Eben gehört - NEUE MUSIK

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Bei wikipedia gibt es einen Artikel zu Spiegel im Spiegel


    "http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel_im_Spiegel"


    Deine Beschreibung erinnert mich an Adornos Beschreibung von Tschaikowskys Vierter. Sicher kann man es so hören - muss man es ? Wie weit liegt es an der Interpretation? Da ich über das Wochenende Besuch habe, werde ich das Stück wohl erst übermorgen hören können.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Es ging um Heiner Goebbels' Suite for Sampler and Orchestra von dieser CD :




    Weil ich keinen Bock hab, das alles nochmals zu pinnen - hier die Quintessenz: Manches ist ganz suggestiv, das meiste aber plakativ und alles theatralisch. Meine Musik wird das wohl nicht mehr werden, was Heiner Goebbels so komponiert.


    Heiner Goebbels Suite for Sampler and Orchestra finde ich auch wenig gelungen, einiges andere einfach langweilig, anderes aber schon ziemlich gut. Deswegen gerade Eisler-Material mit dem Ensemble Modern, was ich auch live hören konnte.



    :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Mehr als Geobbels als Komponisten mag ich aber ihn als Free-Jazzer. Schade, dass er da inzwischen wohl kaum noch etwas macht.


    :wink: Matthias

  • Diese:



    Alfons Karl Zwicker: Vom Klang der Bilder
    Peter Walter (Klavier), Bohuslav Martinu Philharmonie Zlin, Leitung: Monica Buckland Hofstetter


    Die CD mit diesem Zyklus für großes Orchester und Klavier, entstanden zwischen 1987 und 1996, habe ich heute nebenbei erstanden und höre ich zum ersten mal. Der Eindruck ist unmittelbar sehr stark!


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.


  • Hallo Matthias,


    Die Eisler-Material-CD war überhaupt das erste, was ich von Goebbels im Kassik-Sektor kennengelernt habe. Ich hab die CD vor längerem wieder verkauft und habe nur schwache Erinnerung daran. Die CD mit der Suite habe ich erst kürzlich gekauft, nachdem ich die Allemande im Radio gehört habe und ziemlich angefixt war. Es ist aber auch leider auch gleich das stärkste und suggestivste Stùck der Suite. Als Jazzer finde ich Goebbels auch besser.


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Von einer Werbe-CD:


    Pierre Boulez: Dialogue de l'ombre double (1985)


    Volker Hemken, Bassklarinette (und Tonband oder Elektronik??)



    Wahnsinn, was alles in diesem langen dunklen Holz steckt ... intelligent gemachte Neue Musik, die niemanden verschrecken muss.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Am späten Nachmittag gab's diese:



    Ist wohl eine Jubel-Compilation zum 60. Die Zusammenstellung ist aber ziemlich gut: Neben drei Stücken für Ensemble ("Nature Morte", "Ländler" und "Erscheinung"), die ich alle drei noch nicht kannte, enthält die CD "Marsyas für Trompete , Schlagzeug und Orchester" und das Klavierstück Nr. 5 (mir beides wohlbekannt). Besonders beeindruckt hat mich "Erscheinung". Der Ländler ist totwitzig!


    Eine CD, die insgesamt die Vielseitigkeit Rihms sehr schön spiegelt. Auch zum Kennenlernen geeignet ^^ (gibt's auch zum Kennenlernpreis).


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Ich höre:


    Christian Jost: images & shadows für 12 mafiotische solocelli nach einer epischen geschichte in drei teilen
    Lukas Dreyer, Michael Hochreither, Astrid Müller, Eugen Mantu, Ralph-Raimund Krause, Lukas Dihle, Markus Friedrich Löbling, Jesus Antonio Clavijo, Tim Stolzenburg, Grita Bühler, Robert Lietzau, Kars Sebastian Keen.


    Macht das Spaß! Toll!


    :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Adieu,
    Algabal


    ach ja, zu hören ist das hier:


    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Newsome gehört auch in den "Neue Musik" Strang.



    Heute abend habe ich mal wieder diese atemberaubende Solo-CD des Sopransaxophonisten Sam Newsome gehört.
    Zunächst das Offensichtliche: Der Mann ist ein Virtuose. Moderne Spieltechniken scheint er nur so aus dem Ärmel zu schütteln: Multiphonics, Multiphonics mit schwankendem Obertongehalt, Multiphonics, die sogar in der Lage sind, Dur-Moll-tonale Harmoniefolgen zu erzeugen, Mikrointervalle, Mikrointervalle, die einen Doppler-Effekt simulieren, Permanentatmung, Klappengeräusche... Newsome macht vor nichts halt.


    Aber: Das ist keine Platte a la: "Schau mal, was man auf diesem Instrument alles machen kann" (bei dem dann Blechbläserquintette Rossini-Arien spielen o. ä.).


    Zunächst mal hat die CD ein Thema: Sie heißt "Blue Soliloquy" und es wird ausprobiert, inwieweit sich aus Musikstilen unterschiedlichster Herkunft ein Bluesidiom extrahieren lässt. Die Stücke heißen "Blue Mongolia", "Mandela´s Blue Mbira" oder "Throat-Singing Blues". Das letzte Stück ist eine Auseinandersetzung mit Newsomes Jazzherkunft: der Thelonius Monk Standard "Blue Monk". Die modernen Spielweisen von Newsomes Sopransaxophon sind nie Selbstzweck im Sinne eines "Schaut-mal-was-ich-kann".. Sie evozieren oft den Musikstil, der die Inspiration für das jeweilige Stück gegeben hat, aber sie wirken auch direkt auf kompositorische Entwicklungen ein. So kann man bei "Blue Beijing" eine pentatonische Figur hören, die mittels Permanentatmung scheinbar endlos weiter ihr Klangfarbenkaleidoskop ausbreiten könnte, die dann aber doch nach gut 3 Minuten aufgegeben wird und dann nach oben ins Nirvana driftet. Oder man hört bei "Mandela´s Blue Mbira" einen durch Klappengeräusche erzeugten afrikanischen Groove, der dem Sound eines Thumb-Pianos ähnelt, im Mittelteil kann man dann aber erleben, wie der eigentliche Instrumentalklang ein wenig dominanter wird.


    Newsome bleibt nie bei seinen Technikexperimenten stehen. Hier wird nirgendwo ausprobiert, was man mit irgendwelchen Spieltechniken eigentlich alles machen kann. Diese Techniken werden immer in einen musikalischen Kontext eingebettet. (Und da Newsome seine Musik nur für sich schreibt, braucht er sich noch nichtmal mit Kritiken zu befassen, die besagen, dass die spieltechnischen Anforderungen seiner Kompositionen deplaziert seien, weil sie einem mühsam perfektonierten Klangideal irgendeines Instrumentalisten nicht gemügend Achtung entgegenbringen würden.)


    Man kann die CD als Neue Musik, als avantgardistische Bluesplatte, als modernen Jazz oder sogar als experimentelle Weltmusik hören.


    Ich mag sie sehr.


    Tharon.

  • Am Samstag mehrmals die Streichquartette von Georg Katzer:



    Jedesmal, wenn ich Katzer höre, bin ich wieder sehr beeindruckt und ziemlich begeistert von seinen Kompositionen - erstaunlich, dass dieser Komponist so doch recht unbekannt geblieben ist. Besonders das Erste Streichquartett von 1965 mit seinem geradezu hypnotisch schönen langsamen Satz hat mich sehr fasziniert, vor allem in der sehr gefühlvollen Interpretation des Sonar Quartett (zum Vergleich fand sich noch eine Aufnahme des Minguet Quartett, das ich sonst sehr schätze, das dieses Werk aber mit einer Ruppigkeit interpretierte, die mir gar nicht gefiel).


    Gestern dann erstmals komplett Cages "Music for piano"



    Dieser Fazioli-Flügel klingt einfach fantastisch und ist so perfekt aufgenommen, dass man ihn im selben Zimmer glaubt.


    Jetzt läuft Christian Wolff, die einfach scheinenden und doch so schön-raffinierten Tilbury-Stücke:



    Grüße
    vom Don

  • Amerika


    James Tenney (1934 - 2006)

    Christian Wolff (*1934)

    Morton Subotnick (*1933)


    ... ich mag Pärts Generation ...
    Allerdings finde ich Tenneys "Crawford-Stück" (Diaphonic Toccata) irgendwie schon sehr retrospektiv mit minimaler Modernisierung gegenüber dem Modell:

    Ruth Crawford (1901 - 1953)
    Piano Study in mixed Accents


    Bei Wolff würde ich gerne mal eine der aleatorischen Partituren sehen. Und die späten "kommunistischen" Stücke mag ich auch - unter den drei Komponisten mein Favorit.


    Bei Subotnick habe ich schon ein wenig formal/strukturelle Probleme, wenn in Touch im ersten Satz in strikter ABA'-Form am Ende von B eine "Verdichtung" durch ein wenig angedeutete Polyphonie mit anschließendem Glissando-Effekt zu A' überleitet - sehr bauchgesteuerte Komponierweise.


    Dennoch sollte man alle drei Komponisten kennen, wenn man's etwas genauer nehmen will ...
    :wink:

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Nguyen-Thien Dao (*1940) ist ein vietnamesisch-französischer Messiaen-Schüler. Bei mir lief:


    Les enfants d'Izieu. Opéra-oratorio (1994)


    (Beim franz. Amazon noch zu bekommen.)


    Sophie Boulin (Sopran), Betrice de Vigan (Contralto), Eric Trémolier (Tenor) Christian Tregnier (Bass), Hélène Lausseur (Sprecherin)
    Maitrise de Radio France, Orchestre philharmonique de Radio France -
    Sylvio Gualda


    Das eindrucksvolle Oratorium behandelt in einer sehr angemessenen undogmatisch-seriellen Musiksprache den Leidensweg jüdischer Schülerinnen und ihrer LehrerInnen aus Izieu von der Gefangennahme, über die Lager in Montluc und Drancy und den Bahntransport bis nach Auschwitz, gerahmt durch eine "Hymne aux enfants du monde" und eine Coda, die nichts zu versöhnen versuchen. Die Handlung beruht auf einer wahren Geschichte. Nur eine Lehrerin, aber keins der Kinder kehrten aus Auschwitz zurück. Nguyen-Thien Daos Musiksprache ist hier sehr sprachlich-gestisch und von großer Eindringlichkeit.


    Die engagierten Leistungen aller Beteiligten, auch des Kinderchores, sind ausgezeichnet. Sylvio Gualda ist sicherlich als Schlagzeuger bekannter, - u.a. Xenakis und Stockhausen schrieben Werke für ihn - , denn als Dirigent.


    Inzwischen verarbeitet Nguyen-Thien Dao viel stärker auch vietnamesische Musikelemente. Mehrere weitere Opern von ihm sind inzwischen in Hanoi aufgeführt worden.


    :wink: Matthias

  • Hallo zusammen!


    Nachdem ich dank des Forums darauf aufmerksam wurde, dass kürzlich eine CD mit Kompositionen von Gerhard Lampersberg erschienen ist, hab ich da sofort "zuschlagen" müssen.


    Daher eben gehört:


    Gerhard Lampersberg
    bunte steine



    Gerhard Lampersberg war mir natürlich durch Thomass Bernhards Buch "Holzfällen" bekannt. Allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass mir der Name des Komponisten vorher überhaupt nichts sagte, Aufführungen seiner Werke scheinen hierr in Österreich auch äußerst selten statt zu finden (was ich so übers Internet feststellen konnte). Daher war meine Neugierde auch schon sehr groß, einmal etwas von ihm hören zu können.
    Auf der CD befinden sich insgesamt 61 Musikstücke, die alle in der Tradition der "zweiten Wiener Schule" komponiert sind. Wobei hier eindeutig der "sparsame Kompositionsstil" eines Anton von Werbern erkennbar ist. 61 Kompositionen auf einer CD sprechen auch für sich, so sind es nur sehr kurz gehaltene Kompositionen, die im Großen und Ganzen eher Ruhe ausstrahlen und nur sehr selten in schroffe Ausbrüche abgleiten. Die "Bernhard Lieder" mit der die CD startet sind da eher noch von erruptiven Emotionen geprägt - diese erinnern mich entfernt auch etwas an Schoenbergs "Pierrot Lunaire". Interessant sind auch die Instrumente, für die hier z.B das Trio geschrieben wurde: Violine, Klarinette und Kleine Trommel - dies ist eine Kombination, die durchaus reizvoll klingt. Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Musik hier schon fast als "meditativ" empfinde, also für den Hörer, der hier "fetzige Musik" erwartet, ist sie wahrscheinlich zu zurückhaltend, für den interessierten und geübten "Zwölftonhörer" sicher eine Bereicherung.
    Das Booklet finde ich sehr ansprechend und die darin enthaltenen Informationen sehr interessant, zumal es über diesen österreichischen Komponisten sonst wenig an Infos gibt.


    Herzliche Grüße


    Peter

  • Was ihr hier hört, kenne ich größtenteils nicht mal dem Namen nach, erstaunlich.


    Nicht eben, aber vor ein paar Tagen habe ich nach langer Zeit mal wieder die Lukas-Passion von Penderecki aufgelegt und mich bestens von ihr unterhalten lassen. Folglich werde ich in nächster Zeit wieder häufiger Penderecki hören. Utrenja steht z. B. noch ungehört rum. Das wird sich ändern.


    :wink: Thomas

  • vom adepten persönlich

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Aus der Ligeti-Edition der Sony:


    György Ligeti:


    Bearbeitungen für Drehorgel:
    Continuum
    Hungarian Rock
    Capriccio Nr. 1
    Invention
    Capriccio Nr. 2


    Pierre Charial, Drehorgel


    Dann natürlich den Oberknaller:


    Poème Symphonique für 100 Metronome
    (ein entfernter Verwandter von 4' 33")


    Francoise Terrioux, Metronome (Wo kann man das Instrument studieren?!)



    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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