Lust auf: Vinyl — Es lebe die Schallplatte!

  • Der Solti Ring erscheint wieder auf Vinyl. Rein analog oder digital/analog?

    Wow - 110,- € für drei LPs. Das ist mal eine Ansage... 8|


    Analog oder Digital - gute Frage. Es heißt im Text:

    Zitat

    Mit dieser neuen Übertragung der originalen analogen Masterbänder hat sich Decca bemüht, das Beste für Solti, für Culshaw und seinen Chefingenieur Gordon Parry und letztlich für Wagner herauszuholen.

    Soweit ich weiß, sind die originalen Masterbänder nicht mehr verwendbar - 1997 wurde die CD-Ausgabe von der letzten digitalen Übertragung gemastert. Und nun geht das doch? Oder ist die Technik nun fortgeschritten genug, um sie gebührend wieder verwenden zu können? Allerdings wäre diese Technik bestimmt nicht rein analog.


    Oder ist es doch eine spätere Analogkopie? Dann gäbe es einen Generationenverlust.


    Und dann ist da noch der Schneidevorgang selber. Wegen der Rillenbreite muß das Nutzsignal gedoppelt und einmal verzögert werden. Aber viele Schneidgeräte haben die Einspeisung nur noch komplett digital... :whistling:

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Das Problem an der ganzen Geschichte sind mal wieder wir selbst, die Menschen. Messwerte sind natürlich objektiv und da ist die CD der Schallplatte hoch überlegen. Nützt aber alles nichts, weil der Mensch nicht in der Lage ist objektiv wahrzunehmen.

    Ich wäre schon damit zufrieden, wenn man die Technik nicht als minderwertig bezeichnet, weil sie einem klanglich nicht paßt. Aber das kommt in der Wahrnehmung vieler HighEnder einfach nicht mehr an.

    HighEnder sind sowieso eher schwierig. Die haben meist ihre Wahrheit schon gefunden. Da ist es dann recht ermüdend über irgendetwas zu diskutieren, was mit Musikgenuss zu tun hat.

    Elias Canetti: "Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?"

  • VInyl hat drei Vorteile.

    1. Die Haptik des Covers - ist halt viel größer als eine CD und unmittelbarer als ein PDF.

    2. Das Ritual des Auflegens und Genießens.

    3. Harmonische Verzerrungen der 3. Art, die die "Wärme" ausmachen.

    Das sind hinlänglich ausreichende Gründe, sich für Vinyl zu entscheiden.


    Wer diese Punkte nicht nachvollziehen kann, greift zu CD und Streaming.


    An beiden Varianten finde ich nichts auszusetzen.

    Helli

  • Ich nutze auch Schallplatte, CD und Streaming. Die Haptik des Covers und das Auflegen der Schallplatte ist sicher der größte Vorteil der Schallplatte, den man nicht unterschätzen solllte.


    Es hat sich im Laufe der Jahre ergeben, dass ich klassische Musik ausschließlich mit CD genieße, Jazz und Rock, Pop, Indie usw. mit Schallplatte und neue Sachen meist via Streaming, was zum großen Teil daran liegt, dass die physische Bemusterung eigentlich nur noch im klassischen Bereich stattfindet, ansonsten bekommt man von den Labels eben Links um zu streamen oder downzuloaden.


    Ich nutze also mit Freude alles und bin mit allem sehr zufrieden und im Einklang.

    Elias Canetti: "Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?"

  • ;) im Einklang.

    hoffentlich nicht mono.

    :thumbup: ;) :)


    So eine LP könnte ich mal wieder auflegen - offen gestanden nach Monaten. Einen guten Plattenspieler habe ich mir vor über zwanzig Jahren nachgekauft. Der alte war zusammen mit der Kompaktanlage - noch ohne CD-Player - quasi verraucht, schon ein paar Jahre zuvor.


    Platten besaß ich damals in etwa eine typische Regalbreite. Seitdem sind nur noch gut eine Handvoll hinzugekommen, ausschließlich Gebrauchtware von Nummern, die man - soweit ich das eruiert habe - nicht oder nicht zu einem normalen Preis als CD erwerben konnte.


    Es hat schon was, eine Schallplatte aufzulegen.


    Mit der aktuellen Mode, Neuware als LP zu produzieren, ein wenig teurer natürlich, kann ich mental nichts anfangen. Aber jedem Vieh sein Quivit ... oder so :versteck1: ... Ich weíß schon auch, wo überall ich mein persönliches Schläglein weg habe ...


    :cincinbier: Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Ich nutze auch Schallplatte, CD und Streaming. Die Haptik des Covers und das Auflegen der Schallplatte ist sicher der größte Vorteil der Schallplatte, den man nicht unterschätzen solllte.

    Irgendjemand hat das mal so ähnlich beschrieben:


    " ... ich trage das Schätzchen nach Hause, entferne ihr voller Vorfreude die Umhüllungen und defloriere sie dann mit der Nadel ... "

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • " ... ich trage das Schätzchen nach Hause, entferne ihr voller Vorfreude die Umhüllungen und defloriere sie dann mit der Nadel ... "

    Du tätowierst deine Freundin? :/

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    Hudebux

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    jd

  • Nützt aber alles nichts, weil der Mensch nicht in der Lage ist objektiv wahrzunehmen. Wir können ausschließlich subjektiv wahrnehmen.

    Verstehe ich nicht. Warum könnt ihr nicht objektiv wahrnehmen? Also ich kann das. Wie soll ich denn sonst zu neuen Erkenntnissen kommen?


    Kannst du mir mal ein Beispiel geben, wo es schwierig ist, objektiv wahrzunehmen?


    Zum Thema des Threads:

    Die CDs klingen meist besser. Es gibt aber einzelne LPs, die überraschend gut klingen, und das seit Jahrzehnten. Da steht dann "Digitalaufnahme" drauf. Was aber nicht heißt, dass bei den LPs die "Digitalaufnahmen" automatisch gut sind. Die meisten in meiner Sammlung beindrucken mich nicht im geringsten. Bis auf die oben erwähnten Ausnahmen.


    Das Krasse in dem Fall: Auf diesen besonders guten Platten sammelt sich kaum Staub an. Obwohl ich ausnahmslos alle meine Platten geich behandle, und das lückenlos seit dem ersten Kauf von Anfang 1981.

    Einmal editiert, zuletzt von Ecclitico ()

  • Die meisten in meiner Sammlung beindrucken mich nicht im geringsten. Bis auf die oben erwähnten Ausnahmen.

    Wie wir Mathematiker ja zu sagen pflegen: "fast alle" = "alle bis auf endlich viele". Insofern ist an Deiner Aussage alles völlig korrekt. :)


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Die meisten in meiner Sammlung beindrucken mich nicht im geringsten. Bis auf die oben erwähnten Ausnahmen.

    Wie wir Mathematiker ja zu sagen pflegen: "fast alle" = "alle bis auf endlich viele". Insofern ist an Deiner Aussage alles völlig korrekt. :)


    maticus

    Hilf mir mal auf die Sprünge: "fast alle" ist kein Zitat von mir. Was ist deine Aussage?


    Dass meine CDs in der Regel besser klingen, ist logisch. Sie wurden später produziert, der Stand der Technik war - durchschnittlich - besser.


    Spielst du auf meine Aussage mit den LP-Digitalaufnahmen an? Ich habe nicht nachgezählt, wie viele LP-Digitalaufnahmen ich habe und von wie vielen ich überzeugt bin oder nicht. Vermutlich ärgere ich mich über eine schlechte "Digitalaufnahme" mehr als über eine schlechte Analogaufnahme. Vor allem aber ärgert mich, wenn eine Firma (hier: "Archiv Produktion") beweist, dass top-Digitalaufnahmen möglich sind, aber eine andere Firma (hier: Decca) dick und fett "Digital Recording" jubelt und nicht liefert.


    Was die Behandlung meiner Platten anbelangt: Da gibt es null Unterschiede. Also nix "fast".


    Jaja, ich habe früher auch einzelne Platten nass abgespielt, andere mit diesem Gummizeug besprüht und damit den "Schmutz" entfernt: Das Gummizeug hat prinzipiell funktioniert, aber aus einer schlechten Platte keine gute gemacht.


    Die früher nass abgespielten Platten knistern heute etwas mehr, aber es hält sich in Grenzen. Auch hier ist der Einfluss auf das Endergebnis, also auf das, was an den Ohren ankommt, überraschend gering.


    Entscheidend ist offensichtlich die ganze lange Kette, vom Aufnahmeraum, den Mikrofonen, den vielen Zwischenschritten, bis zur fertigen LP.


    Wobei ich zu dem Thema schon viel zu viel schreibe. Ich habe ca. 8 Jahre lang (1981-1988) intensiv LPs gekauft, aber ab 1989 nur noch CDs. Ich höre jeden Tag Musik, mittags und abends, also genau 14 mal pro Woche. Davon 1-3 mal von LP, Rest von CD. Die LPs führen bei mir - mathematisch gesehen - ein Schattendasein.


    Was den Klang anbelangt, sind die Boxen eh das wichtigste. Meine waren mal ziemlich gut (Backes&Müller Delta), aber sie sind aus den 80ern und müssten mal überholt oder gar ersetzt werden...

  • Hilf mir mal auf die Sprünge: "fast alle" ist kein Zitat von mir. Was ist deine Aussage?

    Ich habe mir erlaubt, "die meisten" und "fast alle" als synonym anzusehen.


    maticus

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  • Das Problem dürfte sein, dass das mathematische "fast alle" nur bei "abzählbar unendlichen" Mengen Sinn ergibt.


    Die Menge meiner LP-Digitalaufnahmen ist aber endlich, es sind ca. 12. Davon beeindrucken mich 2, und 2-3 weitere sind immerhin überdurchschnittlich gut. Der Rest ("die meisten") bewegt sich im Durchschnitt der restlichen LPs (ca. 80).

  • Das Problem dürfte sein, dass das mathematische "fast alle" nur bei "abzählbar unendlichen" Mengen Sinn ergibt.

    Hmmm ... ich müsste das jetzt recherchieren, aber bei Treppenfunktionen sagt man ja auch, dass sie "fast überall" stetig sind. Und hier ist die Grundgesamtheit (R->R) überabzählbar.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das Problem dürfte sein, dass das mathematische "fast alle" nur bei "abzählbar unendlichen" Mengen Sinn ergibt.


    Die Menge meiner LP-Digitalaufnahmen ist aber endlich [...]

    Ebend. Das ist ja gerade der Witz.

    Hmmm ... ich müsste das jetzt recherchieren, aber bei Treppenfunktionen sagt man ja auch, dass sie "fast überall" stetig sind. Und hier ist die Grundgesamtheit (R->R) überabzählbar.

    Von Lebesgue-Nullmengen wollte ich jetzt nicht sprechen... 8)


    maticus

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  • Von Lebesgue-Nullmengen wollte ich jetzt nicht sprechen... 8)

    Lebesgue-Nullmengen sind aber nicht immer ein Beispiel für "endlich viele" ... :alter1:

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  • Ja doch. Aber "abzählbar" hatte ich (bei einer Plattensammlung) schonmal unterstellt...


    maticus

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