Die Opernsaison 2012/13 - Spielzeitvorschau

  • Nun hat auch Linz die Katze aus dem Sack gelassen.


    Die nächste Saison wird ja die Eröffnung des neuen Musiktheaters bringen. Die Eröffnungswoche (ab 11. April 2013) bringt La Fura dels Baus"mit "Parzifal" in einem musikalischen Open-Air-Spektakel mit der Musik von Richard Wagner am Vorplatz des neuen Hauses - eine Gratisveranstaltung, die ich mir sicher nicht entgehen lassen werde.
    Dazu gibt es in dieser Woche die Uraufführung der Oper "Spuren der Verirrten" von Philip Glass nach einem Libretto von Peter Handke.
    Außerdem die österreichische Erstaufführung der "Hexen von Eastwick", eine Ballettvorführung "Campo Amor" mit Musik von Monteverdi, Purcell und Glass und einen "Rosenkavalier" in Galabesetzung (Anne Schwanenwilms als Marschallin und Kurt Rydl als Ochs).


    Der reguläre Spielplan sieht vor:


    - Verdi: Rigoletto
    - Offenbach: Pariser Leben
    - Donizetti: Don Pasquale
    - Purcell: King Arthur
    - Glass: Spuren der Verirrten (UA)
    - Strauss: Der Rosenkavalier
    - Androsch/ Philipp und Roland Olbeter: Opernmaschine (UA; Auftragswerk des Landestheaters Linz)
    - Mozart: Così fan tutte


    dazu Ballett:
    "Die sieben Todsünden" (Weill/Brecht) mit Marianne Faithfull als Sängerin. Eine Kreuzung aus Ballett und Musiktheater.
    "Campo Amor" mit Musik von Monteverdi, Purcell und Glass
    "Romeo und Julia" (Prokofjew).


    Außerdem will sich Linz ein eigenes Musicalensemble leisten.


    Dazu noch Kinderprogramm mit Mitmach-Musiktheater, dem Kinderballett "Peter und der Wolf", einer Kinderoperuraufführung "Lynx, der Luchs" von Helmut Schmidinger und "Honk", einer musikalischen Komödie nach Andersens "Das hässliche Entlein" sowie einer Wiederaufnahme der Kinderoper "Die Omama im Apfelbaum".


    :wink:
    Renate

    Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)

  • Betrifft eigentlich schon die übernächste(n) Spielzeit(en): Gestern wurde auf der Homepage des Staatstheaters Nürnberg bekannt gegeben, dass auch dort im Wagner-Jahr 2013 ein neuer "RING" geschmiedet werden wird. Ende November 2013 soll "Rheingold" Premiere haben, in der gleichen Spielzeit dann noch die "Walküre", "Siegfried" in der Saison 2014/15, die "Götterdämmerung" dann 2015/16. Inszenieren wird Georg Schmiedleitner, der Ende März in Nürnberg mit der "Elektra" Premiere feiert.


    DiO :beatnik:

    "Wer Europa in seiner komplizierten Verschränkung von Gemeinsamkeit und Eigenart verstehen will, tut gut daran, die Oper zu studieren." - Ralph Bollmann, Walküre in Detmold

  • Bayerische Staatsoper München

    Heute war Pressekonferenz. Und 2013 ist Verdi-Jahr.



    Jörg Widmann: Babylon (Uraufführung, Libretto: Peter Sloterdijk)


    Premiere: 27.10.12


    Dirigent: Kent Nagano
    Regie: Carlus Padrissa/La Fura dels Baus


    Claren McFadden, Anna Prohaska, Rainer Trost, Willard White u.a.



    Verdi: Rigoletto


    Premiere: 15.12.12


    Dirigent: Marco Armiliato/Fabio Luisi
    Regie: Árpád Schilling


    Franco Vassallo, Joseph Calleja, Patricia Petibon u.a.



    Mussorgsky: Boris Godunow (wohl 1869er Fassung)


    Premiere: 13.2.13


    Dirigent: Kent Nagano
    Regie: Calixto Bieito


    Alexander Tsymbalnyk, Gerhard Siegel, Anatoli Kotscherga, Sergej Skorokhodov u.a.



    Humperdinck: Hänsel und Gretel


    Premiere: 24.3.13


    Dirigent: Tomas Hanus
    Regie: Richard Jones (Übernahme von der MET)


    Tara Erraught, Hanna Elisabeth Müller, Rainer Trost, Alejandro Marco-Buhrmester, Janina Baechle



    Verdi: Simon Boccanegra


    Premiere: 3.6.13


    Dirigent: Bertrand de Billy
    Regie: Dmitrij Tcherniakov (Übernahme von der ENO)


    Zelijko Lucic, Ramon Vargas, Krassimira Stoyanova, Vitalij Kowaljow u.a.



    Verdi: Il trovatore


    Premiere: 27.6.13


    Dirigent: Paolo Carignani
    Regie: Olivier Py


    Jonas Kaufmann, Anja Harteros, Alexey Makov, Elena Manistina u.a.



    George Benjamin: Written on skin (Deutsche Erstaufführung, Libretto: Martin Crimp, im Prinzregententheater)


    Premiere: 23.7.13


    Dirigent: Kent Nagano (Orchester: Klangforum Wien)
    Regie: Katie Mitchell


    Christopher Purves, Barbara Hannigan u.a.



    Außerdem Henzes Elegie für junge Liebende als Produktion des Opernstudios im Cuvilliés-Theater.



    Hier kann man das gesamte Programm der Saison 2012/13 virtuell durchblättern.



    Viele Grüße


    Bernd

    .

  • Wieviele Merle-Punkte gibt das? :thumbup:


    Eine Uraufführung mit Fura Dels Baus und Nagano...
    Und Henze...


    Gespannt auf Michels Auswertung... :D


    Matthias

    "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
    "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
    "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
    "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)

  • Bayerische Staatsoper München

    Ich muss gestehen, dass ich von dem Programm angenehm überrascht bin (trotz 3x Verdi, und darunter nicht mal eine echte Rarität...).


    Der Hammer ist natürlich die Wahl von Bieito für den Boris Godunow - hoffentlich ist er gut in Form!


    Zwei Mal 21. Jahrhundert, darunter eine UA (Widmann) und eine Fast-UA (die Oper von Benjamin wird im Sommer in Aix aus der Taufe gehoben).


    Dazu eine Tcherniankow-Inszenierung, und ein Trovatore in spektakulärer Besetzung (bei Py bin ich skeptisch, aber mal abwarten)



    Insgesamt gar nicht so übel...

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Gespannt auf Michels Auswertung...

    Werde ich bei Gelegenheit nachreichen - auch für Zürich und Berlin :whistling:

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Insgesamt gar nicht so übel...


    Ja, hätte schlimmer kommen können. In Sachen Verdi ist an der BSO mit Ausnahme des Macbeth in den letzten Jahren so wenig passiert, dass eine Auffrischung des Repertoires mal ganz gut tut. Der "Rest" ist beachtlich, nur die Humperdinck-Übernahme aus New York hätte man sich schenken können.


    Ich weiß aber nicht, ob ich mich freuen soll, Texte von Sloterdijk demnächst auch noch in gesungener Form zu konsumieren... ;(



    Viele Grüße


    Bernd

    .

  • nur die Humperdinck-Übernahme aus New York hätte man sich schenken können.

    das ist die hier:



    oder?

    Ich weiß aber nicht, ob ich mich freuen soll, Texte von Sloterdijk demnächst auch noch in gesungener Form zu konsumieren...

    Na ja, vom Text wird man nichts verstehen :hide: und bei la Fura dels Baus ist der Inhalt der Oper für die Inszenierung ohnehin irrelevant :hide: :hide:


    :D

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • das ist die hier:


    Genau die ist das. Bachler hat natürlich erst auf Nachfrage eines Journalisten zugegeben, dass es sich um eine Übernahme handelt - kritisierte dabei aber den Terminus "Übernahme", obwohl es sich faktisch um eine handelt.


    Auch sonst zeigte sich Bachler in gewohnter Form und kannte noch nicht einmal den richtigen Titel der Henze-Oper.


    Schwachsinn am Rande: Nachdem Edita Gruberova neulich theatralisch ihren Abschied von der Bayerischen Staatsoper verkündet hatte, konnte Bachler heute süffisant kontern, dass die Gruberova gleichzeitig Verträge für eine Belcanto-Serie im Jahr 2015 unterschrieben hätte. Die spinnen doch alle im Opernbetrieb...



    Viele Grüße


    Bernd

    .

  • Und wenn Ihr aus München mal raus wollt, in Brüssel läßt sich das diesen Sommer kombinieren .


    http://www.lamonnaie.be/fr/opera/154/Il-Trovatore

    Habe ich Prinzip auf dem Kieker - wird aber wohl aus Zeit- (und Geld-) Gründen nicht klappen. Trovatore ist allerdings auch keine Oper, für die ich durch halb Europa reisen würde :hide: . Obwohl: Tcherniakow ist ein Regisseur, dem man glatt zutrauen könnte, sogar in dieser Vorlage eine interessante, dramaturgisch schlüssige Geschichte zu entdecken...

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Semperoper Dresden

    Die Premieren in Dresden:


    Henze: Wir erreichen den Fluss (ab 13.9.2012)
    Musikalische Leitung: Erik Nielsen
    Inszenierung: Elisabeth Stöppler


    Mozart: Idomeneo (ab 29.11.2012)
    Musikalische Leitung: Julia Jones
    Inszenierung: Michael Schulz


    Domenico Sarro: Dorina e Nibbio (ab 16.12.2012)
    - ein kammeroperartig besetztes Intermezzo, ergänzt um eine Ouvertüre von Lucia Ronchetti (Auftrag der Semperoper)
    Musikalische Leitung: Felice Venanzoni
    Inszenierung: Axel Köhler


    Händel: Orlando (ab 27.1.2013)
    Musikalische Leitung: Jonathan Darlington
    Inszenierung: Andreas Kriegenburg


    Puccini: Manon Lescaut (ab 2.3.2013)
    Musikalische Leitung: Christian Thielemann
    Inszenierung: Stefan Herheim
    - Koproduktion mit Graz, dort Ende 2012 zu sehen


    Halévy: La Juive (ab12.5.2013)
    Musikalische Leitung: Tomáš Netopil
    Inszenierung/Dramaturgie: Jossi Wieler, Sergio Morabito
    - Übernahme der Stuttgarter Inszenierung von vor einigen Jahren


    Wagner: Der Fliegende Holländer (ab 15.6.2013)
    Musikalische Leitung: Constantin Trinks
    Inszenierung: Florentine Klepper


    dazu noch auf der Probebühne Semper 2
    Henze: El cimarrón
    Krenek: Das geheime Königreich



    - der neue Boss dirigiert also nur eine Premiere. Da es sich dabei um eine Inszenierung von Stefan Herheim handelt, ist es nicht auszuschließen, dass ich im Publikum sitzen werde. Falls ich nicht versuche, die "echte" Premiere in Graz zu erwischen.


    :wink: Michel

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Trinks mit dem Holländer ist musikalisch sicherlich zu empfehlen (nach dem fulminanten Ring in Darmstadt), kennt jemand schon was von Florentine Klepper?


    Matthias

    "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
    "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
    "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
    "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)

  • Den Tcherniankow-Boccanegra habe ich letztes Jahr an der ENO gesehen und war etwas enttäuscht von der Inszenierung im Mafia-Milieu, die ich nicht sonderlich originell, einfallsreich oder tiefschürfend fand. Jetzt bin ich mal gespannt, ob ihm der Trovatore hier in Brüssel besser gelingt...

  • Den Tcherniankow-Boccanegra habe ich letztes Jahr an der ENO gesehen und war etwas enttäuscht von der Inszenierung im Mafia-Milieu, die ich nicht sonderlich originell, einfallsreich oder tiefschürfend fand. Jetzt bin ich mal gespannt, ob ihm der Trovatore hier in Brüssel besser gelingt...

    Lieber Nordwind,


    Du warst doch früher in Basel (Opernwelts Opernhaus des Jahres 2009 und 2010), jetzt bist Du in Brüssel (Opernhaus des Jahres 2011) - der Schlenker über London war wohl ein Versehen :sev: .


    Ansonsten würde ich mich über Berichte aus der Brüssler Oper freuen. Ich bin sicher, dass die auch für die nächste Spielzeit wieder eines der spannendsten Programme präsentieren werden. Irgendwo war schon zu lesen, dass Oedipe von Enesco wiederaufgenommen werden wird - was ich in bei der ersten Serie leider verpasst habe. Wäre also eventuell eine gute Gelegenheit, mal wieder nach Brüssel zu reisen.


    Michel :wink:

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Ansonsten würde ich mich über Berichte aus der Brüssler Oper freuen.

    Ich werde es mal fuer die naechsten und letzten drei Inszenierungen der Saison hier versuchen. Danach werde ich wohl fuer eine lange Weile auf jegliches interessantes Opernschaffen verzichten muessen, denn auf der anderen Seite des Atlantiks ist es damit ueberhaupt nicht gut bestellt... :(

  • Danach werde ich wohl fuer eine lange Weile auf jegliches interessantes Opernschaffen verzichten muessen, denn auf der anderen Seite des Atlantiks ist es damit ueberhaupt nicht gut bestellt... :(



    Du kommst ja ganz schön in der Weltgeschichte herum ;+)


    :wink: :wink:


    Christian

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • Münster

    Die erste Saison unseres neuen Intendanten Peters steht:


    Der Barbier von Sevilla Komische Oper von Gioachino Rossini


    Samstag, 8. September 2012, 19.30 Uhr, Großes Haus


    Im weissen Rössl Singspiel von Ralph Benatzky


    Samstag, 3. November 2012, 19.30 Uhr, Großes Haus


    Tosca Oper von Giacomo Puccini


    Samstag, 19. Januar 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus


    Das Geheimnis des Edwin Drood Musical von Rupert Holmes nach dem Roman von Charles Dickens


    Samstag, 9. Februar 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus


    Neues vom Tage Lustige Oper von Paul Hindemith


    Samstag, 2. März 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus


    Salome Oper von Richard Strauss


    Samstag, 18. Mai 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus


    La Traviata Oper von Giuseppe Verdi


    Freitag, 19. Oktober 2012, 19.30 Uhr, Großes Haus (Wiederaufnahme)

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