Yuja Wang - eine Ausnahmepianistin startet durch

  • Die viel wichtigere Nachricht der letzten Zeit ist für mich aber die Formierung des Klavierduos Yuja Wang - Víkingur Ólafsson. Das ist nun wirklich ein dream team.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Das mit der Absage der gemeinsamen Konzerte nächste Woche mit dem Chicago Symphony Orchestra durch Yuja Wang habe ich heute auch gehört. Man wird sehen, wie sich da die Dinge entwickeln. Es ist nicht ausgeschlossen, dass beide niemals mehr gemeinsam musizieren werden.

    Der Eindruck verfestigt sich, dass das Zerwürfnis zwischen Yuja Wang und Klaus Mäkelä tiefergehend ist. Erst wurden die drei gemeinsamen Konzerte mit dem Chicago SO durch sie abgesagt, jetzt hat sie die gemeinsamen Konzerte mit dem Cleveland Orchestra ebenfalls abgesagt. Für das Gershwin-Concerto in F wird sie ersetzt durch Jean-Yves Thibaudet.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Ist leider ein ziemlich unprofessionelles Verhalten...

    "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

  • Aber auch nachvollziehbar. Wenn man die Visage erst mal partout nicht sehen mag, kann bei einem gemeinsamen Konzert auch nicht unbedingt ein beglückendes Ergebnis herauskommen.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Ist leider ein ziemlich unprofessionelles Verhalten...

    Genau so ist es. Doch ich kann es nachvollziehen, denn wenn die Chemie grundsätzlich total vergiftet ist. lässt sich nun mal kaum noch entspannt Musik machen zusammen. Es muss da sehr viel passiert sein, wenn man nicht mal einige Tage zusammen proben und spielen kann. Das ist aber auch nicht so selten verbreitet. Ich habe auch zwei Kollegen, mit denen ich schlicht und einfach nicht mehr spielen werde.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Ist leider ein ziemlich unprofessionelles Verhalten...

    ... und reiht sich ein in die Absageritis dieser Pianistin, die ich in diesem Faden schon oft kritisiert habe. Was die Kartenkäufer in Chicago und Cleveland fühlen, wenn sie kurzfristig irgendeinen Einspringer anstelle der eigentlich angekündigten Yuja Wang vorgesetzt bekommen (die gesalzenen Eintrittspreise bleiben natürlich dieselben), scheint ihr ziemlich egal zu sein. Auf der anderen Seite:

    Es muss da sehr viel passiert sein, wenn man nicht mal einige Tage zusammen proben und spielen kann.

    Niemand von den Leuten, die ich kenne, weiß, was da vorgefallen ist. Aber sie muss sehr verletzt sein, wenn sie um jeden Preis (man bedenke auch mal den Gagen- und Reputationsverlust für sie) jeglichen Kontakt mit ihrem ex-lover auf und abseits der Bühne absolut vermeiden möchte.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Autsch!

    Ich weiss nun nicht wirklich, ob ich (ob der audiamüsseligen Einlassung) schenkelklopfend losprusten dürfte, oder ob ich als (professionell degenerierter) Anstandswauwau nicht doch dringlich zur Mässigung des Ausdrucks aufrufen müsste ...

    Aus dem Bauch heraus reagierend, tendiere ich zugegebenermassen herzhaft zur ersten Variante.

    Nun ja, Boulevard und Gossip sollen doch hier auch ihren legitimen Platz reklamieren dürfen, zumal Frau Wang mit ihren gewagten Outfits und ihren Hammer-Highheels daran nicht ganz unschuldig ist, nicht wahr ... (was mir persönlich - dem alten geilen Sack aus den Schweizer Alpen - zugegebenermassen durchaus Wohl-Gefallen entlockt...)

    Wang ist halt ein Gesamtkunstwerk der exhibitionistischen Generation Y - und der Klaus M. ist es wohl nicht minder:

    meines Erachtens fehlt beiden MusikerInnen aber letztlich die Demut und die respektvolle Ehrfurcht gegenüber der Göttin Musica.

    Sie sind imho beide Opfer der Plakativität des SM-Ausdrucks (und nein, ich meine nicht "sado-maso", sondern ich rede von "social media" ... aber vielleicht ist ja all dies schlicht und einfach dasselbe 😆).

    Ich empfand das Paar aber stets als ziemlich reizend, und ich bedaure die unglückliche Entwicklung ausserordentlich. Mögen sie sich gegenseitig verzeihen können und Frieden und neue Harmonie finden.

    Sie sind beide ohne Zweifel höchstbegabt, und sie halten mittels ihres popig boulvardesken Ausdrucks die klassische Musik auf der Ebene des Mainstreams. Das kann ihnen nicht hoch genug angerechnet werden.

    (Irgendwie erinnerten mich die beiden ja an Clara Schumann und Johannes Brahms ...)

    Just the humble opinion of an actually very weak musiclover from the swiss-alps, named Walter

  • Aber sie muss sehr verletzt sein

    Vielleicht ist BDSM-technisch was schiefgelaufen.

    Ganz und gar nicht! B, d, und es hatte sie bereits ausfindig gemacht, hier sucht sie noch verzweifelt und in gefährlicher Position und Mission das M:

    https://www.feastofmusic.com/.a/6a00d8341c4fb353ef022ad39d42c7200c-800wi

    Wider jeglichem Erwarten und ohne Blessuren hat sie es dann auch später tatsächlich gefunden:

    https://www.feastofmusic.com/.a/6a00d8341c4fb353ef022ad39d42cb200c-800wi

  • man nennt es Fotomontage, mein Lieber... - Du glaubst ja gar nicht, in welchen Verrenkungen Du schon 'gesichtet' worden bist :):versteck1:

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott' Werner Schneyder Es ging aus heiterem Himmel um Irgendwas. Ich passte da nicht rein. Die anderen aber auch nicht. FiDi über die Teilnahme an seiner ersten (und letzten) Talkshow

  • Die Verrenkungen waren in der Tat eine Performance mit den Spassvögeln Igudesman und Joo, wie Quasimodo ganz richtig anmerkt. Witzig kann sie nämlich auch sein, die quirrlige Musik-Exhibitionistin (ich liiiebe sie!).

  • Die Verrenkungen waren in der Tat eine Performance mit den Spassvögeln Igudesmann und Joo

    Bei dieser Performance im kleinen Saal der Carnegie Hall war Yuja Wang nicht nur sowohl komisch als auch hochathletisch unterwegs, sondern sie rappte auch, was das Zeug hielt. Die New York Times stellte danach die Frage: "Gibt es eigentlich irgendetwas, was diese Frau nicht kann?".

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Was sie wohl nicht kann, ist vielleicht ein gelassenes und geduldiges Mandala-Ausmalen... aber ich kann mich auch hier täuschen, denn diese Frau ruht in sich selbst (auch bei ihren musikalischen Explosionen)!

    Yuja Wang ist mE die beispielhafte Verkörperung (und Ermutigung) des Auskostens sämtlicher Potenzen, mit denen sie ja offensichtlich überschwänglich gesegnet wurde.

    Kleine, leise Kritik: Ich spüre gelegentlich eine Absenz von Gelassenheit und einer geduldigen Bereitschaft des Geschehenlassens: es wirkt - bei aller Souveränität - bei ihr eine gewisse Überspanntheit. Aber was soll's: sie ist halt eine wirkliche Powerwoman.

    Sie produziert Musik auf Speed und Steroides, will heissen, sie ist - mit Verlaub - nicht in der Lage, geduldig zu warten auf den Kuss der Fee.

    Sie will selbstaktiv diese Fee selbst verkörpern, und das tut sie oft und zugegebenermassen meistens durchaus überzeugend (und allemal stets verführerisch).

    Ich muss zugeben: die exaltierten Performances der Yuja Wang inspirieren und beleben mich.

    Ich bewundere sie allemal für die Chuzpe, sich so darzustellen und zu exponieren (wenn nicht gar zu exhibitionieren), wie sie eben in der Tat IST!

    ***

    So möchte auch ich sein: so authentisch, so direkt, so offen und so furchtlos.

    Aber das können wohl nur die ChinesInnen...

    Ich bin und bleibe leider nur ein träger (wiewohl musikbeschwipster) Alpenschweizer, eingeigelt einerseits in die Käse-Aura der voralpinen Landschaft, wiewohl stets sehnsüchtig nach der steifen Brise des weiten Meeres ...

    ***

    Nun denn: bei aller leisen Kritik von meiner Seite: diese Künstlerin - Yuja Wang - ist schier ein Wesen "von einem anderen Planeten" (nein, nicht wirklich).

    Sie hat halt einfach ein übermenschlich-kreatives Potential geschenkt bekommen, welches sie hemmungslos auslotet und auskostet.

    Und sie macht es sich stolz zu eigen und drückt es selbstbewusst aus.

    Ich bewundere sie unendlich.

    ***

    Und wie gesagt, bei aller gebotenen (metoolichen) Zurückhaltung: Ich verehre sie, ja ich "liebe" sie - und da sie den Klaus M. ja offenbar verabschiedet hat, wage ich es, sie selbstbewusst darauf hinzuweisen:

    Ähm, ich wäre noch frei ... 😎😘!

    (Nein, um Himmels willen, ich mache doch nur Macho-Witze, sorry!)

    Herzliche Grüsse aus dem Naturpark Gantrisch vom ollen

    Walter

    der aufgrund seiner Krankheit (MS) immer mehrere Anläufe braucht, um einen Beitrag stimmig zu formulieren ...

  • Die Verrenkungen waren in der Tat eine Performance mit den Spassvögeln Igudesmann und Joo

    Bei dieser Performance im kleinen Saal der Carnegie Hall war Yuja Wang nicht nur sowohl komisch als auch hochathletisch unterwegs, sondern sie rappte auch, was das Zeug hielt. Die New York Times stellte danach die Frage: "Gibt es eigentlich irgendetwas, was diese Frau nicht kann?".

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    Ich bin aktuell gerade wieder einmal im Wang-Mood (Audiamus sei's gedankt): diese Konzert-Zugabe ist einfach exquisit!

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