Oboen-Frischlinge

  • Finde das alles hochinteressant

    Ich hab den Gaumenstoß zuerst ziemlich hart gemacht (weil's leichter für mich war), kommt mir aber auch nicht so schwer vor, das dann später zu korrigieren. Wie bei der Permanentatmung muss man erstmal dranbleiben, bis man "den Dreh" raushat, und dann kann noch viel feinjustiert werden. Kann man dann natürlich gut mit Staccatoetüden üben, die helfen mir zumindest, jetzt auch die Ausdauer und Gleichmäßigkeit reinzubringen.

    Das sehe ich ein, und ich bleibe dran. Mit welchen Konsonanten würdest Du deinen Gaumenstoß beschreiben?

    Bei mir handelt es sich (vor allem dann, wenn es richtig schnell wird) nicht um einen "Stoß" im eigentlichen Sinne, sondern um ein vertikales Auf und Ab der Zunge (und letztlich fast alleine der Zunge :!: ) , welches ich, insofern es bei dieser Bewegung um die Formung von Konsonanten geht, am besten mit einer Mischung von G und L :!: beschreiben kann.

    wiederspricht sich das jetzt nicht? Oder gibt es einfach die zwei Möglichkeiten?

    Vor Jahren habe ich, wie ich glaube, in diesem langen Faden schon einmal etwas dazu geschrieben

    Da ich jetzt so klug bin als wie zuvor, mache ich mich erst mal auf die Suche nach dem Faden. Bin aber schon jetzt sehr dankbar für die Anregungen.


    Herzliche Grüße


    Felix

  • wiederspricht sich das jetzt nicht?

    Meines Erachtens widerspricht sich das nicht. Meine Zunge ist auch schon "weiter nach vorne gewandert", wie ich es mal nennen möchte, ich mache den "Stoß" also nicht hart hinten in der Kehle (wie beim K), sondern die Zunge schlägt an den Gaumen. Angefangen habe ich aber mit dem harten K. Erstmal muss es schaffen, irgendwie mit einem Konsonant, sei es K oder G, den Luftstrom zu unterbrechen. Da sollte man, würde ich meinen, am Anfang nicht zu genau sein, Hauptsache ist, dass man irgendwie mit der hinteren Zunge den Luftstrom unterbricht. Das muss man ja erstmal rauskriegen. Wenn das klappt, wird die Zunge mit der Übung auch von selbst immer lockerer, wenn man bewusst versucht, weniger hart zu stoßen, muss die Zunge zwangsläufig "nach vorne wandern" und der Zungenstoß von Bernd wäre dann eben das angestrebte Ziel.

    Mein Gaumenstoß ist auch schon ein G, kann und muss aber natürlich noch viel weicher werden. Ich merke auch schon, dass das Ziel ist, dass der Weg zwischen beiden Stößen, vorne hinten, am Ende so kurz wie möglich ist, das wäre bei G/L ja der Fall. Kann mir sehr gut vorstellen, was Du, Bernd, mit dem "vertikalen Auf und Ab" meinst, muss toll sein, wenn man einmal dahin gekommen ist!

  • Danke, das war sehr hilfreich. Irritiert hat mich eigentlich nur @Bernd mit dem "vertikalen auf und ab der Zunge", aber sonst entspricht (glaube ich) alles dem was hier geschrieben wurde und was Herr Menzel dazu sagt:


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    Ansonsten habe ich hier im Forum tatsächlich mehrere Fäden zum Thema Doppelzunge gefunden (scheint ja wirklich ein uraltes Thema zu sein), werde mich also bei meiner Überei daran machen.


    Herzliche Grüße


    Felix

  • Irritiert hat mich eigentlich nur @Bernd mit dem "vertikalen auf und ab der Zunge"

    Gerade habe ich noch einmal versucht, das, was ich bei der Doppelzunge mache, genauer zu analysieren - und ich bleibe dabei: Statt nur hin und zurück wie beim einzelnen Stoßen der Töne geht die Zungenspitze hier auf und ab! Beim D (Menzels T-K finde ich fehl am Platz) läuft die Bewegung nach oben, beim G nach unten, aber in beiden Fällen wird der Luftfluss ins Rohr ganz kurz unterbrochen, so dass es zu einer Trennung der Töne kommt.

    Ich merke auch schon, dass das Ziel ist, dass der Weg zwischen beiden Stößen, vorne hinten, am Ende so kurz wie möglich ist, das wäre bei G/L ja der Fall.

    Ein K findet sehr weit hinten statt, ein G schon mehr vorne und ein L noch weiter vorne. Wenn ich Doppelzunge anwende, geschieht für mein Gefühl hinten fast gar nichts. Vielleicht wird dort ein kleiner Impuls für das gegeben, was sich im Wesentlichen vorne abspielt. Oder anders gesagt: Man muss sich von der Vorstellung freimachen, dass sich ein Stoß vorne mit einem anderen Stoß deutlich weiter hinten abwechselt!


    Noch anders gesagt: Das G sollte so weit vorne artikuliert werden, dass es eine gewisse Nähe zum L bekommt.


    Und wiederum anders gesagt: Paulas Formulierung vom "möglichst kurzen Weg" trifft den Nagel so ziemlich auf den Kopf!


    Ich würde mich ja gerne klarer ausdrücken, aber derartigen Themen (zu denen beispielsweise auch die Beschreibung der sogenannten Stütze gehört) kann man leider nur mit mehr oder minder verständlichen Metaphern beikommen.


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Ich würde mich ja gerne klarer ausdrücken, aber derartigen Themen (zu denen beispielsweise auch die Beschreibung der sogenannten Stütze gehört) kann man leider nur mit mehr oder minder verständlichen Metaphern beikommen.

    Vielen Dank. Ich werde das G/L bei meinen Übungen einbeziehen. Wahrscheinlich muss man das für die eigene Mundhöhle etwas modifizieren. Allerdings bin ich mit meiner Mundhöhle noch etwas eingeschränkt (der Druck im Mund schmerzt noch), so dass ich noch etwas vorsichtig damit umgehen muss. Was meint ihr, kann man das auch trocken üben, also ohne Instrument, hilft das?

    Wegen der Stütze, Menzel hat auch einen Beitrag zum Thema Zwerchfell staccato, was meint ihr dazu?


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    Herzliche Grüße


    Felix

  • Auf Eure Beiträge hin habe ich heute nun auch ein wenig experimentiert .... also das k geht bei mir auch absolut gar nicht - das ist viel zu weit hinten.

    Mit dem g/l könnte ich mich schon eher anfreunden .... wenngleich mein Zungenstoß eigentlich am ehesten auf dem d sitzt - aber das l ist davon ja nicht allzuweit entfernt ....

    Im moderaten Tempo kriege ich g/l auch irgendwie hin - aber natürlich noch mit deutlichem Klangunterschied. Wie ich den elimiieren kann, ist mir hier noch ein Rätsel ... :rolleyes:

    Genauso rätselhaft ist mir, wie man damit jemals schneller werden kann als mit dem einfachen Zungenstoß :/

    Ich werde aber auch versuchen, da dran zu bleiben - wenngleich Geduld leider noch nie meine Stärke war Schlecht2

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • wenngleich Geduld leider noch nie meine Stärke war Schlecht2

    Meine auch nicht, aber ich kann kleine Fortschritte vermelden, obwohl ich mit G/L nicht zurechtkomme kann ich nun zumindest mit K/T auf einem, dann auf drei Tönen echt schnell spielen. Geduld brauche ich vor allem mit der Synchronisation der Finger. Schlecht2 Etüden sind gerade wieder angesagt.


    Herzliche Grüße


    Felix

  • Genauso rätselhaft ist mir, wie man damit jemals schneller werden kann als mit dem einfachen Zungenstoß

    Die Schnelligkeit beim einfachen Zungenstoß ist ja im wesentlichen nur davon limitiert, wie schnell du t-t-t-t sagen kannst.

    Jedes t ist eine Zungenbewegung weg vom Gaumen und wieder hin.

    Bei der Doppelzunge produziert pro Zungenbewegung aber zwei Töne, d.h. bei gleichem Tempo muss sich die Zunge nur halb so schnell bewegen.

    Der Effekt müsste eigentlich schon beim Ungeübten auch ohne Instrument erfahrbar sein:

    Sag mal 64-mal t-t in einem Tempo, das nahe an deinem Maximaltempo ist.

    Und danach gleiche mit t-k im gleichen Tempo.
    Das sollte einem leichter fallen bzw. sich weniger anstrengend anfühlen als die erste Übung.


    :wink:

  • Heute steht schon wieder ein Jubiläum an :cincinsekt:




    Heute vor 10 Jahren ....





    ist Oböchen bei mir eingezogen :grins3:

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Ich habe bei meinem heutigen Üben (= Tag 6 mit Oboe) zweifelsfrei festgestellt:
    das Instrument hat es auf mich agesehen und will mich ärgern X(
    Vom B bis zum g klappen die (Ganz-)Töne relativ gut; a, h und c`hassen mich ?( und ab dem d`kriege ich sie merkwürdigerweise wieder halbwegs hin.
    Einzeln angeblasen kriege ich sie auch eher hin als im Versuch des legato-Spiels ... mal sehen, wie sie sich im Laufe der Woche noch so entwickeln ...


    Heute steht schon wieder ein Jubiläum an :cincinsekt:

    Heute vor 10 Jahren ....

    ist Oböchen bei mir eingezogen :grins3:

    Grins2 Herzlichen Glückwunsch, auch für die :callas1: 6691 Beiträge. Wie geht es inzwischen dem a, h und c und der :schwitz1: Doppelzunge?


    Herzliche Grüße


    Felix

  • Danke - und Ja - ich freue mich auch sehr, dass mein Oböchen noch erklingen darf :jaja1:


    Wie geht es inzwischen dem a, h und c und der :schwitz1: Doppelzunge?

    a, h, c wird langsam besser .... Doppelzunge habe ich die letzten Tage nicht versucht, da ich zu beschäftigt war mit dem WO (nur zu meinem eigenen Vergnügen) .... dafür läuft das Gewurschtel in der Nr. 1 nun immer besser - auch gestoßen ohne Doppelzunge.

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Wir zwei haben diesen Tag mit einem neuen Stück "gefeiert" :S ... und zwar mit Telemanns TWV 51:f1 :) Sehr zugute kommt mir hier - und nicht nur hier, sondern in den letzten Moanten recht häufig -, dass ich dank Bernds Einstell-Tipps nun das Gabel-F hemmungslos nutzen kann 8)

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Sehr zugute kommt mir hier - und nicht nur hier, sondern in den letzten Moanten recht häufig -, dass ich dank Bernds Einstell-Tipps nun das Gabel-F hemmungslos nutzen kann 8)

    Wenn meine Tipps wirklich etwas nutzen, freut mich das natürlich sehr! Und ich habe es ja immer wieder gesagt: Das Gabel-F kann einem das Oboistenleben deutlich leichter machen!


    Davon abgesehen gratuliere ich herzlich zum zehnjährigen Spiel auf einer Oboe, die mir nicht ganz unbekannt ist ;) ! Ich denke, mit dem Instrument hast du es insgesamt gut getroffen.


    Ich hoffe sehr, dass wir uns irgendwann auch wieder live begegnen werden. Momentan ist das ja leider aus Gründen, die nichts mit Corona zu tun haben, so gut wie unmöglich.....


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Ich hoffe sehr, dass wir uns irgendwann auch wieder live begegnen werden.

    Das hoffe ich auch, Bernd. :wink:

    Ich denke, mit dem Instrument hast du es insgesamt gut getroffen.

    auf alle Fälle :grins3:

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Sehr zugute kommt mir hier - und nicht nur hier, sondern in den letzten Moanten recht häufig -, dass ich dank Bernds Einstell-Tipps nun das Gabel-F hemmungslos nutzen kann 8)

    Alles klar, ein gut eingestelltes Gabel F soll sich ja nicht vom normalen F unterscheiden. Aber die Oboenbauer haben uns auch den linken F-Hebel geschenkt, nicht vergessen!


    Herzliche Grüße


    Felix

  • Klar - der wird ja auch fleißig genutzt ... aber in Kombination mit es oder d spielt sich das Gabel-F halt viel leichter ....

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Wenn man den linken F-Hebel an meinen Instrumenten weggelassen hätte, würde ich nichts vermissen!

    Ich erinnere mich, meine ersten Oboen hatte den linken F-Hebel nicht und ich habe ihn bei meinen neueren Instrumenten dann auch lange ignoriert. Mittlerweile schätze ich ihn sehr obwohl mein Gabel-F perfekt klinkt und immer noch zum Einsatz kommt.


    Herzliche Grüße


    Felix

  • Ich komme gerade aus nem tollen Konzert .... die Oboen gab es zwar nur im Orchester und nur im 1. Teil des Konzertes - aber die waren wieder wunderschön .... Nicolas Cock-Vassiliou und Michael Höfele hatten gleich im 1. Stück Hammerpartien mit unendlich vielen und superschnellen Läufen in g-Moll zu bewältigen, was sie bravourös gemeistert haben :verbeugung2: und zwar in einer Ouvertüre Nr. 6 von einem mir bislang gänzlich unbekannten Francesco Maria Veracini (1690-1768).


    Dann kam der Dirigent des heutigen Abends, der hierbei auch mit vollstem Körpereinsatz zu Gange war, so dass ich oft auch schon bei seinem Anblick von hinten geahnt habe, was er will Grins1 endlich auf der Blockflöte zum Einsatz: Maurice Steger spielte hier eine anscheinend aus Ebenholz oder ähnlichem bestehende, wunderschön klingende Altflöte in Vivaldis "La Notte".Die Virtuosität war enorm und ich fand es auch sehr faszinierend, wie durch unterschiedliche Anblastechniken usw. auch auf der Blockflöte unterschiedliche Klänge entstehen können.

    Das nahtlos anschließende moderne Werk eines japanischen Komponisten war durchaus .... äähhh .... intertessant ....

    Dann gab es nochmal Vivaldi ohne Flöte (RV 569), nach der Pause dann das 4. Brandenburgische Konzert und dann brillierte Steger in Vivaldis RV 428 mit einer Sopranino-Flöte. Da gab es u.a. ganz viel Vogelgezwitscher in allen möglichen Variationen und ich war sehr erstaunt und fasziniert, wie schön und variantenreich auch diese hohe Flöte klingen kann :verbeugung2:

    Im letzten Werk des Abends, Vivaldis RV 558 hat Steger die zwei Schalmeien durch zwei Klarinetten ersetzt Schlecht2 - ich habe mich zwar ernstlich bemüht, das schön zu finden, aber das passte für meine Ohren so gar nicht :neenee1: Sehr schön war hier jedoch das Zusammenspiel von Mandoline und Harfe, die hier die Stimme der 2. Mandoline gespielt hat. Die Theorben wurden durch Fagotte ersetzt, was m.M. nach ebenfalls nicht besonderts gut gepasst hat ....

    Aber insgesamt war es ein tolles Konzert. Viel Spaß hat es auch gemacht, die intensive und humorvolle Interaktion von Steger mit dem Konzertmeister / Soloviolinisten Florin Iliescu zu beobachten. Und was ich auch gut fand: das Orchester hat weitgehend im Stehen gespielt, was m.M. nach der Spielfreude und dem Ausdruck durchaus zu Gute kam.


    Morgen abend gibt es die zweite Aufführung davon und diese wird ab 20.04 in hr2-kultur live übertragen 8)

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

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