Die Grazer Oper

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  • Die Grazer Oper

    Liebe mozartinaa,


    gibt es Aufführungen in der kommenden Saison in Graz, auf die Du Dich besonders freust? Bei mir sind es zwei, die "Rusalka" von Dvorak in der Regie von Stefan Herheim und die "Csárdásfürstin" von Kálmán in einer Inszenierung von Peter Konwitschny. Leider bin ich an beiden Premierenterminen verhindert (18.12.2009 und 23.01.2010), wenn ichs einrichten kann, schaue ich mir einer der Folgeaufführungen an.



    Meistersinger" möchtest Du Dir nicht anschauen...? Graz wäre tatsächlich eine Premiere für mich. Da war ich nie, weder in der Stadt, noch im Opernhaus. Mich reizen beide Produktionen - bei "Rusalka" habe ich zu lange gezögert, um mir für Brüssel eine Karte zu kaufen, aber die Rezensionen haben mir viel Lust darauf gemacht, dann eben in Graz die identische Inszenierung anzuschauen - und wenn die "Csárdásfürstin" von Konwitschny ein Remake seiner Dresdener Produktion dieses Stückes ist (also im Schützengraben spielend, mit jenem berühmten Bild, wo zu Walzerklängen mit einem kopflosen Soldaten des ersten Weltkrieges getanzt wird - eine Szene, deren Veränderung durch die Dresdener Intendanz deutsche Gerichte beschäftigt hat), freue ich mich sehr, diese Aufführung doch noch komplett sehen zu können. Und Operette ist überhaupt nicht mein Ding, aber Konwitschnys Inszenierung von Lehárs "Land des Lächelns" an der "Komischen Oper" in Berlin war ausgezeichnet.


    Naja, auch wenn Graz für mich nicht um die Ecke liegt, ich komme da schon irgendwie hin

    Der Kunst ihre Freiheit

  • RE: Die Grazer Oper

    Unser Neumitglied mozartinaa hat mich um die Threaderöffnung mit obigem Thema gebeten, was ich hiermit gerne tue.


    Danke Alviano für deine Hilfe !


    Bitte darf ich dich,sofern es deine Zeit zulässt,noch um den Gefallen bitten,dein letztes Posting vom Vorstellungsthread in diesen neuen Thread zu kopieren.


    Ich werde in meiner Freizeit fest üben,mich mit den richtigen Gepflogenheiten und technischen Raffinessen dieses netten Forums vertraut zu machen,bis dahin bitte ich um Nachsicht.


    Danke


    mozartinaa

    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"

  • Lieber Alviano, liebe Mozartinaa!


    Die Rusalka möchte ich mir auch unbedingt anschauen, sowie die Lulu und die Somnambula! Anlässlich ersterer könnten wir ja dann vielleicht ein Capriccio-Treffen veranstalten? Wenn Alviano noch nie in Graz war, hat er was verpasst und bekommt von mir natürlich eine Spezial-Stadtführung verabreicht!


    Liebe Grüße,
    Areios

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Meistersinger" möchtest Du Dir nicht anschauen...?


    Lieber Alviano,


    ich möchte anhand der Beantwortung dieser Frage vielleicht noch ein bisserl ausschweifen und die Art,wie ich die Oper liebe ,erklären.Schließlich solltest du ja wissen,mit welcher Opernliebhaberin du es zu tun hast,wenn Areios und ich dir unser schönes Graz und das schmucke Opernhaus zeigen werden :) .


    Ich werde die "Meistersinger" an der Grazer Oper nicht anschauen,da ich zu der seltenen Gattung Opernbesucher gehöre,die kein Anhänger von Wagner ist. Ich habe die "Meisteringer" bereits vor Jahren in Essen (in einer für mich langweiligen Inszenierung )erlebt,mein Bedarf an dieser Wagneroper ist somit gedeckt.


    Ich finde Wagners Musik schön,solange nicht dazu gesungen wird.Ausserdem interssieren mich die Themen seiner Opernstoffe nicht.Diese beiden Sätze werden jetzt für dich hart klingen und nicht nachvollziehbar sein.Aber ich hab auch schon eine Wagneroper " Parsifal"erlebt,die mir durch eine packende Inszenierung (David Alden) an der Grazer Oper 2003 sehr gut gefiel.


    Da ich eine große Vorliebe für das Schauspiel habe,wo die Psyche der Menschen sehr ehrlich und ungeschminkt durch ausdrucksstarke Schauspieler dargestellt wird und Themen behandelt werden,die nicht immer heroisch sein müsen,sondern allzu menschlich,habe ich meinen persönlichen Zugang zur Oper gefunden,als das moderne Musiktheater mit Regisseuren wie Herheim,Konwitschny,Hilsdorf,Bieieto usw.aufkam.Wenn ich von Inszenierungen dieser Regisseure spreche,dann meine ich jetzt nicht die ausufernden Regien,wo man schon nicht mehr weiss,wie noch verrückter ,noch ordinärer,noch provokativer man inszenieren muss,um als Skandalregisseur auf sich aufmerksam zu machen.


    Aber solche zum Nachdenken anregenden Aufführungen,in Kombination mit einem mich fesselnden,spannenden Opernstoff,Sängern,die neben ihrem Gesang auch noch über ein schauspielerisches Talent verfügen und das Ganze mit der Gewalt der Musik untermalt,das lässt mir eine Gänsehaut ( Ganslhaut auf österr.) aufsteigen,die wir ja alle sogerne haben ;) .


    Morgen werde ich dann noch zu Rusalka und den anderen Premieren an der Grazer Oper einige Fragen an unsere Opernfachmänner wie Alviano und Areios haben.


    LG Mozartinaa

    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"

  • [...] Da ich eine große Vorliebe für das Schauspiel habe,wo die Psyche der Menschen sehr ehrlich und ungeschminkt durch ausdrucksstarke Schauspieler dargestellt wird und Themen behandelt werden,die nicht immer heroisch sein müsen,sondern allzu menschlich,habe ich meinen persönlichen Zugang zur Oper gefunden,als das moderne Musiktheater mit Regisseuren wie Herheim,Konwitschny,Hilsdorf,Bieieto usw.aufkam.[...]

    Wunderbar! Ich habe immer behauptet, dass Bieito und co. mehr neues Publikum anziehen als sie traditionelles Publikum vergraulen, und damit eben nicht die Totengräber der Oper sind, sondern ganz im Gegenteil ihre Lebensretter. Darf ich Dich als lebendes Beispiel für diese These zitieren? :thumbup:


    Zu Wagner würde ich Dir im nächsten Jahr eine Reise nach Stuttgart empfehlen: Parsifal in einer Inszenierung von Bieito! Was will man mehr...


    Und zu allerletzt (und ganz schüchtern :huh: :( Hat sich dieser Thread nicht ein wenig verlaufen und ist im falschen Forum gelandet?


    Liebe Grüße
    Michel

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Und zu allerletzt (und ganz schüchtern :( Hat sich dieser Thread nicht ein wenig verlaufen und ist im falschen Forum gelandet?


    Hallo,


    ich hoffe,dass ich neben meinen technischen Schwierigkeiten (z.b...wie man ein Zitat endlich zum Weiterschicken bringt,usw...) nicht auch noch ständig Angst haben muss, in einem falschen Thread gepostet zu haben,denn das würde mir die Freude am Schreiben nehmen und ich käme mir wieder wie in der Schule vor,aus der ich ja schon lange heraussen bin.


    Ich werde natürlich mein Bestes geben ,die Forumsregeln einhalten und den Begründern ihren wohlverdienten Respekt erweisen,aber manchmal kommen halt in einer Nachricht verschiedene Themen vor.


    Du kannst mich natürlich zitieren und es freut mich,in dir auch einen "Opernfreund der modernen Regie " gefunden zu haben.Danke für den Stuttgarter Parsifal-Tipp.


    LG Mozartinaa

    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"

  • ich hoffe,dass ich neben meinen technischen Schwierigkeiten (z.b...wie man ein Zitat endlich zum Weiterschicken bringt,usw...) nicht auch noch ständig Angst haben muss, in einem falschen Thread gepostet zu haben,denn das würde mir die Freude am Schreiben nehmen und ich käme mir wieder wie in der Schule vor,aus der ich ja schon lange heraussen bin.

    Oh Gott! Bitte bitte nicht mit dem Schreiben aufhören! Ich habe nur (ganz schüchtern) die Hand gehoben, und anscheinend ist daraus der Finger des Oberlehrers geworden :schaem: . Soll nicht wieder vorkommen. Wo soll ich mich bloß verstecken? [Blockierte Grafik: http://smilys.net/beschaemte_smilies/smiley1970.gif]


    Michel :wink:

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Lieber Michel,
    hätte wohl auch, so wie Irene, alles in diesen Thread gepackt (gerate ja zu 99% ins OT), aber wo sollten die Berichte hin, die nicht speziell zur Grazer Oper gehören? Evtl. in den Vorstellungsthread? Wenn man also gerade in Schreiblaune ist, sollte man sich stoppen und hier und da ein paar Gedanken verteilen? Ist manchmal echt schwierig.


    Liebe Irene,
    wichtig ist wirklich erst einmal, dass Du schreibst und mit der Zeit siehst Du dann schon, wo was hinpasst. Ich fand die Schilderung Deiner Empfindungen in den verschiedenen Bereichen (Theater, Oper, Regie, Komponisten) auf jeden Fall total interessant und freue mich sehr auf weitere Berichte ... egal wo sie auch stehen mögen ;)


    Eine gute Nacht
    wünscht Euch
    Ingrid

  • Graz

    Das passt doch schon. mozartinaa kann doch das Haus mal vorstellen (ich kenne nur die entsprechenden Bilder) und erzählen, welche Produktionen ihr gut gefallen haben, welche Künstler/innen sie schätzt. Den Dirigenten Wolfgang Bozic (lange in Graz engagiert und der Musikhochschule wohl auch noch verbunden) kenne ich bsplsw. aus Hannover, wo er seit einigen Jahren GMD ist. Und ich nehme doch an, dass mozartinaa z. B. die "Carmen" von Herheim oder den "Holländer" von Konwitschny gesehen hat. Je nachdem, wie sich das hier entwickelt, könnte es sein, das auch andere einmal das Theater ihrer Stadt vorstellen wollen.

    Der Kunst ihre Freiheit

  • Ein liebes Hallo,


    erlaubt mir,mich hier ganz kurz ,das Grazer Opernthema noch nicht betreffend ,zu Wort zu melden.


    Unser lieber Opernfreund Michel hat mich in keinster Weise gemaßregelt oder mir die Freude am Schreiben genommen,er hat lediglich nur das in mir zum Ausdruck gebracht,womit ich mir noch etwas schwer tu....nämlich herauszufinden,wie strikt dieses Forum geführt wird,wenn man einen organisatorischen Fehler begeht.Das glaubte ich zumindest anhand der Entschuldigungen anderer Mitglieder zu spüren.


    Ich fühle mich nachwievor in diesem Forum wohl,werde meinen Beitrag für dieses Forum durch meine ganz persönliche Note leisten.Ganz besonders freut es mich,in der kurzen Zeit meiner Mitgliedschaft (3 Tage) schon soviele nette neue und auch altbekannte Mitglieder ( begrüße hiermit ganz herzlich meine teure Opernfreundin Ingrid !) getroffen zu haben.


    Mein Rusalka-Beitrag ist geistig in Vorbereitung,lese mir gerade die Kritiken von Brüssel durch.


    Bis bald Mozartinaa

    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"

  • Liebe Mozartinaa,


    ch hoffe,dass ich neben meinen technischen Schwierigkeiten (z.b...wie man ein Zitat endlich zum Weiterschicken bringt,usw...) nicht auch noch ständig Angst haben muss, in einem falschen Thread gepostet zu haben,denn das würde mir die Freude am Schreiben nehmen und ich käme mir wieder wie in der Schule vor,aus der ich ja schon lange heraussen bin.


    bevor Du gar nichts schreibst, wage es lieber, im möglicherweise falschen Thread zu posten.
    Die OT-Peitsche schwingt hier bestimmt niemand leichtfertig, und es war ja auch ein eher zarter Hinweis von Michel.


    Wenn sich dauerhaft ein anders neues Thema ergibt, ist es zwar schon sinnvoll, das abzukoppeln und an anderer Stelle weiterzuführen, aber solange die Diskutanten ganz allein wieder auf den eigentlichen Weg zurückfinden...


    Willst Du ein neues Thema beginnen und bist Dir nicht sicher, wie und wo das am besten passen könnte, können die anderen, die am ehesten Interesse daran haben (könnten), sicher helfen, und gemeinsam wird sich dann das Richtige finden lassen.
    Wenn auch das nicht klappen sollte, kann man immer noch nach einem Blaukittel klingeln.


    Also: Bloß nicht verunsichern lassen!


    Schöne Grüße
    Hildebrandt

  • Ist ja schon gut... Ich gehe jetzt in den Keller und schäme mich


    Komme aber bald wieder hoch


    Na hoffentlich. :D


    Und zum Schämen gibts eigentlich auch keinen Grund, ich hatte doch extra vom "zarten" Hinweis gesprochen.
    Ich kann hier nichts sehen, wofür sich jemand schämen müsste.


    :wink:

  • Grazer Oper - Rusalka

    "

    mozartinaa kann doch das Haus mal vorstellen (ich kenne nur die entsprechenden Bilder) und erzählen, welche Produktionen ihr gut gefallen haben, welche Künstler/innen sie schätzt.


    Je nachdem, wie sich das hier entwickelt, könnte es sein, das auch andere einmal das Theater ihrer Stadt vorstellen wollen.


    Ein liebes Hallo,


    diese Idee von Alviano,Opernhäuser vorzustellen,vielleicht auch die kleineren,die nicht in allen Zeitungen präsent sind,aber dennoch gute Arbeit leisten,finde ich sehr gut.Ich werde diese Einladung,über meine Grazer Oper etwas zu berichten,sehr gerne annehmen,wobei ich auf diverse trockene Details,wie z.b.Besucherzahlen usw.verzichten möchte.Vielmehr versuche ich,meine liebevolle Beziehung zu diesem Haus zu beschreiben,von bewegenden Aufführungen,von Sängern,die mir gefielen und von anderen Erlebnissen,die man halt so während eines Opernbesuches hat.Es wäre schön,wenn sich andere steirische Opernfreunde,wie z:B.Areios, auch dazu melden würden.


    Nun hat mich aber Alvianos Beitrag,dass er sich Herheims "Rusalka" an der Grazer Oper (Premiere 18.12.2009),ein Koproduktion mit dem Opernhaus La Monnaie in Brüssel ,ansehen möchte,sehr neugierig und auch ( ich sags ehrlich) stolz gemacht und ich las mir also gestern zahlreiche Kritiken von der Brüsseler Aufführung durch,um zu wissen,was uns da in Graz erwartet.


    All diejenigen,die ein romantisch-trauriges musikalisches Märchen zwischen Nixe und Prinz erwarten,werden sicherlich enttäuscht,aufgebracht und den abermaligen Untergang des Grazer Opernhauses prophezeihend (steht aber immer noch !) die Oper verlassen,sofern sie nicht auf den Namen den Regisseurs sahen oder wissen,dass er kein Mann der klassischen Inszenierung ist.


    Denn Rusalka ist keine zu allen Kompromissen entschlossene,liebende Nixe,sondern bei Herheim eine osteurop.Nute,deren Stummheit symbolisch durch eine andere Sprache ausgedrückt wird und nach kurzem Liebesrausch zu einer Abkühlung ihrer Gefühle neigt. Der Prinz ist ein Matrosenmanssbild,der vom Wassermann getötet wird.Und der Wassermann ist kein väterlicher Freund von Rusalka,sondern ein normaler Bürger,als Pantoffelheld unter dem Joch seiner zänkischen Ehefrau dargestellt,die er zum Schluss auch ermordert.


    Das wäre vielleicht ja auch noch alles irgendwie zu verstehn,aber laut der Kritiken,die ich las,soll sich die ganze Geschichte,wie ein Psychothriller nur im Kopf des "Wassermannes" abspielen.


    Ich möchte nicht weiter mehr darauf eingehn,denn all diejenigen,die diese Aufführung vielleicht bereits in Brüssel sahen oder in Graz noch sehen wollen,werden sich sicher damit eingehender beschäftigen und an all jene möchte ich zum Schluss 3 Fragen stellen.Ich würde mich natürlich auch freuen,wenn andere,nicht in dieses Thema involvierte Mitglieder ,dazu etwas zu sagen hätten.


    Meine erste Frage:


    In dem Programmbuch der Grazer Oper für die kommende Spielzeit steht ein Ausspruch von Stefan Herheim zur seiner Rusalka :"Wie man sich liebt,so bringt man sich um". Wie würdet ihr diese Aussage interpretieren?


    Meine zweite Frage:


    Weil wir schon beim Interpretieren sind: Wenn ein Opernkritiker einen Bericht über die sängerische Leistung,das Dirigat schreibt,ob ein hoher Ton gefehlt hat etc,dann sind das Fakten,die man hören kann.Aber wie steht es mit der Richtigkeit ihrer Interpretation einer modernen Inszenierung,wie eben bei dieser Rusalka.Wie kann er nach einer !Aufführung sagen,was Herheim sich dabei gedacht hat?Hat er die Möglichkeit,mit dem Regisseur darüber zu sprechen?


    Meine dritte Frage an alle,die neugierig auf die Grazer Rusalka sind:


    Warum interessiert euch z.b.diese Herheim Inszenierung,die von der ursprünglichen ,märchenhaften Version sehr stark abweicht,wenn auch der tiefe Sinn, wie die Suche nach Liebe und Geborgenheit,ob es sich nun um eine Nixe oder um eine Hure handelt,der gleiche bleibt.


    Würde mich freuen,wenn ihr Zeit habt und mir eure Gedanken mitteilen würdet


    Danke und LG Mozartinaa


    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"

  • Dreimal solltest du fragen...

    Liebe mozartinaa,


    eines vorweg: ich spreche nicht über Inszenierungen, die ich nicht gesehen habe, deshalb werde ich mich zur Regie-Arbeit von Herheim in Bezug auf die "Rusalka" von Dvorak nicht äussern.


    Zu Deiner ersten Frage: ich könnte hier mit dem Wilde-Zitat antworten, dass ein jeder das tötet, was er liebt. Das "wie" hängt wohl damit zusammen, wie die Liebe verlaufen ist. Und ob das "Töten" dann auch physisch zu verstehen ist.


    Die zweite Frage: Berufskritiker bekommen in ihrer Pressemappe neben Fotos auch Begleitmaterial zur Produktion. Da steht dann auch etwas über die Interpretation drin. Das erklärt, warum in manchen Kritiken ähnliche Erklärungsmodelle zu finden sind. Ansonsten gilt, dass auch ein Kritiker nur seine persönliche Sicht wieder gibt, also eine Einzelmeinung vertritt. Bei dieser "Rusalka" erinnere ich mich, dass ein Kritiker nach der Brüsseler Premiere zwar die Inszenierung insgesamt gelungen fand, aber nicht jedes Detail verstanden hatte, was er in seiner Rezension einräumte. Die Aufnahme einer Inszenierung, die Einordnung und Bewertung hat mit Seh- und Hörerfahrung zu tun, mit Vor- und Nachbereitung, gerade bei wenig geläufigen Werken, und sicher auch mit entsprechendem Talent.


    Die dritte Frage: mir hat die Essener Inszenierung von Mozarts "Don Giovanni" durch Stefan Herheim sehr gut gefallen. Das Nachlesen meiner Eindrücke ist in der "alten Heimat" noch möglich. Ich kannte seinen Namen nur durch eine "Forza" - Inszenierung (Verdi) an der Staatsoper in Berlin, musikalisch geleitet vom Dirigenten Michael Gielen, die beim Publikum schon während das Stück lief, heftige Störungen provozierte und dann eben durch seine "Carmen" - Inszenierung (Bizet) in Graz. So bin ich neugierig geworden, wie wohl seine Version der Dvorakschen "Rusalka" ausfallen würde. Im Herbst sehe ich nun zuerst den "Lohengrin" von Wagner in Berlin und dann den "Rosenkavalier" von Strauss in Stuttgart in der Regie von Stefan Herheim, die Mondpreise, die für den Bayreuther "Parsifal" in Herheims Regie (die beim Publikum wohl recht gut angekommen ist) verlangt werden, haben mich dann doch abgeschreckt, obwohl ich auch den gerne gesehen hätte.


    Am Überlegen bin ich noch, ob ich in Essen die Herheim-Inszenierung von Bellini "Puritani" anschauen soll, die steht im nächsten Jahr nämlich wieder auf dem Programm.


    Kleine Anmerkung noch: ich fand schon das Brüsslere Plakat zur Aufführung interessant: diese Strasse in dunkelblauem Nachtlicht mit dieser Laterne und dem Schattenriss eines Mannes mit offenem Mantel, so im Stil der "Schwarzen Serie", die auf eine düstere Kriminalfilmatmosphäre hindeute...


    Verstehe ich das richtig, dass das Grazer Publikum eher konservativ ausgerichtet ist und solche Produktionen gerne mit Missfallensbekundungen begleitet?


    LG


    :wink:

    Der Kunst ihre Freiheit

  • der essener "don giovanni" wäre grund genug,sich auch andere herheim-inszenierungen anzusehen.


    hinzu kommen:


    graz ist eine der schönsten städte,die ich kenne und nebenbei,nach wien,die einzige stadt in österreich,in der ich mir vorstellen könnte zu leben...


    die grazer oper u. das grazer schauspielhaus zu den schönsten theaterbauten in österreich zählen...


    und graz hat daneben auch sonst noch vieles an kulturellem zu bieten...


    und ich die grazer als durchwegs sympatisch kennen gelernt habe... :wink:



    ob ich zur "rusalka" nach graz komme,weiss ich noch nicht.(reizen würde es ich mich schon sehr)


    anfang mai,bin ich ganz sicher da,denn dann feiern meine tante u. mein bruder,sowie dessen lebengefärtin,in der nähe von graz,ihren 50-iger und das verbinde ich ganz sicher mit ein paar tagen graz.


    (viell. "lulu" od. "le nozze di figaro" u. "nomaden 09/10")


    lg yago

  • Die dritte Frage: mir hat die Essener Inszenierung von Mozarts "Don Giovanni" durch Stefan Herheim sehr gut gefallen. Das Nachlesen meiner Eindrücke ist in der "alten Heimat" noch möglich.


    Lieber Alviano,


    Hab vielen Dank,du hast mir meine 3 Fragen sehr aufschlussreich beantwortet.


    Auch ich habe Herheims "Don Giovanni" in Essen gesehn und ich werde mir deinen Beitrag dazu in der "alten Heimat" suchen,ist das auch ein Thread im Forum?


    Mir hat diese Inszenierung auch gut gefallen,muss aber dazu sagen,dass ich damals mit dem Gefühl des" Weniger wäre auch nicht schlecht gewesen" weggegangen bin.


    Damit will ich sagen,dass ich von dem Ideenreichtum z.B.eines Herheims beeindruckt bin und immer wieder neugierig bin,was sich all diese modernen Regisseure aufs Neue einfallen lassen.Wenn aber,so wie in diesem Giovanni,nebst einem sich ständig veränderten gigantischen kirchenähnlichen Bühnenbild auch noch ununterbrochen andere Interpretationsergüsse des Regisseurs dazukommen,dann verliert das Ganze für mich an Ausdruckskraft,denn es wirken für mich diese vielen Szenen nur mehr aufgesetzt,da mit aller Kraft versucht wird,immer mehr an die Grenzen der Ausschöpfung eines Opernstoffes zu gelangen.......und darum ist für mich "weniger ist manchmal mehr".


    Herheims "Carmen" hab ich leider in Graz nicht gesehn,fiel mir irgendwie immer durch meinen Terminkalender. :(


    LG Mozartinaa

    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"

  • graz ist eine der schönsten städte,die ich kenne und nebenbei,nach wien,die einzige stadt in österreich,in der ich mir vorstellen könnte zu leben...

    Guten Abend.


    Nach cirka sechs Jahren Graz, würde ich behaupten, daß es eine furchtbar versnobte, kleingeistige und "kleine" Stadt ist und für mich war erschreckend wie schnell ich mich dort wie in der Provinz fühlte, aus der ich ursprünglich auch kam . . . . - Sorry für das Offtopic, aber es hätte mir keine Ruhe gelassen, dies nicht zu schreiben.


    Angenehme Abendstunden


    Bernhard



    "Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
    Joris-Karl Huysmans

  • Graz

    Nach cirka sechs Jahren Graz, würde ich behaupten, daß es eine furchtbar versnobte, kleingeistige und "kleine" Stadt ist und für mich war erschreckend wie schnell ich mich dort wie in der Provinz fühlte, aus der ich ursprünglich auch kam


    Hallo,


    schade,dass du mit Graz solche furchtbar schlechten Erinnerungen verbindest und du wirst sicher deine ganz persönlichen Gründe und Erfahrungen diesbezüglich haben.


    Aber vielleicht kannst du dich mit dieser Stadt irgendwann einmal aussöhnen und ihre schönen Seiten sehn.


    Kennst du das Lied von Erika Pluhar,wo sie über den Michaelisplatz in Wien singt? Wo sie ihn verliebt als strahlend schönen Platz erlebt und später ihn nur mehr Grau in Grau sieht,ihre Gemütslage spiegelnd.....obwohl der Platz der Gleiche geblieben ist.


    LG Mozartinaa

    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"


  • so geht´s mir mit salzburg (obwohl ich da keine 6 j. gelebt habe)


    ...auch offtopic...


    Mozartinaa,


    hab´ dir ne pn geschickt.


    lg yago

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