Schon gehört? - Die Capriccio-Kaufberatung


  • Nicht sicher. Er schreibt bei einigen anderen Aufnahmen "gekürzt" oder "stark gekürzt" dazu, und bei dieser nichts. Wenn aber er zu einer Aufnahme nichts weiter schreibt, kann das nach meinen Erfahrungen mit Ommers Verzeichnis auch schlicht bedeuten, dass er sie nicht näher kennt. Die "196 Minuten"-Angabe bei der Albrechtaufnahme halte ich da schon für ergiebiger.


    Stimmt, da war ich wohl vorschnell davon ausgegangen, dass die Nichtverwendung der Wörter "gekürzt" oder "stark" gekürzt" ungekürzt bedeutet.

  • DAS ALTE WERK Wiederveröffentlichungen

    jpc hat gerade die Wiederveröffentlichungsreihe im Angebot. Zwar finde ich es schade, dass man einheitliche Blumentöpfe auf die Cover gesetzt hat, anstatt die Originale zu reproduzieren, aber es ist ja einiges Interessante, darunter auch lange Vergriffenes dabei. Kann jemand was besonders empfehlen?
    Mag sein, dass etliches etwas angejahrt ist und es hier inzwischen bessere Alternativen gibt, was ist zB mit den Kollektionen wie "Ars Britannica" oder "Musik am Habsburger Hof" u.v.a (Die "Musik am Mannheimer Hof" habe ich vor einigen Jahren schon gekauft, die ist ziemlich gut).
    Kennt jemand "Samson" unter Harnoncourt bzw. das Werk näher und in diversen Aufnahmen? Ich habe Harnoncourts vor längerer Zeit mal gehört und war nicht durchweg begeistert, aber die Konkurrenz hält sich in Grenzen


    "http://www.jpc.de/jpcng/home/search/-/label/DAW"


     

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Mag sein, dass etliches etwas angejahrt ist und es hier inzwischen bessere Alternativen gibt, was ist zB mit den Kollektionen wie "Ars Britannica" oder "Musik am Habsburger Hof"

    Grundsätzlich war es nicht verkehrt gewesen, das DAW zum 50. Geburtstag eine Wiederauflage erfahren hat. Die früheren Ausgaben sind zum großen Teil nicht mehr lieferbar. Es sind eine hübsche Reihe an Digitalaufnahmen aus den 1980er dabei neben älteren Analogaufnahmen. Repertoire: ein bißchen Mittelalter/Renaissance, etwas mehr Barock, ein bißchen Klassik. Harnoncourt ist am Meisten vertreten; praktisch die Hälfte sind Einspielungen von ihm. Einiges von Gustav Leonhardt, Il Giardino Armonico, Anner Bylsma, Concerto Köln, Tragicomedia u.a. Da läßt sich sicher was finden.


    Hier der Katalog: "http://www.dasaltewerk.com/"




    Ich habe nicht viel davon, aber was ich habe, das war ein Gewinn.


    Da ich auf der Suche nach Aufnahmen vom Old Hall Manuscript war, kam ich an der "Ars Britannica" nicht vorbei. Die ursprüngliche 3-LP-Box von 1980 ist hier auf zwei CDs drauf. Im Booklet gibt es einen ausführlichen Text über die Musik, aber leider fehlen die Liedtexte; die kann man immerhin downloaden. Die Pro Cantione Antiqua gefällt mir klanglich durchaus. Es sind auch Madrigale und Lautenlieder von englischen Komponisten zu hören. Für das Geld definitiv zu empfehlen!


    Vom selben Ensemble kann ich auch diese empfehlen:



    Ursprünlich auch eine 3-LP-Box, ist sie komplett auf zwei CDs gepackt worden. Viele Stücke von Victoria, Guerrero u.a. werden mit Instrumentalbegleitung vorgetragen. Das Booklet hat nicht nur etwas zu den Werken zu sagen, sondern enthält auch die Liedtexte!


    Aber Achtung: diese CD hier



    enthält sämtliche 13 Stücke von Victoria, die auch auf der "El Siglo de Oro" zu finden sind!



    Ich hatte mir noch das angeschafft:


     


    Die Aufnahmen entstanden 1966-1974 bzw. 1964/1968 und sind recht statisch; der Repertoire-Wert ist aber immer noch vorhanden.



    jd :wink:

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Gleich vorweg: Grundsätzlich bin ich mit der Schubert GA von Harnoncourt wunschlos glücklich, nur manchmal steht mir der Sinn nach einem Schubert, der nicht permanent unter 10000 Volt steht- speziell bei den frühen Symphonien. Muti und Blomstedt habe ich zwar schon, aber die sind mir zu betulich. Bei Abbado habe ich hier weniger Bedenken, wenngleich die Tonbeispiele auf der DGG-Seite schon sehr gelassen klingen (zu sehr vllt?).
    Also was ist von dieser Box zu halten:



    Kann man da glücklich werden, wenn man mit Harnoncourt Schubertialisiert wurde?

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Kann man da glücklich werden, wenn man mit Harnoncourt Schubertialisiert wurde?

    Harnoncourts Schubert kenne ich nicht; Abbados schon (ich habe die DGG-Einzelaufnahmen). ´Die Aufnahmen finde ich recht gelungen. "Gelassen"? Ich weiß nicht. In meinen Ohren sind das durchaus lebendige und spritzige Einspielungen. Die "eindringliche Natürlichkeit", von der die von JPC zitierte Rezension spricht, lasse ich gelten.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Eine Schubert-Alternative zu Harnoncourt, aber nicht betulich (so wie Du Muti und Blomstedt empfindest)? Hast Du schon mal über Günter Wands Kölner, Berliner oder Hamburger Aufnahmen nachgedacht? :hide:
         

  • Wand, ja klar - aber ich würde es auch mal (nicht nur des günstigen Preises wegen) mit Norringtons alten Londoner Einspielungen versuchen. Die begeistern mich sehr. Leider kenne ich die Stuttgarter Neuaufnahmen noch nicht :hide:





    Cheers,


    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Wenn nicht widersprochen wird, bastle ich demnächst mal aus den letzten Beiträgen einen eigenen Thread: "Schubert-Symphonien: Diskographische Empfehlungen". Zu Schuberts Symphonien gibt es in Capriccio nämlich bislang noch wenig.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
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    Helmut Lachenmann

  • Wand kenne ich sowohl die Kölner Nummer 8 und 9 sowie die Berliner 8. Das ist sicher großes Kino, kommt mir aber glaube ich bei den frühen Symphonien nicht entgegen.
    Habe gestern nochmal in die Abbado-GA reingehört und irgendwie sagt mir das einfach nicht zu. Werde wohl weiter mit dem Vorlieb nehmen was ich habe und auf die Gesamtaufnahme von Minkowski warten, die er im März in Wien einspielen will.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Gesagt, getan: Die Besprechung von Aufnahmen Schubertscher Symphonien kann jetzt hier fortgesetzt werden (die letzten Beiträge zum Thema hier finden sich ab sofort dort als Kopien): Schubert: Die Symphonien - diskographische Empfehlungen.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
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    Helmut Lachenmann

  • Michael F.P. Huber - Symphonie Nr. 2

    Großartige Komposition: :juhu:


    Für mich DIE Symphonienentdeckung des Jahres schlechthin!


    Michael F.P. Huber: Symphonie Nr. 2
    Orchester der Akademie St. Blasius
    Karlheinz Siessl


    Jetzt endlich auch bei jpc, bald auch über amazon erhältlich. Ein Jammer aber, dass sich keine Soundschnitzel der Sinfonie auf der Seite finden.


    Seit Gustav Mahler ist es in Österreich ja ziemlich still geworden um das Genre "Symphonie". Wer hat schon die Beiträge von Krenek, Wellesz, David, Schiske, von Einem oder Eröd jemals gehört? Irgendwie scheint es ja seit Schönberg und Darmstadt hierzulande fast provokant anzumuten, die Linie von Mahler, Sibelius, Schostakowitsch und K.A. Hartmann und Schnittke konsequent weiter zu verfolgen.
    Huber hat einmal in einem Interview gesagt: „Heute wagt sich kaum jemand mehr an die große Form. Die meisten schreiben nur mehr kurze Episoden. Ein langer Atem fehlt fast überall.“ Ein Gespür für Proportionen in der Musik sei großteils verlorengegangen, ein Gleichgewicht von langsamen und schnellen Abschnitten fehle. „Solche Musik wird schnell langweilig, weil Musik auf dem Prinzip von An- und Entspannung beruht.“ - Hat er da nicht irgendwie recht?


    Ich kann nur jeder und jedem, die oder der die große Symphonik liebt, dieses Werk wärmstens ans Herz legen. Unbedingt anhören, nein: unbedingt kaufen!


    Gruß a.b.


    ----


    In der Musik geht es nicht um Perfektion, sondern um die Freiheit, zu zeigen, wer man wirklich ist.

  • Kennt jemand hier diese Einspielung (David Zinman und seine Zürcher präsentieren Orchesterwerke von Richard Strauss):


    ?


    Die hier dürfte baugleich sein (oder?):



    Wenn ja, würden mich Meinungen interessieren.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Moin Gurnerich,


    da ich die Zinman-Strauss-Sachen zwar alle habe aber länger nicht mehr rotieren liess nur so viel: gut sind die sicherlich, da gibts nichts zu meckern, aber erste Wahl wäre bei mir meist eine Alternativaufnahme. Hast Du den Kempe-Strauss schon?

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Ich habe aus dieser Zinman-Box nur diese eine CD hier

    Zu meckern gibt es da in der Tat nichts - und wann bekommt man schon mal eine Einspielung des Parergon op. 73 zur Sinfonia Domestica mitgeliefert?

  • Vielen Dank für Eure Hinweise!

    Hast Du den Kempe-Strauss schon?

    Nein, von Kempe mit Strauss habe ich zur Zeit gar nichts - allerdings schon viel Gutes gelesen und gehört und mich auch schon mal selber davon überzeugt - ist lange her (Strauss - genauer: der symphonische Strauss - gerät erst aktuell wieder in meinen Focus).


    Die Zinman-Box habe ich mir inzwischen flugs bestellt, nachdem ich sie für 19+3 Euros bei den französischen Amazonen entdeckt habe: Da konnte ich mich nicht zurückhalten. Ich hoffe auf Euer Verständnis. :D


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Huber hat einmal in einem Interview gesagt: „Heute wagt sich kaum jemand mehr an die große Form. Die meisten schreiben nur mehr kurze Episoden. Ein langer Atem fehlt fast überall.“


    Allein wegen dieser Aussage, die eine Chuzpe gegenüber allen Kollegen ist, behaupte ich, man sollte diesem Herrn Huber KEIN Ohr leihen. Der andere auf der CD, der Rufinatscha nämlich, ist freilich einer begegnung wert!
    :wink:

    Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

  • Zu meckern gibt es da in der Tat nichts - und wann bekommt man schon mal eine Einspielung des Parergon op. 73 zur Sinfonia Domestica mitgeliefert?

    Völlig einverstanden !!!


    Eric

    "We are all amateurs, since life is too short to become a professional" Charlie Chaplin

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