Was ist, was soll, was darf Opernregie? Und was nicht?

  • Wie bitte? Du meinst es gab keine Kriege mehr? Bauernkriege? Waren das keine Kriege?

    Tut mir leid, aber so schlicht gestrickt bin ich auch nicht. Das ist mir schon klar. Es geht darum, dass mit dem Aufkommen der pulvergetriebenen Schusswaffen die Bedeutung der Ritter in den Schlachten abnahm.

    Eben, und das zeigt doch, daß gerade ein Umbruch weg von Althergebrachtem im Gange war.

    Richtig! Eben auch bei dem Bürger Hans Sachs.

    Ich habe keine Lust mehr, gegen Beton anzurennen.

    Schade. Wir geben ja auch nicht auf. ;)


    :wink:Wolfram

  • Selbstverständlich ist es aus Sicht des Librettos völlig absurd, dass der Sachs den Stolzing schlagen würde. Wie kann man sich nur so verrennen.

    Das habe ich gerade erst gesehen. Danke!

    »Was da, Identität!« rief Charlotte erzürnt. »Will er mich wohl mit seinen Identitäten in Frieden lassen? Ich habe durchaus keine Zeit für Identitäten. Sag' er seinem Herrn Doktor …« »Absolut!« versetzte Mager unterwürfig.

  • Selbstverständlich ist es aus Sicht des Librettos völlig absurd, dass der Sachs den Stolzing schlagen würde. Wie kann man sich nur so verrennen.

    Das habe ich gerade erst gesehen. Danke!

    Hat schon jemand die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass dem Regisseur die historischen Gegebenheiten einschließlich üblicher und unüblicher Verhaltensweisen bekannt waren und dass der Schlag gerade deswegen eingesetzt wurde?

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Beispiel aus der Malerei:

    Nur zur Information: Die "Meistersinger" sind kein Gemälde. Der Vergleich ist ungefähr so sinnvoll wie einer zwischen Äpfeln und Kaffeevollautomaten.

    das zeigt doch, daß gerade ein Umbruch weg von Althergebrachtem im Gange war.

    Aber der Standesunterschied zwischen dem Handwerker Sachs und dem Ritter Stolzing ist davon unberührt? Und das obwohl letzterer "Hof und Schloss" hinter sich gelassen hat, um Bürger zu werden? Ich weiß: "Unberührt" hast Du nicht geschrieben, das ist mal wieder eine von meinen üblichen bösartigen "Verdrehungen", "Falschaussagen", "Unterstellungen", und überhaupt ist das alles "idiotisch", "strohdumm", "Gewäsch" (bitte verzeih die Anleihen aus Deinem erlesenen Wortschatz), und deshalb wirst Du auf so etwas gar nicht mehr reagieren und ab sofort schweigen. Die zahlreichen Widersprüche in Deiner "Argumentation" (Du weißt schon: Anführungszeichen...) bleiben allerdings bestehen.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Hat schon jemand die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass dem Regisseur die historischen Gegebenheiten einschließlich üblicher und unüblicher Verhaltensweisen bekannt waren und dass der Schlag gerade deswegen eingesetzt wurde?

    Was? Das würde ja bedeuten, daß er damit die Operliebhaber vor den Kopf stoßen wollte - denn eine andere Überlegung ist daraus ja niemals abzuleiten!


    Diese bösen, bösen Regietheateristen... :neenee1:

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • Was? Das würde ja bedeuten, daß er damit die Operliebhaber vor den Kopf stoßen wollte - denn eine andere Überlegung ist daraus ja niemals abzuleiten!

    Und überhaupt ... Kunst, die befremdet, irritiert, verstört ... sowas hat's ja noch nie gegeben!


    Und wenn doch, dann wussten die, die genau wissen, was Kunst ist und was nicht, dass es keine Kunst ist.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Und wenn doch, dann wussten die, die genau wissen, was Kunst ist und was nicht, dass es keine Kunst ist.

    Q E D :jaja1:

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • die, die genau wissen, was Kunst ist und was nicht

    Du meinst die Mainzelmännchen Meistersinger, nicht wahr?


    :tee1:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Gesponsert von der Firma Haeberlein Metzger

    Ich bin jahrelang mit den schönsten Frauen in meinen Träumen eingeschlafen, bis ich eines Nachts von der Karibik träumte. Da wusste ich, nun bin ich alt. Die Frauen sind aus meinen Träumen verschwunden. (Die Invasion der Barbaren)

  • Ach das süsse Zeug da. Alles Schmu. Die Oma, die konnte noch Stollen machen ! Eine Kinderbadewanne voll Teig. Der letzte wurde zu Ostern gegessen. Und es war Thüringer Flüsterstollen nach Hausrezept. Kein Schreistollen. Aber ich weiche vom Thema ab.

  • Aber ich weiche vom Thema ab.

    In diesem Thread kann man nicht vom Thema abweichen. Alles Theater.


    :callas1:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
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    Helmut Lachenmann

  • Du meinst die Mainzelmännchen Meistersinger, nicht wahr?

    Ich liebe Selbstbezüglichkeit und rekursive Ideen ...


    ... aber ja, Du hast Recht: Ausgerechnet in den Meistersingern überkommene Vorstellungen von Kunst in Frage zu stellen, ist ja sowas von daneben ...

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ausgerechnet in den Meistersingern überkommene Vorstellungen von Kunst in Frage zu stellen, ist ja sowas von daneben ...

    Und schon haben wir eine neue Kernaussage dieser Oper gefunden.


    :tee1:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Gesponsert von der Firma Haeberlein Metzger

    Nix Haeberlein Metzger. Lebkuchen Schmidt sind das A & O. Und zwar Schoko-Elisen.

    »Was da, Identität!« rief Charlotte erzürnt. »Will er mich wohl mit seinen Identitäten in Frieden lassen? Ich habe durchaus keine Zeit für Identitäten. Sag' er seinem Herrn Doktor …« »Absolut!« versetzte Mager unterwürfig.

  • Heute ist übrigens "Johannistag, Johannistag, ...".

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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