Adieu, Sir Simon - Rattle will die Berliner Philharmoniker 2018 verlassen

  • Ich freue mich auch für Ihn, meinen Segen hat er gewiss !!

    Kirill Petrenko dirigierte hier in Frankfurt "Chowanschtschina" und "Palestrina" :) , den es auch auf CD gibt ! :thumbup:

    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Gottseidank.

    Kann teletons Enttäuschung ein wenig nachempfinden, Vasily Petrenko wäre ein Garant für volles Haus und ein Chefdirigent mit wahrscheinlich ungleich größerer Außenwirkung gewesen.
    Wahrscheinlich ist V. Petrenko doch noch etwas zu jung für den Job, zumal er seit 2013 Chefdirigent der Osloer Philharmoniker ist - auf zwei hochkarätigen Hochzeiten zu tanzen, tut wohl keinem der beiden richtig gut.

    So ist es nun ein "Dirigent für Kenner" geworden - ein Konzert mit Suks "Sommermärchen" in der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von K. Petrenko gehörte zu den schönsten Konzerterlebnissen, die ich bisher hatte.
    Ein fabehalfter Dirigent, dem ich bestes Gelingen wünsche!

    Wulf

    "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)

  • .


    Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf Spätromantik und klassischer Moderne (zweite Wiener Schule, Strawinsky, Bartok). Auch hier eine deutliche Vorliebe für Entlegeneres: Suk wurde schon erwähnt, außerdem hat er mit den Berliner Philharmonikern Werke von Rudi Stephan aufgeführt. Ein Faible hat er für Elgar: dessen zweite Sinfonie kann man sich in der Digital Concert Hall anhören, nächste Saison gibt's in München Elgars Violinkonzert mit Julia Fischer. Sibelius. Viel Richard Strauss. Zyklisch hat er sich m.W. bisher ausschließlich auf Mahler konzentriert, z.Zt. ist er chronologisch bis zur Secsten vorgestoßen, nächste Spielzeit dirigiert er in München und Wien das Lied von der Erde.

    Ich bin zwar kein Fan der Spätromantik, aber Elgar und Sibelius sagen mir jedenfalls sehr zu und auch sein Hang für "Entlegenes"...Wenn die BP mitmachen, fände ich es durchaus gut Repertoire einzuspielen, das sonst weniger präsent ist und das Publikum hat man in Berlin eh' fast sicher....Daher kann man sich es doch gerade dort leisten "Unentdecktes" zu erkunden und muss nicht immer Brahms und Bruckner etc. machen. Seine Aufgeschlossenheit für die moderne ist jedenfalls für mich ein absoluter Pluspunkt.

    Hört sich für mich nach einer interessanten und guten Wahl an..., wenn die BP und der Dirigent dann auch noch eine partnerschaftliche Ebene der Zusammenarbeit finden, dann bin ich gespannt, wie sich das in Berlin entwickelt und in 3 Jahren geht es mir vielleicht auch finanziell besser, dann sehe ich mir das gerne in Berlin an... :thumbup:

    Und gegen Fernsehübertragungen scheint er auch nichts zu haben, sonst wäre er nicht an der MET gewesen...

    Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
    Albert Camus (1913-1960)

  • Und gegen Fernsehübertragungen scheint er auch nichts zu haben, sonst wäre er nicht an der MET gewesen...

    Es gibt auch regelmäßig Livestreams aus München, erst vor kurzem wieder mit Bergs Lulu. Von dort bis zur Digital Concert Hall ist ja kein so großer Schritt. Die Abneigung gegen dauerhaft aufgezeichnete Aufführungen wird Petrenko in Berlin sicher nicht durchhalten können, womöglich noch nicht einmal in München.


    Zum Punkt Vertragsbeginn: Nikolaus Bachler, Intendant der Bayerischen Staatsoper, lässt verlauten:

    "Ich gratuliere meinem Generalmusikdirektor Kirill Petrenko herzlich zur Berufung als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Gleichzeitig freue ich mich, dass Herr Petrenko und ich gemeinsam eine vom Bayerischen Kultusminister angebotene Vertragsverlängerung an der Bayerischen Staatsoper anstreben." ("http://www.br.de/radio/br-klass…trenko-100.html")


    Viele Grüße

    Bernd

    .

  • Sogar meine Frau (die eigentlich nicht allzu viel für Klassische Musik übrig hat) ist ganz aus dem Häuschen,
    ein Landsmann und aus der gleichen Stadt wie sie (Omsk) und auch noch ein Jahrgang---am Ende bekomme ich sie noch in ein Konzert mit ihm :)
    Ich persönlich habe die 3 Suk/ cpo Einspielungen und finde die mehr als gelungen, speziell die Asrael Symphonie :thumbup:
    Trotzdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren das hier die Berliner einen Kandidaten gewählt haben, den sie vielleicht meinen sich formen zu können...
    ...wie auch immer, ein schöner Kompromiss, aus meiner Sicht,
    Petrenko kommt sympathisch rüber, und wie gesagt, seine Suk Einspielungen... l-l


    Dobro pozhalovat´!


    Herzliche Grüße:
    KALEVALA :wink:

    Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


    Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)

  • Zum Punkt Vertragsbeginn: Nikolaus Bachler, Intendant der Bayerischen Staatsoper, lässt verlauten:

    "Ich gratuliere meinem Generalmusikdirektor Kirill Petrenko herzlich zur Berufung als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Gleichzeitig freue ich mich, dass Herr Petrenko und ich gemeinsam eine vom Bayerischen Kultusminister angebotene Vertragsverlängerung an der Bayerischen Staatsoper anstreben." ("http://www.br.de/radio/br-klass…trenko-100.html")


    Heißt das, dass Petrenko dann gleichzeitig in München und in Berlin angestellt wäre? Oder geht es um einer Vertragsverlängerung in München bis zu seinem Amtsantritt in Berlin?

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Heißt das, dass Petrenko dann gleichzeitig in München und in Berlin angestellt wäre? Oder geht es um einer Vertragsverlängerung in München bis zu seinem Amtsantritt in Berlin?

    Gleichzeitig München und Berlin kann ich mir - zumindest bei Petrenko - nicht vorstellen.

    Der Vertrag Petrenkos in München geht bis 2018. Die Lage ist m.W. so, dass die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung ab 2018 zwischen dem Freistaat Bayern und dem Duo Bachler/Petrenko schon ziemlich weit fortgeschritten sind. Es gibt also vermutlich ein Angebot und mit Sicherheit schon konkrete Pläne für Produktionen mit Petrenko an der Staatsoper bis mindestens 2020.

    Petrenko kann sich natürlich trotzdem 2018 abseilen. Dafür spricht einiges. Er kann aber auch in München nochmal zwei Jahre verlängern und in Berlin erst 2020 antreten. Die Äußerung Bachlers und die ausweichende Antwort des Berliner Orchestervorstands auf die Frage nach dem Vertragsbeginn lassen das als möglich erscheinen.


    Viele Grüße

    Bernd

    .

  • Maestro Petrenko hat einen bestehenden Vertrag an der BSO bis 2018. Man strebt in München wohl eine Verlängerung über 2018 hinaus an,
    was zu einer Doppelbelastung führen würde. Haben Diverse Vorgänger in Berlin auch gelebt.

    UPS: Hat sich mit obigem Beitrag überschnitten und kann gelöscht werden. Merci.

    "You speak treason" - "Fluently"
    "You've come to Nottingham once too often!" - "When this is over my friend, there'll be no need for me to come again!"

  • Wenn schon Petrenko, dann Vasily Petrenko:


    Ich habe nie verstanden, warum K. Petrenko zu den engeren Kandidaten gehörte, V. Petrenko aber nicht. Mit K. Petrenko verbinde ich auch eher den Opern und Wagner Dirigenten, das dazu orthogonale Repertoire von V. Petrenko hätte mir um Welten besser gefallen.

    Wahrscheinlich ist V. Petrenko doch noch etwas zu jung für den Job, zumal er seit 2013 Chefdirigent der Osloer Philharmoniker ist - auf zwei hochkarätigen Hochzeiten zu tanzen, tut wohl keinem der beiden richtig gut.


    V. Petrenko ist ja außerdem schon seit längerem Chef in Liverpool, und das sehr erfolgreich mit vielen international gefeierten Einspielungen.

    Mein Wunschkandidat wäre A. Nelsons gewesen. Und wenn V. Petrenko auch auf der Liste gestanden hätte, dann wären mir die beiden gleich willkommen gewesen. Naja, wenigstens ist es nicht Thielemann geworden. Und natürlich gratuliere ich K. Petrenko und wünsche ihm und dem Orchester eine gute Entwicklung.

    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga

    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Gleichzeitig München und Berlin kann ich mir - zumindest bei Petrenko - nicht vorstellen.

    Der Vertrag Petrenkos in München geht bis 2018. Die Lage ist m.W. so, dass die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung ab 2018 zwischen dem Freistaat Bayern und dem Duo Bachler/Petrenko schon ziemlich weit fortgeschritten sind. Es gibt also vermutlich ein Angebot und mit Sicherheit schon konkrete Pläne für Produktionen mit Petrenko an der Staatsoper bis mindestens 2020.

    Petrenko kann sich natürlich trotzdem 2018 abseilen. Dafür spricht einiges. Er kann aber auch in München nochmal zwei Jahre verlängern und in Berlin erst 2020 antreten. Die Äußerung Bachlers und die ausweichende Antwort des Berliner Orchestervorstands auf die Frage nach dem Vertragsbeginn lassen das als möglich erscheinen.

    Dazu der Berliner Tagesspiegel ("http://www.tagesspiegel.de/kultur/kirill-…l/11951382.html"):

    Von bayerischer Seite stellt man sich eine Art fließenden Übergang vor - man will den Dirigenten nach Ablauf seiner Vertragszeit 2018 wenigstens noch eine Zeitlang an der Isar halten. "In der Welt der Kunst und der Musik ist vieles denkbar", sagte ein Sprecher des bayerischen Kunstministeriums. Die verschiedenen Engagements etwa von Marris Jansons, Chefdirigent der BR-Symphoniker, oder Okwui Enwezor vom Münchner Haus der Kunst auch an anderen Orten zeigten, dass es "solche Modelle in der Praxis gibt". Offenbar wird im bayerischen Kultusministerium über eine Interimszeit mit schrittweisem Wechsel nachgedacht, zum Beispiel bis 2020.

    Obwohl Müllers Glückwunsch etwas anderes vermuten lässt, steht der genaue Zeitpunkt von Petrenkos Amtsantritt in Berlin noch nicht fest - vielleicht kommt es ja tatsächlich zu einer Interimszeit.


    Viele Grüße

    Bernd

    .

  • Weil nicht der weltbeste Dirigent aller Zeiten, der romantische Klang-Messias, der hehrste Hirte für teutsche Seins-Tiefe die Nachfolge für Rattle antritt, werden im größten deutschsprachigen Klassikforum keine Sektkorken knallen.
    Ach, wie ist das traurig. :cry: :cry:

    Nein, nicht für CT. Die BP freilich haben eine historische Chance vertan. Daran ändert auch deine Häme nichts.

    Die Wahl K. Petrenkos ist sowieso eine Verschwörung der linken RT-Mafia & 68ziger.

    Nein, sicher nicht. Aber eine erneute Anbiederung an den Zeitgeist. Schade, dass unsere Zeiten so konformistisch sind im Gewande der Weltoffenheit.

  • Aber eine erneute Anbiederung an den Zeitgeist.


    Worin soll die denn bitte bestehen?

    Könnte es nicht vielleicht auch sein, dass die Orchestermitglieder, die sich beharrlich gegen Thielemann gewehrt haben, künstlerische Gründe für ihre Haltung gehabt haben? Dass sie beispielsweise bessere Entwicklungschancen mit einem jüngeren Dirigenten sehen, der bezüglich seines Kernrepertoires noch nicht so festgelegt ist wie Thielemann? Der sich auch entlegenerem Repertoire eher öffnet als Thielemann und insofern eher die Rattle-Linie weiterverfolgt?

    Die Nicht-Wahl Thielemanns im Mai muss nicht unbedingt mit seinem Pegida-Zeitungsartikel oder seinem Porträt vom Alten Fritz zu tun haben.

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Könnte es nicht vielleicht auch sein, dass die Orchestermitglieder, die sich beharrlich gegen Thielemann gewehrt haben, künstlerische Gründe für ihre Haltung gehabt haben?

    Glaube ich auch. Allerdings würde ich Haus und Hof verwetten, dass viele Thielemann-Hasser ihn im Blindtest gar nicht erkennen würden. Ohne Seitenscheitel ist das nämlich schwerer als sich so mancher vorstellt...

    Christian

  • Allerdings würde ich Haus und Hof verwetten, dass viele Thielemann-Hasser ihn im Blindtest gar nicht erkennen würden.


    Das kommt auf das Werk und die Vergleichsaufnahmen an, so möchte ich annehmen.

    Hat Dein Haus einen Garten? :D

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Das kommt auf das Werk und die Vergleichsaufnahmen an, so möchte ich annehmen.

    Und ich möchte annehmen, dass es noch mehr auf die Kompetenz der Hörer ankommt. Ich will mal so sagen: Manche können glaube ich Seitenscheitel noch besser beurteilen als Musik :whistling: .

    Christian

  • Aber eine erneute Anbiederung an den Zeitgeist. Schade, dass unsere Zeiten so konformistisch sind im Gewande der Weltoffenheit.

    ja ja , während der Karajan-Ära wars bereits höchst beschämend, dass die BPs so viel Zeugs von Tschaikowsky, Bizet (Carmen konzertant), Ravel, Debussy, Bartok, Schostakowitsch etc.. etc.. etc.. aufgeführt/eingespielt hatten... :thumbup:

    dass viele Thielemann-Hasser.

    so ? in Capriccio gibt es einige, die mit Thielemann wenig am Hut haben, aber das gilt nicht für alle User.
    Ich fand seinen Salzburger Parsifal orchestral höchst beeindruckend (erinnert mich an Kegel/Bouelz) und bin folglich auf den Tristan sehr gespannt... während ich mit seinen Bruckner und Brahms-Mitschnitten, sowie einen von Beethovens Sinf. Nr. 9 bisher nicht viel anzufangen vermag ..

    Die Nicht-Wahl Thielemanns im Mai muss nicht unbedingt mit seinem Pegida-Zeitungsartikel oder seinem Porträt vom Alten Fritz zu tun haben.

    Genau. Capriccio ist nämlich doch irgendwie daran schuld, ob Stimmungsmache einiger in diesem Thread. Dagegen konnte AS zu wenig ausrichten :D

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Was soll eigentlich dieser Quatsch mit dem Seitenscheitel? Ich habe ihn schon Jahrzehnte vor CT gehabt und werde mit ihm das Zeitliche segnen. Die Frisur eines Menschen hat nichts, aber auch gar nichts, mit seiner Einstellung zu tun.Wird die gelegentliche Häme gegen Fischer-Dieskau etwa auch an dieser optischen Petitesse verortet? Wie beruhigend, dass der Seitenscheitel z. B. bei den Fußballern neuerdings in zu sein scheint! :thumbup:

    Ciao. Gioachino :-OOOO-

    miniminiDIFIDI

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