Eben gehört - NEUE MUSIK

  • Johann Nepomuk David (1895-1977)

    Symphonien Nr. 2 & 4

    ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Johannes Wildner

    CPO, DDD, 2008

    Bei mir wenig Bekanntes aus der Feder von Johann Nepomuk David, fest in der tonalen Tradition verwurzelt und von eher ruhiger, wenig effektaffiner Stimmung. Ich meine, Anklänge an Hindemith, Milhaud und auch Ravel zu vernehmen, mag die Basis auch eine spätromantische sein. Im Ergebnis für mich sehr individuell und hörenswert, hier klangschön dargeboten.

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Zum ersten Mal:

    Witold Lutoslawski

    Symphonie Nr. 3

    Chantefleurs et Chantefables*

    *Valdine Anderson (s)

    BBC National Orchestra of Wales

    D: Tadaaki Otaka

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Kevin Puts (Jg. 1972) ist derzeit einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Komponisten. Seine neue Oper The Hours wird in wenigen Tagen an der MET uraufgeführt mit stellarem Cast (Renée Felming, Joyce DiDonato).

    The Hours

    Seine 4. Symphonie von 2007 trägt den Titel From Mission San Juan und steht in der Tradition der großen amerikanischen Symphonien von Ives, Hanson, Copland, Schuman und Harris. Die Mission diente früher der (Zwangs)Missionierung der lokalen Indianer und so hat Puts deren volkstümlichen Melodien mit der Musik des frühen 20. Jahrhunderts vermengt. Herausgekommen ist etwas das an südamerikanische Symphonik, Petrushka und eben die genannten Komponisten erinnert. Im Schlußsatz wird eine filmreife Hymne zelebriert, zu der John Wayne oder Clint Eastwood in die untergehende Sonne reiten könnten. Very american.

    Das Baltimore SO unter Marin Alsop bleibt der Partitur hörbar nichts schuldig.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Kevin Puts - 4. Symphonie von 2007

    Auf der Suche nach ein wenig not-too-easy listening habe ich mir die vorhin auch mal angehört. Ach du liebes bißchen!

    Very american

    Wird schon irgendwie so sein. Aber die Amis haben da doch besseres zu bieten als so eine misslungene Dvorak-Neuauflage mit etwas Revueltas-Verschnitt und ein paar Neutönereien, mit denen der Komponist zeigt, dass er mal was gelernt hat. OK, ich krieg mich ja schon wieder ein! <X

    filmreife Hymne [...], zu der John Wayne oder Clint Eastwood in die untergehende Sonne reiten könnten

    Nicht mal Lucky Luke!

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Angeregt durch ein privates Hauskonzert mit der Geigerin Henja Semmler, die gestern die ersten zwei der virtuosen Widmann-Etüden in fantastischer Weise darbot, jetzt das komplette Triplett, gespielt von der Schwester des Komponisten:

    Jörg Widmann: Etüden I - III für Violine solo

    Carolin Widmann, Violine

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Rebecca Saunders: Alba

    Marco Blaauw, Trompete

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Peter Eötvös

    ( Aufnahme der UA vom 20.2.2015)

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Dmitri Schostakowitsch

    Symphonie Nr. 14

    Teresa Kubiak (s)

    Isser Bushkin (b)

    New York Philharmonic Orchestra

    D: Leonard Bernstein

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Und wieder

    Alberto Ginastera

    Violinkonzert (1963)

    Frankfurt RSO

    Hilary Hahn

    Andres Orozco-Estrada

    Das für die Eröffnung des New Yorker Lincoln Centers geschriebene und 1963 von Ruggiero Ricci und Lenny uraufgeführte Violinkonzert von Ginastera ist ein echter Hinhörer. Atonal, raffiniert sich über weite Strecken im Pianobereich abspielend, entwickelt es sich zu einem meiner Lieblingskonzerte des 20. Jahrhunderts. Hilary Hahn meistert souverän alle Schwierigkeiten und hat hier einen echten Leckerbissen ausgegraben.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Nach dem für mich eher enttäuschenden Dvořák habe ich damals nicht weitergehört. Muss ich dann wohl doch nachholen.

  • Hier nun auch. Erstbegegnung. Ich gebe Dir recht, ein absoluter Hinhörer. Unkonventionell die Kadenz am Anfang, dann eine Variationen-Etüden-Mischung, ein äußerst atmosphärisches Adagio und ein zweiteiliges Scherzo-Finale. Manches aus dem Etüden-Gebilde, ich denke vor allem die Abschnitte, in denen die Solovioline mit tiefem Blech und Schlagwerk spielt, erinnert mich an die Passacaglia aus dem Britten-Konzert.

    Wenn ich das Werk mit den kürzlich von mir gehörten Stücken von Xenakis, Ligeti, Boulez und Maderna aus der gleichen Zeit vergleiche (s. o.), wirkt es doch deutlich eingängiger und melodischer auf mich. Ein tolles, raffiniert komponiertes Konzert ist das jedenfalls.

    Darum habe ich es gleich auch noch mit Andrew Wan und dem Orchestre Symphonique de Montréal unter Kent Nagano gehört. Die machen das auch gut und sind meinem Empfinden nach besser aufgenommen. Hilary Hahn kommt mir vielleicht noch eine Spur souveräner vor.

    Als einzige weitere Einspielung bei meinem Streamingdienst habe ich noch diese zur Verfügung:

    Salvatore Accardo, Hopkins Center Orchestra, Mario di Bonaventura, Orchester und Dirigent mir völlig unbekannt. Eine Live-Aufnahme, ab und an deutlich vernehmbare Huster. Hat mich von den dreien tatsächlich am meisten angesprochen, obwohl ich wirklich kein Accardo-Fan bin. Klingt irgendwie nach vorderster Stuhlkante.

    Schade, dass ich nirgends Ricci und Bernstein finden kann. Scheint nicht aufgenommen worden zu sein. Mit Ricci gibt es nur eine Live-Aufnahme aus Mexico:

    Auf die habe ich aber keinen Zugriff.

  • Diese CD-Box enthält u. a. eine Aufnahme des Violinkonzerts von Ginastera mit Ruggiero Ricci, dem New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Leonard Bernstein aus dem Jahr 1963:

    Scheint es aber nicht als Stream zu geben aber hier gibt es zumindest einen Ausschnitt aus dieser Aufnahme.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Diese CD-Box enthält u. a. eine Aufnahme des Violinkonzerts von Ginastera mit Ruggiero Ricci, dem New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Leonard Bernstein aus dem Jahr 1963:

    Scheint es aber nicht als Stream zu geben aber hier gibt es zumindest einen Ausschnitt aus dieser Aufnahme.

    Genial, danke Dir! Ist bestellt. Ich bin gespannt.

  • Auch 80 Jahre nach seiner Komposition und 30 Jahre nach dieser Aufnahme gilt Arnold Schönbergs Klavierkonzert vermutlich immer noch als Neue Musik. Ich hatte das Stück "schwieriger" in Erinnerung, aber ich habe es auch lange nicht mehr gehört. Diese Aufnahme finde ich jedenfalls sehr ansprechend, Brendel/Kubelik steht noch irgendwo in der Sammlung. Das Cover zeigt eines der frühen Gemälde des Komponisten.

    Arnold Schönberg

    Klavierkonzert Op. 42

    Emanuel Ax

    The Philharmonia

    Esa-Pekka Salonen


    In Ax's hands the Schoenberg Concerto discloses something of its essential geniality—a quality which is always clear in the lilting opening and in the ghost-of-a-gavotte finale, but which many performances lose track of in between. ..Salonen steers the Philharmonia confidently enough through the thicket of Schoenberg's orchestration (Gramophone).

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Schon mal was von Jani Christou (1926-1970) gehört?

    Hier drei seiner Werke:

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