Ein Beethoven - mehrere Beethovens?

  • Das "Heiligenstädter Testament" ist von 1802, da war Beethoven 32 oder zumindest im 32. Lebensjahr, da galt man damals nicht mehr als jung

    So ist das nicht. Die niedrige Lebenserwartung war vor allem durch die hohe Kindersterblichkeit bedingt. Mit 32 Jahren war man daher keineswegs "alt". Außerdem ist das Heiligenstädter Testament auch kein Testament im rechtlichen Sinne sondern ein Brief an seine Brüder.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Ein Jungspund allerdings auch nicht mehr, sondern in den "besten Jahren"

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Ein Jungspund allerdings auch nicht mehr, sondern in den "besten Jahren"

    Ich glaube, diese Diskussion bringt nix. Gestorben ist er mit 57, d.h. mit 32 war er vergleichsweise jung. Biologisch gesehen ist 32 Jahre auch nicht alt. Der menschliche Körper ist auf das Erreichen eines Alters von 60+ Jahren ausgelegt. Frauen haben in deutlich höherem Alter als 30 ihre Menopause.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Das "Heiligenstädter Testament" ist von 1802, da war Beethoven 32 oder zumindest im 32. Lebensjahr, da galt man damals nicht mehr als jung

    So ist das nicht. Die niedrige Lebenserwartung war vor allem durch die hohe Kindersterblichkeit bedingt. Mit 32 Jahren war man daher keineswegs "alt". Außerdem ist das Heiligenstädter Testament auch kein Testament im rechtlichen Sinne sondern ein Brief an seine Brüder.

    Beethoven konnte damals nicht ahnen oder gar sicher sein, dass er noch weitere 24 Jahre leben würde. Er erreichte smot ein durchschnittliches Lebensalter, deutlich älter als Mozart, Schubert, Mendlssohn, Schumann usw., von einigen Dichtern gar nicht zu reden.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Ein Jungspund allerdings auch nicht mehr, sondern in den "besten Jahren"

    Ich glaube, diese Diskussion bringt nix. Gestorben ist er mit 57, d.h. mit 32 war er vergleichsweise jung. Biologisch gesehen ist 32 Jahre auch nicht alt. Der menschliche Körper ist auf das Erreichen eines Alters von 60+ Jahren ausgelegt. Frauen haben in deutlich höherem Alter als 30 ihre Menopause.

    Nur reden wir hier von einer Zeit, in der eine Blinddarmentzündung potentiell tödlich war.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Nur reden wir hier von einer Zeit, in der eine Blinddarmentzündung potentiell tödlich war.

    Trotzdem. Es wurde der Tod Mozarts und Schuberts ausdrücklich als früh verstanden. Blinddarmentzündungen betreffen auch hauptsächlich Kinder und Jugendliche. Wenn man die Jugendzeit überstanden hatte, war die durchschnittliche Lebenserwartung nicht so schlecht.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Er erreichte smot ein durchschnittliches Lebensalter, deutlich älter als Mozart, Schubert, Mendlssohn, Schumann usw., von einigen Dichtern gar nicht zu reden.

    Das ist irrelevant, weil die Tatsache, dass viele in jungem Alter starben, nicht heißt, dass man als erkrankter junger Mensch alt war. Nach dieser Logik müsste man als 5-jähriger schon alt gewesen sein, denn die meisten Menschen starben in den ersten Lebensjahren.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Mit 32 Jahren war man daher keineswegs "alt".

    Und beim Verfassen des Testamentes im Oktober 1802 glaubte Beethoven selbst noch an das falsche Geburtsjahr 1772, das sein Vater wegen der Wunderkindkarriere in die Welt gesetzt hatte, hielt sich somit also selbst für noch jünger.

  • Er erreichte smot ein durchschnittliches Lebensalter, deutlich älter als Mozart, Schubert, Mendlssohn, Schumann usw., von einigen Dichtern gar nicht zu reden.

    Das ist irrelevant, weil die Tatsache, dass viele in jungem Alter starben, nicht heißt, dass man als erkrankter junger Mensch alt war. Nach dieser Logik müsste man als 5-jähriger schon alt gewesen sein, denn die meisten Menschen starben in den ersten Lebensjahren.

    Quatsch mit Soße. Als Schiller mit nicht mal 45 starb, kam das den Zeitgenossen nicht ungewöhnlich früh vor, sondern das galt als ganz normal. Es gab eben nicht nicht nur Kindersterblichkeit oder hohes Alter. Als Haydn 1809 mit 77 starb, galt dieses Alter als geradezu biblisch, zumindest sehr ungewöhnlich. Heule sagt man: bissl früh.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Quatsch mit Soße. Als Schiller mit nicht mal 45 starb, kam das den Zeitgenossen nicht ungewöhnlich früh vor, sondern das galt als ganz normal. Es gab eben nicht nicht nur Kindersterblichkeit oder hohes Alter. Als Haydn 1809 mit 77 starb, galt dieses Alter als geradezu biblisch, zumindest sehr ungewöhnlich. Heule sagt man: bissl früh.

    Seufz. Schiller war trotzdem nicht alt, weil es zuhauf alte Menschen gab und die Leute wussten, was Alter ist. Man wusste, wie lange Menschen leben können und was Altersschwäche ist. Es war keine Besonderheit jung zu sterben, aber jung war man trotzdem. Das Alter Haydns war daher auch nicht "sehr ungewöhnlich".

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Da sagen zeitgenössische Quellen anderes. Und Schiller war zwar nicht alt, aber ganz sicher auch nicht mehr jung. Aber ist eh sinnlos das fortzuführen...

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • das waren die selben, nicht die einen und die anderen

    Den verlinkten Text verstehe ich da anders.


    Was kann man da anders verstehen?

    Zitat

    The investigators, including Dr. Jannetto, Mr. Brown and Dr. Meredith, describe their findings in a letter published on Monday in the journal Clinical Chemistry.

    The analysis updates a report from last year, when the same team said Beethoven did not have lead poisoning. Now with thorough testing they say that he had enough lead in his system to, at the very least, explain his deafness and illnesses.

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • Zitat

    Now with thorough testing they say that he had enough lead in his system to, at the very least, explain his deafness and illnesses.

    Das stelle ich eben absolut infrage. Für seine Taubheit kann die Bleivergiftung nicht relevant sein, denn sie entwickelte sich Jahrzehnte vor seinem Tod.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Ich fass‘ mal die Probleme zusammen:

    1. War Beethoven Deutscher?

    2. War der Erzbischof von Köln gleichzeitig Kurfürst und damit sein Bistum gleichzeitig ein Kurfürstentum?

    3. Wann gilt man als alt? Wie ist die Festlegung für historische Zeiten?

    4. Muss man alt sein, um sich vergiften zu können?

    5. wenn man eine Vorliebe für süßen Wein hat und süßer Wein regelmäßig gepanscht wird (Stichwort Glykol): muss man dann immer die selbe Marke trinken, um sich zu vergiften?

    6. Haben wir eine Statistik über den Zusammenhang zwischen neurologischen Problemen und dem Konsum von gepanschtem Wein zu Beginn des 19. Jahrhunderts? Was wissen wir über die Verbreitung von Schwerhörigkeit unter der allgemeinbevoelkerung speziell in diesem Zusammenhang?

    7. kann man aus Nichtwissen ausschließen, dass etwas nicht ist, wenn man andererseits aus der Faktenlage Hinweise hat, dass es ist?

    Fragen über Fragen…

    Schlecht2

    (Jetzt hab ich mich wahrscheinlich wieder unbeliebt gemacht…)

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

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