Was ist, was soll, was darf Opernregie? Und was nicht?

  • Der Regisseur steht also an der Spitze der Hierarchie, ihn wirft man nicht heraus, sondern Darsteller, Dirigent, Komponist oder Librettist müssen gehen.

    Ich persönlich würde eine Produktion ja eher gezielt wegen Hans Neuenfels als wegen Anna Netrebko besuchen... :hide:

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Ich persönlich würde eine Produktion ja eher gezielt wegen Hans Neuenfels als wegen Anna Netrebko besuchen... :hide:

    LG :wink:


    Eben! Und deshalb ist es offensichtlich unternehmerisch klüger (und besser fürs Rennommee), auf Anna Netrebko zu verzichten als auf Hans Neuenfels.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Eben! Und deshalb ist es offensichtlich unternehmerisch klüger (und besser fürs Rennommee), auf Anna Netrebko zu verzichten als auf Hans Neuenfels.


    Ich finde das auch künstlerisch plausibel... ;+)

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • ...und jeder Opernskandal füllt das Haus. War schon immer so....

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • Ich habe jetzt gerade weder die Zeit noch die Lust 44 Seiten dieses Threads zu durchforsten, aber irgendwo weiter oben sind mal zwei Beispiele zusammengetragen worden, wo die Librettisten im Streit mit dem Regisseur das Handtuch geworfen haben. Bei den Komponist erinnere ich mich vage an eine Episode mit Olga Neuwirth. Es kann aber auch sein, das ich da jetzt im Gedächtnis etwas durcheinanderbringe, guck lieber noch einmal oben nach, wenn es dich genau interessiert.


    Oh, und ich dachte schon, ich wäre hier auch in die Ironie-Falle getappt.
    Ich hätte gedacht: Komponist_in & Librettist_in lassen sich nicht so einfach übergehen, sofern sie noch leben. Die haben doch wohl eine juristische Handhabe, wenn ein_e Regisseur_in gegen ihre Vorstellungen verstößt.

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • Der Regisseur entwirft dieses übergeordnete Konzept und setzt es praktisch um, alle anderen Mitwirkenden müssen sich einfügen. Wenn eine Hauptdarstellerin, ein Komponist oder ein Dirigent bei dem Konzept nicht mitgehen wollen, sich nicht in die Teamarbeit unter verantwortlicher Leitung des Regisseurs einfügen wollen, müssen sie eben gehen.

    Na ja, ganz so krass würde ich das nicht sehn.

    Und bei den Meistersingern in Hannover wurde entschieden, auf Zusammenarbeit mit B. von Peter zu verzichten, weil sein Regie-Konzept als nicht realisierbar angesehen wurde. Tambosi, der für B. v. Peter einsprang, setzte die szenische Umsetzung leider gänzlich in den Sand. (B. v. Peters Regie des Don Giovannis in einer folgenden Saison stieß dagegen überwiegend auf wohlwollendes Echo bei Besuchern und Kritik ).

    Bei Uraufführungen von Kompositionen (egal ob Oper oder Instrumantalmucke) liegt das Erschweren/Verzögern eher bei Dirigenten oder Musikern als bei Regiesseuren.
    Z.B. im Falle der „Soldaten“ (B.A. Zimmermann), als Sawallisch gekniffen hatte. Gielen hob das Meisterwerk dann aus der Taufe.
    B.Z. Zimmermann Einrichtung der „Soldatensinfonie“ diente ja auch dazu das Unspielbarkeitsvorurteil seiner Oper zu entkräften.

    Paul Zukofsky brachte es nicht auf die Reihe Cages Freeman Etudes komplett uraufzuführen, sondern erst Irvine Arditti.

    Dror Feilers Uraufführung von Halat Hisar musste verschoben werden, um Gehörschädigungen beim S.O. des Bayerischen Rundfunks zu verhindern. Die UA erfolgten aber dann am 02.10.08 in München unter Kluttig.

    http://www.welt.de/kultur/article1875313/Orchester-setzt-ohrenbetaeubendes-Stueck-ab.html“

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Ich hätte gedacht: Komponist_in & Librettist_in lassen sich nicht so einfach übergehen, sofern sie noch leben. Die haben doch wohl eine juristische Handhabe, wenn ein_e Regisseur_in gegen ihre Vorstellungen verstößt.


    Von der juristischen Seite (von der ich nichts verstehe) mal abgesehen: ist man als Komponist und/oder Librettist wirklich so gut beraten, auf dem Primat der eigenen Vorstellungen zu bestehen? Ein fähiger Regisseur kann aus einem Stück nämlich eventuell noch richtig was rausholen, während das Schreiben toller Musik oder einer interessanten Geschichte noch nicht zwingend bedeutet, daß man auch vom Theater etwas versteht.

    Ein Extrembeispiel diesbezüglich ist m. E. Karlheinz Stockhausen. Bei den Ausschnitten, die ich bislang aus "Licht" gesehen habe, habe ich mir meist gewünscht, daß er sich mal mit einem Theaterpraktiker beraten hätte, anstatt auf die Unfehlbarkeit des eigenen Genius auch in szenischen Fragen zu setzen. Dann würden einige musikalisch interessante Teile szenisch vielleicht nicht wirken, als hätte Helge Schneider bei "Star Trek" Regie geführt...

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Von der juristischen Seite (von der ich nichts verstehe) mal abgesehen: ist man als Komponist und/oder Librettist wirklich so gut beraten, auf dem Primat der eigenen Vorstellungen zu bestehen? Ein fähiger Regisseur kann aus einem Stück nämlich eventuell noch richtig was rausholen, während das Schreiben toller Musik oder einer interessanten Geschichte noch nicht zwingend bedeutet, daß man auch vom Theater etwas versteht.


    Das ist vielleicht vergleichbar damit, dass ein Musikstück nach Rücksprache mit Kolleg_innen oder Musiker_innen bzw. nach einer Probeaufführung noch verändert wird. Aber das betrifft doch wiederum "das Werk selbst". Klar ist es schlau, sich von mit der Ausführung Betrauten beraten zu lassen. Aber die Entscheidung liegt wohl immer noch bei den Urheber_innen.

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • Dies und das

    Ich persönlich würde eine Produktion ja eher gezielt wegen Hans Neuenfels als wegen Anna Netrebko besuchen

    ... und ich hätte mich wohl doch um eine Premierenkarte bemüht, wenn von Anfang an Kristine Opolais anstelle von Anna Netrebko für die Titelpartie der "Manon Lescaut" vorgesehen gewesen wäre. Allerdings habe ich nicht bereut, zum gleichen Zeitpunkt, wo in München die "Manon" Premiere hatte, im Berliner Schillertheater Brittens "Turn of the Screw" erlebt zu haben.


    Zitat von Amfortas09:

    Zitat

    Und bei den Meistersingern in Hannover wurde entschieden, auf Zusammenarbeit mit B. von Peter zu verzichten, weil sein Regie-Konzept als nicht realisierbar angesehen wurde. Tambosi, der für B. v. Peter einsprang, setzte die szenische Umsetzung leider gänzlich in den Sand. (B. v. Peters Regie des Don Giovannis in einer folgenden Saison stieß dagegen überwiegend auf wohlwollendes Echo bei Besuchern und Kritik )

    Wenn ich mich recht erinnere, lag das Hauptproblem in Hannover darin, dass das Orchester hinter der Szene, gestaffelt bis etwa auf Höhe des ersten Ranges hätte spielen sollen, was für die Tontechniker/innen des NDR (die Premieren in Hannover werden live im Rundfunk übertragen) ein erhebliches Problem darstellte. Frei von diesen technischen Schwierigkeiten konnte von Peter sein Konzept zum Beginn dieser Spielzeit im wesentlich kleineren Haus in Bremen und mit Markus Poschner am Pult umsetzen. Völlig richtig ist, dass mit der alternativ aus Linz eingekauften Produktion der "Meistersinger" in einer Regie von Olivier Tambosi ein bemerkenswerter Tiefpunkt inszenatorischer Hilflosigkeit auf der Bühne in Hannover zu erleben war.

    Zumindest bei der Premiere des "Don Giovanni" in Hannover war die Ablehnung der Regiearbeit von von Peter deutlich. Selbst Titelrolleninterpret Brian Davis blieb von Buhrufen nicht verschont. Für mich persönlich war es mit eine der schlechtesten "Don Giovanni"-Inszenierungen, die ich jemals gesehen habe.

    Der Kunst ihre Freiheit

  • Zitat

    Z.B. im Falle der „Soldaten“ (B.A. Zimmermann), als Sawallisch gekniffen hatte. Gielen hob das Meisterwerk dann aus der Taufe.

    Diese Legende hält sich ja hartnäckig, obwohl unter anderem Gielen selbst sie mehrfach relativiert hat. Die Fassung, die Gielen letztendlich zur Uraufführung gebracht hat, war eine völlig andere, als die Fassung, die Sawallisch ursprünglich vorlag, und Gielen hat immer wieder betont, dass die ursprüngliche Fassung auch aus seiner Sicht - zumindest im Rahmen eines Repertoire-Betriebs- unaufführbar war.


  • Von der juristischen Seite (von der ich nichts verstehe) mal abgesehen: ist man als Komponist und/oder Librettist wirklich so gut beraten, auf dem Primat der eigenen Vorstellungen zu bestehen? Ein fähiger Regisseur kann aus einem Stück nämlich eventuell noch richtig was rausholen, während das Schreiben toller Musik oder einer interessanten Geschichte noch nicht zwingend bedeutet, daß man auch vom Theater etwas versteht.

    Ein Extrembeispiel diesbezüglich ist m. E. Karlheinz Stockhausen. Bei den Ausschnitten, die ich bislang aus "Licht" gesehen habe, habe ich mir meist gewünscht, daß er sich mal mit einem Theaterpraktiker beraten hätte, anstatt auf die Unfehlbarkeit des eigenen Genius auch in szenischen Fragen zu setzen. Dann würden einige musikalisch interessante Teile szenisch vielleicht nicht wirken, als hätte Helge Schneider bei "Star Trek" Regie geführt...

    LG :wink:


    Unter der Prämisse, daß der Künstler autonom ist, stellt sich die Frage nicht, ob er gut beraten wäre oder nicht. Höchstens, ob er es zulassen will oder nicht, und falls ja, inwieweit er zuläßt, daß jemand mit seinem Kunstwerk etwas macht, was er eventuell nicht beabsichtigt oder nicht vorhergesehen hat. Und ja: Er hat das Urheberrecht dabei auf seiner Seite. In der bildenden Kunst wäre diese Frage nach dem Gutberatensein an sich völlig illusorisch, bei den ephemern Künsten ist es ohnehin zwangslaufig so, daß er die Aufführung in der Regel anderen überlassen muß. Allerdings ist ja nur die Aufführung als solche ephemer, nicht das Regiekonzept. Und ob mir das als Publikum zusagt, was der Urheber zuläßt oder nicht, ist wegen o.g. Autonomie auch irrelevant. Ich würde mir z.B. bei Kaulbach auch wünschen, daß er die Ausführung der Hände in seinen Portaits anderen überlassen hätte, die das besser gekonnt hätten als er, aber er hat's halt nun mal nicht, und das Kunstwerk ist so wie's ist.
    Notabene ist das Ergebnis nach beiden Seiten offen, wenn der Urheber nicht auf dem Primat seiner Vorstellungen beharrt. Du schänkst das ja selber mit "eventuell" ein: Wenn noch ein anderer hinlangt, kann der eventuell tatsächlich noch richtig was rausholen, eventuell aber auch nicht, und schlimmstenfalls verhunzt er es... Das ist eine Frage der Kongenialität. Und der Rezeptionserwartung: Ein anderer kann das ganz anders empfinden, ob das Ergebnis verbessert oder verhunzt wurde.

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
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  • Zumindest bei der Premiere des "Don Giovanni" in Hannover war die Ablehnung der Regiearbeit von von Peter deutlich. Selbst Titelrolleninterpret Brian Davis blieb von Buhrufen nicht verschont. Für mich persönlich war es mit eine der schlechtesten "Don Giovanni"-Inszenierungen, die ich jemals gesehen habe.

    Ich bin bisher auf den Bericht der HAZ und auf das freundliche Feedback einzelner Besucher von Folgeaufführungen – durch mündliche Mitteilung - angewiesen. Und das wohlwollende HAZ-Feedback unterstrich ausdrücklich auch heftig zustimmender Besucherreaktionen am Ende des DG-Premiereabends.

    Selbst wenn man sich den momentanen Spielplan interessanter wünscht, kann Michael Klügl seit den letzten Jahren einen Auslastung der Besucher auf ca. 88 % auf seine Habenseite buchen (im übertragenem Sinne). Vor ~ 10 Jahren lag die Auslastung bei ca. 70 %.

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  • Heute habe ich es zum ersten Mal seit anderthalb Jahren mal wieder ins hiesige Stadttheater geschafft. Es gab Jenufa von Janacek, eine Oper, deren Musik ich ganz großartig finde. Und ich habe meinen Augen zunächst gar nicht trauen wollen :stern: , aber auf der Bühne sah man tatsächlich weitgehend das, was man sich nach Kenntnis des Orts und der Zeit der Handlung erst einmal vorstellen würde! Man erblickte weder Nazi-Uniformen noch Nackte noch Transvestiten noch Atomreaktoren noch sonstigen werkfremden Bockmist, das Stück war tatsächlich ohne wüste Spirenzchen und der Aussage der Musik völlig im Weg stehende Fremdkörper in Szene gesetzt worden!

    Ich hatte schon völlig vergessen, wie überwältigend Oper auf diese Art wirken kann! :juhu: :juhu:

    Es war ein Abend, dessen Eindruck noch sehr lange in mir nachklingen wird - ich überlege ernsthaft, dem Theater einen glühenden Dankesbrief zu schreiben. Und mir ist einmal mehr klar geworden, was Opernregie für meine Begriffe nicht darf.

    Mit viel, viel Glück erlebe ich im Laufe der nächsten zehn Jahre ja vielleicht noch einmal einen solchen Abend. Aber ich befürchte sehr, dass das ein ganz rarer Ausrutscher war.... :cry:

    Viele Grüße

    Bernd

  • Das freut mich für Dich!
    Es gibt doch inzwischen einige Opern-Homepages, auf denen man nachsehen kann, was einen erwartet. Das erhöht die Chance, einen Treffer zu landen.
    Die Idee mit dem Brief finde ich gut, allerdings solltest Du darin nicht zu sehr auf andere Regiearbeiten schimpfen, sonst wird das wohl nicht viel Freude bereiten ...

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Man erblickte weder Nazi-Uniformen noch Nackte noch Transvestiten noch Atomreaktoren noch sonstigen werkfremden Bockmist [...]


    Wo gibt es denn eine Jenůfa-Inszenierung, bei der so etwas zu sehen ist?

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Das kommt halt darauf an, wie eng oder weit man "werkfremden Bockmist" fasst.
    :P

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  • Zitat von »arundo donax«
    Man erblickte weder Nazi-Uniformen noch Nackte noch Transvestiten noch Atomreaktoren noch sonstigen werkfremden Bockmist [...]

    OT: Kann ich dir auch nicht sagen, aber ich habe immerhin "Nathan der Weise" (Regietheater) mit Maschinengewehren und Kampfanzügen etc. gesehen...Entbehrte nicht völlig jeder Logik..., aber war auch in sich nicht 100% stimmig....

    Ansonsten finde ich Modernisierungen -wenn sie passen - gar nicht so schlecht...

    Ich muss nicht NUR die Münchner Zauberflöte haben, wo alle in Kostümen und Perücken herum-rennen..(Obwohl die Inszenierung trotzdem wirklich sehr gut ist: Seit 1983 wohl nicht geändert...)
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    Aber die knallbunte Zauberflöte der Schwetzinger Festspiele aus 2002 fand ich noch wesentlich erfrischender..Die ist jetzt immer noch in Dresden zu sehen..., was zeigt, dass sie beim Publikum ankam und es gibt keine Maschinengewehre und Nazis :D Hat irgendjemanden eigentlich den kompletten Arte-Mitschnitt???

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    "http://www.arte.tv/de/die-zauberf…CmC=367876.html"

    Daneben gibt es viel Mittelmaß...Berlin, Köln, Hamburg haben nicht so tolle Inszenierungen...(Ich kenne die alle nur per Video-Mitschnitt und auch nicht komplett, aber so die Highlights...)

    Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
    Albert Camus (1913-1960)

  • Daneben gibt es viel Mittelmaß...Berlin, Köln, Hamburg haben nicht so tolle Inszenierungen...(Ich kenne die alle nur per Video-Mitschnitt und auch nicht komplett, aber so die Highlights...)


    .. und danach beurteilst Du was Mittelmaß ist und was nicht? Alle Achtung, das würde ich mir nicht zutrauen. Ich setz mich dem dann schon lieber mal live aus. Und wo bitte liegt der Maßstab für Mittelmaß? Alles was Dir nicht gefällt ist mittelmäßig und der Rest ist super?

    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Es gibt doch inzwischen einige Opern-Homepages, auf denen man nachsehen kann, was einen erwartet. Das erhöht die Chance, einen Treffer zu landen.

    Mir bringt es nicht so viel, auf diverse Opernhomepages zu schauen, da ich es - wie bereits gesagt - mittlerweile kaum noch schaffe, das hiesige Theater zu besuchen. Ich muss das nehmen, was man hier bietet - nach Köln oder Düsseldorf sind es zwar jeweils nur 70 Kilometer, aber meine Zeit.....auch gestern ließ sich der Opernabend kaum mit meiner Arbeit vereinbaren.... :cry:

    Auf der Seite http://www.deropernfreund.de/ hat ein gewisser Martin Freitag am 13.04.2015 eine zwar mit einigen Kommafehlern versehene, aber meiner Meinung nach ansonsten sehr treffende Rezension der Aachener Jenufa geschrieben. Ich zitiere hier mal den Anfang:

    "Auf den Punkt gebracht

    Es gibt sie noch die völlig einfachen, schlichten, eigentlich konservativen Opernaufführungen, die jedoch einfach ins Herz treffen, ins Herz des Werkes, wie des Zuschauers. Fanatiker, des "Haben wir schon tausendmal gesehen, ist ja nichts Neues", werden Michael Helle in seiner Jenufa-Inszenierung am Aachener Theater vorwerfen, daß ihm nichts eingefallen sei, doch die Wahrheit ist: hier hat sich ein Regisseur einem genialen Werk auf Augenhöhe und ohne Inszenierungseitelkeit genähert. Piero Vinciguerras Bühne und Renate Schwieterts Kostüme rücken die Handlung etwas näher an unser Leben heran,so in die Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, der erste und letzte Akt spielen in einer modernen, landwirtschaftlichen Kälte, der zweite in der klaustrophobisch zusammengerückten Stube der Küsterin. Helle hat mit den bestechend intensiven Darstellern die intimen Kleinigkeiten hervorragend herausgearbeitet, gerade im reduzierten Raum des zweiten Aktes bleibt nichts verborgen. Besonders schön ein Detail: die echte Zuneigung zwischen Jenufa und ihrer Ziehmutter, das hat man selten so wahrgenommen und ist doch eigentlich so wichtig. Grandios der skurrile Trachtenauftritt zur Hochzeitsgratulation, sowohl heiterer Sonnenstrahl zwischen der düsteren Handlung, als auch Folie für die dominierende Tragödie....."

    Herzliche Grüße

    Bernd

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