Was ist, was soll, was darf Opernregie? Und was nicht?

  • Ein (sicherlich verdienter) Sänger sagt etwas zu "Optik vs. Stimme", aber wir wissen aus dem eingestellten Auszug aus seinen Ausführungen nicht, auf wen er sich bezieht. Das Publikum? Die Intendanten? Wer achtet denn nun (angeblich) eher auf optische Aspekte als auf den Gesang?

    Wer leitet die Opernhäuser, wer beruft die Regisseure? Der Intendant.

  • Ein (sicherlich verdienter) Sänger sagt etwas zu "Optik vs. Stimme", aber wir wissen aus dem eingestellten Auszug aus seinen Ausführungen nicht, auf wen er sich bezieht. Das Publikum? Die Intendanten? Wer achtet denn nun (angeblich) eher auf optische Aspekte als auf den Gesang?

    Wer leitet die Opernhäuser, wer beruft die Regisseure? Der Intendant.

    Ich komm nicht mehr mit. Ist jetzt der Intendant dran Schuld, dass Ihr Euch keine korpulenten Sänger ansehen wollt?

    Das nimmt ja Dimensionen an hier......

  • Ich komm nicht mehr mit. Ist jetzt der Intendant dran Schuld, dass Ihr Euch keine korpulenten Sänger ansehen wollt?

    Wieso "Ihr"?

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Ich gehe davon aus, daß ein Journalist des Feuilletons der SZ das ordentlich recherchiert hat.

    Und ich gehe wie gesagt davon aus, dass Behauptungen von demjenigen belegt werden müssen, der sie aufstellt. Ich habe aber verstanden, dass Du das für überflüssig hältst, wenn er denn nur im SZ-Feuilleton schreibt. Nun ja. Übrigens war ich (ich vermute im Gegensatz zu Michael Stallknecht und - bitte korrigiere mich, wenn ich Dir Unrecht tue - im Gegensatz zu Dir) bei so ca. 100 Eignungsprüfungen beteiligt, und ich kann Dir versichern, dass die penible Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben von der Begrüßung der Bewerber bis zur Entscheidung, Begründung und Bekanntgabe der Ergebnisse extrem wichtig genommen wird. Kein Prüfer, der auch nur einigermaßen bei Verstand ist, würde einem Bewerber sagen, dass er wegen seines Körpergewichts nicht genommen wird, denn damit würde er zu einer Klage geradezu einladen.

  • Ich komm nicht mehr mit. Ist jetzt der Intendant dran Schuld, dass Ihr Euch keine korpulenten Sänger ansehen wollt?

    Wieso "Ihr"?

    LG :wink:

    Ok, du nicht, aber erst war es mir schon suspekt, was du da schriebst. Aber - und das geht in eine ähnliche Richtung - deine Kostümaussagen finde ich immer noch nicht besonders einfühlsam. Ausser, du hast etwas neues dazu geschrieben, was ich nicht gelesen habe, dann entschuldige ich mich.

    Um auf die Optik vs Stimme Diskussion zurückzukommen, glaube ich, dass es auch da eine Art Angebot/Nachfrage Dynamik oder einen Zeitgeist geben wird. Man kann wohl kaum irgendjemandem oder einer Seite die Verantwortung dafür in die Schuhe schieben.

    Deshalb würde ich bei mir selber anfangen damit.

  • Ich komm nicht mehr mit. Ist jetzt der Intendant dran Schuld, dass Ihr Euch keine korpulenten Sänger ansehen wollt?

    Wie bitte? Wie kommst Du denn darauf? Hat das irgendwer gesagt? Symbol wollte das wissen:

    Ein (sicherlich verdienter) Sänger sagt etwas zu "Optik vs. Stimme", aber wir wissen aus dem eingestellten Auszug aus seinen Ausführungen nicht, auf wen er sich bezieht. Das Publikum? Die Intendanten? Wer achtet denn nun (angeblich) eher auf optische Aspekte als auf den Gesang?

    "Wer achtet denn nun (angeblich) eher auf optische Aspekte als auf den Gesang?"

    Ich denke mal, der Regisseur. Und von wem wird der berufen? Vom Intendanten. Letztendlich ist der Intendant doch dafür verantwortlich wie eine Inszenierung aussieht.
    Nikolaus Bachler hat mal in einem Gespräch gesagt, er sei dann oft "überrascht", wie das Konzept aussieht, aber niemals würde er einem Regisseur dreinreden. Im Gegensatz zu Joan Holender, der das sehr wohl gemacht hat.

    Was hat das denn nun damit zu tun?? Auf continuity achten ;)

    Ist jetzt der Intendant dran Schuld, dass Ihr Euch keine korpulenten Sänger ansehen wollt?

  • Übrigens war ich (ich vermute im Gegensatz zu Michael Stallknecht und - bitte korrigiere mich, wenn ich Dir Unrecht tue - im Gegensatz zu Dir) bei so ca. 100 Eignungsprüfungen beteiligt, und ich kann Dir versichern, dass die penible Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben von der Begrüßung der Bewerber bis zur Entscheidung, Begründung und Bekanntgabe der Ergebnisse extrem wichtig genommen wird. Kein Prüfer, der auch nur einigermaßen bei Verstand ist, würde einem Bewerber sagen, dass er wegen seines Körpergewichts nicht genommen wird, denn damit würde er zu einer Klage geradezu einladen.

    Entschuldigung, das habe ich ganz vergessen. Daß Du an sämlichen Opernhäusern der Welt bei allen Eignungsprüfungen der angehenden Opernsänger dabei warst. Dann sieht die Sache natürlich ganz anders aus und das ist der schlagende Beweis.

  • Entschuldigung, das habe ich ganz vergessen. Daß Du an sämlichen Opernhäusern der Welt bei allen Eignungsprüfungen der angehenden Opernsänger dabei warst.

    Es geht um Eignungsprüfungen an Hochschulen (nicht Opernhäusern), weil ChKöhn sich auf den Passus in dem verlinkten Artikel bezieht, es seien angeblich Bewerber/innen an Hochschulen wegen ihres Gewichts abgelehnt worden. An Opernhäusern finden m. W. keine "Eignungsprüfungen" statt, höchstens Vorsingen. Ein Beleg für die besagte Behauptung in dem Artikel würde mich auch durchaus interessieren.

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • "Wer achtet denn nun (angeblich) eher auf optische Aspekte als auf den Gesang?"

    Du.

    Das kommt darauf, was Du unter "optischen Aspekten" verstehst. Bei dem Zitat, das ich eingestellt habe, geht es keineswegs um Figuren, auf die Du Dich jetzt kaprizierst, sondern um Inszenierungen. Vielleicht liest Du nochmal nach, den englischen Text. Und da achte ich drauf, ja. Ich schaue mir nicht nochmal an, was ich schon gesehen habe und mir nicht gefallen hat, und wenn der Kaiser von China singt. Und vermeide solche, von denen ich denke, daß sie mir nicht gefallen würden. Ich schmeiße nicht gern mein Geld zum Fenster hinaus.

    Mit figürlichen Aspekten hat das erst mal ganz und gar nichts zu tun.

  • Ein Beleg für die besagte Behauptung in dem Artikel würde mich auch durchaus interessieren.

    Danke für die Korrektur.

    Tja, dann kann ich auch Dir nur raten, Dich an die SZ zu wenden. Allerdings: wenn man alles und jedes hinterfragen würde, was in den Feuilletons geschrieben wird, würde man nicht mehr fertig. Und warum sollte ein Journalist oder Kritiker so etwas einfach so aus den Fingern saugen?

    Der Artikel ist allerdings von 2014, das ist lange her.

    Okay, ich schreibe an Herrn Stallknecht, ich bin Abonnent der SZ.

  • Entschuldigung, das habe ich ganz vergessen. Daß Du an sämlichen Opernhäusern der Welt bei allen Eignungsprüfungen der angehenden Opernsänger dabei warst. Dann sieht die Sache natürlich ganz anders aus und das ist der schlagende Beweis.

    Das ist jetzt einfach nur noch zum Fremdschämen: Du hast den von Dir verlinkten Artikel offensichtlich weder gelesen noch verstanden, und Du weißt nicht einmal, was eine Eignungsprüfung ist. Da kommt dann halt eine solche Peinlichkeit heraus.

  • Himmel, natürlich habe ich ihn gelesen, vor 8 Jahren schon, sonst wäre ich gar nicht draufgekommen. Und jetzt wieder, ich habe mich einfach vertan! Mea Culpa! Deine anmaßende Selbstgefälligkeit ist aber noch viel eher zum Fremdschämen! Und Du scheinst auch noch zu glauben, daß die gerechtfertigt ist.

    So, und daß Du zufrieden bist, habe ich jetzt an die SZ, bzw. Herrn Stallknecht geschrieben.

    "I woat auf Antwoat".

  • So, und daß Du zufrieden bist, habe ich jetzt an die SZ, bzw. Herrn Stallknecht geschrieben.

    "I woat auf Antwoat".

    Sehr schön. Auf die Antwort (wenn eine kommt) bin ich gespannt.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

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    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • An Opernhäusern finden m. W. keine "Eignungsprüfungen" statt, höchstens Vorsingen.

    Dass für die Aufnahme an eine Hochschule ein Vorsingen reicht, ist mir völlig neu.

    Das wäre es mir auch. Deswegen habe ich das ja auch nicht behauptet.

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

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