Empfehlenswerte Dokumentarfilme

  • Ich sehe gerade auf 3Sat:


    "Mein Herz sieht die Welt schwarz"


    "http://www.3sat.de/programm/?showid=CDC26559C7A1650A"


    Wer denkt, "Romeo und Julia" sei eine Tragödie, muss hier feststellen, dass die Wirklichkeit Fiktion und Gewalt von Worten bei Weitem übertrifft. Es ist eine sehr berührende Dokumentation über eine unmögliche Liebe in Kabul.


    Nebenbei bin ich unglaublich beeindruckt, welches Vertrauen die Dokumentarfilmerin bei allen Beteiligten geniesst, wie offen und ehrlich diese sprechen. Ich habe noch nie eine Dokumentation aus Afghanistan gesehen, die so ehrlich und unmittelbar ist.


    Die Kraft und der Wert von Liebe wurden mir noch nie so klar vor Augen geführt wie in diesem Film.


    LG Lotte


  • Heino Jaeger: Look before you Kuck

    Heino Jaeger (1938- 1997) war ein Allroundgenie.
    Ich hörte erstmals Anfang der 70iger ihn im Radio, als es noch Hermann Hoffmanns "Kleine Dachkammermusik" gab. Dass er mehr konnte, als haarsträubende Geschichten erzählen ("In der Brotfabrik") ahnte ich nicht. Dann verschwand er von der Bildfläche und erst Ende der 90iger wurden wieder CDs seiner Hörstücke veröffentlich.
    Dabei war er Maler, Satiriker und vor allem ein Rollenimitator allerersten Ranges. Leider wird er zumeist als Witzbold vermarktet
    ("Fragen Sie Dr. Jaeger" Dort sind so geniale Stücke, wie das Anliegen der ältlichen Hausfrau an Dr. Jaeger, die erzählt, dass ihr Kanarienvogel aus Versehen in den Kochtopf für die Soße der Kohlrouladen flog und mitgekocht wurde und nun wissen will, was sie machen soll, denn der Gast hat dem Rezept gefragt.)


    Gerd Kroske hat einen Film über Jaegers Leben erstellt. Der Film lief schon mehrfach im Fernsehen, die DVD enthält einiges an Bonusmaterial.

    Es gibt auch ein sehr lesenswertes Buch über Heino Jaeger, geschrieben von Joska Pintschovius
    "Man glaubt es nicht"

    Ganz großartig beschrieben sind die Reisen nach Berlin und die DDR Grenzkontrollen. Denn Jaeger bestand auf immer darauf, vorschriftsmäßig kontrolliert zu werden, also nicht unter 3 Stunden mit Ausbau des Wageninneren etc.. Zur Not wurde er agressiv, damit die Grenzbeamten ihrer Pflicht nachkamen. Jaeger soll sich dabei köstlich amüsiert haben.


    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Gestern kam auf arte eine ganz unterhaltsame Doku über eine ungewöhnliche Model-Agentur. Es geht auch irgendwie um die Frage, was denn eigentlich schön sei. Eine A-capella-Gruppe singt Bach dazu.


    Gibt es noch bis nächsten Freitag in der Mediathek:


    Schön kann jeder! von Jan Tenhaven.


    'http://www.arte.tv/guide/de/049843-000/schoen-kann-jeder

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)


  • Schmutzige Kriege - Dirty Wars
    Rick Rowley (Darsteller), Jeremy Scahill (Darsteller): Es geht um die sogenannten "neuen Kriege", die dadurch gekennzeichnet sind, dass es keine regulären Armeen, sondern Söldner gibt, die außerhalb des geltenden Rechts agieren... : Quasi eine Privatarmee , wie den sogenannten "Reislauf" während der Reformation
    Dazu gibt es eine phänomenale Filmmusik von dem hervorragenden "Kronos Quartett"..Diese ist eigentlich einen eigenen Thread Wert. :thumbup: Die Doku ist auch sehr interessant aufgemacht: Jeremy Scahill ist der eigentliche Protagonist: Er sucht nach der Wahrheit im Kampf gegen den Terror und was wirklich gerade passiert und wie viel die Medien verschleiern. Dadurch reißt er uns in den Bann, u.a. weil man ihn auch in einem der Kriegsgebieten sieht (Afghanistan), wie er sein eigenes Leben riskiert. Dadurch wird man stark emotional angesprochen.



    Es geht um eine soziale Bewegung: Genauer gesagt die afroamerikanische Bewegung und wie sie durch intelligenten sozialen Protest es schafft schrittweise die (Apartheid) Rassentrennung im Süden der USA aufzuheben. Man muss dazu Wissen, dass es im Süden selbst nach dem zweiten Weltkrieg noch eine extreme Diskriminierung der Afroamerikaner gab: getrennte Toiletten für Weiße und Schwarze/ Sitzverbote in Cafés und Bussen. Das alles war in jedem südlichen Bundesstaat und auch in anderen Teilen der USA noch geltendes Recht. Die rebellierende Jugend machte nun etwas ganz "Extremes" :-I ...: Tatsächlich setzen sich Schwarze in den Bussen auf die Plätze, die für Weiße reserviert waren und umgekehrt die Weißen auf die Plätze der Schwarzen...Die Jugendlichen riskierten sowohl eine Verhaftung als auch Angriffe auf den Bus und ihr Leben. Sie geben nach dem sie in einem Ort, wo der Bus hielt und sich ein Mob organisierte und sie zusammengeschlagen wurden, fast auf. Organisieren sich aber neu: Nach dem Motto "Jetzt erst Recht" lassen sie sich verhaften. Im Gefängnis bilden sie eine große Gruppe und halten ihre Moral durch Protestgesänge Aufrecht. So endet die Doku.
    Interessant ist, dass vor allem Jugendliche aus dem Norden die Vorreiter des Protests waren..., aber unterschätzten, wie stark die Rassentrennung im Süden der USA wirklich war. Man sieht, dass sie eine solche Reaktion nicht erwartet hätten.


    PS: Ich müsste noch mehr schreiben, aber arbeite gerade an etwas anderem

    Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
    Albert Camus (1913-1960)

  • Klaus Kinski - Jesus Christus Erlöser

    Was passiert wohl, wenn ein glühender Schauspieler sein Publikum entzündet ("Nein, er [Anm. gemeint ist Jesus] hat nicht gesagt: Halt deine Schnauze, er hat eine Peitsche genommen und ihm in die Fresse gehauen! Das hat er gemacht, du dumme Sau!" als Reaktion auf ein allzu naives Statement aus dem Publikum: "aber ich glaube, er ist es nicht, denn Christus war duldsam, so viel ich weiß. Und wenn ihm einer widersprochen hat, dann hat er versucht, ihn zu überzeugen. Er hat nicht gesagt: Halt die Schnauze!" ), wenn plötzlich keine Barrieren mehr zwischen Zuschauersaal und Bühne bestehen? Geplant waren um die 100 Erlöserauftritte - insgesamt zwei sind es geworden, in Berlin und nachfolgend in Düsseldorf, wo es dem Vernehmen nach ungestörter zugegangen sein soll.


    Berlin, Deutschlandhalle, 21.11.1971, Klaus Kinskis Jesusmonolog, zu einer Zeit, als die Dinge noch ausdiskutiert wurden - aus heutiger Sicht würden manche sagen - eben lebendiges Theater.


    Nacherlebbar hier:


    Externer Inhalt www.youtube.com
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  • The People vs. George Lucas (2010)

    Angeregt durch einen kleinen Diskussionsaustausch im Nekrolog-Thread zu Sir Christoper Lee ...



    Ein wirklich gelungener Film, der all die Vorbehalte und Frustrationen der »Original«-Star-Wars-Generation gegenüber der »Prequel«-Trilogie treffend und unterhaltsam auf den Punkt, in einen Diskurs mit den Gegenargumenten bringt, und eine letztlich versöhnliche Conclusio versucht (ob man dieser jetzt folgen mag oder nicht). Für mich ein geradezu kathartisches Erlebnis. ;+)

  • Alive Inside: A Story of Music and Memory (2014)

    Hab leider keinen der bei Capriccio allein erlaubten Bilder-Links bei Amazon oder jpc gefunden, würde aber gerne dennoch auf den o.g. Dokumentarfilm aufmerksam machen, den man z.B. bei Netflix sehen kann.


    Es geht um ein US-Projekt, das versucht, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, insbesondere auch dementen, jeweils »ihre« Musik über persönliche Player und individuell eingerichtete Playlists zur Verfügung zu stellen. Man möchte meinen, dies sei eine naheliegende Aufgabe für betreuende Therapeuten, und dass es dafür – wie auch für Medikation und andere Hilfsmittel – auch »Töpfe« der Kranken- oder Sozialversicherungen geben sollte, aber weit gefehlt (nur in den USA? bin nicht sicher).


    Aber das ist nur eine Ebene. Die andere vermittelt, was jeweils »ihre« Musik gerade für demente Menschen bedeuten kann. Personen, die vollkommen in sich versunken sind, alle Erinnerung an ihr Leben vergessen zu haben scheinen – ihr Wesen erfährt durch »ihre« Musik eine unglaublich potente Starthilfe, welche spontan erhebliche motorische, kognitive und interaktive Ressourcen freisetzen, und ein Selbst zum Blühen bringen kann. Bemerkenswert!


    Klar, als Deutscher hab ich da natürlich gleich tausend Einwände: Ist das nicht manchmal zu sentimental geschnitten, geht es hier wirklich um mehr als um besseres Fundraising, warum geht es ausschließlich immer nur um Apple-iPods als Abspielgeräte, fehlt nicht die notwendige Einordnung ggü. anderen, auch musikalischen, Therapieformen, oder einfach generell menschlicher Zuwendung durch Familie und notfalls Pfleger, die natürlich den Kern jeder Interaktion mit Dementen ausmachen müssen, und sind die Details der Erstellung von angeblich persönlichen Playlists durch Freiwillige wirklich gesichert, wie gehen die Personen mit den Geräten um, wenn niemand dabei ist, etc., etc., etc., etc.?


    Auf der anderen Seite sind da diese Bilder von Personen, die zumindest auf Zeit einen Teil ihrer Individualität, ihrer Erinnerungen, ihres persönlichen Menschseins wiederfinden, und die kann man nicht faken. Sie sind sehr bewegend.


    Dass Musik, sogar Liedertexte, oft das letzte sind was bleibt, wenn alles andere schon »weg« ist (Erinnerung an Ereignisse, Eltern, Kinder, allgemeine Sprachkompetenz), ist ja bekannt. Dieser Film macht erlebbar, wie vor sich hindämmernde, durch andere, auch intensive Zuwendung sonst kaum erreichbare Menschen durch »ihre« Musik Erinnerungen, Sozialkompetenz, Intellekt (mitunter auch fraglos scharfen und durchaus sperrigen!) hervorholen können, und wie das mitunter auch die ganze Umgebung mitreißen kann.


    Wie gesagt, mit Vorbehalten, aber dennoch sehr sehens- und bedenkenswert, mitunter beflügelnd und beglückend.

  • Einen reizenden Überblick über die Geschichte der Elektronik in der Filmmusik bietet diese einstündige BBC-Doku:


    Synthesizers in the Movies


    'https://www.youtube.com/watch?v=Hv8srOIRtdA

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • What Happened, Miss Simone? (2015)

    Per Zufall bei Netflix gefunden.


    Eine Filmbiographie über Nina Simone versucht, der Sängerin, Pianistin, Songwriterin und Bürgerrechtsaktivistin in ihrer manchmal verstörenden Komplexität gerecht zu werden, was vor allem durch das Bild, die enorme Fülle an wertvollen Clips und Fotos gelingt, und durch die Mitarbeit einiger ihrer wichtigsten Weggefährten. Sehenswert, aber manchmal hätte ich mir doch einen etwas strafferen Schnitt gewünscht; über die abendfüllenden 102 Minuten tragen die Aussagen des Films nicht ganz.

  • Diesen Abend in der ARD:


    Die Adoption
    Dänemark 2012
    Regie: Katrine W. Kjaer


    Es geht um ein dänisches Ehepaar, welches zwei äthiopische Kleinkinder (Mädchen 3 Jahre alt, Junge 1 Jahr alt) adoptiert; die leiblichen Eltern sind arm und HIV-positiv, haben noch drei weitere Kinder. Ihre Jüngsten (sie sie lieben) geben sie nun zur Adoption frei, weil die Ärzte ihnen gesagt haben, daß sie selber nicht mehr lange zu leben haben. Die Kinder werden es besser haben.


    Um es kurz zu machen: es endet als Tragödie.


    Versprochen wurden den leiblichen Eltern regelmäßige Berichte (mindestens einmal pro Jahr), wie es ihren Kindern geht - doch sie erhalten nach vier Jahren den Bericht vom ersten Jahrgang. Die Adoptiveltern wünschen sich eine glückliche Familie - aber mit dem Mädchen halsen sie sich einen Wildfang auf, der permanent rebelliert. Zu guter Letzt - vier Jahre später - wird das Kind in eine Pflegefamilie gegeben. Am Ende wird noch berichtet, sie sei zuletzt in einem Waisenhaus gegeben worden, um ihre Probleme besser in den Griff zu bekommen. Der Junge dagegen macht keine Probleme. Sensationelll...


    -----


    In dieser ganzen Geschichte steckt so ein gewaltiger Zynismus, daß mir zunehmend der Mund offenstand, so verdattert war ich. Ich habe keine Kinder, aber eine grobe Vorstellung, was mich als Vater erwarten würde, habe ich dennoch. Würde ich Kinder adoptieren, dann gewiß keine Kinder, die drei Jahre alt sind und bisher bei ihren leiblichen Eltern lebten. Beim Jungen ging das, der war jung genug, um sich nicht an seine eigentlichen Eltern zu erinnern - das Mädchen aber hat die Erinnerungen. Und genau die schleppt sie ihr Leben lang mit sich. Sie leidet - als Siebenjährige. Und ihre Rebellion wird nicht geduldet.


    Wie sehr man den Adoptiveltern ihren Wunsch auch gönnen sollte und müßte, am Ende hat ihr eigener Anspruch sie scheitern lassen. Sie mußten das Mädchen an Pflegeeltern abgeben, weil sie die Situation zuhause nicht mehr unter Kontrolle hatten. Man sieht am Schluß tatsächlich, wie das Mädchen am Eßtisch gemaßregelt wird, weil sie nicht so ißt, wie die Eltern sich das wünschen. Jede noch so kleine Bewegung mit dem Kopf wird als Widerstand gewertet und dem Kind um die Ohren gehauen. Die Oberhand zu behalten ist wichtiger als alles andere. Die Besprechung mit dem Psychologen ist ebenso beeindruckend: sie zeigt sehr deutlich, daß die Adoptiveltern keinen gescheiten Plan haben, wie sie mit der Situation umgehen sollen, und der Psychologe sorgt im Grunde dafür, daß der Schaden nicht noch schlimmer wird. Zum Wohl des Kindes.


    In Äthiopien derzeit latschen sich die leiblichen Eltern die Hacken ab, um mehr Informationen zu bekommen als dieser Bericht aus den ersten Jahr. In dem waren sowieso nur die Probleme geschildert, die das Mädchen bereitete, was die Eltern unglücklich machte; die Adoptivmutter hatte übrigens davon gesprochen, man hätte darinnen nur von den guten Dingen berichtet. Aber der Frust der Adoptivmutter trieft so dermaßen aus dem Wortlaut des Berichts - einfach unfaßbar... 8|


    Und dann die Mitarbeiter der Adoptionsbüros und des Waisenhauses in Äthiopien - was werden da für Verprechungen gemacht, was werden da für Taktiken angewandt, um die leiblichen Eltern dazu zu bewegen, ihr Schicksal zu akzeptieren und die Kinder aufzugeben. Nur Schaumschlägerei. Das Treffen zwischen leiblichen Eltern und Adoptiveltern ist ein Essen, welches die Kommunikationsschranken zwischen ihnen übel entlarvt. Man muß dieses fragen, man muß jenes sagen - wirklich Dinge, die wichtig sein sollten in so einer Situation. Nichts kommt an - aus Scham, aus Furcht, aber vor allem aus Manipulation.


    Es wäre besser gewesen, das Mädchen hätte Äthiopien nie verlassen.


    Der Junge hat den Wechsel deutlich besser überstanden, weil er angepaßt ist, aber im Grunde...


    Zynisch ist das Adotionssystem, welches rein privatwirtschaftlich ausgeführt wird; tragisch betroffen sind alle Beteiligten, die einfach unglücklich sind: eine Adoptivmutter, die im Grunde eingestanden hat, daß sie lieber das Mädchen aufgibt als den leiblichen Eltern zurückzugeben; ein Adptivvater, der der Strenge seiner Frau nichts entgegensetzen konnte; die leiblichen Eltern, die zu gutgläubig waren und ihre Entscheidung (die im Grunde keine war) bereuen; ein Junge, der vielleicht angepaßt und brav wird, aber kaum seinen äthiopischen Wurzeln folgen wird; und ein Mädchen, welches den Weggang aus Äthiopien nie verwunden hat, aber garantiert nicht mehr zurückkehren kann, da ihre Wurzeln nun im Waisenhaus in Dänemark verkümmern werden.


    Eine vermeidbare Tragödie.


    -----


    Die Dokumentation selber ist erstaunlich gelassen und distanziert, konzentriert sich auf die Widersprüche, die in den einzelnen Situationen zutagetreten. Mich erinnert das entfernt an Gimme Shelter, der Dokumentation über das Altamont-Konzert der Rolling Stones 1969, welches den Traum von "Love & Peace" ganze vier Monate nach Woodstock bereits zu Grabe trug. Man spürt ein Unbehagen in den Ereignissen, welches unentwegt nur in eine Richtung driftet: in die Katastrophe. In Die Adoption ist das subtiler, bedarf größerer Aufmerksamkeit. Aber selten ist ein Mißstand so präzise auf den Punkt gebracht worden wie hier.



    jd :wink:

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • In der 3sat-Mediathek gibt es die Dokumentation "Generation Weichei" über Helikopter-Eltern und ihre Kinder:
    "http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42013" (link nicht mehr aktuell, das erwähnte Video ist nicht mehr abrufbar; mto)

  • Billy Joel: A Matter of Trust - The Bridge to Russia (2013)

    Hatte mir gestern Abend Mozarts Entführung aus dem Serail aus Glyndebourne auf ARTE angeschaut, war auch ganz nett und stimmungsvoll, alles in allem schöne Stimmen usw., aber das was danach gesendet wurde, das war richtig spannend: Eine nicht mehr ganz neue Doku über Billy Joels geschichtsträchtige Tour hinter den Eisernen Vorhang 1987 mit vielen interessanten Details und vor allem bewegenden Bildern über die Macht des Rock 'n' Roll und der Musik insgesamt.


    Der Film ist auf ARTE+7 hier verfügbar: "http://www.arte.tv/guide/de/057808-000/billy-joel-a-matter-of-trust-the-bridge-to-russia


    Dort heisst es u.a.:


    Zitat

    1987 hatte Billy Joel einen Superstar-Status erreicht, von dem die meisten Rockmusiker nur träumen können. [...] Doch Billy Joel war nicht nur ein erfolgreicher Musiker, sondern interessierte sich auch für Geschichte, das aktuelle politische Geschehen und den Kalten Krieg, in dem sich die UdSSR und die westliche Welt damals die Stirn boten.


    Er ist der erste US-amerikanische Rockstar, der seit dem Bau der Berliner Mauer in der Sowjetunion auftreten darf. Das Publikum in Moskau, Leningrad und Tiflis ist begeistert. Obwohl die Konzerte in der UdSSR unter völlig anderen Bedingungen stattfanden als in Amerika, vermochte Joel das sowjetische Publikum mit seinen genialen Kompositionen und seiner großartigen Performance zu fesseln. Der Dokumentarfilm erinnert an seine Auftritte hinter dem Eisernen Vorhang und an seine Rolle als singender Friedensbotschafter.


    Empfehlenswert.


    LG, Amaryllis

  • Hallo liebe Amaryllis, habe auch die Entführung gesehen , jaja ganz nett trotz der unsäglichen Frau Gerlach!
    Edgaras Montvidas kenne ich sehr gut , war ja 2 Jahre hier in FFM und ist ein Landsmann (Litauen ) von einem guten Freund hier an der Oper!


    Ja, und dann habe ich mir diese Billy Joel Doku angeschaut , und man kann wirklich sagen ,was der Rock'n Roll ausrichten kann ist schon unglaublich, unbedingt ansehen ! l-l


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Lieber palestrina, dann hatten wir ja gestern den gleichen Fernsehabend :D !


    ... habe auch die Entführung gesehen , jaja ganz nett trotz der unsäglichen Frau Gerlach!
    Edgaras Montvidas kenne ich sehr gut , war ja 2 Jahre hier in FFM und ist ein Landsmann (Litauen ) von einem guten Freund hier an der Oper!


    Er kam ja im Interview sympathisch rüber und sang einen sehr schönen Belmonte mit niedlichem Akzent :) .


    Ja, und dann habe ich mir diese Billy Joel Doku angeschaut , und man kann wirklich sagen ,was der Rock'n Roll ausrichten kann ist schon unglaublich, unbedingt ansehen ! l-l


    Um nochmal auf die Billy-Doku zurückzukommen: Sehr beeindruckend fand ich eine Szene ganz am Anfang, als Billy auf die georgischen Männer traf, die ihm ihre traditionellen Gesänge vorführten -- und Billy erfand da auch gleich die passende eigene Musik dazu, so dass eine tolle gemeinsame Performance entstand, über alle Grenzen hinweg!


    So, jetzt gönne ich mir doch gleich ein Uptown Girl "https://youtu.be/hCuMWrfXG4E :jub:


    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag --
    Amaryllis :wink:

  • Auschwitz vor Gericht - Strafsache 4 Ks 2/63 von Rolf Bickel und Dietrich Wagner, 1993 - es gibt eine 172 minütige Langfassung und eine eingedampfte 42 minütige Kurzfassung, die bisweilen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt worden ist. Die Dokumentation basiert auf den Tonbandprotokollen des Frankfurter Gerichts (Vorsitzender Hans Hofmeyer, gest. 1992, "Sind Sie damit einverstanden, dass wir Ihre Aussage auf ein Tonband nehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?", zu Hans Hofmeyer, dem "Fanatiker der Sachlichkeit", in: Die Zeit vom 27.08.1965, von Gerhard Ziegler - "http://www.zeit.de/1965/35/fanatiker-der-sachlichkeit"). Die Tonbandaufnahmen waren seinerzeit einmalig in der deutschen Justizgeschichte und wegen der vielen Zeugen und der absehbaren Verfahrensdauer eigens vom BGH genehmigt worden. Die Protokolle sollten an sich nach Beendigung des Verfahrens vernichtet werden, was jedoch nicht geschehen ist, so dass man nunmehr Zeitgeschichte aus erster Hand nachverfolgen kann.


    Die Langfassung kann man derzeit bei Youtube nacherleben:


    1.) Die Ermittlung: "https://www.youtube.com/watch?v=CXzdxYgXSeM"
    2.) Der Prozeß: "https://www.youtube.com/watch?v=7WMzUkMZ_Ss"
    3.) Das Urteil: "https://www.youtube.com/watch?v=g4ECSiQ28_Y"


    Das Fritz Bauer Institut hat zudem sämtliche Tonbandmitschnitte des 1. Frankfurter Auschwitzprozesses (1963 - 1965) als MP3 und PDF zum Nachhören und Nachlesen veröffentlicht:


    "http://www.auschwitz-prozess.de/"


  • Seit ich im März 2015 selbst in Jerusalem war und mich dort vor allem die Grabeskirche sehr beeindruckt und fasziniert hat, lese und schaue ich immer gern, wenn etwas dazu geschrieben oder gezeigt wird. Wenn man vor Ort ist und die Orgel erklingt kann man schon mal abgehoben werden, ging zumindets mir so.
    Dieser Film zeigt einem nicht nur diesen auch für mich als Atheistin eindrucksvollen Ort, sondern vor allem seine gar nicht so geruhsamen und stillen Bewohner. 5 verschiedene christliche Konfessionen müssen sich das heilige Grab "teilen" und da gibt es manchmal anscheinend sogar richtige Auschreitungen und vielfach ist man sich untereinander nicht so richtig grün, was fast schon wieder etwas Komisches hat.

    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"

  • H.D.Grabe: Abdullah Y.

    kein "empfohlener D.Film" (ich kenne ihn gar nicht), aber eine 50min. Arbeit eines von mir (nicht ex-, aber doch implizit) empfohlenen D.Film-Regisseurs ! !
    <= ich poste diesen Hinweis dennoch h i e r, wenn`s bitte schön recht ist ;)


    guggt Ihr hier: Walldorff`s Kalenderblätter - edited


    Sein Film "Abdullah Yakupoglu: Warum habe ich meine Tochter getötet" (v. 1986) ist nä. Woche auf "zdf-Kultur" zu sehen:
    in der Nacht von MI auf DO (14. auf 15.) um 00.40Uhr sowie am Morgen d. 15. um 06.00Uhr!


    [font='Georgia, serif'][size=10] :wink:

    Alexa, was ist ein gerechter Lohn? 'Das weiß ich leider nicht!' Peter Kessen 'Disruptor Amazon'

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott'

    Werner Schneyder

    Fleiß ist gefährlich Henning Venske 'Inventur'

  • Scott Ross, 01.03.1951 - 14.06.1989

    In April 1989, Scott Ross went to Rome, at the Villa Médicis, where he gave a lesson of music for the French Television.


    Scott Ross, bereits schwer gezeichnet , in: Une leçon particulière de musique avec Scott Ross, Jacques Renard, 1989:


    https://www.youtube.com/watch?v=2OPBKP7c9Kg



    Cours d'interprétation avec Nicolau de Figueiredo
    J.S. Bach: Fantaisie chromatique et Fugue D minor BWV 903


    Cours d'interprétation avec Alessandro de Marchi
    François Couperin: Les Barricades mystérieuses


    Cours d'interprétation avec Nicolau de Figueiredo
    J.S. Bach: Partita No. 1, B flat Major


    36:35 --- -- zu Glenn Herbert Gould


    Zitat

    I say he understood nothing of Bach's music! I've listened carefully to his records: he didn't understand. He was very brilliant; I respect him up to a certain point. For me, the fact that an artist doesn't appear in public poses a problem. But at least he was a guy with the courage not to do things like other people. All the same, he was wide off the mark, so wide off the mark that you'd need a 747 to bring him back. I'm hard on Glenn Gould. Well, he's dead now, so I won't attack a colleague.


    Eine filmische Perle, wie man sie selten findet.

  • Das ist mir eben ins Auge gesprungen:



    Nacht und Nebel
    Frankreich 1955
    Regie: Alain Resnais


    Ich weiß, daß es einige hier im Forum gibt, die an den Film interessiert sind - und da ich jetzt sehe, daß es endlich mal eine reguläre DVD davon gibt, poste ich ihn hier. Dabei ist die DVD schon seit einem Jahr erhältlich... :S


    Aber: lieber spät als nie. Und ein "nie" gehört bei diesem Film zu den wenigen Dingen im Leben, die man zurecht bedauerlich nennen kann.



    jd

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Doku über Schostakowitsch (von ca. 1967) mit sehr interessantem, z. T. seltenem Filmmaterial. Leider ohne Untertitel.


    https://www.youtube.com/watch?v=65cM2t8XPL0


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

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