Regeln für das richtige Verhalten des Besuchers eines klassischen Konzerts

  • Verharrt ihr eigentlich bis zum Schluss eines Konzertes, obwohl euch Werke, die in der zweiten Hälfte gespielt werden, so gar nicht zusagen?

    Ja, ich pflege bis zum Schluß auszuharren. Wer weiß, vielleicht sagt mir das Werk und vor allem die Aufführung desselben am Ende dann doch zu? Dann hätte ich ja was Gutes verpaßt.

    :wink:

    Alles andere wäre eine Kulturlosigkeit und Respektlosigkeit des Publikums den Künstler gegenüber. Wenn mir das Programm in der zweiten Hälfte absolut nicht zusagt, muss ich hinterfragen ob die erste Hälfte es mir wert ist.

    Mir ist es völlig gleichgültig, ob man Dinner-Reservierung mit Herr und Frau Dr. Hoppenstedt hat, es ist kulturlos. Erst neulich erlebt: eher fades Beethoven op. 61: Saal voll, das gleiche Publikum, dass der Solistin zugejubelt hat, ward nach der Pause nicht mehr gesehen (Schmidt 4. Symphonie). Und da waren Kollegen von mir zuhauf zu sehen. Honorige Universitätsprofessorinnen nebst Anwaltsgatten. Wurden noch am gleichen Abend von mir bei den Kollegen dafür angeschwärzt. Das macht man einfach nicht. Punkt.

    Diese Leute kommen in meiner Hölle in denselben tiefen Kreis wie jene, die mit dem Schlussakkord aufspringen und rausrennen oder - Steigerungsform - ihren Watschelgang zur Tür ungerührt während der Zugabe fortsetzen.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Alles andere wäre eine Kulturlosigkeit und Respektlosigkeit des Publikums den Künstler gegenüber. Wenn mir das Programm in der zweiten Hälfte absolut nicht zusagt, muss ich hinterfragen ob die erste Hälfte es mir wert ist.

    Naja, so scharf würde ich das nun auch wieder nicht beurteilen.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Alles andere wäre eine Kulturlosigkeit und Respektlosigkeit des Publikums den Künstler gegenüber. Wenn mir das Programm in der zweiten Hälfte absolut nicht zusagt, muss ich hinterfragen ob die erste Hälfte es mir wert ist.

    Naja, so scharf würde ich das nun auch wieder nicht beurteilen.

    :wink:

    Doch. Die Künstler bekommen den Exodus ja mit.

    Extremes Erlebnis: Royal Stockholm Philharmonic. Harding. Geplant war Tetzlaff Beethoven op. 61 und dann Mahler 1. Orchester sitzt schon. Intendant kommt: Tetzlaffs Kind kommt. Früher als erwartet. In London. Letzte Maschine um 20 Uhr irgendwas. Er ist schon weg. Es gibt Heldenleben in der ersten Hälfte (eigentlich 2. Hälfte des 2. Tourneeprogramms). In der Sekunde springen drei alte Knacker auf und verlassen schimpfen und zeternd den Saal. Gut, dadurch wurde der Abend länger und auch anstrengender für alle Beteiligten, aber immerhin wurde das Problem gelöst. Das ist respektlos und nichts sonst.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Diese Leute kommen in meiner Hölle in denselben tiefen Kreis wie jene, die mit dem Schlussakkord aufspringen und rausrennen oder - Steigerungsform - ihren Watschelgang zur Tür ungerührt während der Zugabe fortsetzen.

    Vielleicht wollen die nicht unter der Brücke schlafen und müssen den letzten Zug noch erreichen?

  • Oft genug erlebt. Das Abo-Publikum:

    Rauscht raus noch vor ev. Zugaben, weil draußen der Bus wartet, der sie

    nach Hause karren wird.

    Gruß aus Kiel

    PS. Dabei wartet der bis der letzte, die letzte an Bord ist.

    Aber gegen "Senile Eile" ist eben .......

    "Mann, Mann, Mann, hier ist was los!"

    (Schäffer)

  • weil draußen der Bus wartet, der sie nach Hause karren wird.

    PS. Dabei wartet der bis der letzte, die letzte an Bord ist.

    Die S-Bahn wartet nicht. Und auch die Leute, die einen von der S-Bahn Station abholen, warten möglicherweise ungern.

    Hat schon mal jemand daran gedacht, daß manche Menschen eben gezwungenermaßen vor den Zugaben gehen müssen? Und wie ärgerlich es ist, wenn im Programm oder im Aushang die angebene Zeit für das Ende der Vorstellung nicht stimmt?

    Honorige Universitätsprofessorinnen nebst Anwaltsgatten. Wurden noch am gleichen Abend von mir bei den Kollegen dafür angeschwärzt. Das macht man einfach nicht. Punkt.

    Aber andere Leute anschwärzen, das macht man schon, ja? Sehr honorig.

    Die Künstler bekommen den Exodus ja mit.

    Die werden es überleben. Schließlich werden sie bezahlt.

    Diese Leute kommen in meiner Hölle in denselben tiefen Kreis wie jene, die mit dem Schlussakkord aufspringen und rausrennen oder - Steigerungsform - ihren Watschelgang zur Tür ungerührt während der Zugabe fortsetzen.

    Das ist genau die Art Überheblichkeit und Arroganz - im Bunde mit Verunglimpfung und Beleidigung völlig unbekannter Menschen - die ich hier in diesem Forum auf den Tod nicht ausstehen kann.

    Deshalb kommen Sie in meiner Hölle in den untersten Kreis.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Das ist genau die Art Überheblichkeit und Arroganz

    Ich verstehe, dass dies ein konstruktiver Diskussionsbeitrag ist und keineswegs ein überheblicher, arroganter oder sonst irgendwie negativ zu konnotierender Beitrag.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ach ja, das habe ich vergessen: die Voreingenommenheit diverse Foristen anderen gegenüber zähle ich dazu.

    BTW: ich würde Dir empfehlen, den Beitrag, auf den ich geantwortet habe, noch mal genau durchzulesen. Vielleicht schwant ja dann auch Dir, welcher von den Beiträgen hier "negativ konnotiert" ist.

    Allerdings, wenn Du es moralisch gut findest - und das auch noch zu äußern, "konstruktiv" - , andere Leute bei Kollegen anzuschwärzen, bitte, dann kann man halt nichts machen.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Wenn mir das Programm in der zweiten Hälfte absolut nicht zusagt, muss ich hinterfragen ob die erste Hälfte es mir wert ist.

    Was für ein Unsinn.

    Wenn jemandem etwas nicht gefällt, warum darf er dann nicht gehen, so lange er es nicht während des Stücks macht? So weit mir bekannt ist, leben wir nicht in der DDR.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Mal eine Frage in die Runde:

    Verharrt ihr eigentlich bis zum Schluss eines Konzertes, obwohl euch Werke, die in der zweiten Hälfte gespielt werden, so gar nicht zusagen? Oder geht ihr nach der Pause?

    Ja, ich harre grundsätzlich bis zum Ende aus, auch aus Respekt vor den Darbietenden. Die Musiker können ja nichts dafür, dass mir ein Werk nicht gefällt, und geben wohl doch ihr Bestes.

    Wenn ein Solist, ein Ensemble oder ein Orchester hundsmiserabel (schluderig, lieblos) abliefert, würde ich aber die Veranstaltung gleichwohl vorzeitig verlassen, natürlich unter Abwegung der Umstände. Wenn ein Sänger seine Stimme schont, weil er vielleicht erkältet ist, würde ich die Veranstaltung freilich nicht vorzeitig verlassen, gleichwohl aber, wenn ein (Solo-)Instrumentalist oder hervorstehendes Ensemblemitglied dem zu spielenden Werk technisch absolut nicht gewachsen ist.

  • Ich bin tatsächlich bei einem Konzert einmal in der zweiten (oder dritten?) Pause gegangen, nämlich beim Kammermusikfestival Lockenhaus. Nach 3,5 Stunden habe ich die Enge und die schlechte Luft nicht mehr ausgehalten, außerdem war es mir dann auch irgendwann mal zuviel Musik auf einmal.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Ich bin bisher schon 3 oder 4 x (so genau weiß ich das nicht mehr) nach der Pause gegangen. Wenn man sich aber mal überlegt, wie viele Klassik-Konzerte ich bisher schon besucht habe, ist das, denke ich, ein Schnitt, mit dem ich leben kann und für den ich mich nicht schämen muss. Heute übrigens ebenfalls. Ich saß allerdings weiter hinten (Balkon, 1. Reihe), da ich mir im Vorfeld schon vorgenommen hatte, nach der Pause zu gehen, weil mir die beiden letzten Werke halt so überhaupt nicht gefallen haben (auf Youtube). Das erste Werk eigentlich auch nicht, :neenee1: aber das musste ich ja über mich ergehen lassen, sozusagen, da ich für das zweite Werk dort hingefahren bin. Und es hat sich gelohnt! :clap: Dennoch: ich hatte jedes Mal ein schlechtes Gewissen, das muss ich schon zugeben. :versteck1:

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)



  • Die S-Bahn wartet nicht. Und auch die Leute, die einen von der S-Bahn Station abholen, warten möglicherweise ungern.

    Hat schon mal jemand daran gedacht, daß manche Menschen eben gezwungenermaßen vor den Zugaben gehen müssen? Und wie ärgerlich es ist, wenn im Programm oder im Aushang die angebene Zeit für das Ende der Vorstellung nicht stimmt?

    So einen Quatsch habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Erstens: dann nimmt man eben die S-Bahn 10 Minuten oder die 20 Minuten später. Zweitens: findest du nicht, dass man seine Planungsambitionen etwas übertreibt, wenn das Konzert laut Programm bis ca. 21:45 Uhr gehen soll, man dann fest davon ausgeht, die S-Bahn um 21:48 Uhr zu bekommen? --- Aber wahrscheinlich habe ich nur die Ironie nicht mitbekommen...

    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga

    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Dennoch: ich hatte jedes Mal ein schlechtes Gewissen, das muss ich schon zugeben. :versteck1:

    Also ich glaube, das ist reichlich unnötig.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Wo ich es am Wochenende in einem selbst gesungenen Konzert erlebt habe: dort wurde heftig in ein Chor- und Orchesterstück in einen Satz hineinapplaudiert: ich fand die Situation sehr sympathisch. Da waren viele Leute in der Aufführung, die sich für klassische Musik begeistern wollten und sich von der Aufführung haben begeistern lassen. Offensichtlich kannten sie das Stück nicht so gut... Na und? Ich denke, all die entspannten Reaktionen vom Podium (Solist, Orchester, Chor und Dirigent haben geschmunzelt) haben den Leuten gezeigt: ich gehe gerne nochmal in ein Konzert mit klassischer Musik und lasse mich begeistern. Und vielleicht kommen sie auf die Idee, das nächste Mal sich das Programm vorher anzuhören, damit sie nicht wieder 'reinklatschen' ....

    Apropos: das war nicht in Hintertupfingen, das war in der Tonhalle in Zürich. Einem Ort mithin, der durch Ausstattung und Preisniveau der Karten etwas sehr Hochwertiges und Gebildetes ausdrückt.

    Ich kann also die Aussagen von Alice Sara Ott, deren Auftritt am Donnerstag in München ich mir angehört habe, nur voll unterschreiben. Dort wurde übrigens nicht reingeklatscht, sie hat das Ravel-Konzert für die Linke Hand gespielt, das bekanntlich durchkomponiert ist ....

    Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • Mit Applaus zwischen den Sätzen ist es so eine Sache. Manchesmal, grade nach Solistenkonzerten mit grandios angelegtem ersten Satz, entlädt sich die aufgebaute Spannung (jedenfalls stimmiger als wenn ein Hust-Orkan losbricht). Manchmal führt das aber dazu, dass dann nach jedem Satz applaudiert wird und das dann eher halbgar und das stört dann oft die Stille, die auch ganz schön sein kann.

    Am Wochenende beides erlebt. Samstag Musikverein, Bruckner 5. Großartiger erster Satz. "Entladungsapplaus", war ok. Zwischen den anderen Sätzen, halbgares Geklatsche. Hätte es nicht gebraucht.

    Sonntag Beethoven op. 61 mit Batiashvili, nach dem ersten Satz atemlose Stille, weil großartig, aber Applaus hätte da nicht gepasst.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Dennoch: ich hatte jedes Mal ein schlechtes Gewissen, das muss ich schon zugeben. :versteck1:

    Also ich glaube, das ist reichlich unnötig.

    Finde ich auch. Wer später kommt oder vorzeitig verschwindet (warum auch immer), ohne andere zu stören (also nicht während laufender Musik, sondern in der Pause!), tut in meinen Augen nichts Verwerfliches. Wenn ich in einem Restaurant nicht alles aufesse, ist das ja auch legitim und nicht respektlos gegenüber dem Koch.

    Ich habe selbst erwogen, im Frühjahr ein Konzert zu besuchen, bei dem ich das Programm vor der Pause spannend fand, das danach aber uninteressant. Da wäre ich dann auch in der Pause verschwunden, um mit meinem Begleiter noch in Ruhe ein Lokal aufzusuchen. Jetzt kommt es nur aus terminlichen Gründen nicht dazu. Jetzt weiß ich, daß ich für so etwas in die Hölle geschickt werden kann, aber dort gibts sicher auch tolle Konzerte. :evil: :tee1:

    Wo ich es am Wochenende in einem selbst gesungenen Konzert erlebt habe: dort wurde heftig in ein Chor- und Orchesterstück in einen Satz hineinapplaudiert: ich fand die Situation sehr sympathisch. Da waren viele Leute in der Aufführung, die sich für klassische Musik begeistern wollten und sich von der Aufführung haben begeistern lassen. Offensichtlich kannten sie das Stück nicht so gut... Na und? Ich denke, all die entspannten Reaktionen vom Podium (Solist, Orchester, Chor und Dirigent haben geschmunzelt) haben den Leuten gezeigt: ich gehe gerne nochmal in ein Konzert mit klassischer Musik und lasse mich begeistern. Und vielleicht kommen sie auf die Idee, das nächste Mal sich das Programm vorher anzuhören, damit sie nicht wieder 'reinklatschen' ...

    Schönes Beispiel!

    Ich kann also die Aussagen von Alice Sara Ott, deren Auftritt am Donnerstag in München ich mir angehört habe, nur voll unterschreiben.

    Ich auch.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • So einen Quatsch habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Erstens: dann nimmt man eben die S-Bahn 10 Minuten oder die 20 Minuten später. Zweitens: findest du nicht, dass man seine Planungsambitionen etwas übertreibt, wenn das Konzert laut Programm bis ca. 21:45 Uhr gehen soll, man dann fest davon ausgeht, die S-Bahn um 21:48 Uhr zu bekommen? --- Aber wahrscheinlich habe ich nur die Ironie nicht mitbekommen...

    Das wird nur noch getoppt durch den Quatsch, den Du geschrieben hast. Du traust Dich was. In welcher Pampa lebst Du denn? Selbstverständlich geht es da nicht um 3 Minuten, man gibt immer deutlich mehr zu. Es geht ja oft auch um Anschlußzüge vom Hbf, wenn du außerhalb Münchens wohnst. Wenn du die nicht kriegst, kannst du u.U. in München übernachten, das ist nicht lustig. Und nochmal: es soll auch vorkommen, daß man vom S-Bahnhof des Bestimmungsortes abgeholt wird, die Leute freuen sich dann besonders, wenn sie 20 Min. oder noch länger warten müssen.

    Zweitens: findest du nicht, dass man seine Planungsambitionen etwas übertreibt, wenn das Konzert laut Programm bis ca. 21:45 Uhr gehen soll, man dann fest davon ausgeht, die S-Bahn um 21:48 Uhr zu bekommen?

    Ja, das fände ich auch, vor allem schon deshalb, weil man es in 3 Min. weder vom Nationaltheater noch vom Herkulessaal oder von sonstwo zur S-Bahn schafft. Habe ich allerdings auch nirgendwo gesagt. Und in München gehst Du scheinbar nicht oft in die Oper. Da klafft zwischen Zeitangabe und Wirklichkeit manchmal bis zu einer halben Stunde.

    Bei einem Konzert von Erwin Schrott war es schon mal eine Stunde. Und sich dann über Leute zu beschweren, die zwischen den Zugaben gehen, ist wohl aberwitzig.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Es trifft uns zutiefst, wenn die Illusion der Planbarkeit und Machbarkeit unseres Lebens entlarvt wird. Wenn unseren Planungen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, wenn wir uns als Geworfene in eine Wirklichkeit wiederfinden, die unsere Wünsche nicht berücksichtigt, wenn wir uns als Objekt der Weltläufte erkennen, wo wir so gerne Subjekt wären.

    Das verstehe ich.

    Es ist Aufgabe der Kunst (und der Philosophie), auf diese Begrenztheit unserer Gestaltungskraft hinzuweisen.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Spar Dir doch in Zukunft solche völlig sinnentleerten Kommentare.

    Warum bloß immer gleich so grantig. In den letzten 50 Jahren bin ich schon hin und wieder nach der Pause aus Opernaufführungen gegangen, weil ich mich gelangweilt habe, weil Sänger und Sängerinnen meine Ohren gequält haben, weil das Orchester zähflüssig war, weil ich in Gedanken mit anderen Dingen beschäftigt war, weil meine Aufnahmen zuhause besser sind (um Gottes Willen, das war jetzt blanke Ironie). Auf jeden Fall hatte ich deswegen noch nie ein schlechtes Gewissen. Die Hölle interessiert mich nicht die Bohne.

    calisto

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