Yuja Wang - eine Ausnahmepianistin startet durch

  • Zitat von Walter Heggendorn

    mit ihren Reizen nicht zu geizen beliebt, weil sie dadurch eben gerade solche "notgeilen Männer" (wie mich ...) ins klassische Konzert zu entführen vermag

    Das finde ich am ehesten kritikwürdig. Meiner Meinung nach ist das eine - äußerst zweifelhafte - Unterstellung.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Zitat
    I choose what I wear for performances based on my energy, my mood, the piece I’m performing … it’s all connected.

    :/

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Ich finde ja, dass sie das herausfordert

    Nein, das tut sie nicht. Man muss keine Feministin sein, um festzustellen, dass das eine Argumentation nach Art der klassischen "Täter-Opfer-Umkehr" ist.

  • Hä?

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Naja, das ist doch das klassische Argumentationsmuster beispielsweise bei Vergewaltigungen: Sie ist doch selbst schuld, wenn sie sich so anzieht.


    Nein, ist sie nicht.


    Und so ist hier die Pianistin auch nicht dafür verantwortlich, was ein Konzertgänger sich angesichts ihres Anblicks zusammenfantasiert.

  • Also bei Vergewaltigung: OK

    Aber wenn man provokativ erotisch in einem Rahmen auftritt, wo das unüblich ist, und dann glotzen alle und machen blöde Bemerkungen bzw. kaufen mehr Fan-Artikel: Nö

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Übrigens war ich, da spontan gekommen, auch recht krass unpassend gekleidet und wurde auch beäugt.

    :rolleyes:

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Ich finde ja, dass sie das herausfordert

    Holger Kaletha hat vor ein paar Jahren in einem anderen Forum zu Wangs Outfit geschrieben:

    »Aber anders als wie bei Ivo Pogorelich einst ist das Outfit bei ihr keine Masche - Pogerelich mal als Flegel mal als Dandy - sondern entspringt ganz ungewollt ihrer fast noch kindlichen, jungmädchenhaften Naivität. Im Film hat sie in ihrem Zimmer ihre süßen Stofftierchen. Sie mag einfach - als Tochter einer Tänzerin - sich zu verkleiden. Das kann man ihr nachsehen finde ich, denn sie hat (anders als Katia Buniatishvili) einmal wirklich Geschmack, und zum anderen vor allem widmet sie sich, wenn sie spielt, nur der Musik und sonst nichts.«

    Das ist mein größter Einwand gegen Musik, dass Österreicher darin exzelliert haben.
    (Arno Schmidt: Das steinerne Herz)

  • Da gehört aber die Turangalîla ausdrücklich nicht zu. Die ist doch großenteils recht "fetzig".

    Meine Löffel haben mal Turangalîla begonnen reinzuziehn, dann aber abgebrochen...

    Im Grunde mag ich Chronochromie mehr -

    Chronochromie (Boulez-Konserve) mochten meine Löffel bis zum Erstrendezvous mit François d'Assise.

    Dannach ignorieren meine Löffel nicht mal mehr Messiaens Mucke :thumbdown: ...

    Ich finde es jedenfalls unangenehm, wenn sich jemand seinen Freikörperkultur-Fantasien hingibt, nur weil eine Pianistin ein kürzeres oder engeres Kleid trägt.

    Stimmt .. weil sehr unparitätisch-einseitig-sexistisch, denn bei einem Pianisten im attraktiv-sexy Outfit sollte es doch auch möglich sein. Gelle ?

    auch in der "Klassik" auf körperlich attraktive Instrumentalisten und Dirigenten zu setzen, schädlich ist.

    für einige Besucher vermutlich nicht.... Hm. wo sind denn die Gender**chen Grins1

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Gutes Zitat (Kaletha), erstens laufen die kleinen Mädchen auch oft viel zu sexualisiert aufgemacht herum und zweitens ist wirklich nur die Kleidung auffällig, die Körpersprache beim Spiel "normal" für Pianisten.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Ich finde es jedenfalls unangenehm, wenn sich jemand seinen Freikörperkultur-Fantasien hingibt, nur weil eine Pianistin ein kürzeres oder engeres Kleid trägt.

    Stimmt .. weil sehr unparitätisch-einseitig-sexistisch, denn bei einem Pianisten im attraktiv-sexy Outfit sollte es doch auch möglich sein. Gelle ?

    auch in der "Klassik" auf körperlich attraktive Instrumentalisten und Dirigenten zu setzen, schädlich ist.

    für einige Besucher vermutlich nicht.... Hm. wo sind denn die Gender**chen Grins1

    Die Gender**chen können scheißen gehen ... aber David Garrett ist doch durchaus noch ärger, finde ich.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Die Gender**chen können scheißen gehen

    oooch nö. echt jetzt ? ..

    aber David Garrett ist doch durchaus noch ärger, finde ich.

    leider kommen nicht so zahlreiche Instrumentenquäler mit ihren Outfit so fetzig rüber... manfrau könnte neidisch werden...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Das Problem ist ja nicht die erotische Stimulierung durch Wang, Garrett und Konsorten sondern der Selektionsdruck - für Karriere muss man dann auch noch sexy sein. Allerdings soll auf der Opernbühne das jugendliche Liebespaar schon sexy sein - obwohl, beim Regietheaterkäse wäre mir das natürlich auch wurscht ...


    Und das Gendern finde ich natürlich immer noch Scheiße, aber warum soll man darüber in diesem Thread diskutieren?

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • obwohl, beim Regietheaterkäse wäre mir das natürlich auch wurscht ...

    auch auf die Gefahr hin vom Thread-Thema abzuweichen.

    Dass ausgerechnet im ungeliebten RT derartige Flexibiltät rüberkommt, dürfte selbst RT-Phobe bzw. -Muffel höchstlich begeistern Grins1 ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Meine Güte, das geht ja ab hier ...


    Toll, dass die Moderation noch zuwartet mit der Versplitterung.


    Zugegeben, mein Beitrag war grenzwertig und etwas provokativ, aber sicherlich ist er nicht Ausdruck von Misogynität. Ganz im Gegenteil.

    (Felix Meritis hat das anerkennenderweise festgehalten. Danke.)


    "Ekliges " kann ich in meinem Beitrag beim besten Willen nicht erkennen. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache.


    Wenn mann nicht mehr seine Freude an der göttlich begeisterten Weiblichkeit äussern darf, wird mir das Schreiben hier einmal mehr mies gemacht.


    Es ist dieses spröde Beckmessertum der scheinbar moralisch überlegenen Wokeness,

    das mich beelendet. Ich will diesen Habitus ja gar nicht beurteilen oder gar verurteilen, ich persönlich empfinde halt nur eine erhebliche Lustfeindlichkeit darin, und die kann und will ich nicht teilen, ganz im Gegenteil.


    Aus diesem Groove heraus erwuchs mein Beitrag zu Turangalila.


    Selbstredend soll Jede und Jeder nach ihrer/seiner Facon selig werden. Ich habe für mich die Sinnlichkeit gewählt. Die hält mich am Leben. Aus ihr quillt die Harmonie, der Klang, die Musik. Aus ihr entsteht das Leben und die Sterne am Firmament.


    Gruss aus Bern vom

    Walter

  • Was soll eigentlich das ganze Theater?

    Dem Publikum hat's gefallen:


    Zitat

    Den enorm schwierigen Klavierpart bezwingt an diesem Abend Yuja Wang, die mit einem winzigen Stück Stoff aus blitzblauen Pailletten und erschreckend hohen Louboutins noch vor Beginn des Konzerts für Rufe der Verzückung sorgt.


    Salzburg: Esa-Pekka Salonen sorgte für elegante Ekstase
    Der finnische Dirigent führte die Wiener Philharmoniker in Salzburg durch die personalintensive Symphonie
    www.derstandard.de


    Im übrigen: das ist schlicht ein Marketing-Gag. Irgendwie muß man sich ja von den ganzen hervorragenden jungen Pianistinnen abheben.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Nabend,


    ich finde, dass es bei Yuja Wang "passt". Sie ist eine Ikone im positiven Sinn, zuerst und vor Allem durch ihr Klavierspiel. Ihre Auftritte finde ich optisch ansprechend - warum denn nicht? Es passt zu ihr und sie kann sich das leisten. Mal was anderes als das Einerlei des männlichen Fracks und des kleinen/großen "Schwarzen" bei den Damen. Genau so gern hätte ich Scott Ross in Lederjacke am Cembalo gesehen, wie er Bach spielt.


    Oder auch Yannick Nézet-Seguin. Bei ihm ist es wie bei Yuja Wang. Egal, was sie tragen, beide sehen immer fantastisch aus.

    Helli

  • Zugegeben, mein Beitrag war grenzwertig und etwas provokativ, aber sicherlich ist er nicht Ausdruck von Misogynität. Ganz im Gegenteil.

    (Felix Meritis hat das anerkennenderweise festgehalten. Danke.)


    "Ekliges " kann ich in meinem Beitrag beim besten Willen nicht erkennen. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache.

    Ich auch nicht. Ich habe Walter ähnlich wie Felix verstanden.

    Aber es ist schon gewagt sich in diesen Zeiten noch so offenherzig zu äussern.

  • Hier geht es nicht um Zeitgeist, sondern einfach um Anstand und respektvolles Miteinander.

    MB! Bitte hilf meinen grübelnden Brägen :( :( :( diesen Widerspruch - des eingeforderten "Anstands" zuliebe - irgendwie aufzulösen, abzumildern oder zu schlichten, falls das überhaupt möglich ist ...

    Lieber Amfortas, das finde ich ziemlich einfach: Anstand und respektvolles Miteinander sind ja nicht a priori eng umrissen, sondern würden bspw. in Kommune 1 und im Kloster der Hildegard von Bingen wohl stark voneinander abweichend definiert.


    Ohne weitere Erläuterung "Anstand und respektvolles Miteinander" einzufordern ist also einfach die noch stärkere Moralkeule als die klassische Moralkeule. Man muss nicht erklären, was man meint, und nutzt dennoch sprachliche Gewalt, um andere zum Schweigen zu bringen.


    Ob damit im Subtext gesagt werden soll "Jetzt haltet endlich die Klappe und fügt Euch in den [behaupteten] common sense des einzig richtigen Verhaltens" oder irgendetwas anderes, dazu fehlt mir jeglicher Anhaltspunkt. Habe aber auch nicht viel Lust, darüber nachzudenken.

    Übrigens hat nur meine Frau den Operngucker verwendet, ich wollte mich nicht von der Musik ablenken lassen ...

    Das heißt, Du gibst zu, dass die Optik im Falle eines Falles ein stärkerer Reiz hätte sein können als die Akustik? Ich verurteile das nicht, ich bewerte das nicht einmal (jedenfalls gebe ich mir Mühe), ich frage nur.


    Und ich frage, ob die Möglichkeit dieser Reizkonkurrenz dem Denken von Frau Wang grundsätzlich zugänglich ist. Und falls ja, warum sie diese Reize setzt. Man könnte das ja zeitlich irgendwie trennen. Mal spielt sie Klavier ohne optische Ablenkungsbooster und mal zeigt sie nur ihr tolles Outfit samt Körper. Dann kann jede und jeder aussuchen, ob er/sie nur dies oder nur das goutieren will oder wahlweise auch beides. Würde beidem, was sie zur Schau stellen will, irgendwie gerechter werden als diese seltsame Simultanität. Meine ich.


    Oder ist etwa ein Gesamtkunstwerk aus Partitur, Wiedergabe und Körper- und Kleiderschau angestrebt? Als "Performance"?

    Ich finde ja, dass sie das herausfordert, und sehe keinen Grund, Walter zu kritisieren.

    Na, zwischen "Ich zeige wie toll ich aussehe" und "Ich fordere testosterongesteuerte Reaktionen heraus" liegt m. E. schon noch ein Unterscheid.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!