Shakespeare verfilmt

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins hier statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • So, bin nun mit dem (Taschen-) Buch durch. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass ich jemals in einer Macbeth-Verfilmung die einzelnen "Zutaten" des Hexen-Gebräus mitbekommen habe. Womöglich ist es aber auch einfach nur schon zu lange her ... Jedenfalls ... ziemlich eklig. <X Die ein oder andere Übersetzung fand' ich auch etwas fragwürdig, aber egal. Habe jedenfalls Einiges gelernt. :thumbup: Das ist nun aber offtopic.

    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

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  • Manche Figuren wurden zusammengelegt oder ihre Verse anderen zugeordnet,

    Das ist an sich ja nichts Neues, wurde und wird laufend gemacht. Ich finde nur, man darf nicht übertreiben. Die oder eine der Kernaussagen des Stücks wird dann zwar sehr deutlich, aber es kann dann trotzdem zu einem Knochen werden, an dem das Fleisch fehlt.


    Ich wünsche dir aber einen richtig tollen Kino-Abend und bin sehr gespannt.


    :wink:Wolfram

  • Das ist an sich ja nichts Neues, wurde und wird laufend gemacht. Ich finde nur, man darf nicht übertreiben. Die oder eine der Kernaussagen des Stücks wird dann zwar sehr deutlich, aber es kann dann trotzdem zu einem Knochen werden, an dem das Fleisch fehlt.

    Ich bezog mich nur auf das Fettgedruckte, also auf das mit der Zuordnung der Verse ... und das habe ich bislang jedenfalls noch nicht erlebt. Kann mich zu mindestens nicht daran erinnern.

    Ich wünsche dir aber einen richtig tollen Kino-Abend und bin sehr gespannt.

    Lieben Dank, Wolfram! :)

    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

  • Ich bezog mich nur auf das Fettgedruckte, also auf das mit der Zuordnung der Verse

    Naja, wenn du Figuren zusammenlegst, passiert das mit der Zuordnung ja automatisch. Orson Welles war aber durchaus berühmt-berüchtigt dafür, dass er auch grundsätzlich mit der Zuordnung recht frei umging bzw. auch gerne mal eine völlig neue Figur konstruierte, die er dann ja auch mit Versen versorgen musste. ;)


    Das finde ich ja so irre, wenn man sich Shakespeare-Verfilmungen und Inszenierungen über die Jahrzehnte anschaut. Es gibt wirklich alles, vielleicht mit Ausnahme einer konsequenten Texttreue :) und Shakespeare trägt das, er funktioniert trotzdem immer. Oder meistens.


    :wink:Wolfram

  • Zum Jahresausgang habe ich mir gestern diesen hier nach langer, langer, langer Zeit mal wieder gegeben.



    1991 habe ich in ihm Kino gesehen und war begeistert, Jahre später auf DVD noch einmal, immer noch sehr angetan und dann lag er seitdem herum. Gestern also wieder und mein Eindruck ist doch recht zwiespältig.


    Ich fand die ganze Ästhetik, dieses Überbordende mit Informationen und Assoziationen doch recht veraltet. Zudem kommt dadurch die eigentliche Geschichte viel zu wenig durch, man kann als Zuschauer kaum Sympathie mit irgendeiner Figur entwickeln, sie, die Handlung, rauscht an einem vorbei, es ist mehr ein intellektueller Spaß, was bei Shakespeare aber immer nur ein Teil ist. Es war ein Experiment und von daher großartig, aber wohl v.a. in seiner Zeit.


    Ich hätte mich, glaube ich, doch gelangweilt, wenn nicht immer wieder, ganz Teil des Films und trotzdem seltsam fremd, John Gielgud die alles zusammenhängende Figur gewesen wäre. Er ist dann wirklich überwältigend, gibt noch einmal eine Lehrstunde für eine ganz bestimmte Art der schauspielerischen Shakespeare-Interpretation, schon lange nicht mehr aktuell, die aber so über allem steht, dass sich die Frage von Modernität überhaupt nicht stellt. Grandios und mit Sicherheit seine überragendste Shakespeare-Darstellung auf der Leinwand.


    :wink:Wolfram

  • Dann eine Erstbegegnung:



    Ein früher Shakespeare, den ich nie gelesen und nie gesehen habe. Ein Klassiker der Verwechslungskomödie, hier geht es um gleich zwei Zwillingspaare, der damit ja in einer langen Theatertradition steht. Aber es ist v.a. eine Farce, eine Groteske, in der andere Bedeutungsebenen kaum eine Rolle spielen. Von daher nett, auch durchaus witzig, aber für mich nun keine Shakespeare-Erfüllung.


    Die ganz traditionelle Globe-Inszenierung ist v.a. gut fürs Kennenlernen. Für mich vielleicht zu überdreht, zu sehr auf Gags und Prügeleien angelegt, damit auch zu sehr rüdes Volkstheater betonend. Aber vielleicht geht es nicht anders und das Stück würde ohne all das in sanfter Bedeutungslosigkeit entschlafen. Vielleicht sehe ich das auch völlig falsch. Jedenfalls habe ich mir als weitere Annäherung die klassische Trevor-Nunn-Inszenierung mit Judi Dench bestellt. Schau'n wir mal.


    Interessant fand ich bei dieser Adaption v.a. James Laurenson, der den Egeon spielt. Jemand, der in den frühen 60iger Jahren Mitglied der Royal Shakespeare Company war und überdeutlich noch eine ganz andere Sprechweise besitzt. Während man heute ja durchgehend die Verse eher abgehackt spricht, bestimmte Wörter überaus betonend, sie eher naturalistisch, alltagssprachlich darbietet, kommt Laurenson noch aus einer ganz anderen Tradition. Ihm geht es hörbar mehr um das Fließende im Ausdruck, die Melodie, den Klang der Wörter auch hinsichtlich ihres Zusammenspiels. Für ich ein interessanter Aspekt dieser Inszenierung, das nochmalige direkte Zusammentreffen so unterschiedlicher Sprechweisen.


    :wink:Wolfram





  • < = jo - ich auch!! Ich gugg ihn mir am SA in Frankfurt** an (-> Vorfreude gemixxt mit leicht flauem Gefühl im Magen X/ X/ wär nicht das erste Mal, dass ich am Neujahrsabend allein im Kino sitze; v. a. ist die 'Harmonie' in Sachsenhausen nicht eben klein - sogar noch mit Rang, so wie früher!)


    >>**Nordbayern ist mal wieder hinterletzte Kinoprovinz - scheint hier nirgends zu laufen---------<<


    :wink:

    Und? Wie war' s?

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  • < = = sowas dauert bei mir ein paar Tage - weiß selbst nicht recht, warum . . .


    :wink: :wink:

    Das Schlimmste ist Konsequenz Bruno Maderna Fleiß ist gefährlich Henning Venske Majo ist ätzend ''Paranoid Park''

    Einmal editiert, zuletzt von wes.walldorff ()

  • Heute dies hier geschaut:



    Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut das Globe Theatre jedenfalls unter der Ägide von Marc Rylance war. Das ist eine wirklich sehr gute Inszenierung, die den Comedy-Aspekt durchaus betont, aber trotzdem Assoziationen zu allen möglichen eigenen Ideen ermöglicht. Zum Kennenlernen des Stücks und auch darüber hinaus sehr gut geeignet, weil es zudem auch verdammt gut gespielt wird. Natürlich kein Spielfilm mit eigenen Gesetzen und den Möglichkeiten der Umsetzung in 'Filmsprache', sondern 'nur' ein recht mechanisches Abfilmen einer Theateraufführung. Aber die hat es durchaus in sich, gerade auch durch die Verschiebung hin zur Comedy, durch die hinzugefügte Schlusssequenz und auch durch eine gewisse Entlarvung der Figur der Portia.


    :wink:Wolfram

  • So, nun habe ich mir "The Tragedy of Macbeth" ebenfalls angeschaut.


    Also, zunächst mal bin ich froh, dass der Film in OmU gezeigt wurde. Kann ihn mir in synchronisierter Fassung gar nicht so recht vorstellen. Also gut, dass man sich dafür entschieden hat. Die Schauspieler waren tatsächlich großartig - mit Ausnahme von Harry Melling als Malcom, wie ich finde. Warum hat man sich nur für ihn entschieden? Würde mich mal interessieren. Herausragend fand ich Denzel Washington (als Macbeth), Kathryn Hunter (als Hexe -n), Alex Hassel (als Ross), sowie Corey Hawkins (als Macduff). Als Macduff erfuhr, dass seine Liebsten getötet wurden, kamen mir sogar die Tränen. Das hat er wirklich großartig gespielt. :verbeugung1: Und Kathryn Hunter, als Hexe (-n) ... also, ich hätte mir keine bessere Hexe vorstellen können. :verbeugung1: Alex Hassel, als Ross ... hach, einfach großartig! Und Denzel Washington fand ich ebenfalls perfekt besetzt. :verbeugung1: Frances Dormant (Lady Macbeth) fand ich auch toll. Man sollte halt nur ausblenden, dass sie Joel Coens Ehefrau ist.

    Mal abgesehen von einigen, wie ich finde, übertriebenen akustischen Effekten, hat mir diese Verfilmung sehr gut gefallen! Ich fand allerdings einige Szenen dann doch etwas zu brutal dargestellt. Vielleicht bin ich aber auch nur zu zart besaitet. Und wo wir schon beim Thema sind: ich hatte gehofft, dass dies nun mal eine Macbeth-Verfilmung - ohne Tiere - ist. Leider kamen dann doch einige Pferde vor. Aber gut, immerhin hat sich das ja in Grenzen gehalten. Die Rabenkrähen, sowie die Schwalben, waren ja nur Attrappen und/ oder Animationen. Letzteres hat mir dann natürlich sehr gut gefallen. Auch die Metamorphosen bzw. die Verkörperung des "Bösen" bzw. der Hexen fand ich sehr gut dargestellt. Die Hintergrundmusik hat mir auch sehr gut gefallen. Fand ich sehr stimmig. Dass Ross allerdings Lady Macbeth die Treppe runtergetoßen hat/ haben soll (wurde halt so dargestellt), fand' ich ... gewöhnungsbedürftig und irgendwie eher zum Schmunzeln. Der - kleine - Kinosaal war recht gut gefüllt (ca. zu 3/4).


    Mehr später ... oder morgen.

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  • Zur neuen Macbeth-Verfilmung fällt mir gerade etwas ein oder auf, weil ich im Moment ein Gespräch auf YT zur Frage von 'color conscience casting' bei Shakespeare schaue, was in England und den USA ein großes Thema zu sein scheint.

    Da geht es darum, dass ein Regisseur einen schwarzen Schauspieler zum Beispiel als Henry V. besetzt, weil er dem Stück damit ein anderes Gewicht verleihen möchte, weg von Shakespeare als 'weiß' dominiertes Theater. In dem Zusammenhang und als weiteres Beispiel wurde dann auch die neue Verfilmung von Macbeth erwähnt mit eben dem 'schwarzen' Schauspieler Denzel Washington.

    Ups, dachte ich, das ist mir während des Schauens überhaupt nicht bewusst geworden. Natürlich war es mir vorher klar, wer den Macbeth spielt, aber speziell aufgefallen ist es mir nicht, also auch keine Verschiebung weg vom weiß dominierten hin zu einem eher eben 'color conscience' Theater.

    Vielleicht war das vom Regisseur aber auch gar nicht angestrebt, vielleicht wollte er mit der Besetzung etwas ganz anderes ausdrücken, vielleicht ging alles eh auf eine Idee von Denzel Washington zurück, vielleicht ist aber 'color conscience' bei solchen Besetzungen auch gar kein Problem mehr. Keine Ahnung, nur hat es bei mir möglicherweise nicht funktioniert, weil ich kein Bewusstsein für diese Besetzung entwickelt habe. Ich habe sie als völlig normal hingenommen, was sie laut Stück, wir reden hier über einen frühmittelalterlichen, schottischen König, ja erstmal nicht ist.

    Wie ging es denn euch damit? Ist euch das speziell aufgefallen?


    :wink:Wolfram

  • Oh, diesen Beitrag lese ich jetzt erst. Ob nun "Color-conscious"- oder "Color blind"-Casting ... darüber habe ich mir keine konkreten Gedanken gemacht. Da waren aber zwei weitere People of Color dabei, also insgesamt drei. Darüber habe ich mir schon auch Gedanken gemacht bzw. fand es toll! Ist mir also aufgefallen - und zwar positiv. Ob eine konkete Absicht dahinter steckte ... keine Ahnung. Ich habe neulich mal ein Interview mit Coen und den Hauptdarstellern auf Youtube gesehen, allerdings (leider) nicht komplett. Sollte ich vielleicht mal nachholen. Womöglich wird es dort ja erwähnt. Allerdings gehe ich davon aus, dass man dies eher diplomatisch thematisiert.

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  • Darüber habe ich mir schon auch Gedanken gemacht bzw. fand es toll! Ist mir also aufgefallen - und zwar positiv.

    Das finde ich das Interessante, weil es mir genauso erging. Bei den Nebenrollen fiel es mir auf, genauso wie jetzt bei zwei Rollen bei 'Much Ado About Nothing', einer Theaterverfilmung aus dem Londoner Globe, während ich bei Denzel Washington überhaupt nicht darüber nachdachte. Ich fragte mich halt nur, gewöhnen wir uns an solche selbstverständlichen Bilder (bezüglich der anderen Rollen wohl dann doch nicht), war es die schauspielerische Leistung, die das vergessen machte, war es das Vorwissen? Und natürlich, welche Absicht dahinter sich verbirgt. Das Letztere erfahren wir vielleicht durch Interviews, das Erstere ist schlichtweg eine interessante Frage an mich selber, an meine Erwartungshaltung, an meine Vorprägung und an meine Akzeptanz neuer Sichtweisen.


    :wink:Wolfram

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