BACHs WG-WO aus Leipzig (2012)

Vom 7. Juni bis 14. Juni 2024, 17:00 Uhr, findet die 14. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme hier zu registrieren.
  • BACHs WG-WO aus Leipzig (2012)

    Hallo,

    ich weiß weder, ob ich mit diesem kleinen Thread hier richtig bin, noch ob folgendes kleines Video eigentlich schon alle kennen und im Forum bereits benannt und diskutiert wurde (ich habe aber zumindest nichts gefunden):

    in Leipzig haben sich eine "handvoll" Musikstudenten in einem WG-Zimmer versammelt um Kantaten aus dem WO aufzuführen...
    ...also ein (für HIP schon viel zu großer) Chor und ein kleines Sinfonieorchester im Wohnzimmer (Pauken und Trompeten mussten ins Nachbarzimmer)
    beeindruckende Jungsolisten, ansonsten ein netter Spass (wer möchte nicht nach dem Ende des Eingangschores ersteinmal einen Schluck aus der Bierflasche nehmen...)

    :D

    Na schaut selbst:
    "[

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    "


    :prost:
    petit_concours

    W o h n z i m m e r w e t t b e w e r b:
    Petit concours à la maison... (S. Richter, 1976)

  • Das ist doch mal ne klasse Idee ... 8+)
    Und es scheint sichtlich Spaß zu machen :mlol:
    Und schlecht sind die Jungs und Mädels beileibe nicht :P

    Hoffentlich mögen die Nachbarn das WO auch ...


    P.S. je länger ich das Video ansehe, desto begeisterter bin ich von der Leistung dieser jungen Leute ... :juhu: Auch die Solisten sind klasse :juhu:

    Viele Grüße - Allegro

    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Das ist ja köstlich! Einerseits zum Schreien komisch (die gezeigten WG-Poster im Kontrast zur Musik), andererseits dann wieder plötzlich richtig berührend (vor allem die Solo-Altistin). Nach einer Weile lässt dich Konzentration allerdings merklich nach, was sich auch auf die Intonation etwas ungünstig auswirkt...

    Angesichts der räumlichen und klimatischen Verhältnisse allerdings nur zu verständlich. Es ist eher erstaunlich und eine große Leistung, die drei Kantaten überhaupt zustande gebracht zu haben. Ein Wunder, dass niemand in Ohnmacht gefallen ist. Zwischendurch wird denn auch zunehmend dringlich die offenbar abgesprochene "Bierkette" angemahnt. Man sieht einmal kurz, wie aus dem Flur Bierflaschen durchgereicht werden - hoffentlich alkoholfrei.

    Wie auch immer, dass war eine tolle Idee und das Ansehen hat richtig Freude gemacht.

    Gruß, Carola

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Danke, lieber pt_concours, für diesen schönen Hinweis. Habe ja schon immer geahnt, daß in WGs üble Orgien gefeiert werden. Empörend das! :D

    Nee, im Ernst: Macht ja richtig Spaß! :klatsch:

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Wenn man bedenkt, dass in meinem Chor kaum einer unter fünfzig ist,kaum eine ebenso, dafür aber einige um die achtzig,vor allem Männer, dann ist es nur erfreulich, dass hier wohl keiner über 30 war.

    Ist das die Zukunft? Jedenfalls der offzielle Weg stirbt aus,dafür sorgt die Biologie.

    Natürlich ist das nicht perfekt, aber soviel junge Menschen, die offensichtlich Freude an der Musik von Bach haben. Berührend!

  • Ist das die Zukunft? Jedenfalls der offzielle Weg stirbt aus,dafür sorgt die Biologie.

    Warum das denn? Viele der Mitwirkenden werden vermutlich an der Musikhochschule Leipzig studieren. Den Vokalsolisten zum Beispiel merkt man die Gesangsausbildung deutlich an. Der "offizielle Weg" stirbt also gerade nicht aus. Man sollte diese gelungene Mischung aus ernsthaftem Musizieren und gelungenem Studentenulk nun auch nicht zu hoch hängen.

    Gruß, Carola

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Sicher, wir werden junge Solisten haben,aber für ein WO braucht man einen Chor. Und der altert,Nachwuchs kommt kaum. Ich freue mich nur an der Begeisterung. Im Chor finde ich das weniger. Das ist oft harte Arbeit, weil der Dirigent bestimmte Vorstellungen hat und Laien die nur mühsam umsetzen. Viele Leiter, die ich kennen gelernt habe, verstehen auch nicht, dass der Laie nach einem vollem Arbeitstag vielleicht nicht noch zwei Stunden und mehrdas notwendige Maß an Konzentration aufbringt,insbesondere, wenn er/sie älter ist ( die deutliche Mehrheit).Dann ist es schon mühselig.

  • Ist das die Zukunft? Jedenfalls der offzielle Weg stirbt aus,dafür sorgt die Biologie.

    Natürlich ist das nicht perfekt, aber soviel junge Menschen, die offensichtlich Freude an der Musik von Bach haben. Berührend!

    Also ich hab mit vielen Beteiligten des Videos an der Musikhochschule Leipzig zusammen studiert. Da sind Leute dabei, die schon in Opernhäusern beschäftigt sind und in Profi-Orchestern spielen, das ist doch der offizielle Weg, oder nicht?

    Und von Nachwuchs-Musiker-Mangel habe ich noch nie was gehört, wer sich die Sorgen junger Absolventen anhört, weiß, wie übersättigt der Markt mit fantastisch ausgebildeten Musikern ist. Also da muss man sich, glaube ich, keine Sorge um Kulturverlust machen... :troest:

  • Von einem solchen Mangel habe ich nicht geschrieben. Sondern davon, dass sowohl die Konzertbesucher immer älter werden (irgendwann dann ausbleiben und vor wem werden dann Konzerte gemacht?) als auch die Laien, die zB in Chören singen. Im Dezember wurde zB in einem grossen Chor das WO gemacht, von ungefähr 90 SängerInnen waren genau 6 Tenöre und die auch zT in einem Alter, dass man davon ausgehen muss, in nur fünf Jahren, wenn nicht junge hnzukommen, ist kein aufführungsfähiger Tenor mehr vorhanden.
    Ich erlebe selbst bei renommierten Festivals wie etwa dem Bonner Beethovenfest, dass 90% über 50 Jahren sind, und dann will man eine neue Beethovenhalle bauen.Für wen?

  • Dazu gibt's auch diesen Thread:

    Stirbt das Klassik-Publikum aus?

    ... indem du, liebe/r Pistola, mit deiner Einschätzung aber sehr alleine sein wirst. Ich hab mal versucht, in dasselbe Horn zu blasen, mir dabei aber nur eine blutige Nase geholt. (Dass der Großteil der Studien zu dem Thema deine (und meine) Erfahrungen bei Konzertbesuchen unterstützen, ist dabei vollkommen unerheblich. (Hätte ich vor vier Wochen im Gewandhaus Pflegemittel für graues Haar verkauft, wäre ich jetzt reich..) Es gibt sogar eine Studie, die die Verdrängung des Publikumsproblems im Kulturbereich thematisiert, aber wie das hier ankommt, ist ja leicht zu erraten...)

  • Leipziger WG-Konzert

    Ja, ich bin es nicht müde, jedes Jahr den selben link einzustellen.

    Warum? Weil er für mich den Weihnachtsgedanken in einer unvergleichlichen Art und Weise zum Ausdruck bringt!!

    Seht selber (für alle, die ihn noch nicht kennen..), ein einzigartiges Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach (Mann, hätte der seine Freude daran gehabt, da bin ich mir sicher!):

    "

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    "

    LG Lotte

  • Das ist ja bonfortionös!
    You made my day :juhu: :juhu: :juhu:

    "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

  • Das fand ich letztes Jahr schon toll, obwohl ich den Gedanken an "Jauchzet, frohlocket" vorher schrecklich fand.

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • Ah, das kannte ich noch nicht. Mein Klavierlehrer sprach dagegen vom "Weihnachtskrematorium". Wahrscheinlich auch ein alter Musiker-Kalauer.

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • Sehr schön, gefällt mir richtig gut. Ich stelle mir gerade ein WG-Konzert mit Mahlers 8. Sinfonie vor...

    Lionel

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Ist das geiiiiiiiiiiiiiiil! :juhu: :juhu: :juhu:

    Meine Einspielungen des WO wandern ins Klo. DAS ist der Beweis, das klassische Musik lebendig ist, lebendig sein kann. Was brauchts Quatschforen? ;+)

    Danke für den Link, Lotte! :kiss:

    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!