• Danke Euch 😘

    Wie ging es dir eigentlich mit deinem ersten Rohr in der Oboenstunde?

    😇 Ich habe geschabt wie es mir gezeigt wurde und dann immer wieder probiert. Als ich am Ende die Ansprache immer noch wieder dünner machen sollte, habe ich es kaputt gemacht. Es hatte dann keine Ansprache mehr, die Ecken waren weg 🥺

    Wenn ich da mehr Vorsicht genommen hätte, wäre es spielbar gewesen.

    Aber ich habe guten Mut und werde weiter probieren. Jetzt habe ich fünf gebrauchte Hülsen und Fassons bekommen und soll die aufbinden zu Hause. Ich denke, das kann ich. Dann kann ich sie nächsten Monat mit dem Außenhobel bearbeiten und dann versuche ich nochmal mit dem Messer zu schnitzen.

    Zum Üben habe ich kaputte Rohre (also zum Üben, nicht zu viel auf einmal zu schaben).

    Im Ganzen bin ich zufrieden, auch wenn das Rohr jetzt kaputt gegangen ist.

    Im Prinzip schon, allerdings spielt wohl die Gesamtlänge des Rohres eine maßgebliche Rolle.

    Im Kurs hatte die Anfängerin neben mir zwei Rohre aufgebunden mit zwei verschieden langen Hülsen, die Rohre waren aber am Ende gleich lang. Das heißt, bei dem einen Rohr ist das schwingende Teil länger. Was hat das denn zu bedeuten?

  • Neben Rohre bauen gibt es ja noch was: Spielen 😁

    Ich spiele sehr viel von dem Telemann. Ich freue mich auf die nächste Stunde wenn ich zeigen kann, wie gut ich geübt habe. Ich hatte nun einige Zeit keinen Unterricht, erst war meine Lehrerin weg und dann war nur Rohrbauen.

    Ich kann die ganze Partita II so spielen, dass ich denke, aktuell ist es mein Bestes. Ich möchte gerne die schnellen Noten schneller spielen und bei den langsamen Stücken mehr Ausdruck haben. Auch trillern kann ich gar nicht.

    Aber es macht Spaß und hört sich wie Musik an.

  • Ich kann die ganze Partita II so spielen, dass ich denke, aktuell ist es mein Bestes. ....

    Aber es macht Spaß und hört sich wie Musik an.

    Super - Glückwunsch 8)

    Ich möchte gerne die schnellen Noten schneller spielen und bei den langsamen Stücken mehr Ausdruck haben. Auch trillern kann ich gar nicht.

    Das kommt schon noch ... eins nach dem anderen .... :trost:

    Viele Grüße - Allegro

    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Ich habe geschabt wie es mir gezeigt wurde und dann immer wieder probiert. Als ich am Ende die Ansprache immer noch wieder dünner machen sollte, habe ich es kaputt gemacht. Es hatte dann keine Ansprache mehr, die Ecken waren weg 🥺

    Das ist am Anfang völlig normal und wird dir noch oft genug passieren. Lass dich dadurch nicht entmutigen - das Gefühl für die feine Handhabung des Messers muss sich erst entwickeln!

    Im Kurs hatte die Anfängerin neben mir zwei Rohre aufgebunden mit zwei verschieden langen Hülsen, die Rohre waren aber am Ende gleich lang. Das heißt, bei dem einen Rohr ist das schwingende Teil länger. Was hat das denn zu bedeuten?

    Wenn man zwei Rohre auf verschieden langen Hülsen mit der gleichen Länge aufbindet, verändert sich logischerweise die Länge des schwingenden Holzes (vom Ende der Wicklung bis zur obersten Kante). Das hat dann etwas unterschiedliche Eigenschaften zur Folge; grob kann man sagen, dass mehr schwingendes Holz einen volleren und dunkleren Klang begünstigt, aber auf der anderen Seite weniger Intonationsstabilität in der Höhe bietet.

    Hier in Deutschland werden 25 mm schwingendes Holz als Normalmaß gesehen, sprich: Bei einer 46er Hülse sollte das Rohr dann eine Gesamtlänge von 71 mm haben. Ich selber bevorzuge etwas mehr schwingendes Holz (25,5 bis 26 mm), aber das ist eine Frage der persönlichen Erfahrungen.

    In diesem Zusammenhang eine Frage an Felix: Hast du bei deinen 5 Rohren auf 46er Hülsen die "alte" Gesamtlänge erreicht? Wenn ja, wäre das der Ansatz einer Erklärung für das jetzt dunkler klingenden C2.

    Ich habe das hier vor Jahren schon mal geschrieben: Beim Rohrbau geht es am Ende immer wieder um die ideale Balance zwischen "Weichheit" im Sinne von dunklem Klang sowie Flexibilität auf der einen und "Härte" im Sinne von klanglichem Glanz sowie vor allem Intonationsstabilität auf der anderen Seite. Um zu mehr Weichheit zu gelangen, kann man den Unterschied zwischen Ansprache und Herz vergrößern, indem man die Ansprache nach und nach immer dünner macht (das ist ein Weg, den ich grundsätzlich verfolge). Man kann auch den Unterschied zwischen Seite und Mitte vergrößern, indem man die Seiten dünner schabt (auch das geschieht bei mir sehr oft). Und man kann eben so aufbinden, dass das schwingende Holz länger wird.

    - Je größer der Unterschied zwischen Ansprache und Herz, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - Je größer der Unterschied zwischen Seiten und Mitte, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - je länger das schwingende Holz, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - je länger die Bahn, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - je breiter die Fasson, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • - Je größer der Unterschied zwischen Ansprache und Herz, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - Je größer der Unterschied zwischen Seiten und Mitte, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - je länger das schwingende Holz, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - je länger die Bahn, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    - je breiter die Fasson, desto weicher klingt und reagiert das Rohr

    Jetzt muss ich Danke sagen, habe wieder was gelernt.

    Herzliche Grüße

    Felix

  • Puh, ich hatte schon befürchtet, dass ich hier Banalitäten, die eigentlich jedem bekannt sind, verbreite ....:schaem1:

    Dann mache ich mal weiter: Unter den Methoden, "Weichheit" ins Rohr zu bringen, ist diejenige, die Ansprache schrittweise immer dünner zu machen, sicher die handwerklich aufwändigste - aber auch diejenige, die am wenigsten auf Kosten der Intonationsstabilität und des klanglichen "Glanzes" geht. Daher ist es für mich im Laufe der Jahre selbstverständlich geworden, alle Rohre ab dem Gang durch den Außenhobel in vielen weiteren Schritten, die hauptsächlich dem Nacharbeiten der Ansprache dienen, zu Ende zu bauen. Ein optimales Ergebnis lässt sich meiner Erfahrung nach nur erzielen, wenn man das Rohr zwischendurch immer wieder trocknen lässt und anschließend erneut an das Ausdünnen des vordersten Bereichs geht, acht mal, neun mal, zehn mal, vielleicht auch elf mal....nacharbeiten, trocknen lassen, nacharbeiten, trocknen lassen, nacharbeiten, trocknen lassen...

    Natürlich ist es zusätzlich nötig, auch noch anderswo Korrekturen anzubringen: Die Seiten als weiteres Feld, welches es fast immer noch etwas zu beackern gilt, habe ich ja vorhin schon genannt, aber bei klanglich muffigen und/oder intonationsmäßig instabilen Rohren muss man tatsächlich auch mal eine Spur in der Mitte (im Herz) wegnehmen. Wenn die Tiefe zu sehr klemmt, hilft unter Umständen eine kleine Verlängerung der Bahn oder auch nur eine minimal schärfere Profilierung ihres Beginns, wobei dadurch ganz schnell die Intonation ab dem G2 ruiniert werden kann - hier ist ganz viel Vorsicht geboten!

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Bernd, manches davon ist mir natürlich schon klar, die direkte Auflistung oben ist aber wirklich hilfreich.

    Zur Nachbearbeitung (was ich natürlich auch immer wieder mache), wollte ich nur verständnishalber anfügen:

    ....nacharbeiten, trocknen lassen, nacharbeiten, trocknen lassen, nacharbeiten, trocknen lassen...

    Zwischen trocknen lassen und nachbearbeiten, lege ich das Rohr nochmal ins Wasser, oder bearbeitest Du wirklich trocken?

    Herzliche Grüße

    Felix

  • Felix, an einem frisch gewässerten Rohr kann ich die Ansprache überhaupt nicht vernünftig nacharbeiten! Ich mache das fast immer komplett trocken, in manchen Fällen auch an halb getrockneten Rohren.

    Sehr selten kommt es vor, dass ein Rohr reißt, wenn ich es trocken mit dem Messer traktiere. Das muss ich dann in Kauf nehmen.

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Werde ich ausprobieren. Bisher habe ich am halbtrockenen Rohr nachgearbeitet, damit ich das Ergebnis sofort prüfen kann. Das Rohr ist also während der ganzen Nachbearbeitung spielbereit.

    Herzliche Grüße

    Felix

  • Bisher habe ich am halbtrockenen Rohr nachgearbeitet, damit ich das Ergebnis sofort prüfen kann. Das Rohr ist also während der ganzen Nachbearbeitung spielbereit.

    Ich prüfe das Ergebnis ebenfalls sofort. Meine Rohre gehen auch trocken, wenn sie denn gehen. Nach mehrmaligem Prüfen ist dann allerdings wieder ein zu hoher Grad der Durchfeuchtung erreicht - dann lege ich das jeweilige Rohr erneut zum Trocknen weg. Und je nach Material dauert das Trocknen mehr oder minder lange.

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Bei mir funktionieren Bernds Rohre aber auch nicht knochentrocken :versteck2: ...

    ....ich bin nämlich auch seit Tagen am Nacharbeiten von einem, das sehr, sehr schwer war .... mittlerweile habe ich es aber wahrscheinlich mehr verhunzt - ich kann das nämlich auch sehr gut; Ecken wegschaben und dergleichen :heul1:

    Viele Grüße - Allegro

    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • P.S. auch ich finde übrigens, dass es sich trocken am besten schabt - ganz besonders natürlich an der Ansprache ,,,

    Viele Grüße - Allegro

    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Bei mir funktionieren Bernds Rohre aber auch nicht knochentrocken :versteck2: ...

    ....ich bin nämlich auch seit Tagen am Nacharbeiten von einem, das sehr, sehr schwer war ....

    Manche Rohre verändern sich im Laufe der Zeit noch stark und werden, obwohl ich sie über einen längeren Zeitraum hinweg gebaut habe, deutlich schwerer. Verhindern lässt sich das leider nicht; im Zweifelsfall kann man mir derartige Rohre aber zwecks Nacharbeitung zurückschicken.

    Oft ist es auch so, dass die Rohre nicht wirklich schwerer werden, sondern massiv an Spannung zulegen (Spannung und Blaswiderstand werden beim Ausprobieren von Rohren gerne miteinander verwechselt). Bei meinen eigenen Rohren erlebe ich das ganz oft - man muss dann vor dem Ausprobieren die Spannung wegdrücken oder das Rohr gegebenenfalls auch für eine gewisse Zeit in eine Wäscheklammer klemmen.

    Meine fast bis gar nicht. Bei guten Rohren genügt zwar oft das anfeuchten im Mund, aber trocken?

    Auch hier spielt der Faktor Spannung eine große Rolle. Bei vielen trockenen oder fast trockenen Rohren kann ich die Spannung fürs Erste mit den Lippen überwinden (ich "beiße" dann halt mal für wenige Sekunden), aber manchmal geht es wirklich gar nicht. In diesem Fall muss die Wäscheklammer her - ich arbeite mittlerweile ganz viel damit!

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Auch hier spielt der Faktor Spannung eine große Rolle. Bei vielen trockenen oder fast trockenen Rohren kann ich die Spannung fürs Erste mit den Lippen überwinden (ich "beiße" dann halt mal für wenige Sekunden), aber manchmal geht es wirklich gar nicht. In diesem Fall muss die Wäscheklammer her - ich arbeite mittlerweile ganz viel damit!

    :ironie1:

    Bitte, beißt nie in trockene Wäscheklammern :!:

    Herzliche Grüße

    Felix

  • Wenn man kurz wässert (wenige Minuten), kann man die Spannung natürlich leichter und risikoloser als bei einem trockenen Rohr wegdrücken.

    Langes Wässern hingegen führt zu noch mehr Spannung und ist generell nicht zu empfehlen.

    Fertige Rohre, die über Monate nicht im Gebrauch waren, sind oft sehr stark ausgetrocknet und benötigen dann eine längere Einweichzeit von 5 - 10 Minuten. Rohre, auf denen man laufend spielt, müssen nach meiner Erfahrung nur ganz kurz gewässert werden, bevor man darauf übt oder eine Probe/ein Konzert absolviert.

    Herzliche Grüße

    Bernd

  • Leute, ich habe seit ein paar Wochen ein ziemlich merwürdiges Oboenproblem, das mir das Spielen verleidet bzw. unmöglich macht. Das Phänomen ist schwieirg zu beschreiben, aber ich versuche es trotzdem: Wenn ich ganz normal spiele, sprechen die Töne in der mittleren Lage ungefähr zwischen a und e nicht an, sondern kieksen oder springen direkt in die höhere Oktave. Wenn ich die Töne einzeln spiele, mich sehr genau auf den einzelnen Ton konzentriere und viel mit den Lippen korrigiere, kann ich die richtigen Töne durchaus spielen (manche besser, mache schlechter, aber sie sind also nicht komplett weg), wenn ich dann aber wieder versuche, ganz normal ein Stück bzw. eine musikalische Phrase zu spielen, kommt meistens nur Kieksen und Pfeifen statt den richtigen Tönen. In der oberen Oktave ist alles vollkommen normal. Das Phänomen habe ich schon seit einigen Wochen, es geht nicht von alleine weg und ist auch unabhängig davon, welches Rohr ich benutze.

    Nun frage ich mich, ob das am Instrument selbst liegen kann, etwa an einer kleinen Beschädigung im Inneren des Instrumentes. Wenn dem so ist, bräuchte ich nicht weiter hier zu Hause herumexperimentieren, dann hätte ich ohnehin keine Chance. Wenn es hingegen an irgendetwas liegt, was ich selbst beeinflussen kann, würde ich weiter daran arbeiten.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

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