Yuja Wang - eine Ausnahmepianistin startet durch

  • Ja, hobbymäßig. War schon immer mein Lieblingsinstrument und irgendwann habe ich als Erwachsener gedacht, jetzt aber. Aktuell richte ich Saint Saens Allegro Appassionato hin.

    Bei mir werden die Hinrichtungen im Grundtempo leider immer langsamer. Meine Konzerte am Klavier und nur für mich bestehen daher oft aus gereihten Mittelsätzen. Ich finde das originell. :|Grins1


    Den Saint-Saens, Meister Knulp, den Du da spielst, den höre ich mir nachher mal an. Das dürfte nicht ohne sein - wobei ja die Schwierigkeit bei Streich- und Blasinstrumenten - die rein technische natürlich wie halt umgekehrt am Klavier - gerade bei langsamen Tempi liegen könnte. Aber ich bin da eher Laie; man möge mich präzisieren oder korrigieren.


    Und da es hier um Yuja Wang geht: Schade, dass der Film-Mitschnitt der Turangalila-Sinfonie bei yt offenbar nicht mehr vorhanden ist. Oder habe ich das schon mal geschrieben? Könnte sein. Dann bitte ich um Nachsicht.


    :wink:Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Und da es hier um Yuja Wang geht: Schade, dass der Film-Mitschnitt der Turangalila-Sinfonie bei yt offenbar nicht mehr vorhanden ist.

    Probenausschnitte von 2016, als sie das Werk erstmals öffentlich spielte (mit Gustavo Dudamel und dem Símon Bolivar Youth Orchestra) findest Du auf ihrer Facebook-Seite:

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    (Edit: Warum die Vorschau dieses Videos so groß ist, weiß ich nicht.)


    Im Sommer 2022 spielt sie die Turangalîla-Sinfonie dreimal mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen, nämlich am 26. und 28. August bei den Salzburger Festspielen und am 6. September in Luzern.


    Im Oktober steht dann die Uraufführung des Klavierkonzerts Nr. 3 von Magnus Lindberg in San Francisco an, der sechs weitere Aufführungen dieses Werks in San Francisco und in New York folgen werden.

    «Musik ist die größte Inspiration. Wenn du traurig bist, denk' an all die Musik, die du noch nicht gehört hast.»
    (Jim Jarmusch)

    Einmal editiert, zuletzt von music lover ()

  • Dank dem music lover!


    Auf ein neues Klavierkonzert von Magnus Lindberg freue ich mich. Selbst wenn er vielleicht die Tendenz zur Publikumsfreundlichkeit fortsetzt, ähnlich wie einst ein Penderecki oder irgendwo auch ein Ligeti, ein Henze sowieso. Doch ich bin da vielseitig im Hören. ;) :)


    Man muss ähnlich wie bei Patricia Koptchinskaja allenthalben anerkennen, dass sich Yuja Wang nicht auf die Renner (und Bequemlichkeiten) des Repertoires kapriziert, sondern offen ist für manch
    Abgelegeneres und diverse Uraufführungen bestreitet. Die diversen aktiven Komponistinnen und Komponisten wissen das natürlich. Man muss zudem nicht alles auswendig spielen - wiederum ein Vergleichspunkt der großen (und umstrittenen) Geigerin und der großen (vielleicht auch nicht völlig unumstrittenen) Pianistin.


    :) Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Warum die Vorschau dieses Videos so groß ist, weiß ich nicht.

    Wenn ich es richtig sehe, hast Du nicht auf Youtube, sondern auf Facebook verlinkt, deshalb wohl das andere Format. Ob das rechtlich problematisch ist, kann ich nicht beurteilen.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • dass sich Yuja Wang nicht auf die Renner (und Bequemlichkeiten) des Repertoires kapriziert, sondern offen ist für manch Abgelegeneres

    Was einen erwartet, wenn man ihr derzeitiges Recital-Programm besucht, konnte man vor vier Tagen im Wiener Konzerthaus erleben. Sie spielte dort inklusive ihrer 10 (!!) Zugaben folgende Werke:


    Arnold Schönberg

    Suite op. 25

    Ludwig van Beethoven

    Sonate Es-Dur op. 31/3

    György Ligeti

    Automne à Varsovie. Étude Nr. 6 (Études pour piano, premier livre)

    L'escalier du diable. Étude Nr. 13 (Études pour piano, deuxième livre)


    (Pause)


    Isaac Albéniz

    Málaga (Iberia-Suite, 4. Heft)

    Alexander Scriabin

    Sonate Nr. 3 fis-moll op. 23

    Nikolai Kapustin

    Prélude op. 53/11

    Prélude op. 53/10

    Isaac Albéniz

    Lavapiés (Iberia-Suite, 3. Heft)


    Zugaben:

    Philip Glass

    Etude Nr. 6 (Études for piano, Book 1)

    Arturo Márquez

    Danzón Nr. 2

    Johannes Brahms

    Intermezzo cis-moll op. 117/3

    Johann Sebastian Bach

    Ouverture aus der Orchestersuite Nr. 2 h-moll BWV 1067 (Bearbeitung: Cyprien Katsaris)

    Moritz Moszkowski

    La jongleuse

    Felix Mendelssohn Bartholdy

    Lied ohne Worte fis-moll op. 67/2

    Sergej Prokofiew

    Sonate Nr. 7 B-Dur op. 83 (3. Satz: Precipitato)

    Nikolai Kapustin

    Etude op. 40/3 »Toccatina«

    Peter Iljitsch Tschaikowsky

    Tanz der kleinen Schwäne aus »Schwanensee« op. 20 (Bearbeitung: Earl Wild)

    Christoph Willibald Gluck

    Melodie dell'Orfeo aus »Orfeo ed Euridice Wq. 30« (Bearbeitung: Giovanni Sgambati)


    (Quelle: https://www.konzerthaus.at/konzert/eventid/59262)

    «Musik ist die größte Inspiration. Wenn du traurig bist, denk' an all die Musik, die du noch nicht gehört hast.»
    (Jim Jarmusch)

  • Im Sommer 2022 spielt sie die Turangalîla-Sinfonie dreimal mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen, nämlich am 26. und 28. August bei den Salzburger Festspielen und am 6. September in Luzern.


    Im Oktober steht dann die Uraufführung des Klavierkonzerts Nr. 3 von Magnus Lindberg in San Francisco an, der sechs weitere Aufführungen dieses Werks in San Francisco und in New York folgen werden.

    Heute habe ich das Programm der Elbphilharmonie für die Saison 2022/23 erhalten. Im Rahmen des Schwerpunktthemas "Multiversum Esa-Pekka-Salonen" werden sieben Konzerte stattfinden, davon fünf von Salonen selbst geleitet (die anderen beiden leiten Alan Gilbert und Jukka-Pekka Saraste). Yuja Wang ist Solistin in drei der fünf von Salonen dirigierten Konzerte, und zwar mit der Turangalîla-Sinfonie von Messiaen mit den Wiener Philharmonikern (5. September), mit Rach 3 mit dem San Francisco Symphony Orchestra (16. März) sowie mit dem Klavierkonzert Nr. 3 von Magnus Lindberg mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester (7. Mai).

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    (Jim Jarmusch)

  • Yuja Wang, die für den 26. und 28. August ohnehin mit den Wiener Philharmonikern bei den Salzburger Festspielen gebucht ist (es gibt in diesem Orchesterkonzert das Vorspiel und Isoldes Liebestod aus "Tristan und Isolde" von Wagner sowie die Turangalîla-Sinfonie von Messiaen), hat nun auch ihr erstes Recital bei diesem Festival gegeben. Als Einspringerin für Jewgenij Kissin, der wegen Armschmerzen absagte, spielte sie eine Abwandlung ihres aktuellen Tourneeprogramms, bei welcher sie zwei Schubert-Liedtranskriptionen von Liszt ("Liebesbotschaft" und "Aufenthalt") an den Anfang stellte und nach der Schönberg-Suite op. 25 mit der Ungarischen Melodie h-moll DV 817 von Schubert weiter machte (meines Wissens eine Repertoire-Neuheit bei ihr). Die Beethoven-Sonate entfiel dafür. Auch im zweiten Programmteil gab es Veränderungen: Es entfielen die beiden Kapustin-Préludes (jedenfalls wenn ich der Homepage der Salzburger Festspiele trauen kann). Der Zugabenteil war bei ihr auch in Salzburg quasi eine dritte Programmhälfte mit 30 Minuten Dauer.


    Hier eine Rezension von Helmut Mauró aus der Süddeutschen Zeitung:

    Pianistin Yuja Wang gibt Solodebüt bei den Salzburger Festspielen
    Die chinesisch-amerikanische Pianistin Yuja Wang triumphiert mit ihrem Solodebüt bei den Salzburger Festspielen. Das Publikum rast.
    www.sueddeutsche.de


    Eine weitere Pressestimme von der "Kronen-Zeitung":

    Längst überfälliges Festspieldebüt von Yuja Wang
    Manchmal braucht es einfach ein bisschen Hilfe von oben. Bei den Salzburger Festspielen sorgte ein Zufall jüngst dafür, dass die Ausnahmepianistin ...
    www.krone.at

    «Musik ist die größte Inspiration. Wenn du traurig bist, denk' an all die Musik, die du noch nicht gehört hast.»
    (Jim Jarmusch)

  • Witzig, dass die beiden Photos fast identisch aussehen inklusive Zuhörer, nur ihre Pose und ihr Kleid sind anders... :D

  • Ich habe sie jetzt in Salzburg bei Turangalila beobachten können. Da das Klavier ja gerne vom Orchester zugedeckt wird, blieb Frau Wang umso nackter. Die High Heels waren auch nicht schlecht.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Schon alleine mit solchen Monster-High Heals sich aufrecht bewegen zu können ist wahrlich Ausdruck der hohen Kunst der Bourlesque, wofür ich Yuja Wang bewundere und verehre.


    Meine anzüglichen Worte bringen unzweifelhaft zum Ausdruck, dass ich die Performance der Turangalila von Messiaen durch Wang in die Nähe der Bourlescque rücken möchte (ohne damit nicht die geringste Wertung zu transportieren.)


    Von mir aus hätte Yuja Wang aufgrund der Partitur von Messiaen allemal die Legitimation gehabt, splitternackt aufzutreten.


    Ich persönlich hätte damit nur schon als bekennender Anhänger der Freikörperkultur nicht die geringste Mühe damit, und demnach auch keinerlei Einwände dagegen.


    Ich meiner Turangalila ist sie der Archetyp der Göttin der Hemmungslosigkeit. Und nur sie wird neues Leben schaffen, in Opposition zu den transhumanistisch verblendeten Machos!


    Yuja Wang will ich keineswegs in diese Richtung drängen. Sie hat ein starkes und allemal stimmiges Selbstbewusstsein! Sie weiss, was sie will.


    Und dieses exhibitionistische Wollen bereitet mir extreme Freude!


    Gruss aus Bern vom

    Walter

  • Ich bin ehrlich gesagt etwas irritiert, hier zur Salzburger Aufführung von Messiaens Turangalîla ausschließlich die Beschreibung von Äußerlichkeiten zu finden und nichts zu Wangs Klavierspiel. (Ich habe die Übertragung allerdings nicht gehört, kann mich auch nicht dazu äußern.)

  • Ach, gehabt Euch doch nicht so philisterlich: wie soll sich denn eine werkgetreue Aufführung gebärden, wenn das Werk per se jegliches Mass an Schicklichkeit sprengt!?! Könnte es dann sein, dass unsere Maßstäbe an Schicklichkeit daneben sind und der Opulenz der Performence keineswegs mehr entsprechen. (es aber sollten!)


    Dieses Meinung vertrete ich. Das unsägliche Gewusel von political correctness und Kultureller Aneignung flutscht mir allemal geschwindiglich am Allerwertetsten vorbei, Dämpfe in Fragezeichenform hinterlassend ...


    Menschenskinder: habt ihr denn wirklich keine dringenderen Probleme? Dann seid ihr zu bewundern - oder vielmehr zu bedauern!


    Mitfühlende Grüsse aus Bern vom


    Walter

  • Ich finde nicht, dass ich mich philisterlich ( = engstirnig, spießbürgerlich) gehabt hätte oder dass ich zu bedauern wäre, wenn ich meiner Irritation, dass bisher NUR Äußerliches und nichts Musikalisches zur Salzburger Turangalîla geschrieben wurde, Ausdruck verleihe.

    Der Konnex zum "Gewusel von political correctness und Kultureller Aneignung" ist für mich auch nicht ersichtlich, aber bitte...

  • Und mir bereitet dieser ganze Beitrag leichte Übelkeit.

    Ja, ich finde es offen gestanden auch extrem befremdlich, öffentlich das nackte Auftreten einer Pianistin zu ersehnen:

    Von mir aus hätte Yuja Wang aufgrund der Partitur von Messiaen allemal die Legitimation gehabt, splitternackt aufzutreten.
    Ich persönlich hätte damit nur schon als bekennender Anhänger der Freikörperkultur nicht die geringste Mühe damit, und demnach auch keinerlei Einwände dagegen.

  • Sorry, ersehnt habe ich gar nichts.

    Nur gegen übertriebene Prüderie habe ich etwas.


    So lasst mich bitte würdevoll dem selbstgenerierten Fettnapf entsteigen (der der Gereiztheit meiner gesundheitlichen Verfassung geschuldet ist) und macht nicht gleich ein Fass mit Ketzerbier auf, ihr lieben TugendwächterInnen.😎😆👍🏻


    Gruss aus Bern vom Walter

  • Und dieses exhibitionistische Wollen bereitet mir extreme Freude!

    Und mir bereitet dieser ganze Beitrag leichte Übelkeit.

    Mir auch. Kaum ist ein bisschen nackte Haut zu sehen, gehen mit den älteren Herren hier die Pferde durch...

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Cherubino

    Hm...

    ... werden - in biologistischer Perspektive - "ältere Herren" automatisch notgeil, wenn mal so etwas wie "nackte Haut" rüberkommt ?

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

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