Eben gehört - NEUE MUSIK

  • Moritz Eggert (* 1965)
    Muzak für Stimme & Orchester*
    Number Nine VII - Masse°

    Moritz Eggert*
    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
    David Robertson*
    Peter Rundel°


    Mit gitarrenartigen Klängen, wie ein Intro zu einer beliebigen Pop-Ballade, beginnt Muzak, Moritz Eggerts sarkastische Aufarbeitung der Plattheiten populärer Musik. 42 Minuten musikalischer Flickenteppich lassen fast nichts aus, was es so seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts bis 2015 ins Mainstream-Radio geschafft hat. Dabei singt der Komponist seine textlichen Allgemeinplätze zudem noch selbst. Wer die flache Stimme von Michael Bublé mag, wird mit Eggerts Gesangskunst keine Probleme haben. Moritz Eggert betont im Begleitheft der SACD, dass es keine absichtlichen Zitate gäbe, dennoch meint der interessierte Gänger der leichten Muse, alles schon einmal unmissverständlich so gehört zu haben. Ein Höhepunkt ist die gleichzeitige Verschmelzung von Harry Belafontes Banana Boat Song, Aquas Babie Girl und das Geschnatter eines DJ Bobo. Muzak ist für mich das beste musikalische Quiz seit B. A. Zimmermanns Ubu - nur eben im populärmusikalischem Bereich. Dennoch empfinde ich, den Namen André Rieu mit einem phonetisch ausgespuckten FK zu verbinden, als Grenzübertretung, die so nicht sein muss, denn es heißt ja so schön: auch Spötter müssen sterben. Insgesamt hat es aber großen Spaß gemacht, sich die musikalische Kugel zu geben. Ich freue mich schon auf Fahrstuhlmusik Volume 2.

    Zitat

    Masse geht auf folgende Geschichte zurück: ... er (Schauspieler Peter Luppa) habe sich gewundert, dass nicht alle Musiker in einem Orchesterkonzert gleichzeitig spielten, sondern nur ein paar ... ich wollte mich dieser ästhetischen Herausforderung stellen und einmal ein Orchesterstück schreiben, in dem alle Musiker ohne Pause spielen müssen ...

    Diese Musik ist eine wandelnde Mauer, die den Hörer unentwegt und völlig verfolgt. Ich war so beschäftigt dem Werk zu entkommen, dass ich keine Zeit hatte, die Aus-Taste des Musik-Players zu drücken. Kurz vor der Herzrhythmusstörung drehte sich die Wand zum Glück, wird martialisch weiß und löst sich schließlich in Gas auf - Erleichterung - sogar physisch! Zur Beruhigung höre ich mir jetzt Jón Leifs' Hekla an.


    Gruß
    Josquin

  • Warum kannte ich das Werk bisher nicht? Obwohl es hier seit mindestens zehn Jahren herumsteht? (Barenboim-Aufnahme bei Erato)

    Henri Dutilleux: Symphonie No. 1 (1951)

    Orchestre de Paris
    Paavo Järvi

    Sehr fein! Auch alte Musik hat ihre Reize ... Grins1

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das sind doch eigentlich schöne Erfahrungen, Meister der Mauer! Die erste Sinfonie ist noch nicht ganz so typisch Dutilleux verglichen mit der zweiten, aber mir gefällt sie zur Zeit besser.

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Hier wieder Nordisches.

    Pehr Henrik Nordgren: Sinfonie Nr. 5 op. 103 (1998)

    Finnisches RSO
    Sakari Oramo

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das ismaln Werk.

    Wolfgang Mitterer: Music for Checking E-Mails

    - Hallo Mr. Bruckner
    - Pjotr Iljitsch
    - To Morton
    - Bad Receiver

    Wolfgang Mitterer, Elektronik

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Bryan Ferneyhough, La Terre est un Homme, BBC SO, Martyn Brabbins

    Hut ab vor jenen, die bei dieser Musik einen Peil haben!

    Ich sehe schon, wir brauchen dringend die "Sonatas for String Quartet". Vor oder nach den "Time zones"?

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich sehe schon, wir brauchen dringend die "Sonatas for String Quartet". Vor oder nach den "Time zones"?

    Vor.

    8)

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • CDs 6-7

    Olivier Messiaen
    Livre du Saint-Sacrement
    Hans-Ola Ericsson (Orgel)

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Giselher Klebe:

    Sinfonie Nr. 3, op. 52

    Kölner Rundfunk-Sinfonieorchester, Christoph von Dohnányi

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    Zwitschermaschine op. 7

    SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Hans Rosbaud

  • Bára Gisladóttir (Jg. 1989) ist eine isländische Komponistin und Kontrabassistin. Sie erhielt kürzlich den Förderpreis der Ernst-von-Siemensstiftung für Komposition 2024.

    Ihr 23-minütiges "Animals of your pasture" agiert irgendwo zwischen Archaischen Klängen, experimenteller Rockmusik (E-Gitarre), Free Jazz und E-Musik. Starke Klänge.

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    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Tastenzauber.

    Unsuk Chin: Klavierkonzert (1996/97)

    Sunwook Kim, Klavier
    Seoul Philharmonic Orchestra
    Myung-Whun Chung

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Morgen geht es in die schöne Schweiz. Zur Einstimmung:

    Beat Furrer: Streichquartett Nr. 3 (2004)

    Kammerensemble Neue Musik Berlin
    (Steffen Tast, Angela Jaffe, Kirstin Maria Pientka, Ringela Riemke)

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Davon:

    Alexandre Tansman: Symphonie Nr. 7 (1944)

    Melbourne Symphony Orchestra, Leitung: Oleg Caetani

    Seeeeeehr gute Musik ist das!

    Adieu, Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Hier wieder Nordisches.

    Pehr Henrik Nordgren: Sinfonie Nr. 5 op. 103 (1998)

    Finnisches RSO
    Sakari Oramo

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Mauricio Kagel - Streichquartette Nr 1-3

    Arditti Quartett

    Nr 1 und 2 sind Vertreter der squeak fart Kategorie. Aber gar nicht übel so nach dem Essen. Besonders mit dem Pan dazwischen ist das schon amüsant.

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