Anne-Sophie Mutter - viel Lärm um Nichts?

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Mit Star Wars Musik kann sie sich natürlich leicht in die Herzen des Mainstreams spielen.

    Die Werke von John Williams sind keine Kleinigkeit.
    AUCH das will sehr gekonnt gespielt sein.

    Auch nicht mehr, als wenn man als Pianist Für Elise spielt.

    Diesen Vergleich finde ich befremdlich.


    Ich bin kein Fan von Ihr,aber dass Sie eine großartige und einzigartige Figur unter den Geigern ist,
    das sollte eigentlich klar sein.

  • Zitat

    Die Werke von John Williams sind keine Kleinigkeit.
    AUCH das will sehr gekonnt gespielt sein.

    Dem möchte ich auch nicht widersprechen.


    Schaut sonst gerade jemand die Preisvergabe?

  • Mit Star Wars Musik kann sie sich natürlich leicht in die Herzen des Mainstreams spielen.

    Ihr Interesse für zeitgenössische Musik hat sie doch hinreichend bewiesen

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Ich wollte nichts Negatives zu Mutter sagen. Auch Krieg der Sterne löst an sich angenehme Erinnerungen an meine Kindheit aus. Aber die heutige Omnipräsenz von Star Wars im Mainstream nervt schon etwas. Kulturell scheint mir das der kleinste gemeinsame Nenner unserer Tage zu sein. Ich gönne Mutter und ihren Fans das Laserschwert als Geigenbogen. Aber mein Ding ist das nicht.

  • Schaut sonst gerade jemand die Preisvergabe?

    Ja, ich! - wobei ich Moderation und Reden zwischendurch stumm geschaltet und nur die Musik laut gehört habe. :D Mutters Auftritt fand ich nett, musikalisch hat mich am meisten die Vivaldi-Arie beeindruckt (Orlinski/Oberlinger), am meisten enttäuscht Daniel Behle mit der zweiten Don-Ottavio-Arie: was für eine schöne Stimme und gleichzeitig was für eine nachlässige Gestaltung/Phrasierung!

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Die Werke von John Williams sind keine Kleinigkeit.
    AUCH das will sehr gekonnt gespielt sein.

    Diesen Vergleich finde ich befremdlich.


    Ich bin kein Fan von Ihr,aber dass Sie eine großartige und einzigartige Figur unter den Geigern ist,
    das sollte eigentlich klar sein.

    Sollte nicht befremdlich sein. Aber ich empfinde eben beim Spielen von Star Wars auch überhaupt kein Anbiedern an den Mainstream. Im Gegenteil, ihr Ausflug in die Musik John Williams ist in meinen Augen ein tatsächlich sehr breitenwirksamer Schritt, der vllt. doch den einen oder anderen Nicht-Klassik-Interessierten neugierig machen könnte. Williams ist nicht nur genial, sondern wird durch die Generationen hinweg gehört.
    Ich wollte damit nur sagen, ob so ein Kommentar wie oben auch kommen würde, wenn ein Pianist Für Elise gespielt hätte.


    Im Übrigen, hat Frau Mutter ja auch nicht ihre Geige dem Crossover ergeben wie ein David Garrett ( <X ), sondern ist sehr solide im klassichen Repertoire unterwegs (auch wenn ich ihren Ton meistens zu üppig empfinde).

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Die Coronazeiten machen erfinderisch. Da alle Konzertsäle geschlossen, die Kirchen aber offen sind, gibt Anne-Sophie Mutter mit ihrem Ensemble innerhalb der Abendandacht heute zwei Konzerte in der Stuttgarter Stiftskirche. Eintritt frei, es gibt aber keine Plätze mehr.


    Der Event dient dem Nothilfefonds der Deutschen Orchester-Stiftung, dem man - statt Eintritt zu bezahlen - spenden darf. Gute Aktion.


    https://www.stiftsmusik-stuttg…?ID_Vorstellung=949&m=415

  • Der Event dient dem Nothilfefonds der Deutschen Orchester-Stiftung, dem man - statt Eintritt zu bezahlen - spenden darf. Gute Aktion.

    Das finde ich auch!

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • MUTTER MODERN

    Früher habe ich Anne Sophie Mutter als Künstlerin nicht so hoch geschätzt, weil ihre klassischen Konzertaufnahmen (Beethoven, Brahms, Mozart, Mendelssohn u.a.) in anderen Aufnahmen durchweg von anderen Geigern bevorzugt werden.
    :) Als Mensch fand und finde ich sie nach wie vor Klasse !


    Inzwischen ist sie 57Jahre alt und einer reifen und ernst zu nehmenden Künstlerin geworden. Es wurden für sie viele Werke von Komponisten des 20./21.Jhd geschrieben: Gubaidilina, Previn, Lutoslawski, Moret und Rihm.
    :!: Korngold und Tschaikowsky, sowie die VC von Previn und Gubaidulina haben mich sehr angesprochen.


    *** Dieser Tage hatte ich sehr positive Kritiken über ihre Aufnahme des Bartok-VC 2 gelesen. Da diese Einzel-CD preislich teurer war als die abgebildete Doppel-CD, habe ich gleich diese genommen. Hier sind mit Strawinsky, Berg und Bartok VC 2 gleich drei bekannte VC vorhanden und zudem von Lutoslawski, Moret und Riehm drei für sie geschriebene Werke für Violine und Orchester.


    Begeistert hat mich ihre hohe Ausdruckskraft allgemein, aber auch die speziell Aufnahmen der VC2 von Bartok und Berg. Ozawa und Levine geben den Konzerten einen höchst ansprechenden und zupackenden Orchesterpart.
    Das Strawinsky - VC ist auch fabelhaft gespielt, hat mich persönlich in seiner trockenen Ausdrucksgehalt und Tonfall noch nie so richtig angesprochen.


    Die Konzerte werden von namhaften Orchestern und Dirigenten in fachmännischer Qualität präsentiert:
    Alle drei auch als Einzel-CD zu haben. Die Lutoslawski-CD wurde in diesem Thread bereits auch angesprochen.


    CD1:
    Strawinsky - VC mit Philhamonia Orchestra / Paul Sacher
    Lutoslawski - Partita und Chain 2 mit dem BBC SO / Lutoslawski
    CD2:
    Bartok - VC 2
    Norbert Moret - En reve mit dem Boston SO / Ozawa
    CD3:
    Berg - VC
    Rihm - Gesungene Zeit mit dem Chicago SO / Levine



    8) Die drei für ASM geschriebenen Violin-Orchester-Werke von Lutoslawski (Partita), sowie nicht für ASM geschrieben = Chain2 und Moret (En Reve) sind kein einfaches zu verdauendes Repertoire, aber hochinteressant und wirken mit ASM sehr autentisch.


    ;) 8o Man hat ja als Künstler keinen Einfluss, was so alles für einen geschrieben wird.
    Aber ASM hat von Wolfgang Rihm - Gesungene Zeit nun mal aufgenommen, weil es für die geschrieben ist (unterstelle ich mal frech !). Ich möchte mich dazu auch nicht intensiv auslassen, denn für mich sind das zusammengesetzte undefinierbare Töne in zwei Sätzen mit ein paar grellen Aufmüpfern (im 2.Satz) im Orchester. Es passiert "nichts", was mich auch nur annähernd in den langweilen 25 Minuten Spielzeit hätte ansprechen können.
    ?( Mich würde interessieren, wer "damit" was anfangen kann ? Denn für mich ist das ein "Ausrutscher" auf diesen 3 feinen CDs MUTTER MODERN.



    :thumbup: Die 3 DG-CD erfüllen klanglich audiophile Ansprüche mit einem sehr plastischen Klangpanorama.



    DG, 1988 - 1992, DDD

    ______________


    Gruß aus Bonn


    Wolfgang

  • ?( Mich würde interessieren, wer "damit" was anfangen kann ? Denn für mich ist das ein "Ausrutscher" auf diesen 3 feinen CDs MUTTER MODERN.

    Ich.


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Es wurden für sie viele Werke von Komponisten des 20./21.Jhd geschrieben

    Komponisten des 19. Jhds. und früherer Zeiten konnten das aus einfach nachvollziehbaren Gründen leider nicht.

    Mich würde interessieren, wer "damit" was anfangen kann ?

    Echt? Also, ich kann etwas damit anfangen. Und ich muss an Georg Christoph Lichtenberg denken.

    Wolfgang Riehm

    Man hat ja als Künstler keinen Einfluss, was so alles für einen geschrieben wird.

    Offenbar hat man als Künstler auch keinen Einfluss darauf, wie man so geschrieben wird.

    Früher habe ich Anne Sophie Mutter als Künstlerin nicht so hoch geschätzt, weil ihre klassischen Konzertaufnahmen (Beethoven, Brahms, Mozart, Mendelssohn u.a.) in anderen Aufnahmen durchweg von anderen Geigern bevorzugt werden.

    Hä? Was genau willst Du da sagen?

    Inzwischen ist sie 57Jahre alt und einer reifen und ernst zu nehmenden Künstlerin geworden.

    Ähem. Würdest Du eventuell auch der Aussage zustimmen, dass Frau Mutter schon in früheren Jahren eine reife und ernst zu nehmende Künstlerin war?


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Früher habe ich Anne Sophie Mutter als Künstlerin nicht so hoch geschätzt, weil ihre klassischen Konzertaufnahmen (Beethoven, Brahms, Mozart, Mendelssohn u.a.) in anderen Aufnahmen durchweg von anderen Geigern bevorzugt werden.

    Verstehe ich auch nicht.

    Inzwischen ist sie 57Jahre alt und einer reifen und ernst zu nehmenden Künstlerin geworden.

    Auch wenn die Aussage nett gemeint sein mag (was ich unterstelle), aber sie klingt für mich doch sehr herablassend, "altväterlich" und (männlich-) chauvinistisch. Ich denke, einfach sehr unglücklich formuliert...


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Auch wenn die Aussage nett gemeint sein mag (was ich unterstelle), aber sie klingt für mich doch sehr herablassend, "altväterlich" und (männlich-) chauvinistisch.

    Für mich nicht wirklich. Natürlich kann eine Künstlerin erst mit fortgeschrittenem Alter "reif" werden, und wenn jemand den Eindruck hat, dass sie jetzt eine ernstzunehmende Künstlerin ist, dann soll derjenige das auch schreiben dürfen. Ich finde nicht, dass diese (zugegeben nicht besonders elegante) Formulierung eine Aufregung bzw. die unfreundlichen Antworten Mauerblümchens rechtfertigt.

  • Nun hackt doch nicht auf Wolfgang Teleton rum.
    Er ist wie ich Mitglied im "Klub der direkten An- und Aussprache"
    Und wenn er nach Jahren erkannt hat, dass ASM nicht nur manierierten Wohlklang (Besser ist marinierter Hering) drauf hat, sondern eben auch Förderin moderner Musik in Form von ggf. Auftragskompositionen, so ist es doch schön.
    Und dass er Musik, die er nicht mag als eben solche bezeichnet (Wolfgang Rihm), dann ist es sein gutes Recht. Ich nenne so etwas,- von Rihm kenne ich zu wenig, kann also nix sagen-, normalerweise "Dreck"


    Werfet also nicht den ersten Stein!. Auch wenn ihr in der anderen Hand ein Gläschen Mosel oder Barolo habt
    Gruß zur Nacht aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Man hat ja als Künstler keinen Einfluss, was so alles für einen geschrieben wird.

    Doch, natürlich hat man den. Der normale Weg ist, dass entweder der Komponist beim gewünschten Interpreten nachfragt oder umgekehrt, und zwar beides, bevor das Stück geschrieben wird. Es kann zwar in Einzelfällen vorkommen, dass ein (dann in aller Regel eher unbekannter) Komponist einem Interpreten ein fertiges und noch unaufgeführtes Stück zuschickt, aber das hat er dann meist nicht konkret für diesen Interpreten geschrieben (und schickt es deshalb höchstwahrscheinlich auch an andere). Dieser Fall ist schon eher selten, aber ganz selten ist ein unaufgefordertes Stück mit persönlicher Widmung an einen bestimmten Interpreten. Und dann hat dieser natürlich immer noch die Freiheit, es nicht zu spielen. Ich habe eine Zeitlang relativ viel Neue Musik gespielt und auch an etlichen Uraufführgen mitgewirkt und habe es nur ein einziges Mal erlebt, dass ich unaufgefordert ein Stück von einem mir vollkommen unbekannten Komponisten bekam, welches mir "in Dankbarkeit zugeeignet" war. Ich habe bis heute nicht verstanden, womit ich diese Dankbarkeit verdient hatte und muss gestehen, dass ich sie auch im Nachhinein nicht durch eine Aufführung gerechtfertigt habe :) . Anfragen von Komponisten vor der Komposition habe ich hingegen zigfach bekommen und natürlich auch umgekehrt Komponisten direkt um Stücke gebeten. Bei Anne-Sophie Mutter kann man mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass sie persönlich Komponisten aussucht, die die Ehre bekommen, Stücke für sie schreiben zu dürfen. Und bei Wolfgang Rihm kann man genauso sicher sein, dass er keine Stücke verschenkt in der Hoffnung, dass sie doch bitte jemand spielen möge.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Und dass er Musik, die er nicht mag als eben solche bezeichnet (Wolfgang Rihm), dann ist es sein gutes Recht.

    Ja, das stimmt. Das habe ich auch nicht in Frage gestellt. (Ich kenne dieses Stück übrigens selbst nicht, und ich mag auch nicht jede "moderne" Musik.) Es ging mir nur über die Äußerung über Frau Mutter. Die hat mit ihren "57 Jahren" bestimmt mehr Lebenserfahrung als die meisten hier, von der künstlerischen Erfahrung mal ganz abgesehen. Deswegen finde ich die Aussage "Inzwischen ist sie 57Jahre alt und einer reifen und ernst zu nehmenden Künstlerin geworden" wirklich richtig krass überheblich, zumal sie außerdem nicht nur mit ihren 57 Jahren "reif" sein sollte, sondern dies (als Künstlerin/Mensch) sicherlich auch schon 30 Jahre früher war. Was soll also diese Aussage?


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

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