Yuja Wang - eine Ausnahmepianistin startet durch

  • Wieso pflegt Mäkelä weiter sein Sonnyboy-Image und macht fröhlich weiter, während Yuja Wang leidet, sich schlussendlich zurückzieht und sich dann noch dafür rechtfertigen muss?

    Ist denn klar, dass Klaus Mäkelä nicht leidet?

    Und pflegt nicht Frau Wang ihr Paradiesvogel-Image ungehemmt weiter? (Z. B. auf dem Cover des Wien-Albums)

    Schlag ihr doch mal vor, sich als Nonne zu verkleiden oder möglicherweise einfach in schwarz zu gehen, sowas gehört sich für ein Weibsbild nach einer Trennung. :)

  • Schlag ihr doch mal vor, sich als Nonne zu verkleiden oder möglicherweise einfach in schwwarf arz zu gehen, sowas gehört sich für ein Weibsbild nach einer Trennung. :)

    Würde ich nie tun. Doch ML verstand ich so, dass er Mäkelä vorwarf, Ebensolches nicht zu tun.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Schlag ihr doch mal vor, sich als Nonne zu verkleiden oder möglicherweise einfach in schwwarf arz zu gehen, sowas gehört sich für ein Weibsbild nach einer Trennung. :)

    Würde ich nie tun. Doch ML verstand ich so, dass er Mäkelä vorwarf, Ebensolches nicht zu tun.

    War auch bisschen polemisch gemeint. (Wie ist mir denn da die Tastatur ausgerutscht?) Das Problem ist glaube ich einfach, dass Mäkele tut als wäre gar nichts gewesen, Wang aber offenbar Konsequenzen zieht (ziehen muss?) und ihr hier sehr klar Unprofessionalität, mangelnde Kontrolle und Emotionalität vorgeworfen wird. Bei solchen Sachen geht's immer auch um Macht - und Frauen sind da nunmal einfach benachteiligt, die Klassikszene ist da ja keine Ausnahme, sondern eher ein besonders gemeines Beispiel (auch wenn es sich langsam zu ändern scheint!)

  • ihr hier sehr klar Unprofessionalität, mangelnde Kontrolle und Emotionalität vorgeworfen wird

    Nun hat Klaus Mäkelä aber keine Konzerte abgesagt, sondern Yuja Wang. Es liegt also in der Sache begründet, dass man Mäkelä keine Absagen vorwerfen kann. Wo nichts ist, kann man auch nichts vorwerfen oder diskutieren. Wang sagt ab und macht ihre Probleme öffentlich. In dem Moment wird das zum Thema: Was zwischen den beiden vorgefallen ist, geht uns nichts an und darüber brauchen wir nicht zu reden. Ob und unter welchen Umständen Yuja Wang auftritt, geht diejenigen, die ihre Konzerte besuchen möchten, etwas an und ist damit ein Thema für die klassikliebende Öffentlichkeit.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Wobei man ergänzen muss, dass Wang ein Superstar ist und daher biederes, pflichtgetreues Verhalten als unprofessionell gewertet werden muss. Ein Superstar ist kapriziös, das gehört zur Jobdescription. Man stelle sich vor, man hätte Freddy Mercury jedes mal "unprofessionelles" Verhalten vorgeworfen, wenn er "verhindert" war.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Wobei man ergänzen muss, dass Wang ein Superstar ist und daher biederes, pflichtgetreues Verhalten als unprofessionell gewertet werden muss. Ein Superstar ist kapriziös, das gehört zur Jobdescription. Man stelle sich vor, man hätte Freddy Mercury jedes mal "unprofessionelles" Verhalten vorgeworfen, wenn er "verhindert" war.

    ... und auf der anderen Seite ist es fast ein Topos in Sängerinnen-Autobiographien, dass die Protagonistin nach einem schweren Schicksalsschlag, etwa dem Tod naher Angehöriger, am Abend auf die Bühne geht und pflichtbewusst ihre Show abliefert. "Und wie´s da drinnen aussieht, geht keinen was an". Damit ließ sich immer gut erzählen, was dieser Beruf an persönlichen Opfern fordert und welche Disziplin und Kraft die Protagonistin aufgewand hat.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • ihr hier sehr klar Unprofessionalität, mangelnde Kontrolle und Emotionalität vorgeworfen wird

    Nun hat Klaus Mäkelä aber keine Konzerte abgesagt, sondern Yuja Wang. Es liegt also in der Sache begründet, dass man Mäkelä keine Absagen vorwerfen kann. Wo nichts ist, kann man auch nichts vorwerfen oder diskutieren. Wang sagt ab und macht ihre Probleme öffentlich. In dem Moment wird das zum Thema: Was zwischen den beiden vorgefallen ist, geht uns nichts an und darüber brauchen wir nicht zu reden. Ob und unter welchen Umständen Yuja Wang auftritt, geht diejenigen, die ihre Konzerte besuchen möchten, etwas an und ist damit ein Thema für die klassikliebende Öffentlichkeit.

    Jaja, alles richtig - nichtsdestotrotz wissen wir nicht, was vorgefallen ist. Und solange das so ist, halte ich mich an das gute alte in dubio pro reo. Es gibt durchaus Sachen, die vorgefallen sein können, die ihr das Auftreten mit ihm unmöglich machen. Das soll keine Unterstellung sein, nur solange nichts bekannt ist, werfe ich niemandem Unprofessionalität vor. Es kann durchaus die professionelle Entscheidung sein, die Konzerte abzusagen.

  • ... und auf der anderen Seite ist es fast ein Topos in Sängerinnen-Autobiographien, dass die Protagonistin nach einem schweren Schicksalsschlag, etwa dem Tod naher Angehöriger, am Abend auf die Bühne geht und pflichtbewusst ihre Show abliefert. "Und wie´s da drinnen aussieht, geht keinen was an". Damit ließ sich immer gut erzählen, was dieser Beruf an persönlichen Opfern fordert und welche Disziplin und Kraft die Protagonistin aufgewand hat.

    Womit sich zeigt, wie doppeldeutig alles ist! ;) Absage aus schwer nachvollziehbaren Gründen war ok und akzeptiert, da dem Klischee der "weiblichen Unstetigkeit" entsprechend (sind halt "hysterisch"). Absagen aufgrund seelischer Probleme waren hingegen auf jeden Fall tabu. Das "pflichtbewusste" Ignorieren der eigenen seelischen Notstände gehörte im Zeitalter systemischer psychischer und physischer Gewalt natürlich zum guten Ton - egal ob bei Mann oder Frau. Ich denke aber, dass das heutzutage nicht mehr so gesehen wird. Zumindest bei Frauen, Männer scheinen immer noch des öfteren als "schmerzbefreite Indiander" gesehen zu werden...

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • So etwas spricht sich herum, man wird sehr schnell weg vom Fenster sein. Ich weiß, der Vergleich ist sicher nicht direkt auf alle Bereiche übertragbar, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei Agenturen das weitgehend anders lösen wird. (Ich hatte mit zwei Agenturen zu tun, die in meinem Gebiet die Größten waren.).

    Deine Tätigkeit als Musiker in allen Ehren, Du siehst aber schon ein, dass Wang in einer anderen Liga spielt? Die ist sicherlich nicht "ganz schnell weg vom Fenster". Nicht einmal Glenn Gould, der, wenn er auftrat nervte wie nur was, und später gar nicht mehr auftrat, war jemals "weg vom Fenster".

    Würde das stimmen, wäre Argerich längst auf's Altenteil gewandert oder C. Kleiber wäre nicht über die 70er Jahre hinaus tätig gewesen.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Mauerblümchen :

    Du redest über das 2022 eingespielte Vienna-Album mit dem seinerzeit gemachten Foto? Damals hing der Himmel für sie noch voller Geigen. Auch 2023 waren die beiden noch ein Paar.

    Anfang August ja, Mitte August hat sie extrem kurzfristig die Saisoneröffnung in Oslo abgesagt (auch nur mitbekommen, weil grad dort gewesen und keine Karten mehr bekommen).

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Das Problem ist glaube ich einfach, dass Mäkele tut als wäre gar nichts gewesen,

    Was er "so tut" oder nicht, wissen wir nicht - jedenfalls gewinne ich den Eindruck, dass er nichts nach außen trägt, was immer da gewesen sein mag. Das finde ich zumindest mal nicht unfair gegenüber Wang.

    Wang sagt ab und macht ihre Probleme öffentlich.

    So ist es.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Einem unzutreffenden Eindruck, der ein wenig bei Cherubino anklingt („Wang sagt ab und macht ihre Probleme öffentlich“), möchte ich vorbeugen: Dass Yuja Wang derzeit aufgrund privater Probleme reihenweise Konzerte absagt. Das ist definitiv nicht der Fall. Im Gegenteil: Sie hat seit der Trennung der beiden ein geradezu irrsinniges Konzertprogramm absolviert. Mäkelä übrigens auch.

    Es ist also keineswegs so, dass Wang zurzeit lieber in ihr Kopfkissen weint, statt Konzerte zu geben. Sie hat, soviel ich weiß, jeden ihrer zahlreichen Konzerttermine des Jahres 2024 wahrgenommen und dabei sogar Zugaben bis zur Erschöpfung gegeben. Das einzige, was sie 2024 in Nordamerika abgesagt hat, sind die Termine mit Mäkelä. Und das muss man ihr, finde ich, einfach zubilligen. Das Problem hat sich aber jetzt eh erledigt, denn weitere vertraglich vereinbarten Termine mit ihm stehen nicht mehr an.

    Was Verbier so besonders macht, ist die Absage nicht nur des Mäkelä-Termins (verständlich!), sondern auch die Absage ihres Recitals und des Termins mit Peltokoski (für mich unverständlich, denn das hätte man anders lösen können). Deswegen wurde das zum Thema in den sozialen Medien. Hätte sie nur den Mäkelä-Termin abgesagt und die beiden anderen Konzerte gegeben, hätte kein Hahn danach gekräht.

    Der usbekische Pianist, der für sie beim Recitaltermin einspringt, sagt mir nichts. Den Termin mit Mäkelä übernimmt David Fray. Und beim Termin mit Peltokoski spielt die Rhapsody in Blue Lucas Debargue! Geiler geht es wohl kaum! Für mich derzeit mein Lieblingspianist Nr. 2 nach Yuja Wang.

  • ..."Damenseite" (die mit den Dauerwellenhauben) unseres Dorffrisörs über die neuesten Nachichten im "Goldenen Blatt" erinnert...

    :pop::spock1:Grins1Grins1

    Womit wir wieder beim Thema Sexismus wären. :rolleyes:

    Männer besprechen natürlich nur erzseriöse Themen fern jedes Tratsches.

    Klar. Z.B. die Konsequenzen von Beziehungsproblemen, deren Details sie nicht kennen, von ihnen persönlich unbekannten Personen, inklusive Handlungsanweisungen wie sich die Protagonisten und ihr Umfeld ihrer Meinung nach verhalten sollten... Erzseriös...

    Und ja: Die Damenseite mit den Dauerwellenhauben (vom Eingang mit der Kasse aus rechts) und die Gespräche (z.B. über die Angehörigen des Europäischen Hochadels) inkl. einer etwa zwei Meter hohen Sichtschutzwand (nicht schallisolierend) zu den Herren gibt es bei unserem Dorffrisör tatsächlich. Und der Chef (gottseidank nicht sehr gesprächig) bedient die Herren und die Chefin (Adelsexpertin) die Damen. Nix Sexismus. Real life... In der Großstadt ist das selbstverständlich alles anders.

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • Würde das stimmen, wäre Argerich längst auf's Altenteil gewandert oder C. Kleiber wäre nicht über die 70er Jahre hinaus tätig gewesen.

    Ich habe, weil das offenbar gerne überlesen wird, es auch so geschrieben, dass man es nicht eins zu eins übertragen kann. Offenbar ist man im klassischen Bereich da sehr großzügig mit. Ich wäre es mit Sicherheit nicht. Es ist für mich eine Art Verarschung des Publikums, ein absolutes No Go, zumindest auch hier, für mich.

    Absagen sind - in dieser Form - für alle Seiten eine Zumutung und wirken arrogant. Krankheiten oder technische Probleme sind eine ganz andere Sache. Instrumente, die beim Flug beschädigt wurden ein weiteres Problem.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Und ganz besonders auf Prokofieff 1 in der Berliner Waldbühne.

    Das wird extrem spannend. Für gefühlte zwei Minuten Klavierkonzert nach Berlin fahren.

    Dasselbe Klavierkonzert mit denselben Beteiligten kannst Du auch vier Tage später in Shanghai hören. Falls Dir der Weg nach Berlin zu weit ist Grins2

    Wär ne Alternative, falls Mäkelä unverhofft in Berlin aufkreuzt.

    "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

  • [...] Die Diskussion über das seelische Befinden von Frau Wang halte ich für lachhaft und völlig überflüssig…


    Hier wurden Vereinsinterna ins allgemeine Forum übertragen. Bitte unterlassen.

    audi

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Da ich seit einiger Zeit die Möglichkeit habe, mich relativ regelmäßig mit Yuja Wang online auszutauschen, habe ich natürlich mit großem Interesse die Beiträge dieses Threads (zumindest zu einem großen Teil) zu lesen. Ich lese da einiges Abfälliges über abgesagte Konzerte, Ihren Kleidungsstil, private Beziehungen etc. Dadurch frage ich mich, auf welche Weise sie wohl solche Kommentare auf sich gezogen haben könnte. Natürlich setzt sich jeder Mensch des öffentlichen Lebens automatisch Kritiken, natürlich auch von Neidern aus.

    Was mach Yuja Wang so besonders? Sie ist eine Künstlerin "im besten Alter", kein Newcomer mehr, aber auch noch weit von der Altersweisheit entfernt. Sie fällt einerseits natürlich durch hochvirtuoses und technische über jeden Zweifel erhabenes Spiel auf, sie "grast" vor allem das virtuose Schlachtrossrepertoire, vor allem aus der Romantik und Neuzeit ab, nimmt dieses teilweise mehrfach auf. Sie ist eine wunderhübsche Frau, die ihre Reise in Konzerten und auf Platten zu nutzen weiß. Damit grenzt sie sich von zahlreichen Kollegen und natürlich auch von der Erwartungshaltung eines oft recht konservativen Publikums ab.

    Was mir persönlich an ihr sehr gefällt, und was mich regelmäßig an ihr begeistert ist natürlich die Souveränität, mit der sich selbst schwierigste Literatur mit großer Leichtigkeit spielt, den Überblich über das Werk behält, und durch das Fehlen jeder technischen Probleme die Aussage des Werks mit hoher Transparenz und Klarheit herausarbeiten und selbst entlegenste Motive und Melodien aufdecken kann. Betrachtet man die Zahl der Konzerte und deren Orte kann man defintiv sagen, dass es sich bei ihr um ein "Arbeitstier" handelt. Gleichzeitig ist sie eine sehr publikumsorientierte Frau, die gerne Kontakt zu ihren Anhängern haben möchte, um ihnen ihre Musik näherzubringen. Wenn ich mir die zahlreichen positiven aber auch negativen Beurteilungen auf den verschiedensten Plattformen anschaue, würde mir an ihrer Stelle Angst und Bange werde, all den gestellten Erwartungen gerecht zu werden. Aber irgendwie bekommt sie das hin, auch dafür bewundere ich sie.

    Man kann denken über sie, was man will, aber bevor man sich ein Urteil fällt, denke ich, sollte man auch einmal seine eigene Erwartungshaltung überprüfen. Was genau ist sie? Sie ist eine Künstlerin in ihren Mitt-Dreißigern, Teil des internationalen Klassikbetriebs. Vergleicht man sie mit Künstlern ähnlichen Alters aus dem Unterhaltungsbereich, dann ginge sie dort durchaus aus "Normal" durch. Warum aber sollte eine Künstlerin dieses Alters heute sich nicht vom Repertoire und auch von der Art wie sie auftritt, wie sie sich kleidet etc. so sein wie sie? Mir völlig schnuppe, welche Beziehung sie pflegt, mir ist auch egal, zu welchem Geschlecht sie sich hingezogen fühlt...das ist ihr Privatleben, welches man doch bitte auch respektieren möge.

    Sie hat die technischen und musikalischen Fähigkeiten, auch schwierigste Werke auf Weltklasseniveau darzubieten, genau deswegen tut sie das. Inzwischen führt sie auch weniger virtuose und extrovertierte Werke auf, sie kann das. Ich wünsche mir, dass sie dies künftig auch noch mehr tut, mehr ins Repertoire eines Beethoven, Brahms, und vielleicht auch Schubert eindringt. Die Mozartsonaten auch mal im Original und nicht in einer Volodos-Bearbeitung aufführt...auch wenn diese natürlich ungleich effektvoller und virtuoser ist.

    Verglichen mit anderen großen Künstlern wie Zimerman oder auch Hamelin zeigt sie heute noch nicht die Breite des Repertoires, dafür aber eine jugendliche Frische und Freude ihrer Aufführung, die auch einen sehr großen Reiz hat. Verglichen (ich weiß, sie mag das nicht) mit ihrem Landsmann Lang Lang gefällt mir an ihr ihr Mangel an Affektiertheit bei gleichzeitig überzeugenderer spielerischer und gestalterischer Leistung.

    Bisher hatte ich noch nicht das Glück, an einem ihrer Konzerte direkt dabei sein zu können, wenn ich auch fast all ihre Aufnahme schon gehört habe. Im Oktober diesen Jahres kommt sie wieder nach Deutschland, da habe ich mir jetzt mal ein Ticket geordert, sie wird da ein Programm mit Víkingur Ólafsson spielen, bin sehr gespannt. Keine Ahnung, ob es da auch die Möglichkeit gibt, sie tatsächlich auch mal persönlich kennenzulernen. Könnte mir vorstellen, dass ein solche Konzerttermin extrem eng getaktet ist, dass es Möglichkeiten zum Kontakt mit Fans wohl kaum geben wird...mal sehen.

    Soweit meine Eindrücke von dieser in meinen Augen herausragenden Künstlerin, die auf jeden Fall einer zukunftsweisenden Pianistengeneration angehört. Ich denke, wir werden von ihr noch sehr viel hören.

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