Oboen-Frischlinge

  • Ich verhunze weniger die Ecken, sondern eher die Bahn selber - und zwar sowohl schon beim Schälen als auch dann beim eigentlichen der Schaben - da ist ganz schnell auf einmal irgendwo zuviel weg ...

    Da könnte eventuell mit dem Messer zusammenhängen. Mit einem neuen, noch sehr scharfen Messer passiert mir das auch sehr schnell - ich weiß, dass ich mit meiner Aussage gegen die gängige Lehrmeinung verstoße, aber gerade für das erste Schaben der Bahn verwende ich kein allzu perfekt geschliffenes Messer!


    Du arbeitest mit einem neuen Chiarugi-Einseitenschliff-Messer, oder?


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Du arbeitest mit einem neuen Chiarugi-Einseitenschliff-Messer, oder?

    Ja - aber für das Schälen habe ich immer einen Cutter verwendet, weil der schärfer ist und die Schale doch sehr hart ...
    Vielleicht war das mein Fehler ? :/

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Mit einem Cutter gelingt mir das Schälen überhaupt nicht - da bleibe ich ständig hängen und mache unzählige Katschen in die Bahn! Nimm beim nächsten Mal lieber das Chiarugi-Messer oder probiere es einfach mal mit einem (auch wieder nicht zu stumpfen) Taschenmesser!


    Einen Cutter verwende ich lediglich zum Abschneiden der Rohre. Manche kommen damit bei Ausarbeiten der Ansprache gut zurecht, aber für mich ist das nichts zum Schaben.


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Melde ich mich auch mal wieder...


    Ich habe heute zwei Leute über Vioworld angeschrieben, die Oboen verkaufen. Beides Ludwig Franks, eine klassische Vollautomatik und eine, die dank einem Umbau beides ermöglicht. Leider ist das eine Instrument in Leipzig und das andere in Nürnberg, aber zumindest letzteres wäre zumindest halbwegs erreichbar.


    Ich hatte gestern trotz fieser Erkältung eine erste Stunde bei einer anderen Lehrerin. :)
    Diese hat mir dann div Fehler aufgezeigt, aber auch einen Lösungsweg gegeben. Kaum zu glauben, wie viel das heute schon gebracht hat. :thumbup: 8o
    Das einzige Problem: Deren Musikschuljahr hat bereits begonnen, es kann dementsprechend sein, dass ich erst zum zweiten Semester einsteigen kann. Das wird sich dann zeigen.


    Nochmal zum Oboenkauf: Ein weiteres Problem ist, dass ich weder in Leipzig noch in Nürnberg eine fachkundige Beratung dabei habe, die das Instrument in Zustand und Substanz einzuschätzen vermag. :|


    Ich weiß nicht, wie ich das Problem (Verkäufer will keinen Versand, wegen der fehlenden Absicherung) lösen soll. Bin offen für Vorschläge.


    LG Lena

    Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.
    (Victor Hugo) <3

  • Ein Umbau, der sowohl das Spielen als Vollautomatik als auch als Halbautomatik ermöglicht.............das klingt ehrlichgesagt sehr misteriös............und derjenige will sich den "Umbau" bestimmt auch bezahlen lassen....... ?( ?( ?(


    Wie alt sind den die Instrumente und wie teuer ?


    VG


    Palisander

  • Ich habe heute zwei Leute über Vioworld angeschrieben, die Oboen verkaufen. Beides Ludwig Franks, eine klassische Vollautomatik und eine, die dank einem Umbau beides ermöglicht. Leider ist das eine Instrument in Leipzig und das andere in Nürnberg, aber zumindest letzteres wäre zumindest halbwegs erreichbar.

    Tronja, die umgebaute Oboe (ich habe auch selber schon mal eine Halbautomatik von Marigaux so umbauen lassen, dass man sie sowohl halb- als auch vollautomatisch benutzen konnte - "mysteriös" ist daran gar nichts!) sieht für mich in mancherlei Hinsicht sehr attraktiv aus: Laut Aussage der Verkäuferin wurde das Instrument im Profi-Orchester gespielt, es wurde vor einem Jahr generüberholt, so dass der Zustand sehr gut ist, und der Preis wirkt ziemlich günstig.


    Aber: Wenn die Verkäuferin die Oboe partout nicht verschicken will, ist das in der Tat ein großes Problem. Du benötigst auf jeden Fall eine Beurteilung durch einen erfahrenen Oboisten! Nur auf eigene Faust solltest du das Instrument meiner Meinung nach nicht kaufen. Vielleicht kannst du deine Lehrerin fragen, ob sie dazu bereit ist, gegen ein gewisses Entgelt mit dir nach Nürnberg zu fahren, um das Instrument zu testen (ich würde das gegebenenfalls mit einem meiner Schüler machen!)?


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • P.S.: Ich habe in den letzten Tagen immer wieder darüber nachgedacht, die fragliche Oboe selber für meinen Instrumentenfundus zu erwerben! Vielleicht könnte ich mich mittels der Kombination von Halb- und Vollautomatik doch noch auf meine alten Tage ganz langsam an die Bedienung der Halbautomatik gewöhnen! Und auch die güldene Mechanik ist eine feine Sache - ohne großes Putzen bleibt das Instrument damit über Jahrzehnte sehr ansehnlich.


    Natürlich kommt es jedoch in der Hauptsache auf den Klang und die Intonation an. Und solange ein Versand der Oboe keine Option ist, hilft alles nix: Eine Fahrt aus dem äußersten Westen nach Nürnberg ist mir momentan schon aus Zeitgründen nicht möglich :heul1: .


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • @ Tronja


    Die Dame, die diese Oboe anbietet hat sie in der Tat in einem professionellen Orchester gespielt - nämlich bei den Nürnberger Sinfonikern und zwar als "Auszubildende" im Rahmen der Orchesterakademie. Sie hat dort keine feste Stelle. Sprich die Oboe wurde nie "im Dienst" eingesetzt, wie die Anzeige Glauben machen möchte. Eventuell hat sie inzwischen gemerkt oder gar gesagt bekommen, dass sie eine andere Oboe braucht. Aber das ist spekulativ. Du kannst ja mal nachfragen, warum sie die Oboe abgeben möchte.


    Und günstig ist die Oboe mit nichten. Sie möchte für ein 13 Jahre altes Instrument (!) immer noch 4.200 EUR. Für den Preis bekommst Du bei Howarth, nach Preisliste fast (da fehlt wirklich nicht mehr viel) ein nagelneues Instrument.


    VG


    Palisander

  • Immerhin wurden sie ja im "Webinar" benannt, die 4 weiteren größten Fehler: Die Fassons reißt beim Aufbrennen, die Fasson ist nicht dicht, der Knoten der Wicklung geht auf, die Ecken brechen beim Schaben aus.

    Die kenne ich alle, den fünften natürlich auch, aber ernsthaft Probleme habe ich nur mit Nr. vier (gelegentlich, wenn ich zu rasch arbeite) und natürlich mit fünf. Mit dem ersten nie (ich brenne gar nicht...); dicht sind sie jetzt bei mir immer, weil ich genau aufpasse, dass ich sie wirklich gut und parallel aufwickele, so dass beide Seiten gleichzeitig "zugehen" - da hatte ich früher Probleme. Die Wicklung lackiere ich mit ein paar Strichen Nagellack, dann hält jeder Knoten. Und notfalls spielen Rohre auch mit leicht lädierter Ecke... Bleibt eben Punkt fünf, und der ist ja nicht so leicht in den Griff zu bekommen, sondern bei mir eher Glücksache im Zusammenspiel von Holz und Schabung.


    Herzlich Sanipiano

  • Sanipiano, mein zweiter Lehrer hat die Ecken links und rechts ein klein wenig abgeschnitten. Das hilft nicht nur die Ecken beim Spielen nicht abgebrochen zu bekommen, sondern auch wenn man was nacharbeiten muß.


    Mir würde noch ein sechster Fehler einfallen, der wie ich finde der Gravierenste ist und bei mir wohl der Grund war, dass das immer Nichts gworden ist...........



    VG


    Palisander

  • Die Dame, die diese Oboe anbietet hat sie in der Tat in einem professionellen Orchester gespielt - nämlich bei den Nürnberger Sinfonikern und zwar als "Auszubildende" im Rahmen der Orchesterakademie. Sie hat dort keine feste Stelle. Sprich die Oboe wurde nie "im Dienst" eingesetzt, wie die Anzeige Glauben machen möchte.

    Der Sinn einer Orchesterakademie besteht darin, dass besonders begabte Studenten zeitweilig in die "Dienste" des jeweiligen Orchesters integriert werden. Deshalb wurde die betreffende Oboe selbstverständlich "im Dienst" eingesetzt. Wo außerhalb der Dienste soll sie denn in einem professionellen Orchester gespielt worden sein?


    Viele Grüße


    Bernd

  • Die Frage geht an die Messebesucher und alle sonst, die Ahnung haben: :thumbup:
    Welches Ludwig Frank Modell ist denn intonationsmäßig/niedriger Anblaswiderstand usw. eurer Erfahrung nach am empfehlenswertesten? Dass man sich ein richtiges Bild nur selbst machen kann, ist mir natürlich klar, aber eine grobe Einschätzung wäre für mich im Oboenchaos der rettende Strohhalm. Ich fühle mich gerade ziemlich überschwemmt. ;(

    Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.
    (Victor Hugo) <3

  • Noch einmal: Die Dame hat keine feste Orchesterstelle sondern ist Azubi. Das Instrument wurde nicht von einem fest angestellten Orchestermusiker im Dienst gespielt, was man der Anzeige aber durchaus entnehmen kann. Damit werden Erwartungen geschürt, vermutlich um den Preis zu rechtfertigen.


    VG


    Palisander

  • Die kenne ich alle, den fünften natürlich auch, aber ernsthaft Probleme habe ich nur mit Nr. vier (gelegentlich, wenn ich zu rasch arbeite) und natürlich mit fünf.

    Mit Nr. vier habe ich ab und an (eher selten) auch noch Probleme. Angesichts der Tatsache, dass eine gerade an den Ecken besonders dünne Ansprache für mich im Hinblick auf ein möglichst flexibles, aber trotzdem weich und nicht zu hell klingendes Rohr unumgänglich ist, wird sich dieses Problem wohl auch nie komplett eliminieren lassen - "no risk, no fun"!


    Die Wicklung lackiere ich mit ein paar Strichen Nagellack, dann hält jeder Knoten.

    Ich schmurgele den Knoten vor dem Lackieren noch mit einem Feuerzeug zusammen - sicher ist sicher ;) !


    ... Bleibt eben Punkt fünf, und der ist ja nicht so leicht in den Griff zu bekommen, sondern bei mir eher Glücksache im Zusammenspiel von Holz und Schabung.

    Ja, das Zusammenspiel von Holz, Schabung, genauer Aushobelstärke (vom noch genaueren Mitte-Seitenverhältnis gar nicht zu reden....), unterschiedliche Ausprägung der jeweiligen Fasson - es müssen halt etliche Parameter möglichst gut zusammenpassen! Und das bleibt dann nicht nur bei dir, sondern auch bei mir ein Stück Glücksache! Alle Punkte lassen sich ja gar nicht gleichermaßen perfekt kontrollieren.


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • @ Tronja


    Komme doch nächstes Jahr mit Deinen Eltern einfach mal auf die Messe und teste die Modellle durch. Ich bin mir sicher, Du wirst am Abend mit einer Tendenz nach Hause fahren was es werden könnte.


    Mir ist übrigens noch eine andere Idee gekommen: Hast Du vielleicht auch mal darüber nachgedacht, Dir von Huttenlocher zunächst ein gutes Leihinstrument zu holen und Deine Oboe zurückzugeben ? Ich bin mir sicher der Huttenlocher verleiht seine Instrumente in gutem Zustand. Also lose Polster dürften dann sicherlich der Vergangenheit angehören und ich denke mir auch, dass er die Instrumente regelmäßig selbst wartet. Auf die Art könntest Du auch gleich einige (wenn auch ältere) Modelle durchtesten. Außerdem muß dann nicht in absehbarer Zeit eine Entscheidung her sondern Du könntest in Ruhe abwarten bis Dir "was über den Weg läuft". Nur so als Vorschlag-


    Palisander


    (Huch ist das schon spät !!! Gute Nacht)

  • Welches Ludwig Frank Modell ist denn intonationsmäßig/niedriger Anblaswiderstand usw. eurer Erfahrung nach am empfehlenswertesten?

    Puh - ich bilde mir ja dreisterweise ein, dass ich einigermaßen Ahnung habe, aber diese Frage kann ich dir nicht pauschal beantworten.


    Mit den letzten beiden (neueren) Ludwig-Frank-Modellen, die ich daheim ausgiebig getestet habe, hatte ich gewisse Probleme bezüglich einer nach oben ausbrechenden Höhe - vor allem beim h2/c3. Andere haben diese Probleme unter Umständen kaum oder gar nicht - es hängt halt auch viel von den subjektiven Spielgewohnheiten bzw. den zum Einsatz kommenden Rohren ab.


    Die älteren LF-Modelle intonieren für mich oben deutlich besser bis sehr gut.....


    Insgesamt zählen die LF-Oboen ziemlich unabhängig vom Baujahr zur internationalen Spitzenklasse, aber von Instrument zu Instrument gibt es genauso wie bei Marigaux, Buffet, Josef und allen anderen Firmen natürlich noch einmal gehörige Unterschiede. Ergo: Es hilft alles nix - man muss die in Frage stehende Tröte für sich selber möglichst gründlich ausprobieren!


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Was es nicht alles gibt 8o HA und VA in einem Instrument kombiniert zur wahlweisen Benutzung ?
    Wie funktoniert das denn ?


    Also dieses Instrument liest sich wirklich interessant ... und wenn es gut ist und zu einem passt, finde ich den Preis jetzt auch nicht überteuert ...

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Allegro, es ist kein Problem, ein halbautomatisches Instrument entsprechend umzubauen! In grauer Vorzeit besaß ich mal eine Rigoutat, die entsprechend ungefrickelt war, und bei diesem Instrument konnte man sogar den Oktavhebel links abschrauben, falls der einem im Weg war. Diese Oboe hatte aber den entscheidenden Nachteil, dass es eine Rigoutat war :D - deshalb war ich ziemlich froh, als ich sie wieder losgeworden bin.


    Herzliche Grüße


    Bernd

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!