältere

  • Hi


    Vielleicht sollte die Diskussion um und über Kubrick in "seinem" Thread geführt werden:


    http://www.capriccio-kulturfor…raetsel-will-ich-bleiben/


    Kubricks Filme sind für mich deshalb "Meilensteine" weil sie in den jeweiligen Genres - SciFi, Historien, Kriegsfilm etc. - Massstäbe gesetzt haben, an denen man, sei es als Macher, sei es als interessierter Betrachter, nicht herumkommt. Teilweise haben sie das Genre neudefiniert, teilweise aber auch zu einer bis dahin nicht erreichten Perfektion geführt.


    Was aber nicht bedeutet, dass man jeden mögen muss !?


    VG Bernd

  • Ich finde den Schluß nur mäßig konventionell - immerhin läßt er doch eine Frage offen, nämlich wie die Maske in die Wohnung des Ehepaares kommt und ob das bedeutet, daß sie ebenfalls auf der Orgie war. Ob das am Ende eine Versöhnung ist oder einfach nur die Erkenntnis, daß die Ehe tatsächlich kaputt ist, bleibt m. E. ebenfalls offen (es ist schon etwas her, daß ich den Film gesehen habe, insofern kann ich mich bei Details durchaus irren). Und wenn man gerade über diese Fragen grübelt, setzt der Nachspann mit dem Schosti-Walzer ein, und der Kreis schließt sich. Ich finde das Ende sehr gelungen!


    LG :wink:


    Ob nun von Kubrick oder nicht, empfinde ich den Schluß auch sehr gelungen. Für mich eher das typische Zusammenraufen (des Kindes willen?) und somit sehr realistisch. Frauen und Männer verzeihen sich auch nur um der Gewohnheit willen so einiges. Meiner Meinung nach gäbe es kaum einen realistischeren Schluss. Wirkt schon sehr nach Kubrick, zumindest hat er diesen Schluss gedreht und in Erwägung gezogen.


    und wie bereits gesagt: Der Kreis schließt sich am Schluss. Der Film könnte von vorne wieder beginnen!

  • Moin Merkatz,

    Die Grundhandlung von 2001 ist für mich persönlich z.B. recht langweilig: böser Computer macht sich selbstständig und tötet Menschen.

    Ist das wirklich für Dich der Inhalt ("Grundhandlung") von 2001? Das erklärt natürlich Dein negatives Urteil über diesen grandiosesten aller grandiosen Sci-Fi-Filme ;+) .


    :wink: Andreas

  • Kubricks Filme sind für mich deshalb "Meilensteine" weil sie in den jeweiligen Genres - SciFi, Historien, Kriegsfilm etc. - Massstäbe gesetzt haben, an denen man, sei es als Macher, sei es als interessierter Betrachter, nicht herumkommt. Teilweise haben sie das Genre neudefiniert, teilweise aber auch zu einer bis dahin nicht erreichten Perfektion geführt.

    Bei "Barry Lyndon" und bei "Shining" kann ich das nicht so ganz nachvollziehen.


    Barry Lyndon gefiel mir in erster Linie deswegen, weil auf Kunstlicht verzichtet wurde, und nur Kerzen für die Beleuchtung sorgten.


    Shining mag ich sehr gerne, mir ist auch egal ob es vom Roman (den ich ebenfalls gelesen habe) abweicht. Ich mag Nicholson (auch wenn er für mich mit seinem Grinsen von anfang an irgendwie "verrückt" wirkt), ich mag die tollen Kamerafahrten mit der Steadycam durch das Hotel, und natürlich auch die klaustrophobischen Kameraeinstellungen etc.


    Andererseits gab es tolle und ungewöhnliche Kameraeinstellungen und -winkel schon bei Hitchcock und anderen Regisseuren, auch tolle Horrorfilme gab es. Deswegen weiß ich nicht ganz, inwiefern der Film neue Maßstäbe gesetzt hat.


    Ist das wirklich für Dich der Inhalt ("Grundhandlung") von 2001? Das erklärt natürlich Dein negatives Urteil über diesen grandiosesten aller grandiosen Sci-Fi-Filme ;+) .

    Gut, ich mag Sci-Fi-Filme generell nicht, damit fängts ja schon an. Aber im Grunde gibt es nicht viel Story, es gibt auch sehr wenig Dialoge, hauptsächlich tolle Bilder und Effekte, zweifellos.
    Bei 2001 bin ich mir oft auch nicht sicher, ob viele ihn nicht in erster Linie deswegen verehren, weil er von Kubrick ist, und weil soviele darüber reden. Wäre der Film heute so populär, wenn er von jemand anderem gedreht worden wäre, den man nicht oder nur wenig kennt?

  • Gut, ich mag Sci-Fi-Filme generell nicht, damit fängts ja schon an. Aber im Grunde gibt es nicht viel Story, es gibt auch sehr wenig Dialoge, hauptsächlich tolle Bilder und Effekte, zweifellos.
    Bei 2001 bin ich mir oft auch nicht sicher, ob viele ihn nicht in erster Linie deswegen verehren, weil er von Kubrick ist, und weil soviele darüber reden. Wäre der Film heute so populär, wenn er von jemand anderem gedreht worden wäre, den man nicht oder nur wenig kennt?


    Ich glaube, dass es sich andersherum verhält. Nicht zuletzt 2001 wird Kubricks Ruhm begründet haben. Der Film war in seiner Zeit sicherlich was Neues (z.B. die Darstellung der künstlichen Schwerkraft) und hat wahrscheinlich einen neuen Maßstab für SF-Filme gesetzt. Das Ende ist überraschend und rätselhaft. Und ich finde, die Bilder haben noch nicht viel Staub angesetzt. Die Eingangssequenz mit den Affen fällt für mich am Meisten ab.


    Beim Hauptteil des Films hat man zunehmend weniger Dialog & Handlung. Vielleicht besteht ein Großteil des Rätselhaften eben in Lücken. Insofern kann man den Film langatmig finden, aber mich packt er nicht erst mit der bildgewaltigen Schlusssequenz ab dem (sicher nicht sehr überzeugend motivierten) Flug mit der Kapsel auf den Jupiter.


    Wenn ich 2001 mit dem ja nur einige Jahre älteren und m.E. auch noch recht gut ansehbaren Forbidden Planet vergleiche, dann gelingt hier die Illusion einer völlig anderen Welt (u.a. durch Verzicht auf dramaturgische Konventionen) deutlich besser.

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • Kubrick, Nixon und der Mann im Mond - das Rätsel ist gelöst

    Ich habe es doch immer geahnt und jetzt wissen wir auch, weshalb Kubrick zurückgezogen, eingebunkert seinen Landsitz in England nur äußerst selten verlassen hat, ;) .


    https://www.youtube.com/watch?v=acvuCzoaYvE


    Glaubwürdige Zeugen sind u.a. Jack Torrance, David Bowman, Ambrose Chapel, Eve Kendell (seinerzeit übrigens Praktikantin im Weißen Haus) und natürlich der böse Bube Colonel George Kaplin. Das alles ist einfach genial.


    :megalol: https://www.youtube.com/watch?v=_o27Bncb9is

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