Terminologie in Musikkritiken - eine kritische Analyse (von A-Z)

Vom 7. Juni bis 14. Juni 2024, 17:00 Uhr, findet die 14. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme hier zu registrieren.
  • Man mag ja von Joachim Kaiser halten was man will, aber ich fand sein Buch über die Interpreten der Beethovensonaten sehr lehrreich, weil er seine Aussagen anhand des Notentextes zu belegen wusste, gleiches gilt für sein Buch über die großen Pianisten. Diese Art von Musikkritik ist durchaus in der Lage dem Hörer und dem Musiker einen Erkenntnisgewinn zu vermitteln.


    Da stimme ich gerne zu - das ist die Art von Kritiken, die man liest und hinterher bereichert ist. Den Stil von Kaiser mag ich nicht unbedingt, aber seine Inhalte finde ich sehr lesenswert und nehme den Stil darum gerne in Kauf.

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Du hast mit dem Begriff 'Durchhörbarkeit' die Diskussion eröffnet, deswegen habe ich mich ihm gewidmet. Ich kann mir bei unterschiedlichen Musikepochen und -gattungen ziemlich viel drunter vorstellen und weiß auch, wo ich sie nicht hören kann (Furtwänglers Jahrtausendkonzert vom März 1943 z.B., auch wenn das dort eine Frage der Aufnahme ist). Insofern kann ich etwas damit anfangen, wenn dieser Begriff in Musikkritiken auftaucht. Wenn man das bei evtl. unbegleitenden Violinduos gebrauchen würde, hielte ich den Begriff auch für Quatsch, aber da ist mir der Begriff auch noch nicht begegnet. Das kann an mir liegen ....

    Lieber Benno, das unterschreibe ich ohne Zaudern!

    Ich weiß nicht, welchen Sound Schumann intendiert hat, aber ich weiß, dass er an vielen Stellen Holzblasinstrumente verdoppelt hätte, wenn er an eine 60-Streicherbesetzung gedacht hätte. Und bei Schubert bin ich sehr sicher, dass er selbst bei DV944 niemals auch nur von einer derartig großen Besetzung geträumt hat,

    Wenn man so etwas belegen kann, ist das natürlich korrekt. Unerachtet dessen, hält gute Musik jede Interpretation aus ... 8+)

    Ich würde unter kammermusikalischem Orchestermusizieren tatsächlich das aufeinander hörende und interaktive Musizieren verstehen, aber das kann Michael sicher viel besser einschätzen.

    Ich halte diesen Begriff für äußerst missverständlich. Kammermusik ist nicht das Gleiche wie Orchestermusik! Warum also sollte ein Orchester kammermusikalisch spielen? Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund. Ich weiß schon, dass die HIPen ein schlankeres, entschlackteres Orchester wollten und oft genug hatten sie mit Barockwerken und auch Beethoven etc. Recht, nur eben meinten sie keinen kammermusikalischen Klang. Aufeinander hören und interaktiv musizieren muss man in jeder musikalischen Zweckgemeinschaft, die über ein Soloinstrument hinausgeht.

  • Kammermusik ist nicht das Gleiche wie Orchestermusik! Warum also sollte ein Orchester kammermusikalisch spielen?


    Wegen der Aussage des ersten Satzes macht doch der zweite erst Sinn.

    Dass ein Orchester orchestral spielt, hielte wohl niemand für erwähnenswert. Dass ein Orchester kammermusikalisch spielt, wäre durchaus hervorzuheben - und idealerweise zu präzisieren, da gebe ich Dir recht: ist die Durchhörbarkeit, die klangliche Leichtigkeit oder das aufmerksame aufeinander Reagieren das, was gemeint ist?

    Übrigens sagt man ja auch, dass etwa Beethovens mittlere Quartette durchaus Stellen mit quasi-orchestralem Klang enthalten. Die Aussage funktioniert also auch umgekehrt.

    Wenn jemand schreibt, dass Dirigent X die Brahms-Sinfonien kammermusikalisch spielen lässt, sagt das durchaus etwas. Zumindest mal, dass man kein orchestrales blow-up (noch so eine Kritiker-Vokabel) zu hören bekommt.

    Viele Grüße
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich halte diesen Begriff für äußerst missverständlich. Kammermusik ist nicht das Gleiche wie Orchestermusik! Warum also sollte ein Orchester kammermusikalisch spielen?


    Ich las über eine Oper, dass manche Stellen vom Komponisten mit "kammermusikalischer Feinheit" behandelt sind. Vorstellen kann ich mir darunter nichts, außer höchstens, dass wenige Instrumente spielen und kein riesiges Orchester.

  • Wenn jemand schreibt, dass Dirigent X die Brahms-Sinfonien kammermusikalisch spielen lässt, sagt das durchaus etwas. Zumindest mal, dass man kein orchestrales blow-up (noch so eine Kritiker-Vokabel) zu hören bekommt.

    Ich stimme dir in allem zu! Das Problem heute ist nur - und ich glaube, das schrieb in diesem Thread schon jemand - dass diese Vokabel heute sozusagen schon ein Wertbefund per se gworden ist. Was nicht kammermusikalisch daherkommt, ist grundsätzlich verdächtig.


  • Ich las über eine Oper, dass manche Stellen vom Komponisten mit "kammermusikalischer Feinheit" behandelt sind. Vorstellen kann ich mir darunter nichts, außer höchstens, dass wenige Instrumente spielen und kein riesiges Orchester.

    Gerade bei Wagner lese ich immer wieder, man bevorzuge heute im Gegensatz zu früher und besonders zu Solti einen eher kammermusikalischen Zugang. Mir ist schon klar, was eigentlich gemeint ist, die Konzentration auf feiner ziselierte Orchesterarbeit nämlich und das Maßhalten in Sachen Pathos und Bombast und das richtige Verhältnis zwischen Stimmen und nicht alles übertönendem Orchester. Aber das hat meines Erachtens mit dem Terminus wenig zu tun. Wie mir bislang auch noch niemand sagen konnte, was an Karajans Ring kammermusikalisch ist.

  • Ich halte diesen Begriff für äußerst missverständlich. Kammermusik ist nicht das Gleiche wie Orchestermusik! Warum also sollte ein Orchester kammermusikalisch spielen?

    Achso, nein, ich meinte, dass die Komposition an manchen Stellen diese kammermusikalische Feinheit aufweist, nicht das Dirigat oder eine bestimmte Aufführung.

  • Ich las über eine Oper, dass manche Stellen vom Komponisten mit "kammermusikalischer Feinheit" behandelt sind.

    In diesem Zusammenhang macht der Begriff auf jeden Fall Sinn.

    Die Frage ist nur, schreibt er, damit die Leute es leicht nachvollziehen können, oder benutzt er möglichst viele Fremdworte

    das kommt auf den intendierten Empfänger an: wenn ich jemandem, der genau so tief in die Materie eingestiegen ist, einen Eindruck vermitteln will, benutze ich natürlich genau die Fachausdrücke, die meistens die Sache am genauesten beschreiben. Daß eine Rezension auch weniger intensiv Spezialgebildeten etwas sagen soll, vergessen vermutlich manche Rezensenten. Das würde ich nicht gleich als "Angeberei" deuten, sondern vielleicht als eine Art "Betriebsblindheit" und Gewöhnung im Umgang mit elaboriertem Vokabular, und womöglich Unklarheit, welchem Publikum man etwas Mitteilen will (oder soll, ist ja auch ein Job...). Wenn diese Begriffe phrasenhaft daherkommen, merkt man das als jemand, dem sie vertraut sind, natürlich eher und ist verstimmt. Ich würde da jedenfalls differenzierter urteilen und nicht allein den Gebrauch von "Fremdwörtern" - fremd für wen? - als Indiz für Spezialisten-Angeberei ansehen.

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Artikulation und rubato sind aber doch wesentliche Mittel der Phrasierung, i.S.v. Gestaltung und Verdeutlichung von Phrasen, insofern gibt es schon einen recht engen Zusammenhang, oder?

    Rubato ist sicher ein Mittel der Phrasierung, so wie z.B. Dynamik auch. Trotzdem bezeichnen die Begriffe natürlich jeweils etwas ganz unterschiedliches.

    In seiner Aufnahme von Schuberts "Großer" mit dem Chicago SO (DG, 70er Jahre) nimmt Giulini das erste Thema des Kopfsatzesl ziemlich breit, lässt beinahe gebunden spielen und insbesondere die punktierten Noten sehr lange aushalten. Also statt da - jab - da -jab eher daaa-jab daaa-jab, was auf mich erstmal sehr ungewöhnich gegenüber der üblichen beinahe abgehackten Spielweise wirkt. Da es nicht nur im die Artikulation im engsten Sinne, sondern auch um die Quantität der Noten und des Gesamteindruck geht, würde ich hier vermutlich beinahe austauschbar "Artikulation" und "Phrasierung" verwenden.

    Das würden wohl viele, aber es nicht richtig: Fragen der Phrasierung stellen sich z.B. bei der Großen C-Dur-Symphonie in der langsamen Einleitung zum Kopfsatz: Gehört der dritte Takt des Horn-Themas noch zur ersten Phrase oder steht er für sich? Führt er steigernd zum vierten Takt oder ist er eher in Klammern zwischen erstem und viertem Takt? Usw., dieses Thema lässt sich auf ganz verschiedene Arten phrasieren. Artikulation wäre hier z.B. die Frage, ob die beiden Viertel im ersten und vierten Takt eher getrennt oder eher gebunden sein sollen usw.. Mit der Phrase hat das wenig zu tun. Beim Allegro-Hauptthema sind im Gegensatz zur Einleitung die Phrasenlängen völlig eindeutig 4-taktig, da stellt sich also nur noch die Frage des Spannungsverlaufs innerhalb der Phrasen. Auch das hängt wenig davon ab, ob die Achtel von den punktierten Vierteln mehr oder weniger getrennt sind.

    Ich denke, es macht(e) da Sinn, wo früher barocke Werke mit dem Orchesterapparat der Spätromantik gespielt wurden, und die originale "Schlankheit" tatsächlich eine Entdeckung war.

    Du meinst z.B. die "originale Schlankheit" von Händels Aufführung der "Feuerwerksmusik" mit 40 Trompeten, 20 Hörnern, 16 Oboen, 16 Fagotten, 8 Paar Kesselpauken und 12 Trommeln?

    Christian

  • Du meinst z.B. die "originale Schlankheit" von Händels Aufführung der "Feuerwerksmusik" mit 40 Trompeten, 20 Hörnern, 16 Oboen, 16 Fagotten, 8 Paar Kesselpauken und 12 Trommeln?

    Bingo

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Du meinst z.B. die "originale Schlankheit" von Händels Aufführung der "Feuerwerksmusik" mit 40 Trompeten, 20 Hörnern, 16 Oboen, 16 Fagotten, 8 Paar Kesselpauken und 12 Trommeln?


    Na komm, ein paar Bläser haben sie in letzter Minute abgeschossen, und dann kam das Orchester nicht mehr durch den Feuerwerkskrach. :D

    "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

  • Hey Merkatz, bleib locker!


    Biist Du sicher, dass Du zweifelsfrei unterscheiden kannst, wann das "Aufgeilen" und wann das "Bedürfnis, ihren Lesern möglichst plastisch und nachvollziehbar zu zeigen, wie ein Konzert war" vorliegt? Welche Anteile von Dir schwingen bei Deinem Urteil mit?


    Das ist ein klassisches Hermeneutikproblem (jaja: ich weiß. Unübliches Fremdwort. Die Verwendung setzt mich jetzt unter Generalverdacht. Aber es drückt genau das aus, was ich sagen will, die deutsche Umschreibung wäre etwas umfänglicher): Gesagt ist noch lange nicht verstanden. Und dann besteht immer noch die Möglichkeit, etwas in eine Aussage hineinzuinterpretieren, was dort gar nicht ausgedrückt werden sollte. So oder so. Der Sender hat keine Kontrolle darüber wie seine Botschaft beim Empfänger ankommt, schon gar nicht, wenn er nicht weiß, wer der Empfänger ist.

    Ja: und angeben kann man schließlich auch nur, wenn man etwas hat, mit dem man angeben kann... :-H

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • Rubato ist sicher ein Mittel der Phrasierung, so wie z.B. Dynamik auch. Trotzdem bezeichnen die Begriffe natürlich jeweils etwas ganz unterschiedliches.

    Das würden wohl viele, aber es nicht richtig: Fragen der Phrasierung stellen sich z.B. bei der Großen C-Dur-Symphonie in der langsamen Einleitung zum Kopfsatz: Gehört der dritte Takt des Horn-Themas noch zur ersten Phrase oder steht er für sich? Führt er steigernd zum vierten Takt oder ist er eher in Klammern zwischen erstem und viertem Takt? Usw., dieses Thema lässt sich auf ganz verschiedene Arten phrasieren. Artikulation wäre hier z.B. die Frage, ob die beiden Viertel im ersten und vierten Takt eher getrennt oder eher gebunden sein sollen usw.. Mit der Phrase hat das wenig zu tun. Beim Allegro-Hauptthema sind im Gegensatz zur Einleitung die Phrasenlängen völlig eindeutig 4-taktig, da stellt sich also nur noch die Frage des Spannungsverlaufs innerhalb der Phrasen. Auch das hängt wenig davon ab, ob die Achtel von den punktierten Vierteln mehr oder weniger getrennt sind.

    Du meinst z.B. die "originale Schlankheit" von Händels Aufführung der "Feuerwerksmusik" mit 40 Trompeten, 20 Hörnern, 16 Oboen, 16 Fagotten, 8 Paar Kesselpauken und 12 Trommeln?

    Na ja, da ging's um eine weiträumige Outdoor-Beschallung. Das macht man heute billiger mit gigantischen Wattzahlen.

    ---
    Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
    (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


    Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
    (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).

  • "http://www.zeit.de/2013/49/riccar…ahms-symphonien"

    Wenn ich sowas lese, könnte ich brechen. Klischee zum Einstieg ("Brahms, der Dickbrettbohrer"), Klischee als Rechtfertigung für den Artikel (Chailly macht alles anders, Quellenstudium, zurück zu den Ursprüngen, lüftet den Schleier der Aufführungsgeschichte)

    Aufbauen eines Scheinkonflikts ("asketischen 'Werktreue' " VS Ausdrucksinterpretation) und Auflösung als Rechtfertigung für den Artikel. Dabei Phrasen wie Sau ("forschen, nicht aber gehetzten Tempi", "transparenten, ungemein farbigen Klang des Gewandhausorchesters", "feurig, direkt und lebenssprühend" "Expression und Konstruktion [sind] [unauflöslich] miteinander verknüpft").

    Zum Ende hin noch ein bisschen Pseudo-Analyse, die alles und nichts bedeutet ("kleinste motivische Zellen" generieren "schier anarchisch anmutenden Überschwang"??) Und zum Ausklang Phrasen ("Fenster werden weit geöffnet in dieser kompositorischen Gelehrtenstube") und unbelegte Neubewertung.

    Ich weiß, dass Print unverschämt schlecht bezahlt ist, aber das hat doch nicht länger gedauert als zwei Stunden!?

  • ("Brahms, der Dickbrettbohrer")


    Da zitiert die Gescholtene fremde Vorurteile und baut keine eigenen Klischees auf. Bitte nochmal lesen.

    Quellenstudium, zurück zu den Ursprüngen, lüftet den Schleier der Aufführungsgeschichte


    Hier zitiert sie, was Chailly selbst zu seiner Interpretation sagte.

    Phrasen wie Sau ("forschen, nicht aber gehetzten Tempi",


    Was ist daran "Sau"? "Phrase wie Sau" ist auch eine Phrase wie Sau.

    transparenten, ungemein farbigen Klang des Gewandhausorchesters


    Was soll dagegen sprechen?

    Expression und Konstruktion [sind] [unauflöslich] miteinander verknüpft


    Der Dirigent, der dies offenlegte, wäre m. E. zu loben!

    Ich weiß, das Print unverschämt schlecht bezahlt ist,


    Muss man den Unterschied von "das" und "dass" kennen, wenn man festangestellte Redakteure der FAZ öffentlich kritisiert?

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Muss man den Unterschied von "das" und "dass" kennen, wenn man festangestellte Redakteure der FAZ öffentlich kritisiert?


    Nicht, wenn der Text in drei Minuten, ohne Gegenleistung (von leerreichen Erwiderungen abgesehen) und ohne redigiert worden zu sein entstanden ist. Aber ich danke für die Korrektur und verwende zu Übungszwecken jetzt besonders viele "dass".

    Im Grunde fragst du ja: "Wo ist das Problem?". Am meisten stört mich vermutlich, dass die Autorin Phrasen verwendet, die alles und nichts bedeuten. Dass Expression und Konstruktion miteinander verknüpft sind, ist (zumindest in der Musik des 19. Jahrhunderts) doch selbstverständlich? Der Klang ist angeblich transparent, aber nicht asketisch. Tempi sind forsch, aber nicht gehetzt. Überall finden sich doppelte Böden, sodass man letztlich nichts erfährt. Am konkreten Beispiel belegt wird nichts.

    Außerdem finde ich es keinen guten Stil, Klischees hoch zu holen (sie quasi anderen zu unterstellen), um sie dann zu widerlegen. Manche Klischees, so ist mein Eindruck, halten sich nur, weil sie ständig benutzt werden, um ihnen - oh, wie neu - widersprechen zu können.

    Gefunde Rechtschreib- und Grammatikfehler gerne mit Hausaufgaben per PN an mich.

  • Wenn ich sowas lese, könnte ich brechen.

    Da sind wir zwei. Das fängt schon mit dem Titel an. Dann "nicht schon wieder die Ungarischen Tänze", als hätte es in den letzten Jahren nur Aufnahmen der Ungarischen Tänze gegeben.
    Dann ein Vorurteil, dem man "noch hie und da begegnet" aufzutischen, als gälte es noch, dem entgegenzuwirken. Dann leere Floskeln, die dem Marketing-Dossier entnommen sind. Selbstverständlich fehlen die Neuausgrabungen nicht ("diverse Alternativversionen" - es geht um ein "Alternative opening" der Vierten, Dauer 46 Sekunden und um den langsamen Satz der Ersten, nicht wie suggeriert um eine Fülle von Alternativen). Was diese CD-Box tatsächlich enthält, wird aber verschwiegen.
    Kein einziges Beispiel, dafür ein deplazierter Seitenhieb ("Mit den Mühseligkeiten einer asketischen "Werktreue" haben diese Interpretationen nichts zu tun").
    Informative Rezension sieht anders aus.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • 1. Es gibt wesentlich üblere Rezensionen! :wink:

    2. MB ist immer noch auf dem Kriegspfad! 8+)

    3. Ich hatte mir Aufschlüsse erhofft, weil ich derzeit zu Weihnachten zwei Brahms-GAs der Sinfonien suche für meine LAG - ich habe selbst vor allem die Karajanschen; möchte aber eine klassische des 20. Jahrhunderts und eine relativ neue, wobei ich eben an Chailly dachte. So etwas wünschte ich mir immer in Besprechungen. die kurze Anbindung an die Einspielungsgeschichte.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!