BIBER, Heinrich Ignaz Franz: Die Rosenkranz-Sonaten

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  • Hi,


    bei Spotify gibt es mittlerweile über 20 Versionen.


    Na dann fehlen 10... :D


    Derzeit sind wir ja bereits bei 31...


    und dann 32:



    Kommt in 3 Lieferungen in den nächsten Jahren.


    Und dann 33: bei Channel Classics mit Rachel Podger. Kommt vorausichtlich im Oktober 2015.


    LG
    Tamás
    :wink:

    "Vor dem Essen, nach dem Essen,


    Biber hören nicht vergessen!"



    Fugato

  • Holloway und Franzjosef Mayer sind bestellt (ich habe noch niemals in meinem Leben zwei unterschiedliche Aufnahmen ein und desselben Werkes gleichzeitig geordert, das zeigt ja schon welche Lust dieser Thread macht)...


    :thumbup:


    Interessanterweise gleich zwei Einspielungen die einen ähnlichen Zugang haben: beide orientieren sich an die Bibelworte und haben einen andachtsvollen, ruhigen Duktus. Als Kontrast würde ich da unbedingt in erster Linie noch Letzbor empfehlen:



    Ist ja über marketplace garnicht so teuer.


    Und eventuell noch Florence Malgoire, die eine himmlisch schöne Interpretation vorlegt:



    Aber Vorsicht: schnell werden aus den zwei-drei Einspielungen dann schließlich 30... :D


    LG
    Tamás
    :wink:

    "Vor dem Essen, nach dem Essen,


    Biber hören nicht vergessen!"



    Fugato


  • Vor einiger Zeit im Laden stehend, den Inhalt dieseses Threads nur wage in Erinnerung habend, kaufte ich (leider?) spontan diese Scheibe. Meine erste Einspielung der Rosenkranz-Sonaten :hide:
    Ich mag sie gerne hören, und werde ihre Mängel wohl erst erfassen, wenn ich eine der hier gelobten Einspielungen im Vergleich gehört habe. Tontechnisch ist die Aufnahme top.
    :wink: Hudebux

  • wenn anlässlich der Minasi-Aufnahme über Tontechnik gesprochen wird...

    Ich mag sie gerne hören, und werde ihre Mängel wohl erst erfassen, wenn ich eine der hier gelobten
    Einspielungen im Vergleich gehört habe. Tontechnisch ist die Aufnahme top.

    möchte ich mal meine Anmerkungen loswerden.
    Die Minasi-Aufnahme ist m.M.n. tontechnisch höchstens erträglich, und auch nur solange man nicht mit Kopfhörer hört. Da zeigt sich, dass die Violine mal mono (bei Cembalo-Begleitung), mal stereo klingt (Orgel-Begleitung). Und irgend ein im linken Kanal gestütztes Tasteninstrument nervt penetrant im Ohr.


    Auch musikalisch ist Minasi für mich nur mäßiger Durchschnitt, da gibt es schöne Steigerungsmöglichkeiten.
    Khampans Benotung auf einer Skala von 0-10: Musik 5, Klang 5


    Tontechnisch zähle ich die Minasi-Aufnahme zu einer der zweieinhalb missglückten (von ca 11), die ich kenne:
    völlig verpfuscht ist die Aufnahme von Patrick Bismuth - das Mischpult scheint nach dem Zufallsprinzip eingestellt; dank eines effektiven Einsatzes von Limitern ist alles schön laut, druckvoll wabern die Instrumente durch den halligen Raum - mir wird davon schlecht, aber ich gebe zu, es gibt Leute, denen gefällts.
    Musik 7, Klang 3


    Die Klangschönheit der Aufnahme von Julia Wedman ist stark davon abhängig, welche Lautsprecher man hat. Richtig gut klingt sie mit einem von fünf Lautsprechern (incl. Kopfhörer) mit denen ich sie getestet habe. Da ist tontechnisch etwas nicht wirklich in Ordnung. Trotzdem meine Lieblingsaufnahme...
    Musik 10, Klang 7-9 (lautsprecherabhängig)


    Am anderen Ende der tontechnischen Skala befinden sich z.B.
    Alice Piérot - unerreichte klangliche Vielfalt, Ausgewogenheit und Finesse; allerdings musikalische Problemstellen und Durchhänger.
    Musik 8, Klang 10+


    Andrew Manze - musikalische und technische Perfektion; die Beschränking in der Instrumentation und Verzicht auf Effekte wird von manchen (nicht von mir) als zu langweilig empfunden.
    Musik 10, Klang 10


    Gruß,
    Khampan

  • Ja, die beiden sind Top:



    Manze war meine erste Einspielung, die ich nach wie vor (neben Letzbors) am moisten liebe. Ruhig, gelassen, wirkt sehr spirituell ohne gewollt andachtsvoll zu sein, ohne Große Gestik, einfach nur die pure Schönehiet der Musik. Fantastisch. (Letzbor wählt da den diametral gegenüberliegenden Weg - und überzeugt, und überwältigt).



    Bei Wedman mag ich, dass man da in jeder Minute hört, dass sie sich etwas gedacht hat bei der Interpretation. Die Phrasierung, die gestaltung der Melodielinien, die Betonung und die Dynam9ik - alles ist stimmig und irgendwie ehrlich. Sie musiziert einfach aus der Seele, und öffnet sich dabei - und man kennt dabei eine überaus sympatische Person kennen. Bezaubernd.


    LG
    Tamás
    :wink:

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    Biber hören nicht vergessen!"



    Fugato

  • Die Minasi-Aufnahme ist m.M.n. tontechnisch höchstens erträglich, und auch nur solange man nicht mit Kopfhörer hört. Da zeigt sich, dass die Violine mal mono (bei Cembalo-Begleitung), mal stereo klingt (Orgel-Begleitung). Und irgend ein im linken Kanal gestütztes Tasteninstrument nervt penetrant im Ohr.


    Lieber Khampan,


    das kann ich leider gar nicht nachvollziehen. Wie kann die Violine denn "stereo" oder "mono" klingen? Wenn der Geiger in einer Entfernung von einigen Metern spielt, kann man nur hören, ob er sich mehr links oder rechts vor einem aufhält. Wenn er genau vor einem steht, dann hört man ihn auf beiden Ohren gleich laut. Auf dem Kopfhörer hat man dann den ( unter Umständen unangenehme) Eindruck, dass die Violine zwischen den Ohren spielt.
    Ich selbst höre die Surroundspur der SACD auf meiner Anlage mit vier Lautsprechern. Und da klingt alles sehr gut. Sicher nicht "mono".
    Hudebux

  • Franzjosef Maier war schneller hier als Holloway und macht daher nun den Anfang...

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Kann nicht erinnern je Musik gehört zu haben die Innerlichkeit und Kraft so ideal vermengt und verschmilzt wie das hier. Ist das nun nur die Interpretation? Schade daß der Holloway zum Vergleich noch fehlt (kam mir bei den 30-Sekunden-Schnipseln bei Saturn gar noch toller vor);


    Wenn das Fundament nur aus Orgel besteht wird's vollkommen magisch!


    Und daß die ersten 5 Sonaten ausgerechnet in Ottobeuren (!) aufgenommnen eurden - ich bin vollkommen begeistert.


    Danke danke Tschabrendeki!

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Dank einer lieben Forianerin habe ich die Rosenkranzsonaten auch erst vor ein paar Monaten kennen und lieben gelernt, aber es war LIEBE auf das erste hören!! :)
    Und zwar mit diesen GA .........




    die nicht unterschiedlicher nicht sein können , ganz verliebt bin ich in die GA mit Bismuth , die hat so etwas von drängendem das man immer weiter hören muss !
    Und Alices GA ist sehr verinnerlicht voll Ruhe und konzentration !
    Trotz Holloway , Göbel und Letzbor sind die beiden mir im Moment die liebsten , A.Manze kommt irgendwann dazu !


    Liebe Grüße von einem Liebhaber der sich aber noch nicht sooooo gut auskennt , aber Tschabrendeki hat mir mit seinen Beiträgen schon sehr geholfen ! :thumbup:
    palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Ist das nun nur die Interpretation?


    Die Maier-Einspielung gehört aber schon zu den besseren der Sonaten. War meine erste, und ich mag sie sehr.



    jd :wink:

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • Kann nicht erinnern je Musik gehört zu haben die Innerlichkeit und Kraft so ideal vermengt und verschmilzt wie das hier. Ist das nun nur die Interpretation?


    Teilweise?


    Innerlichkeit udn Kraft zeichnen schon die Musik selbst aus (ich kenne keine Interpretation, für die diese beiden nicht gelten würden), aber WIE das dann in der Interpretation verwirklicht wird, das ist schon sehr bezeichnend. Und Maier ist da sicherlich ganz-ganz vorne mit seiner Deutung.


    Seine extrem langsame Tempi sind zwar hier und da etwas problematisch, aber er weiß das zu seinem Gunsten zu wenden und wird damit äußerst individuell.


    LG
    Tamás
    :wink:

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    Fugato

  • So, meine zweite Rosenkranzsonateneinspielung kam heute (endlich) an -- es wird sicher nicht die letzte gewesen sein. Nach Franzjosef Maier nun Holloway.


    Bei Maier finde ich das Violinenspiel eine Ecke zupackender, direkter, in der Hinsicht gefällt mir seine Aufnahme eine kleine Spur besser. Dafür punktet die Hollowayaufnahme mit einer atemberaubenden Atmosphäre, gleichzeitig intim und weiträumig - das hat zum einen mit der wirklich zaubrischen Continuobegleitung zu tun, die ich etwas farbiger finde als bei Maiers Einspielung, und mit dem hervorragend eingefangenen Raumklang der Kirche - wenn ich die Augen schließe imaginiere ich den hohen Raum und meine Sonnenlicht durch Buntglasfenster hineinfallen zu sehen... Vollkommen faszinierend...


    Maiers Einspielung bekäme bei mir :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: ,
    Holloway bekäme :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Nun halte ich Ausschau nach Letzbor, Goebel, Manze :vv:



    LG Frank

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Nun halte ich Ausschau nach Letzbor, Goebel, Manze


    :thumbup: Statt Goebel würde ich dir die hier empfehlen:



    Gebraucht ganz günstig.


    Manze und Letzbor sind unverzichtbar. 8+)


    LG
    Tamás
    :wink:

    "Vor dem Essen, nach dem Essen,


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    Fugato

  • :thumbup: Statt Goebel würde ich dir die hier empfehlen: [Edouard]

    Der Empfehlung für Edouard möchte ich mich anschließen. Außer für Absoluthörer, die mit hohen Stimmungen (ca 450 Hz) Probleme haben.


    Innerlichkeit udn Kraft zeichnen schon die Musik selbst aus (ich kenne keine Interpretation, für die diese beiden nicht gelten würden),

    Hier muß ich widersprechen: Goebel kommt ohne Innerlichkeit aus.
    Mein Fall ist das nicht, wenn auch gut gemacht.


    Was die Reihenfolge der kennenzulernenden Einspielungen angeht, würde ich mich nicht so festlegen. Wer Wert auf interessante Begleitung legt, bekommt z.B. bei Pierot und Sepec fantastisches zu hören (auch bei Edouard). Persönliches berückendes Geigenspiel mehr bei Wedman und Edouard, überbordende Dramatik (mir zuviel) bei Letzbor.


    Nur an Manze führt kein Weg vorbei.


    :wink: Khampan

  • Hier muß ich widersprechen: Goebel kommt ohne Innerlichkeit aus.
    Mein Fall ist das nicht, wenn auch gut gemacht.


    Stimmt, er spielt fast schon objektiv (und die Tempi sind halsbrecherisch). Ich habe nur gemeint, dass die Musik sebst eine Innerlichkeit hat, auch wenn das vom Interpreten garnicht betont, oder sogar dagegen musiziert wird (wie Goebel).


    LG
    Tamás
    :wink:

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    Fugato

  • Was mich auch wahnsinnig interessiert ist die Aufnahme mit Maja Homburger, des Continuos wegen (Barry Guy ist mir aus ganz anderen, nämlich Freejazz- Zusammenhängen vertraut - das klingt überaus verlockend...) ist nur ziemlich teuer; überhaupt scheint's mir so zu sein daß ich auf ein farbiges Continuo Wert lege, das macht mich bei Manze ein bißchen skeptisch, so sehr er hier auch gelobt wird. Aber er scheint grad eh wenn nur gebraucht erhältlich zu sein.


    Nun ja. Vor Juni kann ich mir eh nix mehr leisten. Im Warenkorb liegen Letzbor, Homburger und Pierot; zwei davon werden dann bestellt, mal schauen wers wird :thumbup:


    LG Frank

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Was mich auch wahnsinnig interessiert ist die Aufnahme mit Maja Homburger, des Continuos wegen (Barry Guy ist mir aus ganz anderen, nämlich Freejazz- Zusammenhängen vertraut - das klingt überaus verlockend...)

    Maya Homburger kenne ich nur in Ausschnitten (musikalisch sehr ansprechend, aber mir aufnahmetechnisch ungenügend).
    Was Continuo-Groove und Einfallsreichtum angeht, vermute ich mal, dass die Sepec-Einspielung dank Lee Santana schwer zu überbieten ist (stellenweise kommt es einem so vor, als würde der Geiger die Laute begleiten, z.B. Nr. 14).


    Wenn ich in Bezug auf Continuo zwei farbenprächtige Aufnahmen empfehlen sollte, dann wären das
    1. Pierot oder Sepec (tolles Ensemble)
    2. Edouard (funkensprühende große Kirchenorgel)


    Manze ist immer noch gut, wenn man von Effekten genug hat und sich einfach mal auf die Musik einlassen will...

  • Die Homburger-Aufnahme mag ich auch sehr, und der Gatte der Violinistin, Barry Guy erlaubt sich in der Tat manche feine Freiheiten in den Begleitung. Ist klasse. :thumbup:


    Was aber die phantasievolle Continuo-Aussetzung angeht, braucht sich auch Richard Egarr nicht zu verstecken. Er begleitet Manzes Violinspiel souverän und mit viel Erfindungsgabe. Auch wenn er alleine ist, bietet er den nötigen Drive für das Spiel.


    LG
    Tamás
    :wink:

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    Biber hören nicht vergessen!"



    Fugato

  • Hat Manze die Rosenkranzsonaten 2x aufgenommen oder ist das eine wieder-aufgelegte Edition bzw. die Original-Edition ? (Ich habe Manzes Rosenkranzsonaten aus der Harmonia Mundi 50 Jahre-Box. Da sind sie zusammen mit Vivaldi: Stabat Mater (Andreas Scholl) auf einer CD...)


    Ich bin mit Manze sehr zufrieden. Habe aber auch keinen Vergleich.

    Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
    Albert Camus (1913-1960)