Christian Thielemann: "Das ist für mich sehr wichtig, dass es einen guten Ausgang nimmt."

  • wobei das , was du meinst als "Mainstream-Fleisch" identifizieren zu müssen, dabei nicht mit Zwang zur Selbstüberschätzung rüberkommt ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • wobei das , was du meinst als "Mainstream-Fleisch" identifizieren zu müssen, dabei nicht mit Zwang zur Selbstüberschätzung rüberkommt ...

    Das stimmt. Es ist bei dir und anderen kein Zwang zur Selbstüberschätzung - sondern vielmehr die Lust zur Selbstüberschätzung! Grins2

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • die Agonie der letzten Barenboim-Jahre

    Das klingt ja fast schon nach Hass. Grins1

    Ich fühle mich da an die Agonie der letzten Sawallisch-Jahre in München erinnert. Auch eine sehr stagnierende Phase.

    Ja, furchtbar, da wurden alle Wagner-Opern und alle Strauss-Opern gespielt, was stagnierend war, weil keine neuen Wagner- und Strauss-Opern mehr dazukamen. Grins1

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • eine Frage drängt sich auf, wie lange CT überhaupt den GMD-Job machen wird ... wird vielleicht spannend sein, das zu beobachten ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • eine Frage drängt sich auf, wie lange CT überhaupt den GMD-Job machen wird ... wird vielleicht spannend sein, das zu beobachten ...

    Aber es ist schon putzig, dass du gar nicht merkst, wie sehr du mit solchen Beiträgen genau das bestätigst, was ich hier heute über das Verhältnis von "Capriccio" zu Thielemann geschrieben habe. :D

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Nun, da war ich nun in München anwesend und es war eine Phase, die vom Dauerzoff Sawallisch-Everding geprägt war. Suitner setzte einen Freischütz völlig in den Sand, Orffs Trionfi überlebten die ersten drei Aufführungen nicht, das Haus war geraume Zeit dicht… Man war froh, daß Jonas neue Impulse brachte und man begeistert sein oder sich ärgern konnte.

    die Agonie der letzten Barenboim-Jahre

    Das klingt ja fast schon nach Hass. Grins1

    Ich fühle mich da an die Agonie der letzten Sawallisch-Jahre in München erinnert. Auch eine sehr stagnierende Phase.

    Ja, furchtbar, da wurden alle Wagner-Opern und alle Strauss-Opern gespielt, was stagnierend war, weil keine neuen Wagner- und Strauss-Opern mehr dazukamen. Grins1

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Nun, da war ich nun in München anwesend und es war eine Phase, die vom Dauerzoff Sawallisch-Everding geprägt war. Suitner setzte einen Freischütz völlig in den Sand, Orffs Trionfi überlebten die ersten drei Aufführungen nicht, das Haus war geraume Zeit dicht…

    Ja, da war sicher der böse Sawallisch Schuld, dass das Haus geraume Zeit dicht war. Grins1

    Aber dass Sawallisch in seiner späten Zeit den gesamten Wagner und den gesamten Strauss spielen ließ, ist ein unleugbarer Fakt - und ich wüsste nicht, dass das an einem Opernhaus je wieder erreicht wurde.

    Man war froh, daß Jonas neue Impulse brachte und man begeistert sein oder sich ärgern konnte.

    Ja, da zogen dann endlich Händel und das Regietheater ins Nationaltheater ein! Grins2

    MAN war froh - und die gar nicht so wenigen, die nicht froh drüber waren, zählen halt nicht... (wie das Mainstream-Denken halt so tickt.)

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Zur betreffenden Zeit waren dominierende Regisseure in München Rennert (tot), Ponnelle (tot), Everding, Schenk. Immerhin gab es ein paar Produktionen von Friedrich und den Ring von Lehnhoff. Der Holländer von Wernicke war ziemlich bald durch die biedere Produktion von Giercke ersetzt worden. Auch ohne auf Leute wie Neuenfels zurückzugreifen hätte es ein wenig ehrgeiziger schon sein können. Als Tenorhoffnung wurde Walter Raffeiner präsentiert. Ich bin Sawallisch auch außerhalb von Aufführungen gelegentlich begegnet und es war nicht zu übersehen, daß er keine Lust mehr hatte…

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Zur betreffenden Zeit waren dominierende Regisseure in München Rennert (tot), Ponnelle (tot), Everding, Schenk.

    Klingt paradiesisch! Grins2

    Der Holländer von Wernicke war ziemlich bald durch die biedere Produktion von Giercke ersetzt worden.

    Dieses Münchner "Holländer"-Video mit Sawallisch - von Gierke - Varady; Hale, Seiffert ist eines meiner liebsten Wagner-Videos überhaupt. :)

    1994 galt dieser Inszenierung mein erster Müncher Opernbesuch. Dass es dann relativ wenige blieben, hat mit dem "frischen Wind" zu tun, der dann wehte...

    Als Tenorhoffnung wurde Walter Raffeiner präsentiert.

    Das ist schon wieder so extrem einseitig, dass dir das selbst peinlich sein müsste. Immerhin wurde 1989 auch die junge Tenor-Hoffnung Peter Seiffert mit seinem Rollendebüt als Lohengrin präsentiert. Und Klaus König sang das Strauss-Repertoire, wofür man heute auch sehr dankbar wäre. Sawallisch war einer der letzten wirklich sängerfreundlichen Dirigenten überhaupt, der konnte diese auf Proben (und bei Liederabenden) auch selbst am Klavier begleiten.

    Ich bin Sawallisch auch außerhalb von Aufführungen gelegentlich begegnet und es war nicht zu übersehen, daß er keine Lust mehr hatte…

    Sicherlich war die Doppelbelastung Staatsintendant und GMD keine gute Idee. Dennoch bin ich überzeugt, dass der erste Sawallisch-Nachfolger als GMD, der dessen Niveau und Bedeutung erreichte, Petrenko war.

    Aber wir schweifen ab. Diese Rubrik ist ja Christian Thielemann gewidmet und trägt im Rubrik-Titel sein Zitat "Das ist für mich sehr wichtig, dass es einen guten Ausgang nimmt." Morgen, äh, nein, inzwischen schon: heute, nimmt es den hoffentlich. :)

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • 1994 galt dieser Inszenierung mein erster Müncher Opernbesuch. Dass es dann relativ wenige blieben, hat mit dem "frischen Wind" zu tun, der dann wehte.

    ..

    Sicherlich war die Doppelbelastung Staatsintendant und GMD keine gute Idee. Dennoch bin ich überzeugt, dass der erste Sawallisch-Nachfolger als GMD, der dessen Niveau und Bedeutung erreichte, Petrenko war.

    Vielleicht könnte es sinnvoll sein, einem alten Mann was zu glauben, der zu dem Zeitpunkt schon ein paar Jahre am Haus hinter sich hatte und beobachtete, wie die Stimmung im Publikum, der Stadt und im Haus so war… Jonas hatte natürlich seine Fehler und Schwächen, aber man interessierte sich wieder für die Oper. Und ich sehe nicht, daß ich was gegen den Dirigenten Sawallisch gesagt hätte.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Vielleicht könnte es sinnvoll sein, einem alten Mann was zu glauben, der zu dem Zeitpunkt schon ein paar Jahre am Haus hinter sich hatte und beobachtete, wie die Stimmung im Publikum, der Stadt und im Haus so war…

    Natürlich glaube ich dir, dass du das damals subjektiv so empfunden hast. Ich kenne (teilweise: kannte) aber andere Münchner Stammbesucher, die das ganz anders empfunden haben und die das haus bis in die Endzeit der Sawallisch-Ära häufig und gerne besucht haben und danach nicht mehr. MAN kann das also so oder so sehen. Und das ärgert mich nach wie vor an diesem deinem gleich nochmal zitierten Satz, dass du den Eindruck erweckst, dass man das gar nicht anders sehen kann also du.

    Man war froh, daß Jonas neue Impulse brachte und man begeistert sein oder sich ärgern konnte.

    Nein, MAN war nicht froh, sondern DU warst froh und sicher auch noch viele andere, aber viele andere waren eben nicht froh, schon gar nicht darüber, sich ärgern zu können. Diese offensichtliche Lust am Ärgern teile ich (und viele andere) nicht mit dir (und anderen).

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Man war froh, daß Jonas neue Impulse brachte und man begeistert sein oder sich ärgern konnte.

    Nein, MAN war nicht froh, sondern DU warst froh und sicher auch noch viele andere, aber viele andere waren eben nicht froh, schon gar nicht darüber, sich ärgern zu können. Diese offensichtliche Lust am Ärgern teile ich (und viele andere) nicht mit dir (und anderen).

    ICH war auch froh...

    Jonas brachte frischen Wind in die Oper, vor allem mit Händel !! Strauss und Wagner sind nicht alles auf der Welt.

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Man war froh, daß Jonas neue Impulse brachte und man begeistert sein oder sich ärgern konnte.

    Nein, MAN war nicht froh, sondern DU warst froh und sicher auch noch viele andere, aber viele andere waren eben nicht froh, schon gar nicht darüber, sich ärgern zu können. Diese offensichtliche Lust am Ärgern teile ich (und viele andere) nicht mit dir (und anderen).

    Ich war auch froh...

    Jonas brachte frischen Wind in die Oper, vor allem mit Händel !! Strauss und Wagner sind nicht alles auf der Welt.

    Das ist ja auch in Ordnung. Allerdings war die komplette Pflege der Hausgötter Wagner und Strauss (die in ihrer Biografie der Münchner Oper eng verbunden waren) ein Alleinstellungsmerkmal, das man geopfert hat für einen Spielplan, den man überall bekommt.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • ....für einen Spielplan, den man überall bekommt.

    Händel bestimmt nicht, zumindest nicht in den 90er-Jahren!! Und abgesehen davon will ICH nicht regelmäßig mit Strauss und Wagner zugedröhnt werden. Als ich noch in München wohnte und Geld verdienen musste, bin ich auch nicht unbedingt in andere Städte gefahren um dort eine Oper anzuschauen, daher war für mir die Spielplanung von Jonas recht.

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

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