Yuja Wang - eine Ausnahmepianistin startet durch

  • ira

    Dann passt sie jedenfalls gut für Musik von Messiaen, Boulez und Stockhausen usw. bis Poppe und Co.

    Damit hast Du absolut recht!

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • So, nun habe ich das Konzert (Liszt KK1) mit Yuja Wang gesehen und zwar in diesem Mitschnitt von den Proms 2022

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    Da sind nämlich noch Zugaben drauf, die sind sehr schön.

    CMS sagte zum Outfit. "Netter Badeanzug"

    Ich bin nun derjenige, der bei allzu virtuosen Stücken manchmal in Gelächter ob des Imponiergehabes des Komponierten ausbricht, aber Frau Wang spielt anders, eher scheint das Virtuose für sie eine Art Spielerei und nicht Kraftmeierei (Richter/Kondrashin) zu sein. Daher gefällt es mir.


    Ach, bei Suvi Raj Grubb kann man nachlesen, dass als Klemp dieses Konzert mit Annie Fischer einspielen sollte, er fragte, warum man sich die Mühe gemacht hätte, für das Konzert einen Dirigenten zu suchen, das doch fast nur Kadenzen enthalte.

    Tja, das frage ich mich ehrlicherweise auch, aber es verschaffte Herrn Mäkelä eine leichte Abend-Gymnastik.

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Werden im obigen Artikel aus der Süddeutschen von 2018 etwa die Klischees: asiatisch=seelenlos und russisch=seelenvoll bedient?


    Und folgendes finde ich doch sehr anmassend:

    Zitat von Süddeutsche: Egbert Tholl

    Wang wirkt nicht wie ein irr gelaufenes Marketinggeschöpf, sie kleidet sich so, weil sie gefallen will. Weil sie nichts anderes hat. Sie spielt Klavier wie ein Roboter, absolut perfekt, spielte sie Schach, jeder Computer erbleichte vor ihr. Aber sie soll doch Kunst machen, Musik. Das macht sie nicht.

    Finde ich schlimm.

  • Naja, wenn jemand sehr erfolgreich ist, kann man das schon hinterfragen. "Weil sie nichts anderes hat" finde ich in dem Kontext ja sehr witzig - sie hat halt nur lauter Kleider, die so kurz sind.

    :D

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Finde ich schlimm.

    Es ist ja mittlerweile üblich, daß Kritiker bei Stars grundsätzlich in Lobhudelei ausbrechen, und sich kaum trauen, mal etwas zu kritisieren. DAS finde ich schlimm.

    Ich schätze an der Süddeutschen, daß sie Redakteure hat, die auch mal eine deutlichere Sprache finden, wenn sie den Sachverhalt denn so sehen.

    "Weil sie nichts anderes hat" finde ich in dem Kontext ja sehr witzig - sie hat halt nur lauter Kleider, die so kurz sind.

    :D

    Ich auch!

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Ich sehe nicht, dass Frauen gezwungen werden, High Heels zu tragen. Jedenfalls nicht in dem Gewerbe, in dem Frau Wang arbeitet. Eher scheint es mir ein subjektiv empfundenes, psychologisches Modediktat zu sein. Weil frau meint, in solchen Schuhen attraktiv auszusehen.

    "gezwungen" ist nicht in meinen Beitrag nicht zu finden ...

    und "Modediktat " verweist doch auf permanent, subtilen Druck, den vernetzte Modediktoren*innen weltweit repressiv rüberwachsen lassen. Deren weltweiten Opfer :( :( verinnerlichten bereits totalst sexistsiche High-Heel-Leitbilder. Selbst bekannte Künstlerinnen können dem doch kaum entfleuchen... :heul1: :heul1:

    In letzterem Sinne mag Dein ironisch-augenzwinkernder Beitrag sogar stimmen.

    So isses... :jaja1: :jaja1: :jaja1:

    Aber ich meine, dass Feminismus nicht bedeutet, dass Frauen (von Frauen) vorgeschrieben wird, wie sie sich zu verhalten oder zu kleiden hätten.

    (von Männern) fehlt.

    Eben. Feminismus schreibt nämlich (ohne h) nicht vor, sondern dient der Befreiung aus männlichen Diktaten.

    Frauen (inklusive Künstlerinnen) sollen nicht länger durch ausbeuterische, macho-dominierten, vorschrifts-liken Propaganda einer ausbeuterischen, brutalen High-Heel-Mode-Inndustrie :thumbdown: mental eingeknastet werden, die lediglich lüsternen, notgeilen Macho-Voyeurismus befeuert.

    Nein, kein "Me-Too-Pool". Ich denke an die Gesundheit der Damen. Das gibt später mal schöne, ausgeprägte Hammerzehen: ich weiß, wovon ich rede. Dabei waren die früheren Stilettos bei weitem noch nicht so hoch.

    So isses. :jaja1: :jaja1: :jaja1: inklusive Rücken- und Bandscheibenprobleme...

    Problem:

    Gesundheit kommt als Argument m.E. längst nicht so zugkräftig rüber, wie entschlossene, wirkmächtige, Me-Too-Kampagne gegen sexistische High Heels.

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Hi,

    das Mode-Diktat diskriminert eindeutig Männer. Die Damen Solistinnen dürfen mehr oder weniger anziehen, was sie wollen. Die Männer dagegen - was wäre, wenn z.B. ein Igor Levit in einer schicken, einem Fußball-Trikot nachempfundenen kurzen Kombination auf die Bühne käme, womöglich am Hemd drei Knöpfe offen? Über Currentzis' Hose und Schuhe wird ja auch üppig die Nase gerümpft. Nur Klaus Nomi hat man es am Ende durchgehen lassen.

    Helli

  • Ich schätze an der Süddeutschen, daß sie Redakteure hat, die auch mal eine deutlichere Sprache finden, wenn sie den Sachverhalt denn so sehen.

    Was für ein Sachverhalt? Dass Computer vor ihr erbleichen? Oder dass sie mit Kleidern gefallen will, weil sie nichts anderes hat?


    Egbert Tholl, Autor dieser "Sachverhalte", war ja hier letztens schon mit ganzen neuen "Sachverhalten" im Forum aufgefallen:



    Capriccio-Presseschau

  • "Weil sie nichts anderes hat" finde ich in dem Kontext ja sehr witzig - sie hat halt nur lauter Kleider, die so kurz sind.

    :D

    Ich auch!

    Wie, Du hast auch nur Kleider, die zu kurz sind? (Sorry, konnte bei der Steilvorlage nicht widerstehen.)


    Ich verstehe putto aber so (evtl. falsch), dass er meint, dass da der Neid auf ihre pianistischen Fähigkeiten spricht.


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Nein, dass die Aussage so interpretiert werden könnte - vom Autor gemeint ist natürlich, dass sie als Interpret schwach ist und das mit sexy Auftreten kompensieren muss, um den Erfolg zu bekommen, den sie hat. Keine Ahnung, ob das stimmt, möglich ist es, und das ist ja die Gefahr dieser "Kommerzialisierung" durch erotische Aufladung.

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  • (von Männern) fehlt.

    Eben. Feminismus schreibt nämlich (ohne h) nicht vor, sondern dient der Befreiung aus männlichen Diktaten.

    Obwohl man hier Männer auch nennen könnte/sollte, meinte ich hier tatsächlichspeziell "von Frauen". Natürlich gibt es nicht *die* Feministinnen. Aber es gibt einen Teil, die eben doch ihren Geschlechtsgenossinnen (sagt man so? *darf* man das heutzutage so sagen?) vorschreiben wollen, was diese tun dürfen oder nicht. Wenn eine Frau sich z. B. selbst in Kleidung wohlfühlt (und schön fühlt, aber das ist vielleicht kein erlaubtes adverbium mehr), die Weiblichkeit betont, was ist dann dagegen zu sagen? Natürlich bin ich nicht so naiv nicht zu wissen, wie weit (gerade) junge Frauen manipuliert werden etc., was man ja z. B. bei den vielen magersüchtigen Mädchen sieht, etc. Aber dennoch mag es ja auch "gesunde", unabhängige Präferenzen beim eigenen Geschmacksempfinden geben.


    maticus

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  • Nein, dass die Aussage so interpretiert werden könnte - vom Autor gemeint ist natürlich, dass sie als Interpret schwach ist und das mit sexy Auftreten kompensieren muss, um den Erfolg zu bekommen, den sie hat.

    Dann habe ich Dich missverstanden. Deiner Auffassung bin ich überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Aber das hatte ich weiter oben schon geschrieben.


    maticus

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  • Was für ein Sachverhalt? Dass Computer vor ihr erbleichen? Oder dass sie mit Kleidern gefallen will, weil sie nichts anderes hat?

    ;) Nein, Du weißt schon, was gemeint ist. Daß sie mechanisch Klavier spielt wie ein Roboter.


    Egbert Tholl, Autor dieser "Sachverhalte", war ja hier letztens schon mit ganzen neuen "Sachverhalten" im Forum aufgefallen

    Ja, da bleibt es natürlich nicht aus, daß er manchmal daneben haut.

    Mir immer noch lieber als so weichgespülte Kritiken à la Reinhard J. Brembeck.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Geschlechtsgenossinnen (sagt man so? *darf* man das heutzutage so sagen?)

    Warum sollte man das denn nicht sagen dürfen?

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Richtig ist natürlich: "weibliche Geschlechtsgenossen".

    :P

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
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  • Geschlechtsgenossinnen (sagt man so? *darf* man das heutzutage so sagen?)

    Warum sollte man das denn nicht sagen dürfen?

    Weiss nicht. Weil es ja heutzutage so viele Geschlechter gibt? Okay, das klingt flappsig, ist aber eigentlich nicht so gemeint. Im Gegenteil finde ich es gut, dass Trans* etc. heutzutage mehr Anerkennung bekommen.


    maticus

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  • Obwohl man hier Männer auch nennen könnte/sollte

    :jaja1: :jaja1: :jaja1: :jaja1: :jaja1: :jaja1:

    Natürlich bin ich nicht so naiv nicht zu wissen, wie weit (gerade) junge Frauen manipuliert werden etc.

    Eben.

    Eingedenk fortdauernder, weltweiter, inflationärer Ausbreitung gesundheitsschädlicher, sexistischer High-Heels :thumbdown: … doch auch ältere Damen in Kaffeefahrten ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Richtig ist natürlich: "weibliche Geschlechtsgenossen".

    :P


    Weiss nicht. Weil es ja heutzutage so viele Geschlechter gibt?

    Ich hab das der Gaudi halber jetzt mal gegoogelt.


    Dabei habe ich das hier gefunden:


    GENDERATOR
    Der GENDERATOR enthält ein großes Wörterbuch zur geschlechtergerechten Sprache und wandelt Texte in geschlechtergerechte Texte um.
    www.genderator.app


    Ich glaub, ich spinn...

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Werden im obigen Artikel aus der Süddeutschen von 2018 etwa die Klischees: asiatisch=seelenlos und russisch=seelenvoll bedient?

    Diese Klischees wurden damals in der Tat bedient, aber das ist, was Yuja Wang betrifft, auch bei der Süddeutschen längst nicht mehr Stand der Dinge. Ihr außerordentlicher künstlerischer Rang ist auch in dieser Zeitung mittlerweile anerkannt. Kann man alles nachlesen, wenn man es will.


    Und ein Vergleich von Yuja Wang mit Lang Lang, die zwar beide chinesischer Herkunft sind und mit Gary Graffman sogar denselben Klavierlehrer hatten, aber sonst rein gar nichts miteinander gemein haben, entstammt nun wirklich der Klamottenkiste der Vorurteile, die man mal 2011 aufgemacht haben mag, aber der sich inzwischen nun wirklich niemand mehr bedient.

    «Musik ist die größte Inspiration. Wenn du traurig bist, denk' an all die Musik, die du noch nicht gehört hast.»
    (Jim Jarmusch)

    Das Problem ist nur: In unserer Klassikkultur hört man fast ausschließlich Musik, die man schon zigmal zuvor gehört hat. Es sind vielleicht gerade mal 2 % der komponierten Musik, die wieder und wieder gespielt werden, aber 98 % bleiben unaufgeführt.

  • Und ein Vergleich von Yuja Wang mit Lang Lang, die zwar beide chinesischer Herkunft sind und mit Gary Graffman sogar denselben Klavierlehrer hatten, aber sonst rein gar nichts miteinander gemein haben, entstammt nun wirklich der Klamottenkiste der Vorurteile, die man mal 2011 aufgemacht haben mag, aber der sich inzwischen nun wirklich niemand mehr bedient.

    Ich nehme an, Du meinst mich. Kennst Du den Unterschied zwischen Gleichsetzung und Vergleich? Na, also....

    Vergleichen hat nämlich nichts mit Gleichsetzung zu tun. Vergleichen kann man alles. Z.B. daß die eine seelenlos spielt und der andere auch, wenn auch auf eine andere Art. Mit "Vorurteil" oder gar "Klamottenkiste" (was soll das Wort in diesem Zusammenhang??!!) hat das rein gar nichts zu tun.

    (Diese überheblichen, durch nichts zu rechtfertigenden Hammerschläge hier sind unerträglich!!!)

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

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