Welche sind eure drei Lieblingslieder?

  • Wieso nicht?


    ach, das war mal Thema in einem anderen Forum ;+)


    Aber wenn das so ist, dann nenne ich noch drei Chorwerke - was mindestens genau so schwer ist wie Sololieder ...


    Max Reger: Motette O Tod, wie bitter bist du
    Josef Rheinberger: Abendlied (Bleib bei uns, denn es will Abend werden)
    Anton Bruckner: Ave Maria

    Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."

  • Wenn es Chorlieder und keine Chorwerke sein sollen, dann


    Nachthelle D892
    Grab und Mond D893
    Ständchen D920

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Klingt sehr traurig.

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Eigentlich wollte ich die Sache ja auf sich beruhen lassen, aber die letzten Beiträge veranlassen mich dann doch, noch einmal in die Tasten zu greifen. In meinem Beitrag (Nr. 18) sprach ich vom "Feuerreiter" von Hugo Wolf. Da hatte mich dann die Antwort von Magus etwas stutzig gemacht, denn er sagt : "...einst selber im Schulchor gesungen", weshalb ich den Verdacht nicht los wurde, dass er diesen Feuerreiter vielleicht mit jenem von Hugo Distler verwechselt. Der ist nämlich für Chor komponiert, der von Hugo Wolf aber für Singstimme mit Klavier, also ein "klassisches" Kunstlied.
    Wenn nun aber schon auch das Chorlied hier einbezogen werden kann und soll (hatte ich nicht so verstanden), dann darf ich den Feuerreiter von Distler auch sehr wohl zu meinen Lieblingsstücken zählen - obwohl: Das ist eigentlich schon ein bisschen mehr als ein Chor-"Lied", eher ein ziemlicher Brocken mit beträchtlichen Schwierigkeiten für alle Ausführenden. Dasselbe gilt übrigens auch für das von Philbert genannte "Grab und Mond", obwohl er ja schon den Unterschied zwischen Chorlied und Chorwerk betont, was in diesem Zusammenhang natürlich sehr wichtig ist. Also ich bin schon der Meinung, dass "Grab und Mond" eher ein Chorwerk als ein Chorlied ist; die relativ geringe zeitliche Ausdehnung wäre mir da als Argument etwas zu wenig.
    Wenn ich nun noch drei Titel nennen darf, die nach meinem Verständnis noch unter dem Begriff "Chorlied" laufen lönnen und die ich ganz besonders mag, dann wären das:
    1) "Die Rose stand im Tau" von Robert Schumann (für Männerchor - wie übrigens die drei von Philbert genannten Schubert-Stücke auch),
    2) "Waldesnacht" von Johannes Brahms (allerdings trotz der strophischen Anlage schon hart an der Grenze vom Chor-"Lied"!), und
    3) "Frühlingsahnung" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
    In spätere Zeiten (2. Hälfte 19. JH./20. Jh.) möchte ich im Hinblick auf die Einschränkung auf den Begriff "Lied" eigentlich nicht gehen, obwohl mir das als eingefleischter Chorfan ziemlich weh tut. Halt - doch: Da fallen mir noch einige der Volkslied-Bearbeitungen von Max Reger ein.


    Viele Grüße,
    harry

  • 1) "Die Rose stand im Tau" von Robert Schumann (für Männerchor - wie übrigens die drei von Philbert genannten Schubert-Stücke auch),


    Oh ja - wenn es denn Männerchorlieder sein sollen, dann:


    1) Franz Schubert: Nachtgesang im Walde D 913
    2) Robert Schumann: Die Rose stand im Tau op. 65 Nr. 1
    3) Peter Cornelius: Der alte Soldat


    Wobei von Franz Schubert auch die "Nachthelle" viel für sich hat ... wie auch das "Ständchen" ...


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Da hatte mich dann die Antwort von Magus etwas stutzig gemacht, denn er sagt : "...einst selber im Schulchor gesungen", weshalb ich den Verdacht nicht los wurde, dass er diesen Feuerreiter vielleicht mit jenem von Hugo Distler verwechslt. Der ist nämlich für Chor komponiert

    lieber harry,


    oh man...das stimmt...Du hast Recht: Hugo Distler.


    Ist aber bei mir auch schon 30 Jahre her :schaem:


    Trotzdem: ein tolles Stück! Tut mir leid, wenn ich damit ein Faß in Richtung Chor aufgemacht und damit für Verwirrung gesorgt habe.


    Grüße


    Magus

    "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972

  • Es gibt allerdings auch den Feuerreiter von Hugo Wolf in einer Chorfassung.

    ---
    Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
    (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


    Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
    (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).

  • Vielen Dank für den Hinweis, lieber Zabki; wusste ich bisher noch nicht. Aber ich frage gleich nach: Ist das ein Original oder eine Bearbeitung (was ich mir allerdings bei diesem komplexen Tonsatz von Wolf nicht vorstellen kann)? Du weißt ja, Bearbeiter kommen auf die verrücktesten Ideen, wenn sie ein Geschäft wittern.

    Tut mir leid, wenn ich damit ein Faß in Richtung Chor aufgemacht und damit für Verwirrung gesorgt habe.


    Aber dafür brauchst Du Dich doch nicht zu entschuldigen! Ich finde, die Ausweitung auf das Chorlied ist doch eher eine Bereicherung. Allerdings, das möchte ich doch nochmals angesichts der letztgenannten Stücke (Nachtgesang im Walde, auch Nachthelle, Der alte Soldat) betonen, dass es in diesem Thread wirklich bei "lied"-haften Werken bleiben sollte. Für Chorwerke gibt es eigene Threads.


    Viele Grüße,
    harry

  • Die Chorfassung habe ich vor sehr langer Zeit mal gehört, das Wikipedia-Werkverzeichnis Hugo Wolf verzeichnet auch einen "Feuerreiter" sowohl unter Lied wie auch unter Chorwerke. Also eine Bearbeitung von fremder Hand ist es offenbar nicht. Wie sich allerdings die Notentexte zueinander verhalten, weiß ich nicht.
    Gruß, zabki

    ---
    Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
    (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


    Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
    (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).

  • 3 Lieder geht gar nicht. 3000 wäre angemessen.


    Daher die erste Lieferung (und das jetzt noch 1000 Mal)


    Mahler: Ich bin der Welt abhanden gekommen
    Ireland: Sea fever
    Marx: Hat Dich die Liebe berührt


    wollen wir nicht wenigstens auf 5 erhöhen?


    Wolf: Ganymed
    Poulenc: Hotel


    na gut, sucht Euch 3 aus .. (ich höre trotzdem die 3000)


    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • An erster Stelle der Lieblingslieder steht bei mir eindeutig
    das Lied "Nachtigall" von M. Kropyvnytski, hier wundervoll (finde ich) gesungen von Bela Rudenko:
    "http://www.youtube.com/watch?v=Kdmxv0Y69R4" :angel:


    Auf Platz 2: "Die irdische Leben" aus Mahlers 4. Sinfonie, gesungen von Camilla Tilling (ab 48:15):
    (habe zum Glück noch mal den Titel kontrolliert - hatte nämlich "Die irdischen Freuden" geschrieben ;+) )
    "http://www.youtube.com/watch?v=pLoi5Gm0qJU"


    Und auf Platz 3 "Urlicht" aus Mahlers 2. Sinfonie, gesungen von Kathleen Ferrier
    "http://www.youtube.com/watch?v=2BYvvhznAI0"



    Die Reihenfolge von Platz 2 + 3 ist wohl einfach die Reihenfolge wie ich die Lieder kennengelernt habe.
    Und Platz 1 ist auf Platz 1, weil ich die Melodie in vereinfachter Fassung auch pfeifen kann, und gerne pfeife, während ich bei Mahler keine Chance habe




    :wink:


    amamusica :pfeif:

    Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
    all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)


    ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
    Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...




  • Auf Platz 2: "Die irdische Leben" aus Mahlers 4. Sinfonie, gesungen von Camilla Tilling (ab 48:15):
    (habe zum Glück noch mal den Titel kontrolliert - hatte nämlich "Die irdischen Freuden" geschrieben ;+) )
    "http://www.youtube.com/watch?v=pLoi5Gm0qJU"


    Das in der vierten Sinfonie vertonte Gedicht wird allerdings gemeinhin "Das himmlische Leben" betitelt. ;+)



    "Das irdische Leben" gibt es ebenfalls als von Mahler vertontes (im Charakter sehr/bewusst gegensätzliches) Wunderhorn-Gedicht:


    "http://www.youtube.com/watch?v=yCZG6aJs51c"



    Viele Grüße


    Bernd

    .

  • An erster Stelle muss ich ein Lied nennen, dass mir seit über 30 Jahren regelmäßig ohrwurmartig durchs Hirn spukt - meist wenn ich guter Laune bin (obwohl der Text eher bittersüß ist).


    1. John Dowland: Come Again - hier mit Paul Agnew: "http://www.youtube.com/watch?v=UoRbncF9UHw"


    2. Ottorino Respighi: Nebbie - hier mit Tito Gobbi "http://www.youtube.com/watch?v=Xqgq0zahI5k"
    - hier mit Luciano Pavarotti "http://www.youtube.com/watch?v=bfPQcROKxqw"
    - hier mit Maria Vitale "http://www.youtube.com/watch?v=yLrWtbSYJFI"


    3. Gabriel Fauré: Après un rêve - hier mit Gérard Souzay "http://www.youtube.com/watch?v=qRrdWhKuwQ4"


    Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803 - 1869)

    Am Wohnhaus der Familie Zuccalmaglio komme ich regelmäßig vorbei; des Samstags pflege ich dort auf dem Schlebuscher Markt einzukaufen. Antons Bruder Vincenz ist dort geboren - besser bekannt ist er als "Montanus". Beider Vater Jacob Salentin von Zuccalmaglio war der Gründer der "Musicalische Academie von 1812 zu Burscheid", heute Deutschlands ältestes Laienorchester.


    Cheers,


    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Ich muss zugeben, ich höre nicht allzu viele Kunstlieder. So kommt es, dass die meisten meiner Favoriten schon genannt worden sind.


    Dazu gehören unter anderem


    - Monteverdi: zefiro torna + Lamento della ninfa
    - G. Mahler: Ich bin der Welt abhanden gekommen, und Um Mitternacht (aus den Rückert-Liedern)
    - Britten: Serenade für Tenor, Horn und Orchester (heißt zwar nicht so, ist aber irgendwie doch auch eine Folge von Kunstliedern, oder?)
    - Schubert: Das Wandern ist des Müllers Lust, Erlkönig

  • I: Mendelssohn, Nachtlied (aus op. 71)
    II: Mahler, Oft denk' ich, sie sind nur ausgegangen
    III: Schubert, Der Doppelgänger
    (IV: Saint-Saëns, La Cloche)

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Lieber Florian Voß,


    da keine Einschränkung von Dir vorliegt:


    A. Schnell oder Mittel-Schnell:


    1. Satisfaction
    2. Gimme Shelter
    3. Jumpin' Jack Flash


    B. Langsam oder Mittel-Langsam:


    1. Moonlight Mile
    2. Memory Motel
    3. Sittin' on a Fence


    selbstredend in Originalfassung oder in weiterer Interpretation der Gruppe. ;+)


    Bis dann.

  • Aus Butterworths "Love Blows as the Wind Blows" gefallen mir am besten "In the Year That's Come and Gone" und "On the Way to Kew". Nachhören kann man's hier:
    "https://www.youtube.com/watch?v=mRC0-VL6rjg"


    Aus den Wesendonck-Liedern "Im Treibhaus":
    "https://www.youtube.com/watch?v=JNajSaGR-0U"

  • Fauré: Clair de lune Op.46/2, Hendricks 1989


    Monteverdi: Lamento della Ninfa, La Venexiana 2005


    R.Strauss: Im Abendrot, Masur/Norman 1982




    Oft las ich Mahler: Ich bin der Welt abhanden gekommen


    Welche Einspielung favorisiert ihr? Ich habe mal Bernstein/Hampson gehört. Wunderbar! Allein das Orchestrale Intro.

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