Miles Davis - Ein Jazzleben im Spiegel seiner Aufnahmen

  • Und David Schildkraut (as), der mir bislang nichts sagte, hat mich vollends überzeugt. Was für ein toller Musiker. Habe mal nach ihm gegoogelt und ... tja, leider findet man ja nicht allzu viele Werke von ihm.

    Dave Schildkraut (1925-1988) war einige Jahre in der Bigband von Stan Kenton gewesen, und dort standen Lee Konitz und später Lennie Niehaus vor ihm, das war quasi sein Pech gewesen. Doch Du hast richtig festgestellt, dass er verdammt gut war.

    Dick Meldonian (1930-2017) war sein Vorgänger bei Kenton gewesen. Meldonian spielte Alt, Tenor und Sopransax, auch ihn kennt kaum ein Mensch heute noch. Dabei spielte er auch mit Shorty Rogers, Gerry Mulligans Concert Band ab 1960 , doch er war vor allem Studio-Musiker gewesen. Anfang der 1980-er Jahre leitete er eine Bigband mit dem Ex-Woody Herman-Drummer Sonny Ingoe.

    Hal McKusick (1924-2012) spielte Alt und Tenorsax, dazu Klarinette. Er gehörte zur Avantgarde der 1950-er Jahre, lernte aber sein Handwerk bei Les Brown, Woody Herman, Boyd Raeburn, Buddy Rich und Johnny Otis. Er war Nachfolger von Lee Konitz bei Claude Thornhill (48/49) gewesen, also ganz in der Nähe vom Miles Davis und dessen Cool-Klang. Von 1951-1956 spielte er in der Bigband von Elliot Lawrence. Er spielte auch mit den Modernisten George Russell und Jimmy Giuffre, dazu viel Studioarbeit. In den 1960-er Jahren spielte er nur noch wenig Jazz, war aber weiterhin aktiv, aucb als Lehrer und im "Third Stream-Bereich".

    Ernie Henry (1926-1957) dürfte aber der größte Verlust gewesen sein. Er spielte 1948/49 und 1956/57 in der Bigband von Dizzy Gillespie, in der auch exzellente Soli spielen durfte. 1950/51 bei Illinois Jacquet und 1956 mit Thelonious Monk, in dessen Album "Brilliant Corners" er mitwirkte. Er hat Aufnahmen mit u.a. Tadd Damaron, Howard McGhee, Kenny Dorham, Fars Navarro und James Moody gemacht, aber auch eigene Einspielungen (3 Alben 56/57). Er galt zu seiner Todeszeit als ernst zu nehmender Solist, der keinesfalls schlechter als Phil Woods einzustufen war.

    Der letzte Altist im Bunde war Charlie Kennedy ((1927-2009), Er spielte Alt und Tenorsax. Er wurde bei Gene Krupa bekannt von 1945-1948. Dort auch oftmals als Solist zu hören. Krupa hatte damals eine recht moderne Bigband. Er spilte vor allem in Bigbands, etwa Charlie Ventura, Med Flory, Herbie Fields, Chico O'Farrill, der Terry Gibbs Dream Band (1959-1962), Charlie Barnet, Dizzy Gillespie, Neal Hefti, Shelly Manne. Auch viel Studio-Arbeit (etwa in der Verfilmung der "West Side Story" und "My Fair Lady"). Er soll von 1943-1965 an 101 Aufnahme-Sessions beteiligt gewesen sein.

    Es gab also neben den bekannten Namen Bud Shank, Art Pepper, Herb Geller, Lee Konitz, Phil Woods eine Menge hervorragender Leute. Sorry, falls ich da wieder eingehakt habe.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Danke für deine Rückmeldung, lieber Maurice! :thumbup:

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)

  • Danke für deine Rückmeldung, lieber Maurice!

    :D :verbeugung2:

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Heut ging es mit dieser weiter:

    Miles Davis: The Musings of Miles (Rudy Van Gelder Remasters), 1955

    Quasi der "Vorläufer" des späteren "First Great Quintet" ...

    Miles Davis (tp)
    Red Garland (p)
    Oscar Pettiford (b)
    Philly Joe Jones (dr).

    In meinen Ohren auch wieder so ein "Easy Listening"-Album. Tja, was soll ich sagen ... gefällt mir ebenfalls richtig gut, wenn auch kein Saxophon dabei ist. 8)

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)

  • In meinen Ohren auch wieder so ein "Easy Listening"-Album. Tja, was soll ich sagen ... gefällt mir ebenfalls richtig gut, wenn auch kein Saxophon dabei ist.

    Es ist eines der weniger gut gelungenen Einspielungen. Begründung: Klanglich eher mager, das Bass-Spiel ist eher dumpf-mulmig aufgenommen worden, zudem hatte Oscar Pettiford nicht gerade seinen besten Tag. Es gibt dazu auch eine Geschichte, denn Pettiford soll zur Aufnahme ziemlich angetrunken erschienen sein. Vielleicht klingt sein Bass deshalb auch nicht so gut, und es lag nicht nur an der Technik.

    Allerdings klingt auch das Klavier, als ob es aus der Blechdose spielen würde, Miles selbst hat hörbar Ansatzprobleme. Diese werden gerade ohne zweiten Bläser noch besser hörbar. Ich zitiere Peter Wießmüller aus seinem Buch "Miles Davis-Sein Leben, Seine Musik, Seine Schallplatten" : Das Beeindruckenste an der Platte ist das Coverfoto der Originalausgabe" :D

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Es ist eines der weniger gut gelungenen Einspielungen. Begründung: Klanglich eher mager, das Bass-Spiel ist eher dumpf-mulmig aufgenommen worden, zudem hatte Oscar Pettiford nicht gerade seinen besten Tag. Es gibt dazu auch eine Geschichte, denn Pettiford soll zur Aufnahme ziemlich angetrunken erschienen sein. Vielleicht klingt sein Bass deshalb auch nicht so gut, und es lag nicht nur an der Technik.

    Zur Qualität: Lag vielleicht daran, dass diese Aufnahme in Rudy van Gelders "home studio" entstanden ist ...

    Allerdings klingt auch das Klavier, als ob es aus der Blechdose spielen würde, Miles selbst hat hörbar Ansatzprobleme. Diese werden gerade ohne zweiten Bläser noch besser hörbar. Ich zitiere Peter Wießmüller aus seinem Buch "Miles Davis-Sein Leben, Seine Musik, Seine Schallplatten" : Das Beeindruckenste an der Platte ist das Coverfoto der Originalausgabe"

    Also, für mich muss ein Album nicht "perfekt" klingen. Ich bin ja aber auch keine Expertin und habe daher keine allzu hohen Ansprüche.

    Ich höre übrigens gerade die "Miles Davis and Horns". Bin gespannt, was du von diesem Album so hältst ... ^^

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)

  • Ich höre übrigens gerade die "Miles Davis and Horns". Bin gespannt, was du von diesem Album so hältst ...

    Ich sags mal so: Ich habe es mir erst überhaupt nicht gekauft, weil die Kritik so bescheiden war, dass ich es für überflüssig halte zu haben. Sorry..... :(

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Nun also die

    "Miles Davis and Horns"

    „Tasty Pudding“, „Floppy“, „Willie the Wailer“ und „For Adults Only“ (1953):
    Miles Davis (tp)
    Sonny Truitt (trb)
    Al Cohn, Zoot Sims (ts)
    John Lewis (p)
    Leonard Gaskin (b)
    Kenny Clarke (dr)

    „Morpheus“, „Down“, „Blue Room“ (+ Alternate Take) und „Whispering“ (1951):
    Miles Davis (tp)
    Bennie Green (trb)
    Sonny Rollins (ts)
    John Lewis (p)
    Percy Heath (b)
    Roy Haynes (dr).

    Hier dominieren, wie der Titel schon sagt, die "horns". Miles Davis gerät mir hier zu sehr in den Hintergrund. Dennoch ein hörenswertes Album, wie ich finde. Vor allem: Sonny Rollins ist (wieder) dabei. :) Ich wartete förmlich auf seine Einsätze ... 8) Bislang mein absoluter "Lieblings-Saxophonist" (bei Miles Davis).

    Ich bin tatsächlich erstaunt darüber, dass es bislang nicht ein einziges Album (aus dieser Box) gibt, das mir so gar nicht gefällt. Und ich habe noch lange nicht genug von Miles Davis. 8) Ganz im Gegenteil ... :sofa2:

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)

  • Das Problem bei den beiden Sessions ist die völlig unausgegorene Zusammenstellung der Musiker. Sonny Truitt ist ein drittklassiger Posaunist, den vermutlich nur Hardcore-Insider kennen, wie ich es bin. Leonard Gaskin hat 90 % seiner Karriere in eher traditionellen Bands verbacht, er kann hier nicht mal im Ansatz mithalten. Zoot Sims und Al Cohn waren damals voll auf dem "Stan Getz-Trip" gewesen. So klingen sie auch. Einer hätte völlig ausgereicht hier, sonst wird es langweilig. Später haben sie das besser gemacht, als Sims swingender geworden ist.

    Bei der anderen Session ist erneut Bennie Green mehr im Weg, als dass er maßgeblich zum Gelingen der Session hätte beitragen können. Er steht stilistisch mit einem Bein noch dem Swing nahe, galt als einer der "Übergangs-Musiker" vom Swing zum Bop. Das passt nicht zur Auffassung der Kollegen. Die Rhythmusgruppe ist super hier, aber weder Miles noch Sonny Rollins waren wirklich in guter Verfassung gewesen. Miles machte zu dieser Zeit eine Schaffenskrise durch, Rollins suchte noch seinen Stil, den Ton hatte er schon recht gut geformt, der Rest war noch nicht so weit gewesen.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Miles Davis : Dig A: 05.10.1951 , NYC

    Miles Davis (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Sonny Rollins (Tenorsax) - Walter Bishop (Klavier) - Tommy Potter (Bass) - Art Blakey (Drums)

    Hier auch eine frühe Einspielung von Miles mit dem erst 19-jährigen Jackie McLean. Auch nicht ausgreift, dafür aber ein kraftvoll die Band vor sich her treibender Art Blakey am Schlagzeug, Es ist auch eine damals noch neue LP. Davis hatte vier neue Stücke dabei : "Dig", "Denial", "Bluin" und "Out of the Blue". Davon sind wohl"Dig" und "Denial" recht gut gelungen. Doch man kann auch hier bei diesen Aufnahmen seine Ansatzschwächen hören. Und er spielt nicht mal in Lagen, die man als "hoch" bezeichnen könnte.

    Rollins wirkt teilweise sehr blass, mit schönem Ton, der auch nicht in die "Four Brothers-Schule" passt, luftig, aber dafür in den Improvisationen noch nicht wirklich überzeugend. McLean macht dagegen einen recht guten Eindruck.

    Das zur Einspielung hier:

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Zum im Beitrag Nr. 60 erwähnten Album der Miles Davis All Stars "Walkin´" beziehe ich mich nun, nachdem ich mir sie gerade noch einmal angehört habe (ich habe übrigens zwei dicke Miles Davis Boxen und einige Albums einzeln, sodass ich die Studioaufnahmen, von den allerletzten elektronikfokussierten abgesehen, komplett alle mindestens einmal habe):

    Ich stimme mit Newbie69 völlig überein, dass das richtig gut gelungene Musik ist. Da wir uns hier im "Miles Davis-Strang" befinden, lege ich mein Augenmerk natürlich auf den Leader der Gruppe. Man kann lesen, dass er mit den beiden Aufnahmesitzungen sehr zufrieden gewesen sein soll. Ich habe beim Hören auf jeden Fall den Eindruck, dass Miles voller Elan und Freude gespielt hat, und zwar jedes Stück dieses Albums. Ich finde seine Improvisationen ziemlich gelungen, flüssig und unverkrampft. Das ist für mich eine der besten Seite seines Spiels, und irgendwie wirkt er dabei neben seiner Leaderrolle auch als Teamplayer.

    Newbie empfand das Eingangsstück im Gegensatz zu einer Liveversion trotz seines Gefallens an der CD als eher farblos. Ich vermute, dass ich weiß, was damit gemeint ist. Für mich ist der Titel des ersten Stücks durchaus bezeichnend: "Walking". Irgendwie ist dies ein wenig der Grundcharakter der Aufnahmen, aber dies im positivsten Sinn. Es ist ein Zusammenspiel ohne Stress, ohne Höhepunkte, ohne Kampf und ohne Eitelkeiten. Für mich ist dies ein Zeichen von innerer Stärke, sodass sich die Musiker auf die Freude am guten Spiel konzentrieren konnten.

    Ein passendes Beispiel ist "Blue n´Boogie": Nach der unspektakulären und netten Einleitung macht Miles ein erfrischend schönes Solo, gefolgt von J.J. Johnson, an der Posaune, auf den Horace Silver bei einzelnen Stellen nachahmend oder so reagiert. Sowas passiert nicht, wenn jeder nur gelangweilt sein Ding macht. Auch als Überleitung zum Saxophon solo lässt sich Miles einen zweitaktigen Einschub der beiden anderen Bläser Einfallen, was dem Ganzen mehr Pep und Farbe gibt. Die Spielfreude lässt sich, zumindest empfinde ich es so, in diesem Stück auch am fetzigen Spiel Kenny Clarkes ablesen, der so richtig loslegen kann und es auch tut, wohl weil er einen pulsierend disziplinierten Percy Heath neben sich weiß.

    Beide Saxophonisten beider Aufnahmen haben übrigens einen sehr schönen Ton und machen ihre Sache richtig gut. Über Schildkraut habt Ihr Euch ja weiter oben bereits positiv geäußert. Ich möchte da einerseits einstimmen, da Schildkraut wirklich toll und fein klingt und schöne rankende Läufe in seinen Soli spielt. Für mich spielt er die Verbindungstöne allerdings etwas leise und zurückhaltend. Am liebsten würde ich ihm zurufen: "Es klingt so wunderschön und einfallsreich, spiel doch so, dass man jeden Ton gut und etwas voller hören kann". Er scheint mir das genaue Gegenteil von John Coltrane zu sein, der eher dazu neigt, die Töne aus sich heraus zu schreien.

    Kurzum: Alles super. Ob Miles Davis durch solche zufriedenstellenden Aufnahmen Spaß und Motivation gefunden hat, sodass ihm so etwas wie die großen Quintette allmählich vorgeschwebt sind? Oder hat er dies bereits im Sinn gehabt? Vielleicht sagt seine Autobiographie etwas darüber. Das wäre für mich ein interessanter Gedanke.

    Uwe

    Wenn alle ein klein wenig verrückter wären, dann wäre die Welt nicht so durchgedreht.

  • Newbie empfand das Eingangsstück im Gegensatz zu einer Liveversion trotz seines Gefallens an der CD als eher farblos. Ich vermute, dass ich weiß, was damit gemeint ist. Für mich ist der Titel des ersten Stücks durchaus bezeichnend: "Walking". Irgendwie ist dies ein wenig der Grundcharakter der Aufnahmen, aber dies im positivsten Sinn.

    Man sollte dazu sagen, dass "Walkin'" hier die "Urfassung" und "Uraufführung" ist. Davis hat das Stück dann immer mehr perfektioniert und in den 1960-er Jahren dann zu einer Up Tempo-Nummer gemacht, so wie er gerade 1963/68 viele Stücke immer schneller gespielt hat als man sie sonst spielen würde. Das mag für die jeweiligen Bands und Musiker sprechen, ist aber wirklich schon extrem überdreht gewesen.

    PS: Ich kenne nicht die ganze CD, sondern nur zwei Stücke daraus. Irgendwie ist das Album an mir leise, still und heimlich vorbei gelaufen. Das muss ich sofort ändern. :D

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Also: "Walkin´" auf allen Ebenen

    :megalol: Nicht ganz. Zwei Stücje aus dem Album habe ich ja auf einem Sampler drauf, den ich mir mal vor geschätzten 25 Jahren (er ist 1989 erschienen, aber ich weiß nicht, wann ich die box gekauft habe) gekauft hatte, warum auch immer.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Man sollte dazu sagen, dass "Walkin'" hier die "Urfassung" und "Uraufführung" ist. Davis hat das Stück dann immer mehr perfektioniert und in den 1960-er Jahren dann zu einer Up Tempo-Nummer gemacht, so wie er gerade 1963/68 viele Stücke immer schneller gespielt hat als man sie sonst spielen würde. Das mag für die jeweiligen Bands und Musiker sprechen, ist aber wirklich schon extrem überdreht gewesen. ...

    @Uwe Shoof:
    Stimmt. "Walkin'" ist in der Orginalfassung tatsächlich ein passender Titel und sollte in den späteren Live-Versionen vielleicht doch in "Runnin'" umbenannt werden. ^^
    Hier mal ein Beispiel (Miles Davis - Live at the Monterey Jazz Festival, 1963):
    https://www.youtube.com/watch?v=NLM1Mg9xlG0

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)

  • Vorhin noch diese gehört:

    Miles Davis and the Modern Jazz Giants (1956)

    „'Round Midnight“:
    Miles Davis (tp)
    John Coltrane (ts)
    Red Garland (p)
    Paul Chambers (b)
    Philly Joe Jones (dr)

    Ansonsten:
    Miles Davis (tp)
    Milt Jackson (vb)
    Thelonious Monk (p)
    Percy Heath (b)
    Kenny Clarke (dr).

    Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Album halten soll. Muss ich wohl noch einige Male hören. Hat ja recht gute Kritiken, aber so richtig begeisten konnte es mich nicht. Und nein, es liegt nicht (nur) an Thelonious Monk.

    Ich habe mir dann im Nachhinein mal den Wikipedia-Eintrag durchgelesen und musste doch ein wenig schmunzeln ...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Miles_Dav…ern_Jazz_Giants

    *reinkopier*
    ... "Miles Davis schätzte zwar Monks Kompositionen (seine bekannteste, ’Round Midnight, aufgenommen 1956, wurde später diesem Album beigefügt), konnte jedoch dessen exzentrischen Begleitstil nicht ausstehen, wie er wenige Monate später im Down Beat verlauten ließ. Mit seinen scheinbar verschleppten Akkorden unterstützte Monk nach Davis’ Ansicht den Solisten nicht, sondern brachte ihn durcheinander. Max Harrison weist darauf hin, dass nicht nur rhythmisch, sondern auch harmonisch Monk und Davis sehr unterschiedliche Konzepte verfolgten; Davis habe damals noch einen konventionellen Begleiter benötigt. Davis bestand daher darauf, Monk möge pausieren, während er die Soli spielte. Durch diese Auseinandersetzungen und die Gerüchte, es wäre auch zu Tätlichkeiten zwischen Miles und Monk gekommen, wurde die Session schnell zur Legende: Die Spannungen sind spürbar, Davis ist in seiner Autobiographie der Meinung, dass „Monk einfach keine Bläser begleiten konnte“; und das galt besonders für die Trompeter. ..."

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)

  • Ich habe mir dann im Nachhinein mal den Wikipedia-Eintrag durchgelesen und musste doch ein wenig schmunzeln ...

    Miles war der sehr eigen gewesen. Ich kann es ihm nachempfinden, und käme mit einem Monk als Begleiter auch nur bedingt zurecht. Nicht jeder Pianist ist ein guter Begleiter. Deshalb hat Monk auch normalerweise keine Sänger begleitet, Art Tatum übrigens auch nicht.

    Doch es gibt fantastische Begleiter am Klavier. Etwa Lou Levy, Paul Smith, Jimmy Jones oder Tommy Flanagan für Ella Fitzgerald, Jimmy Jones und Hank Jones für Sarah Vaughan, Kenny Drew, Bily Taylor, Teddy Wilson im Swing für Billie Holiday......

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Nun bin ich nicht der Mensch, der negative Urteile veröffentlicht, bevor er sich Gewissheit darüber verschafft hat. In diesem Fall habe ich, da ich die Aufnahmen "Miles Davis and the Modern Jazz Giants" vor Jahren bereits gehört habe, nicht die geringste Hemmung:

    Das Album ist großer Mist. Alle Musiker sind für sich selber ausgezeichnet. Sie passen aber definitiv nicht zusammen.

    Wenn es sich nicht um Miles Davis, Thelonious Monk, Milt Jackson u.s.w. handeln würde, würden wohl viele Jazzfreunde diese Aufnahme in den Mülleimer werfen oder sonstwie entsorgen. Wegen des Wissens um die großen Jazzstars sucht man aber, so vermute ich es, um psychologische Erklärung und bildet sich im Eifer der Starvergötterung ein, dass man es mit einer interessanten Begebenheit der Zusammenkunft unterschiedlicher Genies zu tun hat.

    Ok, kann man so sehen, man kann auch Löwen und Pinguine im Zoo in das selbe Gehege stecken, sich der Faszination des Ungewöhnlichen erfreuen und dies noch auf eine pseudointellektuelle Ebene erheben; dafür habe ich irgendwie Verständnis. Ich selber bin nicht mehr so empfänglich für sowas und finde dagegen: Ab in den Müll und besser die Zeit nutzen, um gute Musik zu hören.

    Uwe

    Wenn alle ein klein wenig verrückter wären, dann wäre die Welt nicht so durchgedreht.

  • Nun bin ich nicht der Mensch, der negative Urteile veröffentlicht, bevor er sich Gewissheit darüber verschafft hat. In diesem Fall habe ich, da ich die Aufnahmen "Miles Davis and the Modern Jazz Giants" vor Jahren bereits gehört habe, nicht die geringste Hemmung:

    Das Album ist großer Mist. Alle Musiker sind für sich selber ausgezeichnet. Sie passen aber definitiv nicht zusammen.

    Das sehe ich weitaus differenzierter. Du darfst Deine Meinung gerne so haben, aber ich lege da doch Widerspruch ein, denn ich halte "Bag's Groove" und "The Man I Love" für hervorragend gelungen. Man muss aber aufpassen, denn "Bag's Groove" wurde in gleicher Besetzung ebenfalls am 24.12.1954 eingespielt, aber erst im Album "Bag's Groove" veröffentlicht. Und zwar mit der Session vom 29.06.1954 und hier waren Sonny Rollins und Horace Silver für Jackson und Monk dabei (bei der Juni-Session)

    Dazu spielte auch das Gespann Percy Heath und Kenny Clarke zu gut zusammen. Da konnte nix groß schief gehen, nur Monk und Davis passten nicht zusammen. Daher auch der Zusammenstoß zwischen den beiden Musikern.

    Ich weiß nicht, ob wir hier zumindest teilweise einer Meinung sind, doch ich denke mal, hier könntest Du vielleicht noch mal in das Album reinhören.....

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Wenn es sich nicht um Miles Davis, Thelonious Monk, Milt Jackson u.s.w. handeln würde, würden wohl viele Jazzfreunde diese Aufnahme in den Mülleimer werfen oder sonstwie entsorgen. Wegen des Wissens um die großen Jazzstars sucht man aber, so vermute ich es, um psychologische Erklärung und bildet sich im Eifer der Starvergötterung ein, dass man es mit einer interessanten Begebenheit der Zusammenkunft unterschiedlicher Genies zu tun hat.

    Da könnte durchaus etwas dran sein ... Ich habe jedenfalls alle anderen Alben (meiner "Prestige"-Box) mind. 2 x hintereinander gehört ... dieses nicht. Na, mal schauen. Es gibt tatsächlich noch so viele weitere tolle Alben ...

    "Welche Büste soll ich aufs Klavier stellen: Beethoven oder Mozart?" "Beethoven, der war taub!" (Igor Fjodorowitsch Strawinsky)

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