• Ja, es ist gerade und dicht. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht.

    Am Mittwoch darf ich es dann aufschneiden. Meine Lehrerin bringt ihre Maschine mit (ich glaube, bei euch heißt es Außenhobel?) und ich darf mich vielleicht über ein funktionierendes Rohr freuen. 😁

  • Ja, es ist gerade und dicht. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht.

    Dafür habe ich seinerzeit auch mehrere (um nicht zu sagen wochenlange) Anläufe gebraucht!

    Meine Lehrerin bringt ihre Maschine mit (ich glaube, bei euch heißt es Außenhobel?) und ich darf mich vielleicht über ein funktionierendes Rohr freuen.

    Erwarte nicht, dass das Rohr nach dem Gang durch den Außenhobel (bei uns heißt die betreffende Maschine in der Tat so) richtig gut funktioniert!

    Jedes Rohr arbeite ich, nachdem es den Außenhobel passiert hat, in vielen Schritten mit der Hand und dem Messer nach. Immer wieder, an mehreren Tagen, achtmal, neunmal, zehnmal.....

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Die ganze Stunde ist diesmal für das Rohrbauen reserviert, wir werden nicht spielen.

    Ich halte es für sehr gut, die Schüler, die bereit sind, sich richtig darauf einzulassen, frühzeitig mit dem Rohrbau vertraut zu machen! Leider hatte ich solche Schüler äußerst selten....

    Du musst dann nur dranbleiben!

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Mein erster Lehrer, der mir schon nach etwa einem Jahr Unterricht die Grundlagen des Rohrbaus beigebracht hat, vertrat die Ansicht, dass sich die frühe Arbeit an den Rohren äußerst befruchtend auf die Entwicklung einer eigenen Klangvorstellung auswirkt. Man hat hier halt weit stärker als bei anderen Instrumenten einen direkten Einfluss auf den Grundklang des Materials und muss dementsprechend immer wieder überlegen, in welche Richtung es überhaupt gehen soll.

    Während meiner langjährigen Unterrichtstätigkeit an einer städtischen Musikschule hätte ich sehr gerne auch mal die eine oder andere Rohrbaustunde gegeben, aber angesichts einer breiten Front von Schülern, die nie/kaum Zeit und/oder Lust zum Üben ihrer Fingerbewegungen oder zum Training ihrer Lippenmuskulatur hatten, wollte ich nicht etwas anfangen, was bei 99 Prozent der Adressaten dann doch ebenso schnell wie spurlos im Sande verlaufen wäre. Denn tatsächlich kommt man beim Rohrbau wie bei jedem anderen Handwerk nur dann weiter, wenn man es erst einmal mit einer gewissen Regelmäßigkeit betreibt... :pfeif: :alter1:

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • In meinen Anfänger Jahren habe ich, nachdem ich mich entschlossen hatte keine Oboenstunden mehr zu nehmen, die Rohre mühsam aus Büchern selber gebaut mit gekauften Fassons. Als ich nach länger Pause wieder anfing, wollte ich mir das sparen und habe mir die Rohre gekauft. Das war nicht nur teuer, sondern erforderte fast immer auch eine Nachbearbeitung bei der dann hin und wieder ein teures Rohr einfach kaputt ging. Inzwischen baue ich meine Rohre wieder seit über 10 Jahren (meistens) selber und investiere viel Zeit (die ist als Rentner gratis) und was soll ich sagen, @Bernd's Lehrer hatte recht, der Selbstbau befruchtet und fördert die Vorstellung vom eigenen Ton und die Unabhängigkeit ist auch eine gute Sache.

    Inzwischen baue ich die Rohre aus der Stange und bin immer noch am überlegen, ob ich mir einen Außenhobel kaufen soll, weiß aber immer noch nicht welchen. vacances, wenn Du am Mittwoch zu deiner Lehrerin gehst, schau doch mal mit welchem Hobel sie arbeitet und wie es dir damit ging, das würde mich interessieren.

    Herzliche Grüße

    Felix

  • An der Musikschule gibt es einmal pro Monat eine Stunde Rohrbauen in der Gruppe.

    Ich war nun das erste Mal dort weil vorher nie Anfänger dort waren, jetzt aber "gesammelt" wurden.

    Dort hat meine Lehrerin Rohr mitgebracht und zwei Maschinen. Ich kenne die deutschen Namen nicht sicher.

    Erst eine gougeuse damit wurde das Rohr auf der Innenseite geschabt (ich vermute, es heißt Innenhobel 😁).

    Dann eine machine à tailler (keine Ahnung auf deutsch). Diese Maschine war aus Deutschland, auf dem "formgebenden Teil" stand CH, weshalb ich dachte, sie sei aus der Schweiz, aber es war eine Abkürzung für C. Hartmann. Ich habe mir notiert, dass die Fasson 14 von eben CH genutzt wurde. Aus welchem Grund dies ausgesucht wurde, weiß ich nicht. Die Zusammenhänge verstehe ich noch gar nicht.

    Dann wurde den Anfängern gezeigt wie man diese Rohre faltet und aufbindet, das haben die anderen selbsttätig gemacht. Ich habe mehrere Versuche gebraucht bis es gerade war und fest genug (das erste hat man einfach so runtergezogen 😬). Bis ich endlich fertig war damit, war der Unterricht fast beendet (die Lehrerin konnte nicht mehr begutachten. Ich hoffe, sie ist zufrieden ) und ich habe bei den anderen zugeschaut, deshalb kann ich deine Fragen beantworten, Felix:

    Die machine à gratter (Außenhobel) ist von reeds n'stuff und die plaque (auf dt. vielleicht die Zunge? oder eben das "formgebende Teil") hatte für Anfänger die Nummer 60 und für Fortgeschrittene die Bezeichnung royal.

    Dies darf ich nun morgen in meiner Stunde machen. Dann hilft meine Lehrerin beim Schaben.

    Meine Lehrerin möchte, dass alle Erwachsenen und Jugendlichen an diesen Rohbauenstunden teilnehmen. Für Kinder und Anfänger fertigt sie die Rohre selbst. Ich dachte bisher, dass das ihre Motivation sei (also dass sie selbst mit steigender Selbsttätigkeit der Schüler weniger Arbeit hat). Aber die Erarbeitung der Klangvorstellung ist natürlich das schönere Argument 🙂

    Es gab auch Jugendliche die sehr schnell und routiniert die Maschinen benutzt haben und das Arbeiten mit dem Messer zu Hause machen. Die sind nicht gekommen zum Lernen sondern wegen der Maschinen.

    Ich selbst habe hohes Interesse daran, ich möchte immer gerne verstehen wie alles funktioniert und die Rohre sind immer noch mysteriöse Dinge. Durch das selbst arbeiten erhoffe ich mir, mehr zu verstehen, wie es funktioniert.

    Meine Lehrerin sagte, dass in Deutschland breitere Rohre verwendet werden als in Frankreich und in USA ganz andere Profile beim Schaben verwendet werden.

    Ich hoffe, aus meinem Roman konnte man etwas mitnehmen 🙂

    Ich bin mir beim Vokabular nicht immer sicher und auch schreibe ich bestimmt Dinge die für euch selbstverständlich sind, aber für mich ist das alles aufregendes.

  • Vielen Dank vacances, gut möglich, dass der Innenhobel bei euch Gougeuse heißt, englisch wird er Gauger genannt. Tja, Du hasst alles was ich wissen wollte prima beantwortet. Ich hoffe, ich habe irgendwann mal die Möglichkeit den Außenhobel von Reed'n stuff in Aktion zu sehen, der wird nämlich oft in Oboenläden vorgeführt. An ihm finde ich die große Auswahl an Schablonen so interessant. Andere Maschinen interessieren mich aber auch.

  • Dann eine machine à tailler (keine Ahnung auf deutsch).

    Auf Deutsch hat diese Maschine den merkwürdigen Namen "Fassonschneider": Hörtnagl Fassonschneider | Oboe-Shop.de | Rohrbaumaterial, Zubehör und Noten für Oboe oder Reeds n Stuff Fassonschneider | Oboe-Shop.de | Rohrbaumaterial, Zubehör und Noten für Oboe

    Diese Maschine war aus Deutschland, auf dem "formgebenden Teil" stand CH

    Das "formgebende Teil wird hier als "Schablone" bezeichnet.

    ...und die plaque (auf dt. vielleicht die Zunge? oder eben das "formgebende Teil") hatte für Anfänger die Nummer 60....

    Auch das "formgebende Teil" an dieser Maschine nennen die Hersteller "Schablone".

    Meine Lehrerin sagte, dass in Deutschland breitere Rohre verwendet werden als in Frankreich und in USA ganz andere Profile beim Schaben verwendet werden.

    Letzteres ist völlig richtig! Aber die Breite der Fassons ist in Deutschland von Oboist zu Oboist sehr verschieden; daher bin ich mir nicht so sicher, ob man pauschal sagen kann, dass in Deutschland breitere Rohre verwendet werden. Klanglich haben sich die deutsche und die französische Schule ja zuletzt immer mehr aufeinander zubewegt....

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Letzteres ist völlig richtig! Aber die Breite der Fassons ist in Deutschland von Oboist zu Oboist sehr verschieden; daher bin ich mir nicht so sicher, ob man pauschal sagen kann, dass in Deutschland breitere Rohre verwendet werden. Klanglich haben sich die deutsche und die französische Schule ja zuletzt immer mehr aufeinander zubewegt....

    Das Salter-Buch ist gestern auf die Post. Darin habe ich keine Tendenz zu breiteren Rohr der deutschen Oboisten erkennen können, vielmehr scheint es gleichmäßig verteilt zu sein. Bisher hatte ich nämlich auch diese Vermutung, was bei AM und einem gewissen Bernd ja auch der Fall ist, oder? Oboisten mit französischen Oboen (hauptsächlich Marigaux Spieler) neigen laut dem Buch eher zu schmaleren Rohren.

    Herzliche Grüße

    Felix

  • Das Salter-Buch ist gestern auf die Post.

    Ganz vielen Dank - ich habe das Buch eben erhalten und finde eventuell gleich noch die Zeit, einen kurzen Blick hineinzuwerfen.

    Oboisten mit französischen Oboen (hauptsächlich Marigaux Spieler) neigen laut dem Buch eher zu schmaleren Rohren.

    Das könnte an der problematischen Höhe bei vielen Marigaux-Oboen liegen.

    Ich hoffe, ich habe irgendwann mal die Möglichkeit den Außenhobel von Reed'n stuff in Aktion zu sehen, der wird nämlich oft in Oboenläden vorgeführt. An ihm finde ich die große Auswahl an Schablonen so interessant.

    Wie gesagt bin ich mit der Reeds ' Stuff-Maschine überhaupt nicht froh geworden. Für mich handelte es sich im Vergleich zu Rieger, Michel und Hipper um den mit Abstand schlechtesten Außenhobel.

    Nach wie vor schwöre ich ja auf meine Hipper-Maschine(n). Durch den "Rohrduplikator" mit der besten Schablone sind jetzt wieder um die 5000 Rohre gegangen, ohne dass es irgendwelche Probleme gab.

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Danke für die Wörter.

    Eine Fasson ist es nur die Form in die das Stück Rohr geschnitten wird oder ist es das tatsächliche Stück Holz? Also, binde ich ein fassoniertes Stück Holz auf oder binde ich eine Fasson auf?

    Und kann es sich tatsächlich lohnen, solch einen Außenhobel zu kaufen wenn man nur für sich selbst Rohre bereitet? Ab wie viele Rohre lohnt sich so etwas? Das ist sehr teuer.

  • Eine Fasson ist es nur die Form in die das Stück Rohr geschnitten wird oder ist es das tatsächliche Stück Holz? Also, binde ich ein fassoniertes Stück Holz auf oder binde ich eine Fasson auf?

    Unser Sprachgebrauch ist hier unscharf. "Die Fasson" ist in der fachlichen Umgangssprache beides, einmal die Form als solche (ich verwende nur noch die Fasson Nr. 17 von Hörtnagl) und zum anderen auch das fassonierte Stück Holz ("Sehr geehrter arundo donax, hiermit möchte ich 20 Fassons in der Aushobelstärke 58/100 mm bestellen!").

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Und kann es sich tatsächlich lohnen, solch einen Außenhobel zu kaufen wenn man nur für sich selbst Rohre bereitet?

    Diese Frage lässt sich nur individuell beantworten. Einerseits ist so eine Maschine sehr teuer, andererseits handelt es sich um eine Anschaffung, die normalerweise lebenslang hält (mein alter Rieger-Hobel funktioniert nach ca. 35 Jahren immer noch einwandfrei) und auf Dauer dann doch zu einer enormen Zeitersparnis führt. Das, was der Außenhobel kostet, geben manche (die besser als ich verdienen ;)) locker für einen einzigen Urlaub aus.... --

    Gerade habe ich die ersten Blicke in das Buch von Salter geworfen. Meine Güte, da hat sich jemand unglaublich viel Mühe gemacht, Respekt! :verbeugung1:

    Aber leider verhält es sich so, wie ich befürchtet habe: Aufgrund meiner peinlich geringen Kenntnisse der englischen Sprache :schaem1: verstehe ich kaum einen Satz, ohne jeden zweiten Begriff nachschlagen zu müssen. Das macht mir eine genauere Lektüre nahezu unmöglich, wobei ich den Schinken in den nächsten Tagen trotzdem noch mehrfach zur Hand nehmen werde, um nachzusehen, wie es dieser und jener Spitzenoboist mit seinen Rohren hält. Ein vorläufiges Fazit kann ich aber schon mal ziehen: Jeder geht auf eine fast erschreckende Grins1 Art seinen ganz individuellen Weg! Alleine schon die Auswahl der diversen Hülsen :/....in Kombination mit den unterschiedlichsten Rohrlängen und Rohrbreiten :/ :/.....von der Aushobelstärke, Bahnlänge, Form der Schabung etc. usf. ganz zu schweigen :/ :/ :/....

    ... das ist alles nicht uninteressant, aber im Hinblick auf den eigenen Rohrbau bringt es einem absolut gar nichts außer der Feststellung, dass offenkundig tausende von Wegen nach Rom führen können.

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Und kann es sich tatsächlich lohnen, solch einen Außenhobel zu kaufen wenn man nur für sich selbst Rohre bereitet? Ab wie viele Rohre lohnt sich so etwas? Das ist sehr teuer.

    Die Frage stelle ich mir auch gerade, aber ich bin fast sicher, dass es sich lohnt erst mal die Rohre von Hand zu schaben, hat mir jedenfalls bisher geholfen.

  • Gerade habe ich die ersten Blicke in das Buch von Salter geworfen. Meine Güte, da hat sich jemand unglaublich viel Mühe gemacht, Respekt! :verbeugung1:

    War auch mein Fazit.

    ... das ist alles nicht uninteressant, aber im Hinblick auf den eigenen Rohrbau bringt es einem absolut gar nichts außer der Feststellung, dass offenkundig tausende von Wegen nach Rom führen können.

    Ich habe gehofft, dass Du zu so einem Schluss kommst. Nach zwei Wochen Beschäftigung mit dem Buch habe ich es nämlich zugeklappt und mir gesagt, baue deine Rohre so wie du sie brauchst. Trotzdem experimentiere ich jetzt mal ein bisschen mit kürzeren Hülsen, mal sehen ...

    Mein Herz für einen Hobel brennt eigentlich für Michel, aber gesehen habe ich die Maschine eben so wenig wie die von Rieger. Die ReedSuff Maschine hat ja etliche Youtube-Filmchen, bin aber nicht überzeugt, dass das in der Realität so easy funktioniert.

    Herzliche Grüße

    Felix

  • Ich habe vor ein paar Jahren eine Außenhobel gekauft, nachdem ich als Jugendliche und dann wieder als Erwachsene 20 Jahre lang meine Rohre von Hand geschabt habe. Für mich lohnt sich das, auch wenn ich nacharbeiten muss, weil es gerade das "Grobschaben" ist, was ich lästig finde und bei mir sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Mit der Außenhobel habe ich eine gute Grundlage und kann dann noch mit der Hand nach und nach ein paar Details korrigieren. Ich baue vielleicht 20-25 Rohre im Jahr und spiele ca. 75% davon.

    Ich kenne aber auch einige Leute die behaupten, man würde gar nicht so viel Zeit mit der Außenhobel sparen, das es sich lohnt.

    Wenn man die Möglichkeit hat, von Anfang an mit Außenhobel zu arbeiten, müßte man vielleicht mehr Zeit in das Schaben üben investieren, damit man die Feinheiten zum Schluss richtig ausführen kann. Aber ansonsten ist das eine feine Sache, finde ich.

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