Musik für die Passionszeit

  • Zu Palmsonntag 2017

    Da ich gestern unterwegs war, komme ich erst jetzt dazu, die Heilige Woche für mich zu eröffnen:

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    Musik für die Heilige Woche

    • Prozessionsgesänge
    • Hymne: Gloria laus
    • Messe für Palmsonntag

    Schola Antiqua
    D: John Blackley

    Mit diesem Repertoire wird Jesu Einzug nach Jerusalem gedacht: zunächst gibt es eine Prozession, die außerhalb der Stadt beginnt und zur Hauptkirche innerhalb der Stadt führt; die Hymne wurde häufig als Abschluß der Proszession gesungen, bevor man in die Kirche einzog. Dann wird die Messe zelebriert.

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    Orlando di Lasso

    • Passio secundum Matthaeum
    • Visitatio
    • Exsultet

    Theatre Of Voices
    D: Paul Hillier

    Ich mag die alten Vertonungen der Passionen, da sie sich wenig vom Text entfernen und noch etwas Ursprüngliches an sich haben. Diesmal spiele ich die Lasso-Vertonung, zuerst 1575 im Druck veröffentlicht.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Johann Sebastian Bach
    Matthäus-Passion
    York, Gooding, Kozená, Bickley, Padmore, Gilchrist, Harvey, Loges
    Gabrieli Consort
    D: Paul McCreesh

    Die Passion als Kammerwerk: intim, fragil, aber nicht ausgezehrt.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Gerade gehört:

    Ich habe ein paar weitere CDs rausgesucht mit Passionsmusik, die ich noch nicht so gut kenne; mal sehen, wieviel ich davon in den nächsten Tagen "schaffe":

             

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Tomas Luis de Victoria
    Officium Hebdomadae Sanctae:
    Feria Quinta. In coena Domini
    Escolania del Escorial
    D: Javier M. Carmena

    Kurz vor Mitternacht noch schnell dem Gründonnerstag gedenken... :wink:

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Zeigt ein bißchen, wie müde ich bin... :/

    Und wer Dativ mit h schreibt, der ist däm...ach, lassen wir das... :kaffee1:

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Musik für die Heilige Woche

    • Hymne Vexilla regis
    • Messe am Gründonnerstag

    Schola Antiqua
    D: Barbara Katherine Jones & John Blackley

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Karfreitag 2017

    Und nun:

    Gregorianischer Choral
    Feria Sexta in Passione Domini
    Choralschola der Benediktinerabtei Münsterschwarzach
    D: Pater Godehard Joppich

    Inklusive: Passio Domini nostri Jesu Christi (Io 18,28-19,18)

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Musik für die Heilige Woche
    Repertoire für Karfreitag
    Schola Antiqua
    D: Barbara Katherine Jones & John Blackley


    Tomas Luis de Victoria
    Officium Hebdomadae Sanctae:
    Feria Sexta. In Passione Domini
    Escolania del Escorial
    D: Javier M. Carmena

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Vor meinem Konzert, bei dem ich als Chorsänger die BWV 244 mitsinge, höre ich die Evangelisten- Passion, die JS Bach 1713 in Weimar aufgeführt hat. Wer hier nicht an vielen Stellen von einem klaren Vorbild redet, hat seine Ohren irgendwo abgegeben. Ganz egal, ob der Komponist Reinhard Keiser, Nikolaus Bruhns oder Gottfried Keiser oder wie auch immer heißt:

    Große Musik zum Tage, halt nicht so megaloman dimensioniert.

    Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • Wer hier nicht an vielen Stellen von einem klaren Vorbild redet, hat seine Ohren irgendwo abgegeben.

    ... oder er/sie kennt halt auch andere Werke mit biblischen Rezitativen, Chorälen, Arien und Chören.

    Wer nun kennt die Kunst, das Individuelle vom Allgemeinen zu scheiden - ohne von irgendwelchen Beweiswünschen für abstruse Thesen getrieben zu sein?

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Jachet de Mantoue
    Lamentationen
    Ensemble Jachet de Mantoue
    Michael Lonsdale (récitant)

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Eben im Kölner Dom: Johannes-Passion von Hermann Schroeder.

    (muss man nicht kennen)

    Ach, genau die gab es hier im Dom eben auch...

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Vor meinem Konzert, bei dem ich als Chorsänger die BWV 244 mitsinge, höre ich die Evangelisten- Passion, die JS Bach 1713 in Weimar (oder 1731 in Leipzig?) aufgeführt hat. Wer hier nicht an vielen Stellen von einem klaren Vorbild redet, hat seine Ohren irgendwo abgegeben. Ganz egal, ob der Komponist Reinhard Keiser, Nikolaus Bruhns oder Gottfried Keiser oder wie auch immer heißt:

    Große Musik zum Tage, halt nicht so megaloman dimensioniert.

    Gruß Benno

    Lieber Benno, ob das, was Du da gehört hast, mit dem gleich ist, was Bach 1713 in Weimar (oder erst 1731 in Leipzig?) aufgeführt hat, dürfte ziemlich unklar sein, denn die Partitur ist nicht erhalten, vgl. dort: BACH, J. S.: Die Markus-Passion - endgültig verloren oder noch zu retten?

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Nun die Passion zum Tage:

    Johann Sebastian Bach
    Johannes-Passion
    Werner Güra, Sunhae Im, Benno Schachtner, Sebastian Kohlhepp, Johannes Weisser
    Rias Kammerchor
    Akademie für Alte Musik Berlin
    D: René Jacobs

    Das klingt sehr gut, was Jacobs da dirigiert... :)

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Der Abschluß - heute Morgen:

    Tomas Luis de Victoria
    Officium Hebdomadae Sanctae:
    Sabbato Sancto
    Escolania del Escorial
    D: Javier M. Carmena

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    Jetzt:

    Costanzo Festa
    Lamentationen
    Ensemble Scandicus

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Zur Passionszeit gehört ja noch der Karsamstag.

    Liturgisch ist er geprägt

    - durch das Evangelium von der Bewachung des Grabes (Mt 27, 62-66):
    62 Am nächsten Tag, der auf den Rüsttag folgt, kamen die Hohenpriester mit den Pharisäern zu Pilatus 63 und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. 64 Darum befiehl, dass man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste. 65 Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt. 66 Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.

    - durch die Epistel von der Höllenfahrt Jesu (1. Petr. 3, 18-22):
    18 Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. 19 In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, 20 die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch. 21 Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi, 22 welcher ist zur Rechten Gottes, aufgefahren gen Himmel, und es sind ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Mächte.
    "Geister im Gefängnis" ist eine Formulierung dafür, dass Jesus in den Bereich der Gottverlassenheit vulgo Hölle gegangen ist, um zu den dortigen Seelen zu sprechen. - Das beantwortete auch ein großes Problem des Urchristentums: Werden meine Eltern, meine Großeltern usw. denn auch in Gottes Reich kommen, wo sie doch zu früh geboren wurden, um Jesus kennen zu lernen? Dieses Ereignis hat sogar Eingang ins Apostolische Glaubensbekenntnis gefunden: " ... hinabgestiegen in das Reich des Todes" / "Descendit ad inferos".

    - durch die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jona, der drei Tage im Bauch des Fisches war (Jona 2):
    1 Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. 2 Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches 3 und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes und du hörtest meine Stimme. 4 Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, 5 dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen. 6 Wasser umgaben mich und gingen mir ans Leben, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt. 7 Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott! 8 Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. 9 Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade. 10 Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich erfüllen dem HERRN, der mir geholfen hat. 11 Und der HERR sprach zu dem Fisch und der spie Jona aus ans Land.

    Der Evangeliumstext ist musikalisch offenbar wenig ergiebig, jedenfalls für sich alleine genommen. Immerhin ist er in Bachs Mt-Passion vertont.

    Zur Epistel habe ich nur dieses Werk von Antonio Salieri gefunden: "Gesù al Limbo".

    Da sollte es doch mehr geben - die sogenannte "Höllenfahrt Jesu" könnte doch musikalisch recht ergiebig sein. - In der Ostkirche spielt diese Episode eine nicht unwichtige Rolle, gilt angeblich sogar als das zentrale Heilsereignis.

    Die AT-Lesung vom Jona hat ihren Niederschlag in Oratorien von Carissimi und Stockmeier gefunden, vielleicht noch mehr?

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • die sogenannte "Höllenfahrt Jesu" könnte doch musikalisch recht ergiebig sein

    Sollte man annehmen. Tatsächlich kenne ich gar kein Repertoire zu dieser Episode - jedenfalls nicht bewußt. In der Ostervigil heute Morgen hatte ich Cantica aus dem AT gehört. Der Gedanke der Erlösung auch der bereits Verstorbenen ist sicherlich sehr zentral, aber mir ist er gar nicht begegnet.

    Mal sollte mal die Tenebrae-Responsorien für den Karsamstag durchlesen, vielleicht steht da etwas Näheres.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Scherings "Geschichte des Oratoriums" kennt noch die "Höllenfahrt des Messias" von Friedrich Schneider (1819).

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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