Lust auf: Vinyl — Es lebe die Schallplatte!

  • Wie definierst Du auf einer endlichen Plattensammlung ein Lebesgue-Maß ... die Sigma-Algebra ist die Potenzmenge der Plattensammlung, soweit ok ... und dann?


    Achso: Du nimmst die triviale Sigma-Algebra. Aber wird das dann ein Lebesgue-Maß?

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ist sehr sehr lange her, dass ich Maßtheorie gehört habe. Wenn ich mich nicht täusche, braucht man für das Lebesgue-Maß sowas wie Vollständigkeit. Also bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als das Lebesgue-Maß auf den reellen Zahlen zu betrachten und die natürlichen Zahlen als Teilmenge davon, und die endliche Menge von Eccliticos Schallplatten (80 oder so) wiederum als Teilmenge davon (sogar die Menge *aller* Platten auf der Erde ist eine Teilmenge). Jedenfalls ist schon die Menge aller natürlichen Zahlen, da abzählbar und einzelen Punkte das Maß null haben, eine Nullmenge. Insbesondere jede endliche Teilmenge davon. Wenn Ecclitioco dann sage: "für fast alle meiner Platten gilt Eigenschaft xy", d. h. gilt bis auf eine Nullmenge, dann ist die Aussage trivial.


    Lange Rede kurzer Sinn: dies ist ein typischer Mathematiker-Scherz! Bitte nicht zu ernst nehmen.


    Varianten davon: Z. B. in der Algebra heisst fast alle "alle bis auf endlich viele", in der Algebraischen Geometrie Zariski-fast-überall "für alle Punkte in einer (dichten) (Zariski-) offenen Teilmenge", etc. ...


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Wenn ich mich nicht täusche, braucht man für das Lebesgue-Maß sowas wie Vollständigkeit.

    Ich meine, das wäre so ...

    Lange Rede kurzer Sinn: dies ist ein typischer Mathematiker-Scherz! Bitte nicht zu ernst nehmen.

    ... einer von den Scherzen, bei denen es plötzlich tiefsinnig wird, wenn man weiter drüber nachdenkt ... Schlecht2

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Macht es euch doch nicht so schwer.

    Die Abbildung: F: {Menge der Plattenhüllen= P}-->{Anzahl der darin enthaltenen Vinylscheiben:V}, also eine Teilmenge der natürlichen Zahlen, bildet ein Maß,

    denn F{leerer Menge}=0

    F{X element P}>=0 für jedes X.

    Und wenn U eine Vereinigungsmenge paarweiser disjunkter Elemente E(i) aus P ist, dann gilt offensichtlich:

    F{U}=Summe(F(E(i))

    Damit definiert F ein Maß und die Welt ist in Ordnung. (Lebesque Maß ist je nur ein spezielles Maß für die Integration)

    Wäre zu überlegen, ob die gleiche Aufnahme in zwei versch. Hüllen etwas disjunktes darstellt. Man könnte untersuchen, ob digitale Vinylplatten, zur Menge gehören.

    Man kann sich also auch so den Sonntag vertreiben.


    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Die einfachsten Beispiele wären, wenn Du mehrere Menschen ein und dasselbe Stück hören lässt oder dasselbe Bild betrachten lässt. Da kommen unterschiedliche Dinge dabei heraus.


    Oder etwas wissenschaftlicher: Wahrnehmung ist bei Lebewesen der Prozess und das subjektive Ergebnis der Informationsgewinnung und -verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und aus dem Körperinneren. Das geschieht durch unbewusstes (und beim Menschen manchmal bewusstes) Filtern und Zusammenführen von Teil-Informationen zu subjektiv sinn­vollen Gesamteindrücken. Diese werden auch Perzepte genannt und laufend mit gespeicherten Vorstellungen (Konstrukten und Schemata) abgeglichen. -> Quelle: Wikipedia (auf die Schnelle)


    Es sind aber auch wissenschaftliche Texte im Internet darüber zu finden.

    Elias Canetti: "Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?"

  • Die einfachsten Beispiele wären, wenn Du mehrere Menschen ein und dasselbe Stück hören lässt oder dasselbe Bild betrachten lässt. Da kommen unterschiedliche Dinge dabei heraus.

    Das ist logisch. Aber du sagst sinngemäß, man ist bei der Wahrnehmung von seinen Erwartungen abhängig, und das stimmt nun mal nicht.


    Du bist natürlich von den Fähigkeiten deines "Messinstrumentes" (deine Sinnesorgane) abhängig, aber das gilt für jedes Messinstrument. Und die Beurteilung deiner Wahrnehmung geht natürlich nur im Kontext deiner bisherigen Erfahrungen. Das gilt für jede Messung, auch in der Technik.


    Meine Ohren sind genauso objektiv wie jedes Messinstrument in diesem Universum: Sie nehmen einen eng begrenzten Teil der Welt wahr, und das Messergebnis unterliegt gewissen statistischen Schwankungen. Selbstverständlich sind viele technische Messinstrumente weniger ungenau als meine Ohren, aber das hat nichts mit Objektivität/Subjektivität zu tun, da geht es nur um Genauigkeit.


    Subjektiv kann die Bewertung des Messergebnisses sein. Oder auch nicht. Was verstehen wir eigentlich unter subjektiv bzw. objektiv? Die Festlegung von "warm" und "kalt" ist logischerweise subjektiv. Die Beurteilung eines Messwertes ist dann aber objektiv. Wenn ich festlege, dass die Grenze zwischen "warm" und "kalt" bei 1000 °C liegt, dann ist das Urteil: "Meine Herdplatte ist kalt" (weil sie nur 500 °C hat) objektiv.


    Das gilt dann auch für den Vergleich zwischen LP und CD. Ich muss eben festlegen, was ich unter "gut" und "schlecht" verstehe. Richtig ist, dass viele Leute Dinge festlegen, die sie mit den Ohren gar nicht überprüfen können. Dann wird es in der Tat albern. Und es passiert wirklich vielen Leuten, gerade auch im Beruf. "Meine Vorgehensweise ist besser." Das hört man häufig, und man hat immer den Verdacht, das Urteil kommt nur daher, dass es halt die eigene Vorgehensweise ist. Es wurde versäumt, messbare Kriterien für "gute" oder "schlechte" Vorgehensweisen festzulegen. Leider gibt es sogar Fälle, da wurde das vorher festgelegt, und der neutrale Betrachter sieht: Gemäß diesen Kriterien ist die Vorgehensweise nicht gut. Nützt aber nichts...


    Wie gesagt: Die Messgenauigkeit und die Reproduzierbarkeit der Messungen unserer Sinnesorgane ist leider suboptimal. Als Weinfreak kann ich ein Lied davon singen. Das heißt aber nicht, dass meine Wahrnehmungen subjektiv sind. Sie sind nur ungenau, und deren Beurteilung ist schwierig, weil man nie genau weiß, ob man ein paar Wochen später zum gleichen Ergebnis kommt.



    Bei der Gelegenheit:

    Welcher Schuh ist besser: Der für 200 Euro, der nach 2 Jahren kaputt geht, oder der für 100 Euro, der 20 Jahre hält?

    Die meisten sagen: Der für 100 Euro. Das ist aber grober Unfug. Die Aufgabe des Schuhs ist, den Käufer glücklich zu machen. Den Grad der Glücklichkeit ist mit dem Geldbetrag zu messen, den er für das Produkt bereit ist auszugeben. Der bezahlte(!) Preis entspricht exakt dem Wert, den der Schuh aus Sicht des Käufers hat. Der teure Schuh ist also mehr wert und damit besser.

    Das Ganze natürlich unter der Annahme, dass die jeweiligen Käufer beim nächsten Mal wieder so handeln würden, die jeweiligen Schuhe also die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt haben.

    Klar, ich habe hier festgelegt, dass sich "besser" auf den Grad der Glücklichkeit bezieht. Diese Festlegung muss ich machen. Ich kann stattdessen auch "Haltbarkeit" als Qualitätsmaßstab nehmen. Oder eine Kombination von allem Möglichen.


    Übrigens kann man so auch die Qualität von Kunst messen. Mann muss nur vorher festlegen, wie Qualität gemessen wird. Mein Vorschlag ist bekanntlich, die "Wirkmächtigkeit" zu nehmen. Dafür muss man dann geeigenete Kriterien festlegen (z.B. Musik: Anzahl der Aufführungen, Anzahl der Alben, Anzahl der darüber geschriebenen Bücher, Einfluss auf andere Künstler, etc.). Sobald man das gemacht hat, kann man die "Qualität" jedes Stückes messen. Natürlich nur in der Theorie. In der Praxis wird man an viele Daten einfach nicht rankommen. Und so kann man nur sagen, das Beethoven besser als Bohlen ist, aber zwischen Beethoven und Bach oder zwischen Bohlen und Bushido wird es schwierig.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ecclitico ()

  • Auf die Wiederveröffentlichung dieser Platte von 1953 haben sicher alle Vinylfans weltweit gewartet.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Nachdem beim Werbepartner die LP-Ausgabe derzeit günstiger ist als die CD-Version konnte ich es dann doch nicht lassen...



    Klavierkonzert Nr. 1 hat mir schon einmal sehr gut gefallen. Für jedes Konzert eine eigene LP finde ich auch gut. Das hat man bei den Boxen in der Vergangenheit nicht oft gehabt.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

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