Eben gehört - NEUE MUSIK


  • Ralph Vaughan Williams

    Sinfonia antartica

    Norma Burrowes (s)

    London Philharmonic Choir & Orchestra

    D: Adrian Boult

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Aus Anlaß seines 90. Geburtstages mal wieder Per Nørgard


    "Between" für Cello und Orchester.


    Dazu eine schöne Würdigung aus der FAZ anläßlich seines Geburtstages:


    Per Nørgård wird 90 Ein Gespür für Unendlichkeit
    Er liebt Jean Sibelius und Paul McCartney, ließ sich von Schamanen und Unendlichkeitsreihen inspirieren. Jetzt wird der dänische Komponist Per Nørgård neunzig.
    m.faz.net



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Hier gibt es gerade "Free Klassik"

    Spontan Komponiertes oder Improvisation ohne Vorgabe.


    Zitat von Franz Hummel

    Also wenn Sie komponieren, dann improvisieren Sie ja im Kopf. Und dann machen Sie das dingfest.

    Beim "Dingfestmachen" wurde hier halt das Papier übergangen und direkt ins Mikrofon hinein komponiert.


    Die Musiker:

    Franz Hummel, Klavier

    Corinne Chapelle, Violine

    Alexander Suleiman, Violoncello


    :wink:

  • William Bolcom (geb. 1938)

    Trio für Horn, Violine & Klavier

    Steven Gross (Horn), Philip Ficsor (Violine), Constantine Finehouse (Klavier)

    Naxos, DDD, 2018


    Ich habe (mindestens) zwei CDs mit Musik von William Bolcom in der Sammlung, mit Violinsonaten sowie Werken für Cello und Klavier (beide Naxos).

    Das nun gehörte Trio für Horn, Violine und Klavier war mir bis dato nicht bekannt, klingt in meinen Ohren aber hoch spannend, ausdrucksstark und aufgrund der überschaubaren Spieldauer von rund fünfzehn Minuten „auf den Punkt“. Die CD sollte man allerdings vielleicht doch eher meiden. Eine vierzigminütige Spielzeit erscheint mir nicht gerade als ein „bang for the buck“. Gleichwohl habe ich an der Produktion als solches nichts zu kritisieren.

    Ich bin dann bei der Suite Nr. 2 für Violine solo "hängegeblieben". Auch diese eine anregende Hörerfahrung und meinem Eindruck nach etwas weniger sperrig.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Hier mal wieder dieser surrrealistische Schocker. Mit Lenin in der Titelrolle. Angeblich ...


    Alfred Schnittke: Leben mit einem Idioten (Жизнь с идиотом)
    Libretto von Viktor Jerofejew


    Ich - Dale Duesing/Romain Bischoff
    Ehefrau - Teresa Ringholz
    Wowa - Howard Haskin
    Wächter - Leonid Zimnenko
    Marcel Proust - Robin Leggate


    Vokalensemble
    Philharmonisches Orchester Rotterdam
    Mstislav Rostropowitsch, Violoncello, Klavier und Leitung



    Von Jerofejew empfehle ich wärmstens "Die Reise nach Petuschki" (neue Übersetzung: Moskau - Petuschki, entsprechend dem Original).


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Genial?


    Nun ja: genial gestört, möchte ich einwenden.


    Ich verstehe nicht, wie ein Spitzenorchester und ein wahrlich genialischer Dirigent sich solchermassen entblössen kann.


    Und bitte, es komme mir jetzt niemand mit dem Argument, das "Werk" sei eine einzigartige Kulturtat, eine "Komposition" aus NICHTS, die ich (bei aller angesagter Pop-Art) allerdings einfach nur als eine unverschämte Verarschung empfinde!


    Bitte, erkläre mir jemand das ereignisfreie Geschehen! Was soll es? Was hat es mit "Musik" zu tun? Nichts! Es ist kein musikalisches Statement, sondern ... was?


    Ich anerkenne den "genialen" Einfall (Non-Fall) von John Cage, finde aber dessen reale Performence schlichtweg einfach nur oberpeinlich und schlichtweg lächerlich!


    (Nennt mich einen Hinterwäldler: es ist mir egal!)


    Das muss doch einmal gesagt werden dürfen: der Kaiser ist nackt!


    Gruss aus Bern vom

    Walter

  • Kyrill Petrenko und die Berliner Philharmoniker.

    Cage 4' 33"


    Super. Hoffentlich gibt es bald eine CD-Einspielung (natürlich live!). Gab es noch ein da capo?



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Hoffentlich gibt es bald eine CD-Einspielung (natürlich live!).

    Du Kleingärtner!



    Das muss doch einmal gesagt werden dürfen: der Kaiser ist nackt!

    Na klar! Das war doch klar und Sinn des Ganzen!

    Genial, weil: Viele reden drüber, allein hier im Forum, aber hier kann man es sehen, auch wenn Petrenko zu schnell dirigiert. Unter 4 Minuten.

    Und achte mal auf die Musiker, wie konzentriert die sind!

    Dagegen das Liszt Klavierkonzert mit Frau Wang, das sie sehr gelungen darbietet, passend zu Liszt

    Es kann vor lauter Potenzprotzerei kaum laufen und ist ein andauerndes Ausrufen von Liszt: "Ich hab den Längsten" Einfach nur peinlich, imHo.

    Da tut etwas Ruhe gut.

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Bissi lesen, in der Beschreibung steht, dass diese Aufführung quasi am Vorabend des 2. Lockdowns 2020 stattfand. So gesehen ist es schon ein Statement, dass die Musik ein zweites Mal verstummen musste, was ja auch mit der Kopf in den Sand Politik der meisten europäischen Länder zu der Zeit zu tun hatte. Sehr stimmig. Und war ja auch nur die Zugabe, die haben schon auch ein ganzes Konzert auch gehört.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Himmel ja, den tapferen Recken und Reckinnen, die sich um die Performance des 18.13 minütigen Werkes des Muskelprotzes Franz Liszt bemühen und schwitzend der mühelos-agilen Yuja Wang nachhecheln (Klavierkonzert Nr.1/Proms 2022) sei im Anschluss an die Klangorgie eine 4.33 minütige Pause (die keine Pause ist, sondern ein Intermezzo kryptotonalis) gegönnt...

  • Skandal! Das Stück wurde gekürzt. Es fehlen 1:13.

    Wie kommst Du darauf? Die Partitur wurde doch gezeigt, da fehlte nichts!


    OK, ich fand's ja auch ungewohnt schnell, aber nachvollziehbar! Eine moderne Auffassung halt. Der alte Klemp hätte bestimmt fünf oder sechs Minuten gebraucht, wer will das denn aussitzen!

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • So gesehen ist es schon ein Statement, dass die Musik ein zweites Mal verstummen musste, was ja auch mit der Kopf in den Sand Politik der meisten europäischen Länder zu der Zeit zu tun hatte. Sehr stimmig. Und war ja auch nur die Zugabe, die haben schon auch ein ganzes Konzert auch gehört.

    Danke für die Erläuterung, ich finde die Darbietung dieses Stücks in diesem Kontext auch sehr gut.

  • zu Cage....Das Stück ist wie wenn man eine grosse gewundene Muschel ans Ohr hält und meint, das Meer darin rauschen zu hören.

    Man "hört" immer nur sich selber, egal ob Musik ertönt oder nicht.

    Einsam sitzt er da auf seinem Thron, der nackte Mensch, die sogenannte Krönung der Schöpfung, befangen und gefangen in seinem egozentrischen Bewusstsein.

    Aber das ist nur die Erstwirkung. Die Nachwirkung ist das Gegenteil.

    Ein grossartiges Stück ! :)

  • Immerhin eine, wenn auch egozentrisch verblasene ("Partitur", jaja) Anleitung zur Achtsamkeitsmeditation. Lustig fand ich des Dirigenten hochkonzentrierten Gesichtsausdruck, er rang ja um jede Sekunde. Der Rest der Musiker/innen nutzten die Zeit für ein Nickerchen wie mir schien?


    Die Idee als solche hat wirklich was, aber Witze werden irgendwann mal alt und die Pointe nutzt sich doch etwas ab... Na, Hauptsache das Publikum wurde bereichert.

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Ein bisschen scheint mir 4'33'' wie eine weiße Leinwand zu sein. Und wenn man durch eine Ausstellung geht und auf eine komplett weiße Leinwand trifft, macht das ja auch etwas mit einem. Man kann sich auf sich selbst zurückgeworfen - oder eben veräppelt fühlen.


    Mir hat der Ernst, mit dem die BPhil und insbesondere Kirill Petrenko das performt haben, beeindruckt. Namentlich vor dem Hintergrund, den Harnoncourt-Fan genannt hat. Ein ohrenbetäubendes Statement.


    Und die Aufzeichnung hat mich auch dazu gebracht, etwas über 4'33'' zu lesen. Für mich sehr interessant. Deshalb vielen Dank fürs Teilen des YT-Videos!

  • Immerhin eine, wenn auch egozentrisch verblasene ("Partitur", jaja) Anleitung zur Achtsamkeitsmeditation. Lustig fand ich des Dirigenten hochkonzentrierten Gesichtsausdruck, er rang ja um jede Sekunde. Der Rest der Musiker/innen nutzten die Zeit für ein Nickerchen wie mir schien?


    Die Idee als solche hat wirklich was, aber Witze werden irgendwann mal alt und die Pointe nutzt sich doch etwas ab... Na, Hauptsache das Publikum wurde bereichert.

    Also wenn man sich anschaut welcher prätentiöser Mist teilweise als Uraufführungen in den Konzertsälen verbreitet wird, ist es doch zu begrüßen, wenn man mit 4 Minuten Stille das Soll von neuer Musik im Konzertprogramm erfüllt hat. Zumal es im gegenständlichen Fall im zeitgeschichtlichen Kontext mehr als stimmig war.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Und die Aufzeichnung hat mich auch dazu gebracht, etwas über 4'33'' zu lesen. Für mich sehr interessant. Deshalb vielen Dank fürs Teilen des YT-Videos!

    Man muss dieses Stück live im Saal erlebt haben. Eine Video-Aufzeichnung bringt da mMn überhaupt nichts und ist völlig überflüssig. Der Witz und Sinn des Stücks liegt gerade in der Wechselwirkung mit dem Publikum und auch der „zuhörenden“ Leute untereinander und wie sie im Verlauf der 4 Minuten 33 Sekunden mit der vermeintlich immer unerträglicheren Stille umgehen.

    Ich habe das Stück vor drei oder vier Jahren beim Heidelberger Frühling in einer Streichquintett-Fassung erlebt. Da hatte Igor Levit das Programm konzipiert und die Idee, nach 4‘33“ nahtlos und ohne Zwischenbeifall den 2. Satz aus Schubert‘s Streichquintett spielen zu lassen. Das machte nach der langen Stille einen ungeheuren Eindruck…

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Bemerkenswert, wie still es in dem Saal ist! Normalerweise hört man da einiges an Geknacke, Hüsteln und Kichern. Aber gut, natürlich war die Bühne mikrophoniert, und die Musiker haben ja vorbildlich getacet, also keinerlei Klang hervorgebracht (mit dem Sessel Geräusche hervorbringen wäre auch ein Verstoß gegen die Partitur).


    Ich habe allerdings einige Geräusche durchs offene Fenster gehört, d.h. für mich war diese Aufführung jetzt weniger ruhig.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

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