Italien: Friaul-Julisch Venetien

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  • Mittlerweile ist mir klar, dass man Italien nur Region für Region betrachten kann, siehe auch den Nachbar-Thread "Tribù italiche".


    Bei meinen Urlauben nehme ich oft ein paar Privatstunden in einer Sprachschule, nur um tiefere Einblicke in die lokale Kultur zu bekommen. So auch im Frühjahr in Triest.


    Die Herausforderung dieses Threads besteht darin, ausgerechnet bei dieser für ihre Musik eher weniger bekannte Region das Interesse der Capricciosi zu gewinnen, oder gar Mitstreiter zu finden.


    Zunächst zur Geografie: Friaul-Julisch Venetien (Friuli-Venezia Giulia) besteht aus zwei Teilen: Friaul und Julisch Venetien. Dabei nimmt das Friaul (Hauptstadt: Udine) über 90% der Fläche ein. Das liegt daran, dass zu Julisch Venetien mindestens noch die ganze Halbinsel Istrien gehört, die aber nach dem 2. Weltkrieg an Jugoslawien fiel. Triest ist die Hauptstadt der historischen Region Julisch Venetien und im heutigen Italien auch die Hauptstadt von "Friaul-Julisch Venetien".


    Da ich hauptsächlich in Triest war (Udine und andere Städte wurden natürlich trotzdem besucht), basiert der erste Beitrag dieses Threads auf Triest. Später werde ich auch auf den Inhalt der CD "Tribù italiche: Friuli-Venezia Giulia" eingehen.


    Meinem Sprachlehrer schilderte ich im Vorfeld mein Interesse für die lokale Musik. Er entpuppte sich als Musik-Liebhaber! Folgende Lieder haben wir besprochen:


    El tram de Opcina

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    Entstanden in den 30er/40er Jahren des letzten Jahrhunderts, gesungen von Lorenzo Pilat. Die Fahrt mit dieser historischen Straßenbahn hoch nach Opicina (im Dialekt Òpcina) ist für jeden Triest-Besucher ein absolutes Muss. Das Lied ist in Triest ziemlich populär, es gibt mehrere Versionen davon. Ich finde es immer wieder reizend, wie die Italiener selbst ihre Verkehrsmittel besingen. Das bekannteste Beispiel ist sicher Funiculì Funiculà aus Neapel. Genua hätte hier Tranvaietti da Doia zu bieten. El tram de Opcina kommt zwar etwas leichtgewichtiger daher, hat aber dennoch seinen Reiz.


    La mula de Parenzo

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    (Gigliola Cinquetti)
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    (Lidija Percan)
    Mein Lehrer wählte die Version von Lidija Percan (sie ist aus Istrien). Die Variante von Gigliola Cinquetti (aus Verona, war in den 60er/70er Jahren auch in Deutschland aktiv) halte ich für gleichwertig. Parenzo (kroatisch Poreč ) ist liegt an der Westküste Istriens im heutigen Koratien. "Mula" ist Dialekt für "ragazza" (Mädchen).


    Le ragazze di Trieste

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    Im Beispiel gesungen von Claudio Villa. Das Lied entstand Anfang der 50er Jahre, und es ist durchaus politisch: "Oh Italia, oh Italia del mio cuore, tu ci vieni a liberar." (Italien, Italien meines Herzens, du kommst uns zu befreien.) Triest ist erst 1954 wieder nach Italien zurückgekehrt...


    Vola colomba

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    Dieses Lied ist noch politischer. Nilla Pizzi gewann damit 1952 den Wettbewerb von Sanremo. Es handelt von der Sehnsucht, nach Italien "zurückzukehren".



    Das war jetzt alles eher Triest- bzw. Julisch-Venetien-fixiert. Zu Friaul werde ich etwas schreiben, nachdem ich die o.g. Ausgabe der Reihe "Tribù italiche" intensiver angehört habe.



    Thomas

  • Zitat


    Le ragazze di Trieste

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    Im Beispiel gesungen von Claudio Villa. Das Lied entstand Anfang der 50er Jahre, und es ist durchaus politisch: "Oh Italia, oh Italia del mio cuore, tu ci vieni a liberar." (Italien, Italien meines Herzens, du kommst uns zu befreien.) Triest ist erst 1954 wieder nach Italien zurückgekehrt...


    Per PN wurde ich darauf hingewiesen: Claudio Villa ist "römisches Urgestein", hat also nichts mit Triest zu tun.


    Wie schon im Sizilien-Thread diskutiert: Der regionale Bezug ist nicht immer eindeutig feststellbar. Hier ging es mir aber um das Lied, nicht um den Sänger. Aber man sieht: Der Nordosten Italiens hat nicht das ganz große musikalische Gewicht, die müssen sich sogar die Sänger ausborgen...



    Thomas