• Das Ansehen César Francks leidet darunter, dass der Klassikbetrieb einen falschen Maßstab auf seine Musik anwendet. Nämlich den von Liszt oder Chopin.


    Aber:


    "Francks Musik unterscheidet sich generell von der seiner Zeitgenossen, aber auch seiner Schüler durch eine neuartige Verwendung der Form und durch die Ablösung der begleitenden Melodien."

    [Hervorhebung von mir]

    Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."

  • Drei Beiträge von tOm-? wurden wg. Verstoss gegen Regel 9 gelöscht. Diesbezügliche Meldungen ebenfalls.

    Die Moderation

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Musikalische Vagabunden wie Martha Argerich fühlen sich überall und nirgends zu Hause. Einmal hier, einmal dort. Heute Mozart, morgen Franck. Oder genauer: Bach, Brahms und Franck an einem Abend. Im Vordergrund steht aber immer der Klimperstar, die roboterhafte Klavierspielerin, deren größte Kunst es ist, Noten abzulesen und sie schnell und präzise in die Tasten zu hauen. Niemand würde je bestreiten, dass die Argerich über eine Weltmeister-Technik verfügt. Aber die nützt einem nicht, um die Musik eines Komponisten zu entschlüsseln. Um sich Zugang zu dem Werk Francks zu verschaffen, reicht es nicht, sich an die gängigen Muster zu halten. Bestes Beispiel Francks Pianosonate in A-Dur, der zweite Satz: Allegro! Ja, Allegro, aber wieso sollte das eine Aufforderung sein, die Nummer in einem rasenden Tempo zu spielen, bei dem wesentliche und tragende Kontrapunkt-Elemente überspielt werden?


    "D'Indys Gleichsetzung der zyklischen Form mit der auf intervallischen Reihen aufgebauten Konzeption César Francks wirkt nachteilig bis heute. Interpreten spielen Themen heraus, statt die Bandbreite aller Stimmen auszuleuchten, betonen die Einzelheiten, degradieren den entscheidenden Rest zum Beiwerk." (Klp Bungert in seinem Buch "César Franck [...]", S. 13/14)


    Bei der Argerich fällt mir die Schule D'Indys besonders negativ auf. Irgendwie, irgendwo, irgendwann trat sie kürzlich mit Anne-Sophie Mutter auf, um sich auf Kosten Francks zu profilieren - während der Pandemie!

    Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."

  • Lassen wir doch mal wieder Francks Musik sprechen. Prelude, Fugue et Variation op. 18 ist eines seiner bekannten, großen Orgelwerke, dem Freunde Camille Saint-Saëns gewidmet. Weniger bekannt ist, dass es sich um eine Eigenbearbeitung handelt - Franck schrieb das Werk ursprünglich (ich glaube 1862) für Klavier und Harmonium. Die Orgelfassung wurde am 17. November 1864 vom Komponisten an der Cavaillé Coll-Orgel in Sainte Clotilde in Paris uraufgeführt. Noch viel später erarbeitete der Pianist Harold Bauer auch eine Fassung für Klavier solo.


    Ich lasse mal dahingestellt, ob diese Interpretation durch den Notre Dame-Organisten Olivier Latry und Bertrand Chamayou wohl den Anforderungen von Klauspeter Bungert genügt :/ ^^ oder ob sich beide auf Kosten Francks profilieren X/ - mir zumindest gefällt diese Aufnahme ganz ausgezeichnet, wie auch die Einspielungen der anderen Werke auf diesem m.E. sehr empfehlenswerten Album.



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    Hier die Bauer-Bearbeitung mit Nikolai Lugansky

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    Cheers,

    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

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