Eben gehört - NEUE MUSIK

  • Nicht ganz so adventlich:

    Pehr Henrik Nordgren: Sinfonie Nr. 7 op. 124 (2003)

    Turku Philharmonic Orchestra

    Juha Kangas

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Takashi Yoshimatsu (* 1953)

    1. Sinfonie, Kamui - Chikap, Op. 40

    Tokyo Symphony Orchestra

    Keitaro Harada


    Nun gibt es neben der Chandos - Aufnahme eine zweite von Yoshimatsus 1. Sinfonie. Diesmal kommt sie aus Japan. Es ist eine lohnende Alternative. Besonders im 3. Satz (Fire), der eigentlich eine wilde Rocknummer ist (der Komponist kommt aus dem Genre), weiß das Tokyo Symphony Orchestra mit einem peppigen Schlagwerk zu überzeugen. Was die Streicher angeht, ist die BBC Philharmonic im Vorteil, vor allem in den letzten beiden Sätzen. Mehr Streicher sind eben mehr. Die Denon - Einspielung wurde sehr detailliert eingefangen und hört sich fantastisch an.

    Das ist gut hörbare und freundlich Musik ohne jegliche Belastung. Vielleicht nicht so ganz passend für diesen Faden.

    Die CD ist in Europa schwierig zu bekommen, aber zumindest bietet der Verströmer Apple - Classical das Stück in ihrer phänomenal gut sortierten Bibliothek.


    Gruß

    Josquin

  • Winterlich.

    Kaija Saariaho: Orion (2002)

    I. Memento mori

    II. Winter Sky

    III. Hunter

    Orchestre de Paris

    Christoph Eschenbach

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Heimspiel in Algabals Welt:

    Friedhelm Döhl: Symphonie für großes Orchester (1998)

    Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck, Leitung: Erich Wächter

    Gut ist das. Ja. Sehr gut ist das. So soll es hier klingen.

    Adieu

    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Hier

    Penderecki, Sinfonie 3

    National Polish Radio Symphony Orchestra

    Antoni Wit

    Ewig nicht gehört und eigentlich völlig überrascht wie extrem gut ich das finde -: ich habe wahrscheinlich einfach zu viel Musik hier, wenn solcher Stoff in der Erinnerung derart verblaßt...


    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Chaya Czernowin

    Hidden für Streichquartett und Elektronik

    JACK Quartet

    45-minütiges Hörabenteuer der Weltbürgerin.

    Auszug aus dem Werbetext von Schott:

    Die kompositorische Gestaltung von Raum und Zeit spielt in Chaya Czernowins Quartett „HIDDEN“ für Streicher und Elektronik eine exponierte Rolle – ein Werk, in dem es um das Verborgene, Unsichtbare geht, das sich in seiner Gänze allerdings an keiner Stelle offenbart, sondern nur in der Art einer schemenhaften Andeutung erkannt werden kann.

    Die Komponistin beschreibt „HIDDEN“ als „eine 45-minütige, sich langsam entfaltende Hörerfahrung, die unsere Ohren zu Augen werden lässt. Dem Ohr wird Raum und Zeit gegeben, sich in der unvorhersehbaren Klanglandschaft zu orientieren.“

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Beim Bereiten einer Wildkraftbrühe aus einem gestern zu diesem Behuf hergestellten Fond ...

    Pēteris Vasks

    Tāla gaisma (Fernes Licht) für Violine und Streichorchester
    Balsis (Stimmen; Sinfonie für Streicher)

    KREMERata Baltica
    Gidon Kremer, Violine und Leitung

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Moritz Eggert (*. 1965)
    Number 0 VI "A bigger splash"
    Colin Matthews (* 1946)
    Turning Point
    Theo Verbeij (1959 - 2019)
    Lied für Posaune & Orchester
    Detlev Glanert (* 1960)
    Theatrum Bestiarum

    Jörgen van Rijen
    Concertgebouw Orchestra
    Markus Stenz


    Das erste Stück A Bigger Splash von Moritz Eggert beschreibt das gleichnamige Gemälde von David Hockney.
    https://de.wikipedia.org/wiki/A_Bigger_Splash_(Gem%C3%A4lde)
    https://en.wikipedia.org/wiki/File:Hock…gger_Splash.jpg

    Reichlich viel Musik für einen Platscher ins Wasser. Beim Hören kam in mir der Verdacht auf, dass die Villa mit Pool auf Hockneys Bild verdächtig nach der aus dem Film 'The Party' mit Peter Sellars ähnelt. Vielleicht erzählt die Musik ja auch die Abenteuer, welche Hrundi V. Bakshi in der schicken Villa veranstaltete. Das Werk ist in seiner musikalischen Vielfalt sehr ansprechend und macht Spaß.



    Wuchtiger und komplizierter geht es bei Colin Matthews zu. Nachdem der Komponist bemerkte, dass das Stück in immer schnellere Musik abdriftete, setzte er bewusst den 'Türning Point':

    Zitat von Colin Matthews

    Hoffentlich wirkt das Werk wie ein komplexer Kraftbrocken, übertrumpft von expressiver Einfachheit.

    Ja - und vor allem - auch die Einfachheit ist hier spannend.



    Rätselhafter ist 'Lied' von Theo Verbeij für Posaune und Orchester.

    Zitat von Theo Verbeij

    Als Ausgangspunkt dienten mir einige Gedichte von unter anderem Rilke, e. e. E. E. Cummings und Borges, di ich ein völlig unbekanntes Idom übersetzt habe. Ich stellte mir den Soloposaunisten als eine Sänger vor, der sein Bestes tut, um etwas verständlich zu machen, was im jedoch nie wirklich gelingt.

    Die aparte Orchesterbegleitung mag ich an dem Werk sehr.



    Der Mensch als Bestie. Lauernd beginnt 'Theatrum Bestiarum'. Als 'düstere und wüste Serie von Liedern und Tänzen' beschreibt Detlev Glanert seinen 'zivilisatorischen Tierpark'. Nun, das ist jetzt beileibe kein zweites Sacre. Es ist eine raffinierte und wohl überlegte Gewalt (samt Orgeleinsatz).


    SACD: 5.0


    Gruß
    Josquin

  • CD 5

    Olivier Messiaen
    Méditations sur le mystère de la Sainte Trinité
    Hans-Ola Ericsson (Orgel)

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Helmut Zapf - Jahrgang 1956 - ein Komponist, der in der DDR aufwuchs und sein Handwerk als Meisterschüler bei Georg Katzer lernte - war mir bis vor kurzem unbekannt. Vor einiger Zeit hat das Wergo-Label eine CD mit seinen Streichquartettkompositionen herausgebracht, die jetzt ihren Weg in meine Sammlung gefunden hat.

    Das 1. Streichquartett (1984) ist die erste Komposition, die während der Meisterschülerzeit entstand. Das 8:20 min kurze Werk höre ich als eine Fortsetzung der Tonschöpfungen von Anton Webern.

    Das 2. Streichquartett (1993) ist vom Klang her kompakter und beinhaltet Geräusch- und Stimmanteile.

    Wir befinden uns also auf Arditti-Terrain, aber werden hier vom Sonar Quartett vorbildlich bedient, deren Primaria Zapfs Tochter ist.

    Eine etwas detaillierte Beschreibung hat bereits AlexanderK geliefert.

    Helmut Zapf:
    Streichquartett Nr. 1 (1984)
    Sonar Quartett

    Kleine Bausteine lösen einander ab, schroffe, zarte, an Konventionen erinnernde und rätselhafte Bausteine, in der scheinbaren Willkür solcher Musik vor allem durch die Pausen zwischen den Bausteinen und die vielfach geblockten Neuansätze danach befördert das Gewollte der Komposition dann doch entschieden festigend, aber auch nichts wirklich zum Festhalten, ob formal oder strukturell, fluktuierende Stimmungen mit der Aneinanderreihung der Bausteine transportierend, was die grundsätzliche Innenspannung der Musik betrifft keine exaltierten Ausbrüche, womit im Fall einer Gewöhnung an diese Musiksprache wirklich eklatante Überraschungsmomente außer subtilen Klangfarbenwechseln ausbleiben, 8 Minuten 20 Sekunden ein ganz eigenes Sein im Sein, recht interessant anzuhören, jedoch nicht die psychische Tiefenauslotung evozierend wie sie etwa Morton Feldman zu erzeugen vermag – so habe ich das 1984 zur Zeit seines Studiums bei Georg Katzer an der Akademie der Künste der DDR entstandene Streichquartett Nr. 1 des 1956 in Thüringen geborenen Komponisten Helmut Zapf gestern bei der akustischen Erstbegegnung mit der Aufnahme des Sonar Quartetts (CD Wergo WER 7348 2, aufgenommen 21. bis 24.9.2015 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal in Köln) wahrgenommen.

    Helmut Zapf:
    Sound - Streichquartett Nr. 2 (1993)
    Sonar Quartett

    „Sound“ ist das 1993 entstandene Streichquartett Nr. 2 des 1956 in Rauschengesees in Thüringen geborenen Komponisten Helmut Zapf betitelt. Es bietet eine kollektive Abfolge großteils punktueller Geräusche, gezupft, geschlagen, gehaucht, gestrichen, nur ansatzweise an Konventionelles erinnernd, ohne erkennbares System außer dem, mit der hörbaren Intensität der Aufnahme des Sonar Quartetts das Auskomponierte in hoher Anspannung immer mitschwingen zu lassen, Ordnung genauso wie Intensität mit der Interpretation zu schaffen. Dadurch werden die 15:50 Minuten der im Rahmen der Gesamtaufnahme von Zapfs Streichquartettwerk von 21. bis 24.9.2015 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal in Köln aufgenommenen Einspielung des Sonar Quartetts (CD Wergo WER 7348 2) nicht langatmig, bleibt der Verlauf durchgehend spannend. Die Geigerin Susanne Zapf des Quartetts ist übrigens die Tochter des Komponisten. Am ehesten Struktur und mitvollziehbaren Inhalt vermittelt nach all den Sounds mit ihren punktuellen Stimmungswechseln das Ende des Werks, quasi ein auskomponiertes Hinausmarschieren der Musik.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Hier im Forum schon ein paar Mal erwähnt über die Jahre, jetzt endlich auch bei mir auf dem Schirm:

    Jean Louis Florentz
    L'enfant des îles
    Orchestre National de Pays de la Loire
    Hubert Soudant

    Starke Musik :thumbup:

    Aufmerksam geworden durch einen längeren Artikel von Christoph Schlüren:

    Jean-Louis Florentz – «Filiations de Florentz» | Christoph Schlüren
    a description of stylistic features of the music of Jean-Louis Florentz, in German
    christophschlueren.com

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Hier im Forum schon ein paar Mal erwähnt über die Jahre, jetzt endlich auch bei mir auf dem Schirm:

    Jean Louis Florentz
    L'enfant des îles
    Orchestre National de Pays de la Loire
    Hubert Soudant

    Starke Musik :thumbup:

    Schade, dass so tolle Werke an den Konzertschaffenden vorbeigehen. Besonders L'Anneau de Salomon ist von außergewöhnlich schillernden Pracht. Inzwischen gibt es davon eine neue Aufnahme in der Alternativfassung mit Chor ad libitum - ich finde das Lala allerdings doch ein wenig störend.


    Hier die 2. CD aus der lobenswerten RCO Live - Horizon - Reihe. Es dreht sich um Messiaen und von seiner Musik inspirierte Werke. Vor allem Adam Interludes geht dabei runter wie Öl.

    Paul Dukas (1865 - 1935), orchestriert von Geert van Keulen (* 1943)
    La plainte, au loin, du faune
    Marc-Andre Dalbavie (* 1961)
    La plainte, au loin, du faune
    Olivier Messiaen (1908 - 1992)
    Les Offrandes oubliées
    Chronochromie
    Rob Zuidam (* 1964)
    Adam Interludes°

    Concertgebouw Orchestra
    George Benjamin
    Ingo Metzmacher°


    Gruß
    Josquin

  • Diese:

    Carl Orff: Antigonæ (Mitschnitt der Uraufführung, Salzburg, Felsenreitschule, 09.08.1949)

    Res Fischer (Antigonæ), Maria von Ilosvay (Ismene), Kreon (Hermann Uhde), Hämon (Lorenz Fehlenberger), Ein Wächter (Helmut Krebs), Tiresias (Ernst Häflinger), Ein Bote (Josef Greindl), Eurydice (Hilde Zadek), Chorführer (Benno Kusche), Chor der Wiener Staatsoper, Wiener Philharmoniker, Leitung: Ferenc Fricsay

    Toll!

    Adieu, Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Gestern und heute mal wieder dieser surrrealistische Schocker. Mit Lenin in der Titelrolle. Angeblich ...

    Alfred Schnittke: Leben mit einem Idioten (Жизнь с идиотом)
    Libretto von Viktor Jerofejew

    Ich - Dale Duesing/Romain Bischoff
    Ehefrau - Teresa Ringholz
    Wowa - Howard Haskin
    Wächter - Leonid Zimnenko
    Marcel Proust - Robin Leggate

    Vokalensemble
    Philharmonisches Orchester Rotterdam
    Mstislav Rostropowitsch, Violoncello, Klavier und Leitung

    Jerofejew zu lesen, galt in Russland mal als Zeichen von Intelligenz. Aber wohl eher bzgl. des Werkes "Moskau - Petuschki".

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Davon heute Nachmittag irgendwann:

    Peter Ruzicka: … Inseln, Randlos … für Violine, Kammerchor und Orchester (1995)
    Christian Tetzlaff (vl), RIAS-Kammerchor, DSO Berlin, Leitung: Vladimir Ashkenazy

    Spannende Musik!

    Adieu, Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Mal wieder ein Zyklus.

    Krzysztof Penderecki: Sinfonie Nr. 1

    National Polish Radio Symphony Orchestra (Katowice)
    Antoni Wit

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Mal wieder ein Zyklus.

    Krzysztof Penderecki: Sinfonie Nr. 1

    National Polish Radio Symphony Orchestra (Katowice)
    Antoni Wit

    Ah, das ist seine beste (IMO). In einer grandiosen Lesart hier. Wie findet die Mauerblume diese?

    Adieu, Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Ich muss mich einhören. Bin eher vertraut mit der Siebten und Utrenja. Weiter geht's der Reihe nach ...

    Aber die Erste wird auf jeden Fall wiedergehört!

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Zum Jahreswechsel.

    Helmut Lachenmann: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
    Musik mit Bildern

    1. Solo-Sopran: Elizabeth Keusch
    2. Solo-Sopran: Sarah Leonard
    Sprecherin: Salome Kammer
    Shô-Spielerin: Mayumi Miyata
    Klavier: Yukiko Sugawara, Tomoko Hemmi

    Staatsopernchor Stuttgart
    Staatsorchester Stuttgart

    Lothar Zagrosek

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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