In Euren dunkelsten Stunden...

  • In Euren dunkelsten Stunden...

    Ein interessantes Thema wie ich finde:



    Welche Musik hört ihr wenn ihr emotional stark geladen seid?
    Gibt es einen bestimmten Song der euch immer wieder durch die schlechte Laune begleitet?
    Der euch aufbaut und euch Mut macht?
    Oder einen Komponisten der eure Gefühle gut wiederspiegeln kann mit seiner Musik?
    Oder läuft das in Phasen ab?
    Erster Song zur Agressionsbewältigung? Zweiter zum Runterkommen etc?


    Ich höre sehr gern "Claro de Luna" v. Beethoven wenn ich traurig bin weil man sich dazu so herrlich in Selbstmitleid verfallen kann,
    einen das Lied aber dennoch irgendwie beruhigt und wieder auf den Boden zurückholt.
    Und "Where is my mind" von den Pixies hat mich auch schon durch viele schwere Stunden begleitet. :wink:

    „Unser Leid ist etwas Besonderes. Der Schmerz, den wir fühlen ist schlimmer als für jeden anderen, aber der Sonnenaufgang, den wir sehen, der ist für uns viel prächtiger und schöner als für alle anderen. Wir sind wie der Mond: Auf einer Seite ist es immer dunkel, unsichtbar - wiees sein muss. Aber denk daran, auch ein dunkler Mond macht trotzdem Ebbe und Flut..."

  • Welche Musik hört ihr wenn ihr emotional stark geladen seid?
    Gibt es einen bestimmten Song der euch immer wieder durch die schlechte Laune begleitet?
    Der euch aufbaut und euch Mut macht?


    In meine musikalische Hausapotheke gehört Mozart. In den Klavierkonzerten ist alles zu finden.


    Geistliche Musik der Renaissance ist ebenso geeignet.


    Vor Schostakowitschs 15. Streichquartett (5 Adagio-Sätze und ein "Molto Adagio") wird gewarnt.


    weil man sich dazu so herrlich in Selbstmitleid verfallen kann,


    Echt? Wer will denn das? :shake:


    :wink:


    Gruß
    MB

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Nicht? Sich erst schön im Selbstmitleid aalen und dann wie Phönix aus der Asche und allen die einen so nerven in die fiesen Stinkehinter treten =) :jub:

    „Unser Leid ist etwas Besonderes. Der Schmerz, den wir fühlen ist schlimmer als für jeden anderen, aber der Sonnenaufgang, den wir sehen, der ist für uns viel prächtiger und schöner als für alle anderen. Wir sind wie der Mond: Auf einer Seite ist es immer dunkel, unsichtbar - wiees sein muss. Aber denk daran, auch ein dunkler Mond macht trotzdem Ebbe und Flut..."

  • Ich höre sehr gern "Claro de Luna" v. Beethoven wenn ich traurig bin weil man sich dazu so herrlich in Selbstmitleid verfallen kann,


    einen das Lied aber dennoch irgendwie beruhigt

    Ich kenne beinahe alle Lieder Beethovens, dieses aber nicht ... mein Fehler ... scheint auf einem spanischen Text zu sein, interessant ...

    Alles, wie immer, IMHO.

  • @ Philbert:
    es ist die Mondscheinsonate :P
    Aber meine persönliche "youtube-lieblingsversion" ist halt mit "Claro de Luna" betitelt, und deshalb nenne ich sie halt so :yes:

    „Unser Leid ist etwas Besonderes. Der Schmerz, den wir fühlen ist schlimmer als für jeden anderen, aber der Sonnenaufgang, den wir sehen, der ist für uns viel prächtiger und schöner als für alle anderen. Wir sind wie der Mond: Auf einer Seite ist es immer dunkel, unsichtbar - wiees sein muss. Aber denk daran, auch ein dunkler Mond macht trotzdem Ebbe und Flut..."

  • Wenns GANZ schlimm ist, hole ich eine alte Schallplatte aus dem Regal: sie heißt " Not Available" und ist von den Residents.
    Kennt keiner?
    Macht nix.




  • Meien Lieben!


    In den dunkelsten Stunden hole ich mir eine DVD mit Ruggero Raimondi oder Sir Thomas Allen raus. Aber in komischen Partien


    Dame Felicity Lott als Helena oder Glawari,


    das erleichtert auch die miesen Stunden - und ich habe einige genug erlebt. :sparkle: :sparkle:


    Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:

  • Lieber Peter,


    Du erfreust mich, ich kann es nicht anders sagen.Ich würde auch in trüben Stunden auf eine DVD mit Raimondi oder Allen greifen, Don Pasquale vielleicht oder eine meiner zwei Figaro's mit Raimondi als Graf oder als Figaro. Besser könnte ich es nicht machen. Danach wäre das Leben schöner.


    In dunklen Stunden der Vergangenheit half mir Edvard Griegs Morgendämmerung aus Peer Gynt mein Gefühlschaos positiv zu ordnen.


    :wink: :wink: Kristin

    Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)

  • Durch diesen Thread bin ich erst wieder drauf gekommen, dass ich bestimmte Musik viel mehr für meine, im Moment gerade sehr schwierigen Zeiten, auch tagsüber einsetzen könnte. Und nach einem einfach atemberaubenden Scarpia gestern Abend, werde ich mir erneut Cecilia & Bryn in Augenhöhe legen, denn die Beiden reißen mich wirklich aus allen tiefen Löchern.


    DANKE und liebe Grüße
    Ingrid

  • Nach wie vor



    Johann Christian Bach: Konzertante Sinfonien


    LFO unter Ross Pople. Tröstlich in allen Lebenslagen.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Bei mir sind es vor allem diese drei:


    Der zweite Satz aus dem Deutschen Requiem in der Aufnahme mit dem Choeur et Orchestre National de la RTF unter Carl Schuricht.
    Ich liebe hier besonders den scharf geschnittenen Instrumentalbeginn und dann die leise staunende Trauer in der Betonung durch den Chor bei „das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen“.


    Das erste Lied aus Brittens Spring Symphony: “Shine out, fair Sun, with all your heat, Show all your thousand-coloured light!” in der Aufnahme mit dem Netherlands Radio Choir in der Uraufführung unter Eduard van Beinum.


    Schuberts Lied Die Sterne, gesungen von Peter Pears, dessen Stimme ich gerade dann, wenn ein leiser Anflug von Ironie darin ist, besonders gern höre, weil sein Singen dann für mich etwas sehr Tröstliches hat.


    Viele Grüße
    Federica

  • Zitat von Shizuola

    Welche Musik hört ihr wenn ihr emotional stark geladen seid?


    Musik erschafft die emotionale Ladung.
    Wenn ich die auch schon ohne Musik habe, brauche ich keine Musik mehr zu hören.


    So ist das bei mir.


    Tharon.

  • Wenn es mir so richtig schlecht geht (zur Zeit glücklicherweise nicht der Fall), mag ich keine Musik hören, ja, dann finde ich sogar solche Musik schrecklich und unerträglich, die ich ansonsten schätze. Die günstigste Stimmung, um mich auf Musik einzulassen, ist eine, in der mich nichts Schwerwiegendes beschäftigt und ich ruhig sein kann. Insofern scheine ich mit meinem Vorredner auf einer Linie zu liegen.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Musik erschafft die emotionale Ladung.

    Sie kann aber auch entladen, lieber Tharon.


    So ist es mir schon oft gegangen früher, als der Streß noch größer war. Da konnte ich mich z.B. bei Live-Rockmusik "entladen" bzw. harmonisieren.


    :wink: :wink: Kristin

    Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)

  • Zitat von Musikkristin

    Sie kann aber auch entladen, lieber Tharon.


    Das funktioniert bei mir nicht (...oder zumindest kaum). Wenn ich merke, dass Musik als Ventil verwendet werden soll, stößt mir das auch schnell sauer auf.


    Tharon.

  • In meinen dunkelsten Stunden (die ich allerdings nicht mit Aggression verbinde), hat mir das Spätwerk von Schostakowitsch sehr geholfen. Vor dem 15. Streichquartett (etwa) warne ich nicht nur nicht, sondern empfehle es sogar ausdrücklich!


    :wink: maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Wenn ich mich irgendwie dramatisch fühle und Autofahrn muß: D-moll, immer auf die Zwölf: beethovens neunte, Mozart KV 466, Brahms 1.Klavierkonzert, Nelson-Messe von Haydn...
    Tröstend eher:
    Weber, 2.Satz aus dem Es-Dur-Klarinettenkonzert. (war schon mein Klassiker, wenn ich meine Tochter mal wieder weggebracht hatte...)
    Oder das Fauré-Requiem.
    Was mich eine Weile über familiären Stress um meine Tochter und ihre Mutter getragen hat: Das Te Deum von Dvorak (auch sonst zu empfehlen...)


    Besser aber immer: in dem Moment, wo´s ganz dick kommt oder gerade gekommen ist: Komponieren. Die Spannung solcher Momente garantiert fast intensive Musik.
    ist natürlich etwas vampirisch, die eigene Stimmung für "Kunst" auszubeuten, aber es hilft ja auch.
    Coverversionen machen: "Aus tiefer Not" konnte ich in sehr trauriger Stimmung erst ganz erfassen...
    Aber laute Kirchenmusik hören und mitsingen war immer gut.


    Gruss
    Herr Maria

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Ich höre in Zeiten von schlechter Laune, Frust, Stress, Weltschmerz gerne etwas ordnendes, strukturiertes, das bedeutet für mich meist: J.S. Bach.


    Top 1: Bach mit Café Zimmermann


    Top 2: H-Moll-Messe


    Bei Unruhe oder wenn etwas nicht so läuft, wie ich will: Queen, manchmal auch Abba.


    Wenn es richtig schwierig wird, höre ich keine Musik.


    Was dann aber mittelfristig immer hilft: regelmäßig Geigenkasten öffnen, Tonleitern üben.


    Viele Grüße,
    Vendee

  • Wenn es mir so richtig schlecht geht (zur Zeit glücklicherweise nicht der Fall), mag ich keine Musik hören, ja, dann finde ich sogar solche Musik schrecklich und unerträglich, die ich ansonsten schätze.

    So geht es mir auch. Gut zu hören, dass ich doch nicht der Einzige bin. l-l
    Mir fiel außerdem auf, dass bei mir die Besetzung immer kleiner wird, je düsterer die Stimmung wird.


    Ein Stück Musik, welches mich schon durch manch finstere Stunde begleitete, ist der zweite Satz von KV 332. Lief teils den ganzen Tag, aber immerhin in unterschiedlichen Einspielungen. ;+)

    "Ohne Musik wär alles nichts."

  • Will ich mich in einem melancholischen Gefühl aalen, dann ist Mahler gerade das richtige.


    Handelt es sich eher um eine verkaterte Stimmung, in der ich nach Klarheit und Balsam suche, dann sind Haydn-Messen zur Zeit das richtige Antidot.


    Bei richtig schlimmer Betrübnis, verzichte ich lieber auf Musik.


    Hudebux

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