Yuja Wang - eine Ausnahmepianistin startet durch

  • andréjo :

    Für mich ist das nicht „Klatsch und Tratsch in Reinkultur“, was dort gerade abgeht, sondern es berührt für mich eine sehr grundlegende Frage des Klassikbetriebs: Wieviel Verletzlichkeit, wieviel Gefühlsleben lassen wir bei den Künstlern zu? Sollen die Stars des Klassikbetriebs perfekt wie Maschinen funktionieren? Egal was passiert ist?

    Ich habe mich in meiner Meinung klar positioniert (ich habe Verständnis für die Weigerung, weiter mit Mäkelä aufzutreten; ich habe eher kein Verständnis dafür, auch andere Konzerte ohne seine Beteiligung abzusagen, weil Mäkelä nun mal vor Ort ist; vor allem meine ich, der Veranstalter hätte diese seit Monaten bekannte Konfliktsituation besser moderieren müssen).

    Es war sehr wohltuend, die Meinungen von Fürst Emmerich und Areios hier zu lesen. Dies hat es gelohnt, das Thema aufzubringen.

    Ich kann Deiner obigen Argumentation, Deinen Fragestellungen schon folgen. Wenn sich das Thema für Dich gelohnt hat, genügt das. Ich habe mich daran nicht beteiligen müssen.

    Wenn ich mich selbst mit Musik befasse, möchte ich solche Dinge, die ich ohnehin nicht ändern kann, außen vor lassen. Freilich würde ich die Fragen, die Du oben gestellt hast, mit Nein beantworten respektive in dem Sinn, dass ich hier niemanden zu maßregeln hätte.

    Der letzte Absatz in Deinem letzten Beitrag weiter oben hat mich, wie gesagt, ein wenig gestört, weil er mich in der Tat an Schablonen oder Praktiken der Regenbogenpresse erinnert hat. Wenn ich da im Irrtum bin: Nichts für ungut!

    :cincinbier: Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • ..."Damenseite" (die mit den Dauerwellenhauben) unseres Dorffrisörs über die neuesten Nachichten im "Goldenen Blatt" erinnert...

    :pop::spock1:Grins1Grins1

    Womit wir wieder beim Thema Sexismus wären. :rolleyes:

    Männer besprechen natürlich nur erzseriöse Themen fern jedes Tratsches.

    Das war übrigens nicht mein Sujet! Von der Wahnvorstellung, dass Frauen klatschen und heulen und schwatzen und Männer stark sind, handeln statt reden und dem Tratsch abgeneigt, habe ich mich quasi seit Schulzeiten verabschiedet und spätestens seit meiner Hochzeit vom Rest. Da genügt ein Spiegel - das Journal meine ich nicht! Nur so richtig knüppeldicken Tratsch kann ich in der Tat nicht leiden - meine Frau redet aber auch sonst weniger als ich. Und den Bezug zum Thema des Threads kann man differenzierter sehen - einverstanden!

    Die klare Zustimmung für bustopher bezog sich auf den Charakter gewisser Zeitschriften, die man halt beim Friseur findet. Die "Damenseite" und die "Dauerwellenhaube" sind mir nicht aufgefallen - isch schwör! Gut - vielleicht muss man auch da differenzieren.

    Wollte ich nur gesagt haben! :jaja1: Und eigentlich reicht es mir jetzt wieder mit dem Mitmischen bei solchen Themen. :jaja1: Und der Terminus Sexismus - mit Verlaub - wird mir in unserer Zeit und Gesellschaft ein wenig zu oft und zu beliebig verwendet, so dass er dort zu wenig auffällt, wo er so richtig berechtigt ist ...

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Vielleicht hat Wang auch Verbier gesagt: Er oder ich. Das ist halt unrealistisch, weil Verbier nicht wegen ihr Mäkelä ausladen wird.

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    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Die klare Zustimmung für bustopher bezog sich auf den Charakter gewisser Zeitschriften, die man halt beim Friseur findet. Die "Damenseite" und die "Dauerwellenhaube" sind mir nicht aufgefallen - isch schwör! Gut - vielleicht muss man auch da differenzieren.

    Schon gut, lieber Wolfgang, Du warst ja gar nicht gemeint! Als tendenziell sexistisch empfinde ich diese Liaison aus "Tratsch" und "Frauen", wobei die Frauen auch noch durch lächerliche Bilder punziert werden. Klar, das ist kein Hardcoresexismus, aber schon jene - oft unbewusste - Herabsetzung, die nicht so harmlos ist, wie man glauben würde. Denn steter Tropfen höhlt den Stein und solche Assoziationen bleiben haften.

    Ich bin sicher, dass im Kreise der Yuja Wang Fans, welche Music Lover regelmäßig mit diesen Infos über das Privatleben Wangs versorgen, Männer keine seltene Spezies sind. Auch unter den Adoranten von SängerInnen ist mir schon der eine oder andere Mann aufgefallen.:)

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Du redest über das 2022 eingespielte Vienna-Album mit dem seinerzeit gemachten Foto? Damals hing der Himmel für sie noch voller Geigen. Auch 2023 waren die beiden noch ein Paar.

    Dass das Vienna-Album 2022 eingespielt wurde, stimmt allerdings.

    Den Rest wissen wir genauso wenig wie die Gründe der Trennung.

    Jedenfalls dürfen wir vielleicht auf Barber, Schostakowitsch und Chopin-Balladen freuen. Und ganz besonders auf Prokofieff 1 in der Berliner Waldbühne.

    Und natürlich auf das Duo-Album mit ihrem neuen musikalischen Partner Vikingur Olafsson. - Jedenfalls scheint sie keine Antipathie gegenüber den Nordländern, die Dinge bisweilen sehr klar aussprechen, entwickelt zu haben.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Da ich keine Frau bin, kenne ich den Tratsch über Wang und Mäkelä nicht. Ich interessiere mich eher für Sachen (Kompositionen). Ist halt typisch männlich. Damit muss man schon leben können.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Erwischt

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Vielleicht hat Wang auch Verbier gesagt: Er oder ich. Das ist halt unrealistisch, weil Verbier nicht wegen ihr Mäkelä ausladen wird.

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    Mäkelä dirigiert das VFO und agiert als Solist. Verbier funktioniert nach dem großen Namen-Prinzip. Glaub nicht, dass sie ihn da leichtfertig ausladen würden.


    Ansonsten wissen wir halt nichts über die Hintergründe der Trennung. Der Sukkus hier scheint zu sein, dass Mäkelä ein grausiger Mensch sein soll, der die arme Frau Wang fürchterlich verletzt hat und Schwerwiegendes vorgefallen sein soll. Vllt. nimmt sie aber auch nur, wie viele andere verlassene Männer und Frauen auf der Welt, die Trennung schwerer als er. Hat sie mehr in die Beziehung gelesen? Tiefgreifendere Pläne gehabt? We'll never know.


    Andere Frage: Ich sehe, dass das VFO innerhalb weniger Tage Mordsprogramme raushaut. Wie schaffen die das? Sind das in Wahrheit mehr als ein Orchester oder wie staffeln die die Proben?

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Für mich ist das nicht „Klatsch und Tratsch in Reinkultur“, was dort gerade abgeht, sondern es berührt für mich eine sehr grundlegende Frage des Klassikbetriebs: Wieviel Verletzlichkeit, wieviel Gefühlsleben lassen wir bei den Künstlern zu? Sollen die Stars des Klassikbetriebs perfekt wie Maschinen funktionieren? Egal was passiert ist?

    Um es mal klarzustellen : Ich persönlich finde ihr Klavierspiel absolut faszinierend und aufregend, aber da ist diese Frau von Hause aus schon, alleine durch ihr ganzes Auftreten und Erscheinungsbild.

    Dass ich ihr Verhalten unprofessionell finde, kann ich mir nach inzwischen 50 Bühnenjahren und entsprechend vielen Erfahrungen durchaus erlauben zu schreiben. Die größten Mimosen auf der Bühne sind Sängerinnen, die würden sich, wenn sie denn dürften, sich teilweise die Augen auskratzen. Was man da erlebt hat, wäre alleine schon ein Buch wert zu schreiben. Das hat übrigens was mit Tatsachen zu tun, und sonst überhaupt nichts. Spielt aber hier keine entscheidende Rolle.

    Ich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn, wie hier, etwas vorgefallen wäre, was so extrem war, dass sie sich für ein Jahr zurückziehen würde. Das wäre konsequent und nachvollziehbar. Absagen, die aber ausschließlich mit ihrem Privatleben zu tun haben, wie etwa Auftritte mit dem Ex, muss man einfach reifer lösen können. Wie sie es macht, kritisiere ich und werde es auch bei anderen Künstlern kritisieren. Dabei spielt das Genre keine Rolle für mich. Jazz-Diven gab es auch genug.

    In meinem Bereich ist es eigentlich seit vielen Jahren recht einfach gehalten: Wenn man gebucht werden möchte und sagt drei Mal ab, wird von der anderen Seite nie wieder etwas hören. Es gibt dabei sicher Ausnahmen, aber grundsätzlich ist das eine gewisse Faustregel, die bis beute zutrifft. So etwas spricht sich herum, man wird sehr schnell weg vom Fenster sein. Ich weiß, der Vergleich ist sicher nicht direkt auf alle Bereiche übertragbar, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei Agenturen das weitgehend anders lösen wird. (Ich hatte mit zwei Agenturen zu tun, die in meinem Gebiet die Größten waren.).

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • So etwas spricht sich herum, man wird sehr schnell weg vom Fenster sein. Ich weiß, der Vergleich ist sicher nicht direkt auf alle Bereiche übertragbar, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei Agenturen das weitgehend anders lösen wird. (Ich hatte mit zwei Agenturen zu tun, die in meinem Gebiet die Größten waren.).

    Deine Tätigkeit als Musiker in allen Ehren, Du siehst aber schon ein, dass Wang in einer anderen Liga spielt? Die ist sicherlich nicht "ganz schnell weg vom Fenster". Nicht einmal Glenn Gould, der, wenn er auftrat nervte wie nur was, und später gar nicht mehr auftrat, war jemals "weg vom Fenster".

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Und ganz besonders auf Prokofieff 1 in der Berliner Waldbühne.

    Das wird extrem spannend. Für gefühlte zwei Minuten Klavierkonzert nach Berlin fahren. Risiko am Limit Grins1

    "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

  • Ich bin sicher, dass im Kreise der Yuja Wang Fans, welche Music Lover regelmäßig mit diesen Infos über das Privatleben Wangs versorgen, Männer keine seltene Spezies sind.

    Da bin ich mir auch sicher allerdings!

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Und natürlich auf das Duo-Album mit ihrem neuen musikalischen Partner Vikingur Olafsson.

    Live zu erleben Ende Oktober/Anfang November 2024 in vier Städten: Wien, Hamburg, London und Paris. Im Februar/März 2025 folgen dann Toronto, New York City, Cleveland, Los Angeles und San Francisco.

    Und ganz besonders auf Prokofieff 1 in der Berliner Waldbühne.

    Das wird extrem spannend. Für gefühlte zwei Minuten Klavierkonzert nach Berlin fahren.

    Dasselbe Klavierkonzert mit denselben Beteiligten kannst Du auch vier Tage später in Shanghai hören. Falls Dir der Weg nach Berlin zu weit ist Grins2

  • Deine Tätigkeit als Musiker in allen Ehren, Du siehst aber schon ein, dass Wang in einer anderen Liga spielt?

    Lese einfach noch mal mein Posting, dann wirst Du vielleicht (!!) erkennen, dass Deine Antwort völlig überflüssig ist. Danke.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Mit Liga hat das nichts zu tun . Maurice weißt etwa auf Agenturen hin , weölche die Buchungen vornehmen . Das bezieht auch Veranstalter mit ein . und wie die Vergangenheit beweist , waren Künstler , die aus verschiedenen Gründen als unzuverlasslg galten ( Sucht , Psyche , etc.), ziemlich schnell weg vom Fenster . Und da gebe ich ihm recht .

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Maurice weißt etwa auf Agenturen hin , weölche die Buchungen vornehmen .

    Na und? Die Agenturen schätzen den (finanziellen) Wert von verschiedenen Künstlern eben unterschiedlich ein. Zuvor hast du auf ABM verwiesen, jetzt implizierst du genau das Gegenteil. :/

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

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